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Kubricks Keller

Ich finde ich hätte eine Rolle als Zombie verdient :blackeye: .
Hauptsache irgendwas Böses hehe.
 
Soso, irgendwas böses? :bigsmile:

@DJ, rossi und Kubrick: Da Macros sich eine böse Rolle wünscht... wie wäre es wenn er mir in der Geschichte einen bläst? :bigsmile:
 
Küssen sich bei dir im userpic zwei MÄNNER??????:0oh gott.....:0was es nicht alles gibt...:)*schwitz*

(stay tuned, bald gehts weiter mitder Story..)
 
Kapitel 10

Kubrick sah auf Janns Füße herab und sein Blick folgte den tiefen Furchen im Boden.
Oh, nein schoss es Jann durch den Kopf.
Er drehte sein geschminktes Gesicht wieder zu Jann und begann, mit der Zunge zu schnalzen. Es klang, als würde man einen Löffel in nassem, aufgequollenem Reis herumbewegen.
"Ist ja herzallerliebst", sagte Kubrick und beugte sich zu Jann vor, "Jannybaby hat versucht zu fliehen".
Jann versuchte, eine Ausrede zu erfinden, tausend Gedanken schossen ihm durch den Kopf, sie wirbelten durcheinander wie Lose in einer sich drehenden Lostrommel aber was dann aus seinem Mund kam, überraschte ihn selber:
"Leck mich, Ronald McDonald!"
Jann hätte am liebsten die Hände vor seinen Mund genommen, wären sie nicht immer noch hinter seinem Rücken zusammengebunden gewesen.
Kubricks Gesicht erstarrte augenblicklich, kein Muskel rührte sich und Jann sah, wie sich feine rote Äderchen in seinen Augen bildeten.
Jann wollte nicht warten, bis sich Kubrick aus seiner Starre löste und begann hinter seinem Rücken, die Hanfseile zu durchschneiden. Es ging leicht, beinahe zu leicht, so scharf war das Sägeblatt und er befreite seine Hände in wenigen Sekunden von den Fesseln.
"Was war das eben?", schrie Kubrick und Jann spürte, wie er dabei kleine Speicheltropfen auf seinem Gesicht versprühte. Ihm wurde übel aber er wusste, er muss etwas unternehmen. Nicht Irgendwann später, sondern sofort!
Jann umklammerte die Stichsäge, die er immer noch in seiner rechten Hand hielt, so fest, daß seine Knöchel weiss wurden und schlug mit aller Kraft zu....
Er traf Kubrick nicht direkt am Kopf, da er immer noch alles wie durch einen trüben Schleier sah, aber er konnte erkennen, wie etwas von Kubricks Gesicht herunterfiel so wie ein Bild von einer Wand herunterfällt, wenn der Nagel nicht tief genug hineingeschlagen wurde. Das etwas an Kubricks Gesicht neigte sich zuerst langsam nach rechts und plumpste schließlich auf den dreckigen Kellerboden.
Jann erkannte nun, was es war und wußte auch, warum Kubrick begann, vor Schmerz und Empörung zu schreien:
Vor seinen zusammengebundenen Füssen lag Kubricks abgetrenntes, blutiges Ohr...


to be continued...
 
Kapitel 11

Als wollte er seinem Ausbruchsversuch noch mehr Macht verleihen, stampfte Jann mit seinen nackten Füßen mit aller Kraft auf das Ohr, welches durch den aufgeweichten Boden nunmehr tief in den Dreck getrieben wurde.

Fast schon grotesk wirkte die Szene.

Jann mit den kreisrunden Löchern in seiner Brust, und Kubrik, mit dem Ausdruck des schieren Entsetzens...erstarrt und mit blutverschmierter Wange. Starr vor Entsetzen... die Sekunden wurden zu Ewigkeiten... zu Äonen des Schmerzes...

Jann erkannte langsam die Ausweglosigkeit seiner Situation... den seine Hände waren zwar frei, aber durch seine gefesselten Füße, war er verdammt auf dem Stuhl des Schmerzes sitzen zu bleiben. Ausserdem ahnte er, welche Welle des Hasses und des bizzaren Schmerzes sich hinter der schwitzigen Stirn Kubriks in dessen kranken Hirn aufzustauen begann.

