@ bigjim
Ob nun der rückgang bei sexualstraftaten auf dies oder das zurückzuführen ist, ist in diesem Zusammenhang unerheblich.
fakt ist, dass er nicht durch Strafen gesenkt wurde.
Von automatismen im Zusammenhang mit Kriminalität hat keiner gesprochen.
wenig passiert automatisch.
dennoch ist es völlig klar, dass äußere Zustände auf das innere eines Menschen einwirken.
Gib mir einen bliebigen Menschen und das recht zu tun und zu lassen was ich will, und ich mache dir aus jedem Menschen einen verbrecher.
Nichts existiert unabhängig von der Umwelt.
Was wir also tun hat Einfluss auf die Menschen um uns herum.
Je brutaler wir sind, desto brutaler werden auch alle anderen.
Das ist kaum von der Hand zu weisen.
Weiterhin wurde schon längst beobachtet, dass hohe Strafen auch durchasu kontraproduktiv sein können.
soll heißen, hohe Strafen können zu einer steigerung von Verbrechen führen.
Auf andere Punkte gehst du leider nicht ein.
Wie das Beispiel der Jugendgefängnisse in Schweden.
Es ist klar, dass der Sparkurs der derzeit hier gefahren wird Opfer fordert.
Die schwachen bleiben halt auf der strecke in welcher Form auch immer.
Entweder richten sie nun Gewalt gegen sich oder gegen andere.
Das eine ist kaum besser als das andere.
Du kannst dich nun vielleicht glücklich schätzen auf der Seite der "Starken" zu stehen, obwohl auch du nicht mit Sicherheit sagen kannst, ob du nicht doch irgendwann man einen Mord oder ein anderes schweres Verbrechen begehen wirst.
Das kann keiner von uns.
Appropo Sicherheit:
Das Argument der Sicherheit wird immer wieder gern gebracht, wenn es um entlassene Straftäter geht.
Interessant dabei ist, dass wir andere viel höhere risiken mit Freunden im Kauf nehmen.
Wenn du dein Kind jeden morgen mit dem auto zur Schule fährst, setzt du es einem hundertaml höheren risiko für Leib und Leben aus, als wenn man einen Mörder wieder entlässt.
Wir sind ja ganz gern bereit Änderungen zu befürworten, solange es uns nicht betrifft.
Der Gedanke der Sicherheit ist meistens aber auch hinfällig, gerade bei Mördern.
Von 100 Mördern wird nichtmal eine wieder Rückfällig.
aber das ist ein anderes Thema.
In jedem Fall ist die Lösung durch strafen zu oberflächlich um wirklich Wirkung zu zeigen.
Das problem entsteht dann, wenn dadurch ein Kreislauf in Gang gesetzt wird.
"Straftaten steigen? Es gibt soziale Ursachen? Egal, erhöht die strafen, dass passt dann schon!"
ein paar Jahre später...
"Wie? Straftaten steigen immer noch? Soziale systeme gehen weiter denn Bach runter? Egal! Das die taten zunehmen liegt daran, dass die Strafen nicht hoch genug sind! Also! Weiter erhöhen! Kostet auch weniger als ein paar Jugendzentren zu bauen. Und den Wählern können wir vorkauen, wie toll wir doch alles in angriff genommen haben! Ha!"
So in etwa läuft das ab.
Strafen ändern nichts an Straftaten.
Da dies aber nicht der Volkslogik entspricht glaubt man halt, dass man die strafen noch weiter erhöhen muss, wenn es halt keine Wirkung zeigt.
Und wenn das nichts hilft, müssen sie halt noch weiter hoch!
usw. usw....
Und irgendwann haben wir dann wirklich wieder Folter und Todesstrafen.
Nützt auch nichts, interessiert nur keinen.
Lösungen die keine sind uns aber keine persönliche Arbeit kosten vertragen wir besser, al solche die zwar etwas nützen, bei denen wir aber mitarbeiten müssten.
Immer schön zurück lehnen, Fernsehen, Chips futtern und den Politikern zubrüllen, dass sie die Probleme doch endlich lösen sollen.
Solange wir noch eine zweite Tüte Chips zur Hand haben...
