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Kubricks Keller

djhousepunk

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21.12.2004
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Ihr habt es nicht anders gewollt und meine Schreibwut geweckt; hier also ein eigener Thread zu meinem Werk (ich hoffe, Kubrick nimmt mir diesen "Ideenklau" nicht übel, er war schließlich der Initiator).
Ich weiss, daß meine Kapitelunterteilung jeder Grundregel für literarische Texte den Stinkefinger zeigt aber hey, it´s only Gamezone..:bigsmile:

Bitte nicht allzu sehr vollspammen (ich weiß, das sagt der richtige ), positive Kommentare, Ideen und Anregungen sind natürlich willkommen, ich habe nämlich noch keine Ahnung, in welche Richtung diese Geschichte gehen soll!
Viel Spass!!


Kubricks Keller von DJ de Sade

Kapitel 1


Es gab einen lauten Knall als Kubrick die modrige Holztür hinter sich zuwarf. Jann zuckte zusammen und wollte schreien aber der rote Plastikball in seinem Mund erstickte jeden Versuch, sich bemerkbar zu machen und es kamen nur murmelnde Laute aus seinem mit Speichel verschmierten Mund.

"Na, dann wollen wir mal" sagte Kubrick mit einem breiten Grinsen hinter seiner Clownsmaske und trat langsam auf ihn zu.

Jann hörte das Knarzen von Kubricks schwarzer Lackhose als dieser auf ihn zu ging und seine Finger über die nasse, moosbedeckte Wand gleiten liess.
Er wollte weglaufen aber die eng geschlungenen, ausgefransten Seile, mit denen er an den rostigen Stuhl aus Eisen gefesselt worden war, verhinderten dies. Er konnte keinen Muskel seines Körpers bewegen, so ausgehungert und geschwächt war er.

"Ich glaube, wir fangen damit an" flüsterte Kubrick leise.

Jann öffnete seine geschwollenen, schmerzenden Augen und versuchte blinzelnd zu erkennen, was Kubrick in seinen Händen hielt und als dieser näher kam, wollte sein Verstand zuerst nicht akzeptieren, was seine Augen schon längst gesehen hatten....


to be continued
 
Kapitel 2


Jann erkannte plötzlich, was Kubrick in seiner Hand hielt:
Eine kleine, silberne Nagelschere!
Ihm wurde mulmig, als er an all die perversen, schmerzhaften Sachen dachte, die Kubrick mit diesem Werkzeug anstellen könnte.

"Keine Angst, Jannie, das ist nur für meine Maniküüüre" sagte Kubrick langsam und begann, sich seine Nägel zu schneiden.

Janns Muskeln entspannten sich ein wenig. Aber die Plastikkugel drückte immer noch auf seine taub gewordenen Lippen und das Atmen fiel ihm immer schwerer; es war, als wäre die Luft im Raum auf einmal irgendwie...dicker geworden.

"Ich will doch hübsch für Dich aussehen" meinte Kubrick und benetzte sich seine geschminkten Lippen mit der Zunge.

"Ich hoffe, Du sitzt bequem....sag mir ruhig, wenn die Seile zu fest sind." Er begann, lauthals zu lachen und beugte sich zu Jann vor.

"Ach wie dumm von mir..Du kannst ja nicht reden."

Jann roch Kubricks Atem, er stank nach Bier und Zigaretten; auf einmal wurde ihm schwindlig vor Übelkeit.

Was hast Du mit mir vor, Du Schwein? Er versuchte sich zu erinnern, was passiert war.

Warum war er hier? Wer war dieser Mann und wieso hatte er diese alberne Clownsmaske auf?
Jann versuchte, seine Gedanken zu ordnen und zwang sich selber, nachzudenken, diesen dunklen Keller auszublenden und sich an das zu erinnern, was passiert war, bevor er auf diesem Stuhl aufgewacht war...


to be continued
 
Oha, Nr. 2 ist schon da^^ :bigsmile:

Hui, sehr spannend! Diese Geschichte hat wahrlich ihren eigenen Thread verdient :D

argh, wie war das mit dem Spam?
:(
 
Ja, ging nicht anders; wenn ich eine Idee habe, muss ich sie aufschreiben..aber es kann auch passieren, daß mal länger nix kommt. ;)
 
djhousepunk hat folgendes geschrieben:

Ja, ging nicht anders; wenn ich eine Idee habe, muss ich sie aufschreiben..aber es kann auch passieren, daß mal länger nix kommt. ;)

Ich kann doch jetzt schon nicht mehr ohne deine Gute-Nacht-Geschichten leben :D

Die Story hat Potenzial! Und zudem JannLee als Hauptdarsteller! (:D) Nutze es!
Das ist deine Chance groß herauszukommen! ;) :p
 
Kapitel 3


Wenn man versucht, sich an Vergangenes zu erinnern, an etwas, das geschehen ist, dann ist das, als würde man durch einen dichten Wald gehen; überall sind kleine Pfade, die sich von größeren abzweigen, manche Wege sind von den Blättern und Ästen der Zeit versperrt, andere frei begehbar.

