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Ansbach- Droht der nächste Kreuzzug gegen Spiele?

Marco A hat folgendes geschrieben:

scoopexx hat folgendes geschrieben:


Marco A hat folgendes geschrieben:


Vor zehn oder 15 Jahren hätte jeder gelacht wenn Videospiele als Grund für die Gewaltätigkeit der Jugendlichen angegeben worden wäre, heute ist genau dieser Grund der richtige, auch wenn er vollkommen falsch ist.


Also, ohne mal den Rest deiner Aussage zu beachten - Spiele waren vor 10-15 Jahren auch noch komplett anders.




Sehe ich nicht so. Es gab auch in der Vergangenhiet genug Videospiele die Gewalt transportiert haben, die für Aufregung gesorgt haben, aber die NICHT für die Gewalt der Jugend verantwortlich gemacht wurden.


Ich erinnere mich z. B. an das Jahr 1996 und "Turok: Dinosaur Hunter" für den N64.

In Deutschland wurde von allen Prüfstellen so gegen das Spiel gewettert, daß wir dann zum Schluß gegen Roboter kämpfen durften, aus denen lila Blut spritzte.


Diese "Beschneidung" setzte sich übrigens im direkten Nachfolger für die selbe Plattform fort.

In Turok 2 sollte es ursprünglich eine Waffe geben, die sich auf den Kopf des Gegners setzte und diesen dann zum explodieren brachte. - Diese Waffe wurde aus der deutschen Version herausgenommen.


Wie dem auch sei: Ich wollte nur ausdrücken das es schon IMMER Videospiele gab die Gewalt extrem offen darstellten und die daraufhin die Eltern und Prüfstellen der jeweiligen Generation in Rage brachten ("Golden Axe" war ja auch so ein Spiel was die Gemüter aufheizte). - Dennoch sind "Amokläufe aufgrund von gewalttätigen Videospielen" erst seit ein paar Jahren "in Mode".

Ja, und wenn du noch weiter in der Zeit zurückgehst, wirst du sehen, dass sogar das Flugzeugspiel 1943 auf dem Index steht, wenn die das da nicht mittlerweile runtergenommen haben, um sich nicht lächerlich zu machen. Die Prüfstellen haben sich immer dem "Zeitgeist" der Gewaltdarstellung angepasst. Die Gewalt, die heute in einem Assassin's Creed dargestellt wird, ist z.B. deutlich höher, als die aus einem verwaschenen, nebligen Turok, in denen Gegner aus 40 Polygonen bestehen. Der Realismus hat zugenommen und es werden deutlich mehr gewaltverherrlichende (Wer nicht meint, das Marcus Fenix aus Gears ne emotionslose coole Killermaschinen-Sau ist, hat das Spiel noch nicht gespielt) Inhalte produziert, die dann sogar in sowas erbärmlichen, wie Manhunt 1/2 gipfeln.

Also imo ist die heutige Technik sehr viel näher an der Realität dran. Das, was auf dem N64 Menschen sein sollen, sieht eher aus, wie schlecht gemachte Puppen.

Bleibt also die Frage ob die "Killer-Spiele" wirklich die Hautschuld (!) an solchen Tragödien tragen.


In diesem Sinne: Ich verstoße hier schon wieder gegen mein eigenes Profil! :p

Ich glaube, die allerwenigsten sehen Spiele als Hauptschuld an solchen Taten. Es ist eben für die meisten ein relevanter Faktor, der leicht zu beseitigen ist. Und dass man schlecht beeinflussen kann, welche Wirkung Spiele unbewusst auf das eigene Unterbewusstsein haben (bei einigen weniger, bei den meisten mehr, auch wenn sie das Gegenteil behaupten) - dieser Diskussion muss man sich als Spieler schon stellen.
Fakt ist nunmal auch, dass Spiele alles andere als schlau und sozial kompetent machen. Wer weiß, was vielleicht nicht passiert wäre, wenn die Amokläufer statt sich vor die Konsole zu hocken, mal was anderes getan hätten. Wer weiß das schon.
 
scoopexx hat folgendes geschrieben:


Fakt ist nunmal auch, dass Spiele alles andere als schlau und sozial kompetent machen. Wer weiß, was vielleicht nicht passiert wäre, wenn die Amokläufer statt sich vor die Konsole zu hocken, mal was anderes getan hätten. Wer weiß das schon.