Trotzdem wollte er nicht kampflos aufgeben und stemmte sich auf seine zusammengebundenen Beine und versuchte hüpfend in Richtung der Türe zu kommen, als er hinter sich ein ein hämisches kaltes Lachen hörte: "Das kleine Häschen will fliehen...oh seht nur wie nett es hüpfen kann" drank Kubriks Stimme an Jann Ohren. "Jetzt werden wir eine kleine Hasenjagd veranstalten" sagte Kubrik, "mal sehen, wie weit das Häschen kommt..."

In diesem Moment spürte Jann, wie ihm in Verbindung mit einem teuflischen Schmerz die Füße unter seinem Körper weggezogen wurden. Der Schmerz seiner nicht mehr vorhandenen Brustwarzen überwältigte ihn, als er der Länge nach hinfiel und mit seinem Kopf gegen die Türe schlug, was ihm gleichzeitig die Sinne raubte. Er versuchte noch gegen die Ohnmacht anzukämpfen..Es wurde dunkel...

Gleißendes Licht, drang an Janns Sehnerven, als er wieder zu sich kam und bemerkte, daß sein Fluchtversuch sicherlich nicht die intelligenteste Idee seines Lebens gewesen war. Die Kälte auf seiner Haut ließ ihn ahnen, daß er immer noch völlig unbekleidet war und nunmehr aber bäuchlings über einen Tisch gebunden war. Ein ziehender Schmerz in seinem Bauch sagte ihm, daß Kubrik vermutlich erneut zum Skalpel gegriffen haben mußte. "Ah, das VersuchsKANINCHEN" -und Jann hasste diese Anspielung auf seinen grotesken Fluchtversuch - "wird wach." klang die sanft wirkende, grauenvolle Stimme seines Peinigers aus dem Dunkel des Raumes an seine Ohren... seine Ohren?
 
Kapitel 12

Eis.
Kühles Eis.
Kühles Eis auf meinem Ohr.

Jann leckte sich über seine vertrockneten, ziehenden Lippen. Ein seltsam nacktes Gefühl verbreitete sich von den Seiten seines Kopfes her aus, ein kühles, luftiges ziehen welches blutiges Fleisch umspielte.
Kubrick hatte sich derweil abgewendet und kramte in einem großen, rostigen Werkzeugkasten. Das eiserne Knarren und Poltern drang ungewohnt dumpf an sein Trommelfell, aber auch „direkter“ als sonst. Irgendetwas stimmte nicht und die halbleere, frische Flasche Valium links neben ihm versprach nichts gutes.
Kubrick drehte sich ins Licht und hob fast schon stolz in die Höhe was er gerade noch so emsig gesucht hatte: Einen groben Holzhammer und ein paar rostige Nägel. Jann schluckte und spürte einmal mehr den warmen, fast schon vertrauten Adrenalienschub der sein Herz elektrisierte. Dabei hatte Jann gar keine Angst vor Schmerzen mehr, nein, er hatte nur noch Angst vor dem Tod; und vor Mutter.
„Wer bist du“ flüsterte Jann erschöpft „Was...was tust du mir an?“
Kubrick senkte den Kopf und legte sein Werkzeug sorgfältig neben ihm auf den stählernden Seziertisch.
„Jann....“ Der große, haarige Clown legte seine grobe Hand auf Janns feines, aber nun gezeichnetes Gesicht. „Es hätte alles nicht so kommen müssen. Du weißt schon, wenn Satan damals nicht mit Gott gestritten hätte und so. Und wenn Eva die verdammte ******** nicht den Apfel gegessen hätte- DIESE HURE“ Kubrick spuckte empört in Janns Gesicht „- dann wären wir jetzt noch alle glücklich“
Jann starrte den Clown mit großen, ungläubigen Augen an, kaum gewahr des zähflüssigen Speichels der langsam über seine Wange rann.
„Dann geb es keine Schwulen, keine Testikel, keine Krankheiten...“ Kubrick beugte sich feixend zu Jann hinunter, „...keinen Tod..“ lächelte er dann Kumpelhaft.
„Aber jetzt mal im ernst, Jann, Satan hat alles versaut, der Depp.... Und ich muss es wieder zurechtbiegen...“ mit diesen Worten stöhnte Kubrick genervt und ließ seinen Blick lakonisch auf den Nägeln in seiner Hand verharren.
„Die Gewalt des Menschen....“röchelte Jann tapfer „...ist nicht Gottes Gerechtigkeit.“
Stille.
Jann schloss die Augen und legte seinen Hinterkopf zurück auf den Stahltisch. Irgendwie fühlte er sich befreit und erleichtert, was konnte ihm dieser Mensch denn noch antun? Seine Angst löste sich. Wenn er sterben müsste, dann müsste es geschehen. Vielleicht war es ja besser so.
„Was hat denn jetzt Gott damit zu tun, Janni-Boy?!“ Kubrick gruntzte. „Gott ist nicht die Lösung aller Probleme, mein Freund. Außerdem: Was hast du jemals für IHN getan was dich darauf bringt dass ER dir jetzt einfach so aus der Patsche helfen würde? Alles was du getan hast war mit Männern rum zu ...“ Kubrick schob seinen Zeigefinger mehrmals durch ein Loch das er mit Zeigefinger und Daumen der anderen Hand geformt hatte „... und den ganzen Tag zu sagen: Ich bin so scheiß Liberal, jeder kann machen was er will, werd glücklich so wie du bist!“ Kubrick tänzelte in seinem zynischen Singsang herum wie ein rosa Pudel den man auf die Hinterbeine gestellt hatte, dann schoss er zu Jann Gesicht herunter und fauchte ihn giftig an.
„Und JETZT SPRICHST DU VON GOTT??!?!?!?“