Jann versuchte sich durch dieses Dickicht der Gedanken zu kämpfen, er hatte seine Augen geschlossen und den kranken Clown vor ihm vergessen.
Es war, als betrachtete er ein Buch. Er begann am Ende und blätterte langsam nach vorne, Seite um Seite, in der Hoffnung, er würde eine Antwort auf seine Frage finden.
Doch jede Seite war weiß wie Schnee...

was ist passiert? Erinnere Dich, verdammt

Und langsam, ganz allmählich kam die Erinnerung, es war als würde er aus einem tiefen See auftauchen: zuerst war alles dunkel und schwer, dann wurde es heller um ihn herum.

Kerzen, brennende Kerzen

In diesem Moment spürte er von weitem einen dumpfen Ruck und wachte aus seinem Tagtraum auf.

"He, Träumer", sagte Kubrick mit dem Rücken zu ihm, "gut geeeschlaafeen?"

Erst jetzt bemerkte Jann, daß seine Hand schmerzte.

Kubrick drehte sich um und hielt etwas in der Hand...es war eine Gartenschere; so eine, mit der man dünne Ästen schneidet - sie war blutig.

Jann merkte auf einmal, wie ein ungutes, mulmiges Gefühl in ihm hochschoss..es quoll in ihm hervor wie heisse Lava aus einem engen Krater.

Kubrick grinste hinter seiner Clownsmaske und kam mit langsamen Schritten auf ihn zu. Seine Hand schmerzte auf einmal immer mehr, es war, als würde man ihm einen glühenden Eisenstab in die Hand bohren und noch bevor er einen Blick auf seine Hand werfen konnte, hielt ihm Kubrick etwas vor seine Augen...

"Gimmiii Fiiiive", sagte er hämisch und Jann begriff jetzt auf einmal, warum seine Hand so verdammt weh tat...




to be continued
 
Gänsehaut Alter :bigsmile:

Echt gut geschrieben aber irgendwie hatte ich doch gehofft aus dem Keller in einem Stück rauszukommen :bigsmile:

Ich bin gespannt wie es weiter geht, schmeiß mal ne Prise mehr sex mit rein bitte :p
 
Danke schön...

Ich werde beim nächsten Kapitel vielleicht dran denken... :p :bigsmile: :sun:
 
Ein Zwischenspiel:

Kubrick erfüllte eine warme Art des Glücks, jene die man als Kind verspürt wenn man Süßigkeiten ist. Während er etwas auf seinen Ledersohlen zurückwippte und sich mit seiner groben Hand über seinen haarigen Schmierbauch strich dachte er voller wonne darüber nach was noch mit dem zarten, jungenhaften Körper Janns anzustellen war. Sadismus? Nein! Es war Bestrafung, Bestrafung für die Kälte, die nassen Regentropfen und das Eis seines gebrochenen Herzens, alles jene schmerzhafte Relikte aus der Nacht in der Robert alles hinter sich gelassen hatte nur um ein neues Leben zu beginnen.
Seine Frau hatte er verlassen und als sie ihn nicht hatte gehen lassen wollen hatte er sie umgebracht. In jener Nacht hatte er alles Niedergebrannt nur für Jann, seinen Jann. Er hatte hastig seine Sachen gepackt, sich gefreut wie ein Kind auf seine erste Nacht, sein neues Leben mit dem Mann in den er sich verliebt hatte.
Keinen Weg zurück, keine Hintertür in ein neues leben hatte er sich gelassen, alles war Vergangenheit und die Glücksseeligkeit seine Gegenwart.
Und so hatte Robert dort gestanden an der Bushaltestelle, dem Punkt an dem sich alles hätte ändern sollen und wartete auf seinen Prinzen des Glücks, JannLee. Doch alles was er in dieser Nacht zu spüren bekam waren die schadenfrohen, eiskalten Regentropfen gesättigter, dunkler Wolken, der Schmerz des Verrats und die langsam grollenden Wehen der Zukunft die sich in düsterster Einsamkeit ankündigten.