Das ist eine etwas gewagte Argumentation.

So könnte ich ja auch sagen:

Wer weiss was passiert wäre, wenn er keine Spiele gespielt hätte.
Vielleicht wäre dann alles noch schlimmer geworden.
 
@ scoopexx:

Gebe dir grundsätzlich recht. Aber das ist (von meiner Seite aus) so nicht gemeint gewesen.
Sicherlich wird die Grafik immer realistischer und die Darstellung des N64 vor zehn Jahren war DEUTLICH schlechter. - Nur dies ist die Sicht aus HEUTIGER ZEIT!
Mitte der 90ziger hat man "Turok: DH" in den Himmel gelobt aufgrund der realistischen Grafik und die Prüfstellen haben auf der anderen Seite schlecht von dem Spiel gesprochen, weil es die Gewalt so lebensecht darstellte. - Dennoch sind die Kids (zu denen ich dann damals auch gehörte) nicht mordend durch die Schulen gelaufen.

Mit ein Auslöser für die extreme Gewaltbereitschaft der heutigen Jugend ist sicherlich auch der Aspekt der gewalttätigen Videospiele, aber es gab SCHON IMMER Videospiele die jugendgefährdend waren.

Womit wir, wie ich finde, zum nächsten Punkt kommen: Den Prüfstellen.
Damit ist bei mir nicht nur die USK oder andere große Einrichtungen gemeint, nein, das fängt schon bei der Kassiererin im Elektromarkt an. - Dazu vielleicht mal eine kleine Geschichte:
Der Freund meiner Schwester hat sich nun auch eine PS3 zugelegt. Also sind wir vor ein paar Tagen zu einem großen Elektromarkt gegangen und haben ihm unter anderem auch "Metal Gear Solid 4" besorgt. - Davon mal abgesehen das fast jedes Game (egal für welche Plattform) eine dicke, rote "Dieses-Spiel-ist-für-Jugendliche-unter-18-Jahre.. trug, war ich doch überrascht wieviel Wert mittlerweile auf diese Sicherheitsmaßnahmen gelegt werden (Ich kaufe so gut wie nie Games in Elektromärkten).
An der Kasse angekommen wurde ich aber eines besseren belehrt: Nun ist der Freund meiner Schwester zwar über 18 Jahre alt, aber der große, rote Hinweis "Bitte bei diesem Artikel das Alter des Käufers prüfen!" der auf dem Bildschirm der Kasse aufpoppte wurde von der Verkäuferin einwach ignoriert...

Ich will nur ausdrücken das eine Eindämmung von Gewalt (auf welcher Ebene auch immer) nur dann Erfolg hat, wenn möglichst viele (am besten natürlich alle) Beteiligten das selbe Ziel verfolgen und sich auch dementsprechen mit der Materie auskennen.
Dies ist aber (in diesem Fall in der Welt der Videospiele) absolut nicht gegeben, da Ausdrücke wie "Killer-Spiele" von Menschen geschaffen wurden die sich nicht auskennen und Gegenmaßnahmen angeordnet werden, die am Thema vorbeihandeln.

Wir besiegen "Amokläufer" / gewaltbereite Jugendliche nicht indem wir nur die bösen "Killer-Spiele" beschuldigen und noch schärfere Waffengesetzte einrichten, wir Spiele verbieten die (in Relation gesehen) nicht gewaltverherrlichender sind als noch vor 15 jahren, oder wir die Altersgrenzen verschärfen.

Wie sieht es z. B. mit der Erziehung aus? Was ist mit der Filmindustrie? Warum können den Jugendlichen keine Ausbildungs und Arbeitsplätze mehr garantiert werden? Wieso haben es Jugendliche mit Migrationshintergund so schwer? - Alles Themen die im Zusammenhang mit "Amokläufen" in der Versenkung verschwinden.

In diesem Sinne: Der Aspekt der "Killer-Spiele" funktioniert zurzeit und deshalb wird er einfach benutzt. - Klingt traurig und platt, ist aber leider so! - Aus meiner Sicht!
 
Bin grad im Internet auf News gestoßen.