PATSCH!

Mit einer beherzten Bewegung nach vorn schlug Jann Kubrick die Stirn mit aller Macht auf die billige Clownsmaske. Der Clown torkelte zurück während Blut unter dem halb-transparentem Plastik hervorsprudelte.
Jann fingerte weiter mit dem spitzen Werkzeug an seinen jetzt etwas dünneren Lederfesseln herum die ihn noch an den Tisch fixierten. Der fette Clown hatte eines seiner Werkzeuge etwas zu nah an Janns Hand auf dem Tisch positioniert, nun gab es ihm die Chance zu entkommen.
Wutentbrannt stürzte sich Kubrick zurück auf den mit Narben übersäten Jungen der gerade seine rechte Hand freigeschnitten hatte und wurde prombt von einem verzweifelt geschwungenen Hammerschlag empfangen. Das Plastik knartzte wild und der Clown wurde hart gegen den Beistelltisch mit dem Valium geschleudert.
Janns Muskeln waren schwach und trocken jedoch der Mut der Verzweifelung und ein neu aufgeflammtes, explodierendes Feuer der Hoffnung belebten längst vergessene Lebensreserven. Kubrick kroch wimmert über den Boden und versuchte sich aufzurichten, doch Jann hatte sich nun vollständig befreit und ließ den schweren Holzhammer ein weiteres mal auf den Kopf seines Peinigers niedersausen. Mit einem brechenden Knacken gab Kubricks Schädel nach. Dickes, schwarzes Blut quoll aus einer schmalen Wunde an seinem rasierten Hinterkopf hervor und verteilte sich gemächlich über den dreckigen Boden.
Jann atmete schwer und merkte erst jetzt wieder dass er aus etlichen kleinen und größeren Wunden blutete. Auch seine Ohren fühlten sich weiterhin komisch und schmerzend an.
Erschöpft torkelte er zu dem kleinen Schreibtisch mit dem Telefon.

16:30 –Mutter

Stand auf einem Notizblock geschrieben. Praktischerweise stand direkt daneben ein verdreckter, türkiser Wecker. Seine rostigen Zeiger zeigten 15:58.
Jann lächelte. Soll Mutter ruhig kommen, er würde längst weg sein. Eine unbeschreibliche, weiche Erleichterung machte sich in Jann breit, er war frei.
Voller Vorfreude torkelte er zügig zur Tür und lehnte sich leicht gegen den schweren, eisernen Türgriff. Sie gab nicht nach. Jann drückte noch einmal, wieder nichts. Seine Erleichterung schlug wieder in bohrende, dumpfe Enttäuschung um, als er der Logik der Situation ins Auge blicken musste: Klar, sie war abgeschlossen. Ja, warum auch nicht? Warum hätte der Clown die verdammte Tür offen lassen sollen?
Jann verzog das Gesicht und rutschte erschöpft an der Tür hinunter.