Robert war allein und er wusste er würde Jann nie weidersehen. Ein Schmerz entfaltete sich in ihm wie ein blutroter Schmetterling, ein Schmerz der etwas in ihm zerbrechen liess, seine Unschuld für immer zerstörte. Und so reifte etwas dunkles in ihm, eine Macht die auch schon seine Frau hatte zu spüren bekommen. Unter seiner kalten, feuchten Haut reifte das Monster, der Vollstrecker seines Schmerzes.

In der dunkelheit gebar er Kubrick.


Ende des Zwischenspiels.
 
JannLee hat folgendes geschrieben:

Echt gut geschrieben aber irgendwie hatte ich doch gehofft aus dem Keller in einem Stück rauszukommen :bigsmile:

Ach! Solange man die richtig aufbewahrt, kann man die wieder drannähen. Zudem bleibt dir noch die coolste Variante B der Welt: Der Piratenhaken als Handersatz :bigsmile:
 
@DJ Housepunk>

Also, geht das noch weiter oder soll ich weiterschreiben?
 
Kapitel 4:

"Das Testikel"


Was macht aus einem Menschen jene destruktive Kraft die sich gegen alle Gesetze des Universum auflehnt nur um Welten zu zerstören? Was verwandelt einen Menschen in jenes ursprüngliches Monster welches andere Seelen versucht und verschlingt?

Bei Robert war es Kubrick gewesen, jene dunkle Macht die Jahrelang hinter einer modernden Wand in seinem Gehirn gelauert hatte und jetzt mit blitzendem Triumph ihren Siegesmarsch in die Grausamkeit begann. Er dachte nicht Kubrick, er WAR Kubrick und mit ihm war Jann, der bald eine Reise in jene finstere Welt des Schmerzes machen sollte aus der sein Peiniger kam, das dicke, haarige Schwein von Mensch mit der Clownsmake, dem Stück Fleisch welches er geliebt hatte.

Nun schwitzte Jann. Er schwitzte schon seit einer geschlagenen Stunden und auf seiner Haut kribbelte und juckte es, ein schorfiger Belag getrockneten Schweißes liess seine Stirn salzig und schmerzhaft trocken werden.
Dem glühendheissen Gefühl in seinen Fingerspitzen war ein ziehendes Bohren in seinen Fingerstummeln gefolgt, welches aufgetaucht war nachdem seine Psyche begriffen das er keine Fingerkuppen, geschweigen denn Finger mehr hatte.
Doch noch mehr kleine Freunde waren auf der wilden Party in seinem Körper erschienen. Zum einen ein harter Kopfschmerz und ein alter Bekannter, der dass abstrakte Konzert fremdartiger Pein in seinen Gliedern und Gedärm plötzlich etwas bekannter erklingen liess: Langsam liess der gute alte Durst seine Kehlre trocken und klebrig werden.
"Ich bin durstig" dachte Jann und lächelte gequält. Der Durst war ein Hoffnungsschimmer, ein normales, alltägliches Gefühl dass ihm klarmachte dass er noch lebte, das vielleicht, irgendwann in einer krotesken Zukunft, alles mal wieder gut werden könnte. Doch sein Verstand glaubte nicht an solche leeren Versprechungen des Herzens und überliess lächelnd der Panik die Überhand.
"ICH HABE DURST!" krächzte Jann, dessen entarteter Schrei von den dumpfen, schimmeligen Betonwänden um ihn herum verschluckt wurde. "DURST!" wiederholte er, doch Kubrick war nicht da, nur die verschlossene Stahltür hinter Jann war stummer Zeuge seiner Abwesenheit.
"Scheiße"

Auch Kubrick hatte im gleichen Moment unbekannte Schmerzen, es war jedoch ein Leiden in dem sich Freude, Bitterkeit und Schuld in gleichem Maße vermischten und ihm eine Sphere der Leichtigkeit bescherten in der er nun völlig konzentriert sein Chirurgenbesteck zusammensuchte. Kaum hatte er all seine feinen, glänzenden Stahlzangen, Klammern und Skalpelle zusammen, machte er sich fröhlig pfeifend auf den Weg zurück zu seinem ruhigen Ort, dem feuchten Keller seiner Freude und Erfüllung, dem Himmel seiner Erlösung.