Erst einmal heißt es aufatmen: Bis jetzt wurde auf seinem PC nur Heavy Metal gefunden, der u.a. die Apokalypse behandelt.

Der Schuldige ist gefunden! :bigsmile: :crazy:
 
bianconero hat folgendes geschrieben:

Bin grad im Internet auf News gestoßen.


Erst einmal heißt es aufatmen: Bis jetzt wurde auf seinem PC nur Heavy Metal gefunden, der u.a. die Apokalypse behandelt.


Der Schuldige ist gefunden! :bigsmile: :crazy:

Das hätte ich jetzt aber nicht geschrieben, den sonst kommt der Goreminister , der wird dann einen eigenen Thread aufmachen, rumheulen, das Heavy Metal keine schuld dafür trägt und das sowas überhaupt nicht stimmt blablabla....
Also ich wußte schon immer das Metal neben Volksmusik an allem schuld sind, aber hört jemand auf mich, NEEEEEEIN.
:bigsmile:
 
Marco A hat folgendes geschrieben:

@ scoopexx:


Gebe dir grundsätzlich recht. Aber das ist (von meiner Seite aus) so nicht gemeint gewesen.

Sicherlich wird die Grafik immer realistischer und die Darstellung des N64 vor zehn Jahren war DEUTLICH schlechter. - Nur dies ist die Sicht aus HEUTIGER ZEIT!

Mitte der 90ziger hat man "Turok: DH" in den Himmel gelobt aufgrund der realistischen Grafik und die Prüfstellen haben auf der anderen Seite schlecht von dem Spiel gesprochen, weil es die Gewalt so lebensecht darstellte. - Dennoch sind die Kids (zu denen ich dann damals auch gehörte) nicht mordend durch die Schulen gelaufen.

Mit ein Auslöser für die extreme Gewaltbereitschaft der heutigen Jugend ist sicherlich auch der Aspekt der gewalttätigen Videospiele, aber es gab SCHON IMMER Videospiele die jugendgefährdend waren.

Klar, aber ich glaube, da muss man unterscheiden. Wir können sicher alle behaupten, dass Videospiele bewusst keinen Einfluss auf uns haben. Wenn uns Spiele beeinflussen, dann unbewusst - und das imo ganz sicher, weil man ohne Spiele anderen Reizen ausgesetzt ist, sei es nun, weil man die Zeit zu Hause auf dem Sofa vor dem Fernseher verbringt oder die selbe Zeit eben draußen mit Freunden oder was auch immer. Spiele verändern uns also durch die Reize, die sie an uns senden, so oder so. Es ist nur die Frage, ob zum Neutralen einfach in eine andere Richtung oder zum Schlechten hin.

Ich meine, früher haben sich die Leute vor Frankensein und Dracula gegruselt, aber diese Filme haben sicher ein ganz anderes Aggressivitätspotential, als heutige Filme. Die Spiele sind heute nunmal de facto brutaler, was du ja auch selbst sagst und mindestens durch den höheren Grad an Realismus verschuldet ist - vielleicht auch durch härter orientierte Käuferpräferenzen.
Die bewusste Wahrnehmung mag die gleiche sein, weil die Leute heute abgehärteter sind, als damals bei einem Mortal Kombat 3, aber unterbewusst ist man heute heftigeren Reizen ausgesetzt, als bei einem Turok. Nicht nur grafisch, auch musikalisch werden Spiele heute aufgebauscht und der ein oder andere hat sicher schonmal einen virtuellen killing spree gehabt, in dem er bei The Darkness oder Gears einfach mal ein paar Gegnern richtig Bretter gegeben hat und sich dabei nicht unbedingt schlechter gefühlt hat. Das ist nix Schlimmes, weil eine gefestigte Person das nicht an sein Verhaltensmuster durchdringen lässt und es ja nur Pixelblut ist, aber gut produzierte Spiele forcieren solche Gefühle und es gibt da draußen nunmal offensichtlich Leute, die nicht so emotional gefestigt sind, wie die meisten anderen.

Womit wir, wie ich finde, zum nächsten Punkt kommen: Den Prüfstellen.

