Als erstes mein herzlichstes Beileid an dich Pandy
Nun zum Topic: Ich habe es schonmal in einem anderen Thread erwähnt, gehe diesmal jedoch ein wenig genauer darauf ein.
Ich war wirklich in einer Psychatrie um einen Entzug zu machen. Ich weiß selber wie es ist, jahrelang übelst auf Drogen abzustürzen. Ich weiß selber wie diese profitgeilen Kriminellen sind, die den Scheiß an andere weiterverkaufen, immerhin war ich selber so.
Bezüglich dem was Goreminister geschrieben hat
Ich denke auch nicht, daß Drogen komplett schlecht sind, mal von Heroin und Kokain abgesehen. Alles was auf natürlich Art und Weise produziert wird, sollte durchaus zu oben genannten Genussmitteln gezählt werden.
Diese Meinung vertreten viele. Es gibt auch viele Argumente dafür, man sehe sich mal die Situation in Holland an, scheint ja zu funktionieren. Ausserdem kann man sich ja nicht totkiffen. Stimme ich voll und ganz zu, du kannst zwar nicht soviel kiffen, dass du davon körperlich stirbst, seelisch aber durchaus! Wenn man als Kiffer die Möglichkeiten hat, anstatt zwei oder drei Tüten am Tag zu rauchen, ganz auf normale Zigaretten zu verzichten und lieber nur noch J´s in sich reinzupfeiffen, dann macht man das. Ich bestreite auch nicht, dass man dadurch die Kontrolle über sein Leben verliert, weil Anfangs kommt man damit super gut klar aber nach einiger Zeit holt einen die Realität ein und man merkt, dass man die letzten Monate nur Scheiße gebaut hat. Man vernachlässigt seine Beziehung, Familie, Arbeit bzw. Schule etc..
Ein noch drastischeres Beispiel bezüglich natürlich hergestellter Mittel kann ich auch geben:
Ich hatte mal 2 Freunde, beides sehr gute Studenten und wirklich kluge, erfolgreiche und glückliche Männer. Eines Tages beschlossen die beiden Pilze zu nehmen. Sie haben es auch nicht zum ersten Mal gemacht von daher hat sich keiner von den beiden was gedacht. Als die Wirkung begann beschlossen sie Züge mit Spraydosen zu verschönern. Leider entschieden sie sich für einen mit voller Fahrt auf sie zukommenden Zug. Fazit: Einer hat seine rechte Hand verloren, der andere lag über zwei Jahre im Koma bevor er endlich starb.
Zum Thema Suchtprävention könnte ich jetzt auch noch ganze Bücher hier reinposten. Fakt ist aber das es soetwas wie Suchtprävention nicht gibt. Der Film "Christjane F. vom Bahnhofsklo" schreckt die Kinder und Jugendlichen höchstens dadurch ab, das er so übelst veraltet ist. Auch dieses "wenn du mal einen echten Drogenabhängigen siehst, willst du gar keine mehr nehmen"-Argument ist totaler Schwachsinn. Ich bin sofort superhart mit Drogen gestartet (ich habe kiffen erst voll spät entdeckt) und habe schon in meiner Anfangszeit zwei Leute an Überdosen sterben sehen, man lebt wenn man anständig abhängig ist in solch einer Surreelen Welt, das soetwas einen echt nicht sonderlich kümmert.
Ich habe es geschafft komplett mit den Drogen aufzuhören, durch einen sehr bitteren Verlust. Ich habe meine Verlobte an die Drogen verloren, obwohl ich schon im Begriff war aufzuhören und mit vollem Einsatz um sie gekämpft habe, monatelang. Danach machte ich den kalten Entzug alleine zuhause und ging danach sofort in die Psychatrie, auch wegen den damit verbundenen harten Depressionen und Suizidgedanken. Ungefähr erst ein dreivierteljahr, nachdem ich zuletzt was genommen habe war ich nüchtern. Es gibt nämlich einen gewaltigen Unterschied zwischen: Ich bin nüchtern, ich brauche noch was und Ich Bin Nüchtern:0!!! Das war mit Abstand das schönste Gefühl in meinem Leben, da ich über die Jahre ganz vergessen habe wie unglaublich gut man sich fühlt wenn man echt klar denken kann und einfach nur nüchtern ist.
Also ich kann euch allen nur sagen, dass Drogen zu nehmen wirklich feige ist, weil damit lauft ihr nur vor dem Leben weg, Probleme gehören zum Leben und sie sind zum lösen da und JEDES Problem ist zu bewältigen, dass einzige Falsche ist davor wegzulaufen.
Ihr könnt euch garnicht vorstellen was ich durch Drogen alles verloren habe und auch nie wieder bekommen werde. Ich spreche nicht von materiellen Sachen, sondern ungenutzen Chancen, unzähligen verlorenen Menschen und sehr viel meiner Zeit und Gesundheit.
Ich kann den anderen nur zustimmen:
Macht es nicht egal wie cool oder toll ihr seid, ihr könnt nicht gewinnen. Und nur weil ich es geschafft habe (bis jetzt!) davon wieder wegzukommen, heißt das nicht, dass ihr das auch schafft. Ich hatte einfach nur mehr Glück als Verstand
Zum Abschluss noch an Pandy: Die meisten Drogenberatungsstellen, können dir echt gute Adressen geben, wo du mit echt netten Menschen über deinen schweren Verlust sprechen und ihn verarbeiten kannst. Ich wünsche dir dazu all die Kraft und Ausdauer die du brauchen wirst.
Mfg Exlex