Der Wecker sprang auf 16:00.

„Noch 30 Minuten du verdammtes Arschloch“ flüsterte Jann dem leicht zuckenden Kubrick entgegen.

„Noch 30 Minuten auf dem Weg in die Hölle.“
 
Kapitel 13

"In Ordnung" dachte Jann, "nur die Ruhe, ganz logisch nachdenken, Du hast noch 30 Minuten... nein 29 Minuten Zeit, aus diesem Trip durch die Abgründe der menschlichen Seele herauszukommen"

Als Jann gebeugt über dem Tisch stand, brannte sich das "16:30 -Mutter" förmlich in seine Netzhaut. Er hatte das Gefühl, die Sekunden würden rasen. Es war ihm, als könne er keinen einzigen klaren Gedanken fassen. Wie auch? Er hatte es immer noch nicht gewagt, mit den Händen zu ertasten, welche neue Tatsache des Wahnsinns, das eigenartig kühle Gefühl an den Stellen verursachte, wo er selbst hoffte noch seine Ohren zu finden.

Als wollte ihm das Schicksal die Qual ersparen, lenkte es seinen Blick auf die schmutzige und schäbig aussehende Pinnwand an der der Tür abgewandten Seite seines Gefängnisses. Er benötigte Sekunden um zu realisieren, was in seinem tiefsten Inneren ohnehin schon traurige Gewissheit war. Wie Trophäen hingen sie da... seine Ohren. Ein Zweifel war ausgeschlossen, da an dem einen, seltsam stumpf aussehenden Ohr noch der Schmetterlingsohring hing, den ihm Robert zu seinem Geburtstag geschenkt hatte. Jann übergab sich.

16:15. Mit einem leisen Klicken rutschte der rostige Zeiger eine Minute weiter. "Verdammt, schon wieder 15 Minuten verschenkt." War Mutter pünktlich? "Mütter sind immer pünktlich" überlegte sich Jann. Als wolle er sich selbst schützen, begann Jann endlich zu handeln. Da ihn seine Blöße besonders störte, begann er wie ein Verrückter nach seinen Klamotten zu suchen. Ohne Erfolg. In diesem Moment fiel sein Blick, auf den leblosen Körper Kubriks...

Mühsam begann er Kubrik auszuziehen. Voller Abscheu öffnete er Kubriks Hose und zog an den Hosenbeinen. Es widerte ihn an den kalten Leib, der ihm so viel Schmerz angetan hatte, zu berühren. Als er Kubrik umdrehte, erzeugte die Verletzung des Schädelknochens und das ausgetretene Blut ein unangenehm schmatzendes Geräusch. Jann erbrach sich. Nach endlos scheinenden Minuten hatte er Kubrik vollständig ausgezogen. So schnell es sein schmerzender Körper zuließ, zwängte sich Jann in die Kleider seines Foltermeisters. In dieser Sekunde kam ihm eine wahnwitzige Idee.

Wie ein gekochtes Ei, pellte er den gebrochenen Schädel Kubriks aus der Clownsmaske. Mit spitzen Fingern hielt er sie unter den tropfenden Wasserhahn in der Ecke und versuchte eintrockndes Blut und Knochensplitter, die sich wie ein Film über die Maske verteilt hatten, abzuwaschen. Schließlich überwand er sich und setze selbst die Maske auf. Nicht ohne zu bemerken, daß die Schmerzen an seinen Gehöröffnungen ihm signalisierten, daß der Gummizug offensichtlich an einer Stelle angebracht war, die vermuten ließ, daß die Hersteller der Maske nicht damit gerechnet hatten, dem Träger seien vor kurzer Zeit die Ohren abgeschnitten worden. Der Schmerz raste von seinen Ohren in sein Gehirn... aber es gab kein Zurück. Ein Blick auf den Wecker zeigte ihm, daß er noch 10 Minuten bis Mutter hatte. Höchstens 10 Minuten.