Damit ist bei mir nicht nur die USK oder andere große Einrichtungen gemeint, nein, das fängt schon bei der Kassiererin im Elektromarkt an. - Dazu vielleicht mal eine kleine Geschichte:

Der Freund meiner Schwester hat sich nun auch eine PS3 zugelegt. Also sind wir vor ein paar Tagen zu einem großen Elektromarkt gegangen und haben ihm unter anderem auch "Metal Gear Solid 4" besorgt. - Davon mal abgesehen das fast jedes Game (egal für welche Plattform) eine dicke, rote "Dieses-Spiel-ist-für-Jugendliche-unter-18-.. trug, war ich doch überrascht wieviel Wert mittlerweile auf diese Sicherheitsmaßnahmen gelegt werden (Ich kaufe so gut wie nie Games in Elektromärkten).

An der Kasse angekommen wurde ich aber eines besseren belehrt: Nun ist der Freund meiner Schwester zwar über 18 Jahre alt, aber der große, rote Hinweis "Bitte bei diesem Artikel das Alter des Käufers prüfen!" der auf dem Bildschirm der Kasse aufpoppte wurde von der Verkäuferin einwach ignoriert...

Ich will nur ausdrücken das eine Eindämmung von Gewalt (auf welcher Ebene auch immer) nur dann Erfolg hat, wenn möglichst viele (am besten natürlich alle) Beteiligten das selbe Ziel verfolgen und sich auch dementsprechen mit der Materie auskennen.

Dies ist aber (in diesem Fall in der Welt der Videospiele) absolut nicht gegeben, da Ausdrücke wie "Killer-Spiele" von Menschen geschaffen wurden die sich nicht auskennen und Gegenmaßnahmen angeordnet werden, die am Thema vorbeihandeln.

Wir besiegen "Amokläufer" / gewaltbereite Jugendliche nicht indem wir nur die bösen "Killer-Spiele" beschuldigen und noch schärfere Waffengesetzte einrichten, wir Spiele verbieten die (in Relation gesehen) nicht gewaltverherrlichender sind als noch vor 15 jahren, oder wir die Altersgrenzen verschärfen.

Wie sieht es z. B. mit der Erziehung aus? Was ist mit der Filmindustrie? Warum können den Jugendlichen keine Ausbildungs und Arbeitsplätze mehr garantiert werden? Wieso haben es Jugendliche mit Migrationshintergund so schwer? - Alles Themen die im Zusammenhang mit "Amokläufen" in der Versenkung verschwinden.

In diesem Sinne: Der Aspekt der "Killer-Spiele" funktioniert zurzeit und deshalb wird er einfach benutzt. - Klingt traurig und platt, ist aber leider so! - Aus meiner Sicht!

Was willst du machen, wenn es der Kassiererin am Arsch vorbei geht, ob ihr nun 18 seid oder nicht? Sie auspeitschen geht wohl schlecht. Das ist eine Komponente des Systems - es ist nunmal nicht erlaubt, schwere Strafen für Leute auszugeben, die Games oder Alk oder Zisen an U-16/18-jährige ausgeben und das ist sicher ganz gut so. Das ist aber kein Systemfehler, sondern einer der Fälle, wo der Mensch an sich nicht das Soll erfüllt. Der Kassiererin ist es nunmal kackegal, ob dein Kollege Metal Gear zockt oder nicht. Was willst du dagegen machen? Sie feuern? Das wäre auch nicht fair, oder?


Sicher, der Begriff der Killerspiele ist absolut polemisch und uns gegenüber mies. Aber er zieht nunmal. Das ist eben der Grund, warum ich es z.B. Politikern auch nicht so besonders übel nehme, dass sie diesen Begriff benutzen. Es ist nunmal ihr Job, die Leute auf ihre Seite zu ziehen. Das ist nunmal das System, ob man das nun verteufelt oder nicht, soll mal an anderer Stelle diskutiert werden.