Jann zuckte zusammen als Kubrick gut gelaunt und voller Tatendrang die Stahltür aufriss und mit gleichem Elan wieder schloss. Beschwingt schob er einen kleinen, rostigen Beistelltisch neben Janns Stuhl und breitete sorgfältig sein Chirugenbesteck vor.
Jann hingegen begann sich in seinen harten Lederfesseln zu winden deren altes und brutales Knarzen seine ausgetrockneten, feinen Muskeln verhöhnten. Es gab keinen Weg raus hier, keine Hoffnung den bevorstehenden, abartigen Folterungen die ihm mit Sicherheit bevorstanden zu entkommen. Eine fiese, tumorartige Angst löste seine bisherigen Befürchtungen ab und zerfrass gierig seine stolze Seele die schon bald ihren Toteskrämpfen erliegen sollte.
"Ein Schwuler, ein kranker Mann der andere Männer liebt..." Kubrick abscheu war kaum zu überhören. Grausam lehnte er sich etwas vor und atmete Jann durch seine billige Plastikclownsmaske grinsend an.
"Es gibt keine wissenschaftliche Erklärung dafür?..... NEIN?..... HA! Stümper!" schwelgte der gute Kubrick und machte dabei eine kleine Drehung wie in einen theatralischen Musical. Dann wurde er wieder ruhig.
"Es gibt eine" kündigte er stolz in einem Flüsterton an und nahm ein glänzendes Skalpell vom schmierigen Tablett.
"Ein... Testikel. Weiß mein kleiner Jann was das ist?"
Jann schloss die Augen und schluckte, es viel ihm schwer sich auf etwas anderes zu konzentrieren, etwas anderes ausser seinem Schmerz und seinem Durst.
"Nein, ich glaube nicht..." brachte Jann heiser hervor.
"Wie, keine Ahnung? Keine Ahnung über die kranken Innereien deines Körpers, all die gottlosen Dinge die in der Dunkelheit deines Körpers vor sich hin wachsen und reifen, brüten und quellen??" Kubrick rieb sich wieder über den schweißigen, nackten Bauch, so wie er es immer tat wenn er sich königlich amüsierte.
"Es ist ein inneres geschlechtsorgan, eine DRÜSE, eine fleischige Abart von Gottes wohldurchdachter Schöpfung"
Jann wurde übel in anbetracht solch verherenden Wahnsinns und er versuchte an etwas schönes zu denken; an den klaren, grauen Herbsthimmel seiner Kindheit zum Beispiel, der für ihn immer nach frischem Joghurt geschmeckt hatte. An die unendlichen Ebenen weißen Papiers die er mit süßlich duftender Wachsmalkreide in der Vorratskammer seiner Großmutter bemahlt hatte. An-
"Es ist in dir, diese Testikel und ich..." Kubrick seufzte erleichtert, "...und ich kann es dir entfernen"
Jann kämpfte mit der Besinnung und hätte bestimmt gekotzt, doch leider hatte er schon vor Stunden die letzte Ladung von sich gegeben, so dass nun fürs Finale nichts mehr übrig geblieben war.
Kubrick setzte das Skalpell an Janns rechter Brustwarze an und Jann zwang sich panisch wieder zurück in seine Kindheit, in den gemütlich duftenden Vorratsschrank seiner Großmutter, an die Orte...-
Ein Stahlgewitter heißen Schmerzes in seiner rechten Brust brach seine Träume und warf ihn tief hinab in das heiße Schreien und winden eines Wahnsinnigen.

Bis er die Besinnung verlor.
 
Also falls dass hier noch einer liest, ein wenig feedback waer net schlecht.... der einzige Lohn eines Kuenstlers ist der applaus....:blackeye:
 
Wirklich gut geschrieben, alle Achtung! Vor allem kann man sich alles so bildlich vorstellen... *graus* :bigsmile:

Bitte mehr davon! :mosh:
 
Du bist Krank :bigsmile:

Weiter so :bigsmile: Aber eins sag ich dir, mein Schwanz bleibt dran ansonsten vermöbel ich dich ordentlich in DoA4 :meckern:
 
JannLee hat folgendes geschrieben:

Du bist Krank :bigsmile:

Weiter so :bigsmile: Aber eins sag ich dir, mein Schwanz bleibt dran ansonsten vermöbel ich dich ordentlich in DoA4 :meckern:

:bigsmile::bigsmile::bigsmile::bigsmile::bigsmile:

Wirklich gut geschrieben K.
Aber ihr habt Gedanken....tz tz tz.
 
@Kubrick:

ich habe natürlich nichts dagegen, wenn Du auch Deine Kapitel beiträgst - wir sollten beide nur darauf achten, daß das Kapitel des jeweils anderen textlich und numerarisch an das letzte anschliesst, sonst wird es etwas chaotisch und schlecht zu lesen. Mach aus Deinem Kapitel Null ne Vier und dann geht es bei Fünf weiter: alles paletti!
Meine nächste literarische Attacke kommt bestimmt auch bald...
:bigsmile:
 
ok, habs auf 4 umgestellt und ich schreib erst weiter wenn du das naechste Kapitel geschrieben hast. So insperieren wir uns gegenseitig.:praise:
 
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