Unter Auferbietung aller verbliebenen Kraft, zog er den leblosen Körper Kubriks auf den Stuhl, auf dem er selbst noch eben gesessen hatte. Er verschränkte Kubriks Hände hinter dem Stuhl und wand ein Stück Lederfessel um die Handgelenke. Auch fixierte er die Beine Kubriks an den Stuhlbeinen. Es mußte den Anschein haben, daß Jann auf dem Stuhl des Grauens saß. Er sah sich gehetzt um und fand ein Stück eines alten Leinensackes, den er eilig über Kubriks Kopf stülpte und um den Hals zuband. Das Zuschnüren des Sackes entlockte dem leblosen Stück Fleisch eine Art Röcheln, dem Jann jedoch keinerlei Beachtung schenkte. Viel zu sehr war er jetzt fixiert auf den Gedanken, aus dieser Nummer herauszukommen. Kubrik mußte Jann werden. Sicherlich hatte sein Peiniger seiner Mutter erzählt, was er mit Jann getan hatte.

Jann schnappte sich das blutverschmierte Skalpell, daß in dem Handgemenge zu Boden gefallen war. Wie in Trance näherte er sich Kubriks Körper.. Er wußte was er zu tun hatte. Das Skalpell drang durch Kubriks Haut, als er die Spitze des Skalpells knapp unter der rechten Brustwarze Kubriks ansetzte und leichten Druck ausübte. Es ging ganz einfach...

16:28 Uhr
 
Kapitel 14: Finale

Langsam machte sich ein beruhigtes, warmes Gefühl in Jann breit. Er lehnte sich entspannt in Kubricks Bürostuhl zurück und ließ seinen Blick nicht ganz ohne stolz auf seinem ehemaligen Peiniger verweilen, der zusammengesackt in dem schmierigen Folterstuhl saß; jenes brutales Stahlkonstrukt das in Stunden voller Schmerz und Qualen sein stummer Begleiter geworden war. Schweiß und Blut rannen in einer hellroten, öligen Flüssigkeit an dem hellen Metall herunter, während dickflüssiges, sämiges Blut von Kubricks Kopf auf den Boden tropfte.
Jann spürte weiche Genugtuung, obgleich er auch daran dachte ob er vorher wohl an so einem Anblick seine Freude gehabt hätte. Hatte das Monster den Hass, die Abartigkeit und die Unmenschlichkeit nicht mit jedem Skalpellstich, mit jeder neuen Folterung in ihn gebrannt? War nicht jeder neue Schmerz ein neuer Schritt gewesen? Ein Schritt weiter hin zu dem Monster das in den dunklen Windungen seines Kopfes hauste und nur darauf wartete ihn in einem grausigen Tanz aus Wut und Gewalt zu verführen?
Jann hatte das wohl unnatürlichste getan was ein Mensch bewirken kann, die Ursünde, er hatte Gottes vorrecht zu seinem eigenen gemacht: Er hatte ein Leben ausgelöscht.
Kubrick hatte nie gegen dieses Gebot verstoßen, er hatte gefoltert, aber er hatte Jann nicht getötet. Wer war nun besser?
Mutter weiß es
Schoß es Jann plötzlich durch den Kopf.
Mutter wird es richten
Jann schluckte während sich ein mulmiges, dunkles Gefühl in seiner ausgezerrten Magengegend breit machte. Ein verstohlener, ängstlicher Blick auf den verdammten Wecker bestätigte ihm nun was er nur dunkel zu ahnen gewagt hatte und machte alle Leichtigkeit der letzten Minuten zu lebloser, weit entfernter Vergangenheit.
Jegliche Unbeschwertheit und Moral, alles worüber weiße Leute Dichten und was glückliche Kinder singen, alles Gute in dieser Welt wurde zu einem Traum, eine Utopie an die Jann nicht mehr zu denken wagte. Es wurde schlicht aufgesogen von der Präsenz die sich näherte, der Wurzel, die die sich nun ankündigte.