Dass es zahlreiche andere Faktoren dazu gibt, die viel stärker auf einen Amokläufer einwirken, wie z.B. ein schwaches soziales Umfeld - ich glaube darüber müssen wir uns nicht unterhalten. Aber wie ich hier wohl auch schon gesagt habe, die Frage ist eher, ob Killerspiele ein Faktor sind, der zu einem vielleicht kleinen oder vielleicht großen Teil dazu beitragen, dass es diese Amokläufe gibt. Und der Diskussion muss man sich als Gamer stellen. Wenn es so offensichtlich ist, dass Spiele gar keine Auswirkung haben, dann wird man sicher die Argumente der "Killerspiel-Hater" sprengen können, wie nen Grub Hole bei Gears. ;)

@Silver:

Erstmal ein unverschleimtes Lob an deine Argu in dem anderen Amoklauf- oder was auch immer Thread. Du weißt schon, welchen ich meine. Ich bin da 90% mit dir übereinstimmend gewesen. Ich finde es gut, wenn Leute dagegen argumentieren, wenn einige gleich die Todesstrafe wieder einführen und das 2. Mittelalter ausrufen wollen, weil wir pro Jahr 20 von den Medien gepushte, abgedrehte, Idioten haben, die mal wieder einen abgefuckten Scheiß anstellen.

Meine Argu fand ich allerdings eher weniger gewagt. Denn wo lernt man etwas über seine Mitmenschen, wenn man die großen Titel der letzten Jahre spielt. GTA, Bioshock, Resi Evil, Gears, Metal Gear, usw. Ich meine weniger zu lernen und mehr zu verdummen ist wohl kaum noch möglich. Ich hab meine Xbox schon auf englisch gestellt und hole mir, wenn nötig, die uk-Version von Spielen, damit ich auch nur irgend einen Grund habe, Gaming für mich als nur 90% stupide abzustempeln und zumindest dabei noch Englisch lerne.

Nimm mal die Art, wie du sprichst. Ich wohne seit 2 Monaten mit einem Hip Hoper zusammen, der seinen Kollegen immer hier hat und die auch aktiv Musik machen. Klar hat man mit denen viel zu tun und plötzlich verändert sich die Art zu sprechen. Ich habe vorher in bestimmten Situationen Wörter wie "entspannen" benutzt, jetzt kommt bei mir in der selben Situation ein "chillen" raus. Das ist nix, was bewusst passiert, sondern unbewusst. Ebenso verhält es sich mit Games. Man wird nunmal unbewusst beeinflusst und das, wenn du dir mal den Inhalt von Spielen anschaust, nicht unbedingt zum Positiven.

ist das fakt? kann ich mir kaum vorstellen... wer sagt das?
ich hätte z.b. eine ganze menge leute weniger im bekanntenkreis, wenn ich diejenigen abziehe, die ich durchs zocken kennengelernt habe.

und wenn spiele nicht schlau machen- machen sie dann dumm?
ich halte das jedenfalls für ziemlichen blödsinn, und kann mir kaum vorstellen dass es beweise für solche theorien gibt.

ausnahmen sind natürlich extrem-zocker (meist auch "wow-freaks" genannt), die ihre wohnung nur noch zum arbeiten verlassen, wenn überhaupt.

Wer weiß, vielleicht hättest du deutlich mehr Leute im Bekanntenkreis, wenn du weniger oder gar nicht zocken würdest. Und vielleicht auch bessere Freunde, weil man viele Leute beim Zocken online kennen lernt und irl nie sieht, sich dann aber trotzdem irgendwann einbildet, dass es Freunde sind. Du würdest sicher nicht als Substitut für Spielen bei dir zu Hause auf dem Sofa sitzen und Däumchen drehen, sondern vielleicht mal häufiger rausgehen und ob dus glaubst oder nicht, da lernt man auch viele Leute kennen. ;) Vielleicht bist du ja auch einer der jenigen, auf die Gaming positive Auswirkung hatte. Will ich gar nicht ausschließen, dass es sowas gibt, es geht hier auch nicht um mich oder dich, sondern um die Wirkung von Gaming auf den Durchschnittsmenschen.