16:30

Mit zitternden Händen presste Jann die stinkende Plastikmaske gegen sein Gesicht während eine düstere, böse Ahnung wie schwarzes Salz durch seine Adern kroch.
Dann hörte er Schritte. Erst waren sie weit weg, irgendwo im Flur hinter der rostigen Stahltür, dann kamen sie näher. Doch es waren keine gewöhnlichen Geräusche zweier Füße die einen Körper trugen, nein, dieses Geräusch war eher eine ironisch Parodie menschlicher Schritte, ein grausamer Witz der nur erzeugt wurde um alles zu verhöhnen was der menschliche Geist begreifen konnte.
Mutter weiß es
Fremde Gedanken bohrten sich wie eiskalte Finger in seinen Kopf das es schmerzte.
Du kannst sie nicht betrügen
Seine Gedanken heulten wie Wind während sich die Schritte unaufhörlich der Tür näherten.
Du willst sie betrügen und sie weiß es, sie liebt dich und die Welt
Jann wurde schwindelig während ihn eine böse Präsenz wie eine Zentnerlast zu erdrücken schien und sich schwarze, verdorbene Ungewissheit wie eine Dampframme mehr und mehr gegen seinen Brustkorp presste.
MUTTER MUTTER MUTTER MUTTER ,
dröhnte es nun unaufhörlich in Janns Schädel während sich sein Blickfeld zu einem Engen, schwarzen Loch formte. Ein stählerner Dampfhammer rammte jeden einzelnen Buchstaben von MUTTER unerbittlich in sein Gehirn bis alles was er von dem Raum vor sich noch erkennen konnte eine verschwommene, zitternde Masse Licht war.
Dann öffnete sich die Tür und etwas kam hinein. Jann konnte es nicht genau erkennen, alles was er sah war eine Art schwarzer Berg, eine undefinierbare Gestalt grotesker Ausmaße und Verformungen die alles zu erfüllen schien. Böses Licht wurde von der Luft reflektiert und kleine Seelen begannen schwarz in Janns Lungen zu zittern. Unheil und Verderben tanzten in Mutters Armen und die Schwarze Messe verschlang gutes Licht während sich ein ätzender Gestank breit machte, angereichert mit dem Schweiß tausender Mörder und Vergewaltiger.
Das schwarze Etwas beugte sich langsam über Kubrick und schien sich um Jann nicht imgeringsten zu kümmern. Aber warum sollte sich die Figur ihm auch zuwenden wenn sie ihm schon längst zugewendet war, ihre stinkende, trostlose Dunkelheit ihn doch schon längst erfüllte. Langsam verschlang das Schwarze Kubricks Körper in einem Konzert knischender, malmender Laute und doch verschlang sie ihn nicht. Sie ersetzte ihn vielmehr, veränderte die Realität in verbotener Weise während die Schritte in Janns Kopf unaufhörlich und schmerzhaft maschierten.
Es war der gottloseste Moment der Welt.
Als das okkulte Werk verrichtet war glitt die schemenhafte, schwarze Gestalt leise aus dem Raum, gesättigt von Tod und Verzweiflung. Jann wischte sich über die Augen und begann wieder klar zu sehen. Als das Licht wieder normal wurde und die bittere Präsenz des bösen mehr und mehr abklang, stellte Jann fest das ihm die Mutter ein Geschenk hinterlassen hatte. Eine schwarze Energie durchzuckte seinen Muskel, während sich die Maske immer stärker gegen sein Gesicht drückte und die Wunden an seinem Körper zu stolzen Artefakten vernarbten. Langsam Schritt Jann auf die Wimmernde, rosig gesunde Gestalt auf dem Stuhl zu, das was Mutter ihm hinterlassen hatte.
Ein Schweinchen,
schoß es Jann durch den Kopf.
Ein Schwein. Ein schwules Schwein.
Jann lehnte sich lächelnd zurück und strich sich genüsslich über den vernarbten Bauch.
Der Junge im Stuhl wimmerte und starrte die groteske, entsetzlich entstellte Clownsgestalt vor sich panisch an.
Jann lachte und griff zum Skalpell neben sich.

Und in der Dunkelheit gebar er Kubrick.

Die Mutter hatte gesprochen.


ENDE
 
Es geht mit einer neuen, düsteren Geschichte im Off weiter... :p
 
War echt Super Toll mein süßer Purzel :p :bigsmile:

Nein also ehrlich, Respekt, super geschrieben!!! :)
 
Hab ebenfalls sehr gerne mitgelesen. Ehrlichen Respekt an die Schreiberlinge, toll gemacht! :mosh:
 
oh mei, ich bin voll angeschwult. Jetzt bauch ich viel Bier und wieder einen Haufen Chuck Norris und Andrea rincon Videos....:bigsmile:8)
 
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