Wie viel Sozialkompetenz man bekommen kann, wenn man online über Mic zockt, möchte ich mir echt nicht ausmalen. Zuhause auf dem Sofa mit ein paar anderen offline zocken fördert wohl die soziale Entwicklung auch etwas weniger, als sich draußen im Biergarten oder beim Sport zu treffen. Ich zocke jetzt seit 15 Jahren und sehe mich als Realist. Ich bilde mir nicht ein, dass Spielen in diesen Jahren einen positiven Einfluss auf meinen IQ oder meine Kompetenz auch nur in irgendeinem Sinne gehabt haben, auch wenn ich eine Menge Spaß dabei hatte. Vielleicht Fremdsprachen mal ausgenommen, die man wirklich teils sehr gut über Spiele trainieren kann - wenn man es denn auch will und tut. Heutige Spiele sind eben in 99,99% aller Fälle beinahe jämmerliche Zerstreuung, mehr nicht. Wenn einer meint, dass er zwischen Gears, Pokémon und Mario was übers wirkliche Leben lernt, dann ist das meiner Meinung nach ein ziemlicher Träumer.
 
@Choco

Sicher gibt es auch Games, die den sozialen Zusammenhalt fördern. Ob dir das nun was bringt, wenn du mit anderen singst, anstatt dich zu unterhalten, will ich hier jetzt gar nicht beurteilen. Ich habe durch Quatschen mehr Leute kennen gelernt. Aber man kann das wohl so sehen, dass die Anteile von Singspielen und Quizspielen vernachlässigbar sind. Das Gros der Spiele ist hirnlos, weil der Spieler genau das haben will.

Und zu dem "Spiele beeinflussen uns nicht": Ich hab hier schon so viele Fanboys durchlaufen sehen (du sicher auch), die sich persönlich beleidigt gefühlt haben, wenn man ein bestimmtes Spiel oder eine bestimmte Konsole auch nur ein bischen schlecht gemacht hat. Und die erzählen genau das gleiche Zeugs, wie du oben, wenn man sie fragt, ob Spiele sie beeinflusst haben. Bei manchen hat man wirklich das Gefühl, dass Spiele und Konsole schon der lebensbestimmende Mittelpunkt ihres Ichs sind. Das ist ja grad die Crux - man merkt es nicht, wenn das Unterbewusstsein angesprochen wird; das ändert nix daran, dass sich das eigene Verhalten und der Charakter davon beinflussen lässt. Ich halte daher ganz im Gegenteil deine Argumentation für ein bisschen gewagt, denn womit man sich z.B. 2 oder mehr Stunden täglich beschäftigt und das auf eine Reizüberflutung des Spielers ausgerichtet ist, als nicht persönlichkeitsbeeinflussend zu nennen, halte ich für ziemlich hanebüchen.

Aber klar, den einen triffts mehr, den anderen weniger. Schön für dich, wenn du so ausgewogen zockst. Vielleicht sind Wirkung von Spielen auf dich ja wirklich zu vernachlässigen. Aber schließ DU dann bitte nicht von dir auf andere und glaub, dass das jeder noch so große Fanboy hinbekommt.
 
chocobo hat folgendes geschrieben:

scoopexx hat folgendes geschrieben:


Und zu dem "Spiele beeinflussen uns nicht": Ich hab hier schon so viele Fanboys durchlaufen sehen (du sicher auch), die sich persönlich beleidigt gefühlt haben, wenn man ein bestimmtes Spiel oder eine bestimmte Konsole auch nur ein bischen schlecht gemacht hat.

die meisten fanboys haben aber einen völlig anderen grund für ihr verhalten, und werden nicht von spielen beeinflusst.

Nicht? Dann wundere ich mich aber, dass sie ihre Konsole / ihr Spiel so "leidenschaftlich" verteidigen, wenn das ganz andere Gründe hat. ;)

der typische fanboy ist entweder minderjährig, geistig auf einem äusserst unreifen stand- oder beides zusammen.

und so ziemlich alle fanboys besitzen nur eine (vielleicht auch mal ne zweite) konsole, weshalb das "feindbild" klar ist:

Klar, das trifft sicher auf die meisten zu. Aber solche spielen nunmal auch und auf die hat das eben genau diesen Einfluss. Fanboys waren auch nur ein Extrembeispiel, bei dem man direkt sehen kann, das Spiele Auswirkungen auf Menschen haben können. Ich wollte damit Aufzeigen, dass Gaming Auswirkungen auf das Verhalten von Spielern haben kann.

immer die "andere", denn die hat man ja nicht selbst, weil man sich meist keine zweite leisten kann.

also wird die konkurrenz einfach schlechtgemacht, weil was man selbst hat ist ja das beste...

wetten, dass diese aussage auf 90% der fanboys zutrifft?

mit einer "beeinflussung durch spiele" hat das meines erachtens nichts zu tun.

Ich glaub, da machst du es dir ein bisschen einfach. Es geht dem Fanboyism ja das Spielen mit der Konsole und eine emotionale Bindung an sie voraus. Klar, das geht sicher in eine andere Richtung, als in die eines potenziellen Amokläufers, aber hätten Fanboys keine (für sie) schönen Momente mit Spielen und Konsole gehabt, würden sie auch keine Fanboys sein und die Konsole nicht in den erbärmlichen Mittelpunkt ihres Daseins stellen. Würde das Spielen sie nicht emotional verändert haben, würden sie nicht Fanboys werden.
 
chocobo hat folgendes geschrieben:

der hauptfaktor ist hier wohl sicher wieder die "geistige reife", "gesunde psyche", oder wie auch immer man das nennen will.

spiele KÖNNEN menschen beeinflussen.

filme KÖNNEN menschen beeinflussen.

pornos KÖNNEN menschen beeinflussen.

musik KANN menschen beeinflussen.

wie stark man beeinflusst wird, liegt an jedem selbst- an seinem "werdegang", seiner erziehung, reife, oder eben auch anfälligkeit für´s mitläufertum.


also KANN natürlich auch das zocken auswirkungen zeigen- wie alles andere aber auch.

Genau, sehe ich haargenauso. Jetzt hast du eine Auflistung von so ziemlich allem gemacht, was Psychologen in den letzten Jahren für gestiegene Aggressivität von jüngeren Menschen verantwortlich gemacht haben. Ich glaube auch schon, dass Bondage Pornos mit Anpissen und Ankacken oder Filme wie Hostel Leute auch verändern können. Wenn das solch eine schlagkräftige Auswirkung auf das Bewusstsein hätte, würde sogar Biene Maya Einfluss auf uns haben, wenn wir davon ein paar Folgen sehen. Ich glaube nur, dass man nicht sagen kann, dass die einen komplett beeinflusst werden und die anderen gar nicht, sondern dass es da fließende Abstufungen gibt. Die einen bekommen davon kaum einen an die Klatsche, die anderen ein bisschen mehr und die wenigen, die noch übrig bleiben ziemlich heftig. Und die Frage ist, ob die Leute, die sich mehr davon beeinflussen lassen (lass es größtenteils jüngere, oder sozial nicht gefestigte Leute sein) davon zu sehr gehirnfickt werden, als dass sie sowas spielen dürfen. Es behaupten ja auch nur die, die wirklich gar keine Ahnung davon haben, dass "Killerspiele" jeden zum potenziellen Amokläufer machen können, der damit in Berührung kommt. Klar sind die Gefährdeten nur die Opfer, die mit dem Leben nicht mehr klarkommen und die mit 25 noch so infantil wie ein 12-jähriger sind. Aber wenn solche Spiele vielleicht ein Katalysator sind, der manche zum Abticken, faul werden oder Verblöden animiert, dann sollte das nicht totgeredet werden, nur weil man Angst um sein Hobby hat. Ebenso wenig, wie es polemisiert werden sollte, wie es die Politik derzeit an vielen Stellen tut.

Ein Verbot von Killerspielen halte ich ja auch für bescheuert, weil die Kiddies sich das sowieso aus dem Netz besorgen, wenn sie wollen. Aber vielleicht kann man mal bei einem vernünftigen Diskurs, der imo derzeit von beiden Seiten blockiert wird, dazu kommen, dass brutale Spiele nicht weiter gekürzt oder verboten werden und die Probleme, die sie verursachen durch Maßnahmen an anderer Stelle ausgeglichen werden. Z.B. durch ein Fach Medienkunde o.ä., in dem man sowas mal thematisieren und Kinder an sowas heranführt. Oder durch mehr Seelsorger an den Schulen, die auch mal selbst auf die Schüler zugehen und nicht nur in ihrem Kabuff sitzen und Däumchen drehen, bis mal ein total verzweifeltes Kind viel zu spät vorbeischaut.
 
http://nachrichten.aol.de/nachrichten-panorama/festplatte-gibt-einblick-in-seele-des/artikel/20090922020847853176581
 
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