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Geistig behinderte Tiere. Ist das Tierschutz?

Yotso

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16.11.2006
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Es hört sich komisch an aber ich wollte mal eure meinung dazu hören:

Tierschützer argumentieren, dass Nutztiere unter den heutigen haltungsbedingungen leiden. Wäre es dann richtig, Geistig behinderte Tiere zu züchten, die so wenig von ihrer Umwelt mitkriegen, dass sie mit der Haltungsituation perfekt zurecht kommen? Bzw. das sie garnicht anders leben können?

Ich meine damit z. B. ein Huhn das von sich aus nur rumstehen will und bei Freilandhaltung zu grunde gehen würde weil es zu "dumm" dazu ist, die Körner zu finden.

Dagen spricht, dass es grausam ist ein Lebewesen degeneriert zu züchten.

Dafür spricht, dass ein Tier mit einer behinderung auch glücklich sein kann, die Tiere weniger unter ihrer Situation Leiden die nicht so einfach geändert werden kann.

Ich will nochmal sagen ich meine keine Gentechnik sondern altmodisches züchten. Ich weiß nicht, in wie fern sowas möglich ist, aber einen Gedanken wars mir wert.
 
Wie wäre es denn damit generell eher ein Umdenken herbei zu führen und dafür zu sorgen, das Tiere - gleich welcher Rasse und Nutzung - artgerecht gehalten werden. Am Ende ist es doch der Mensch, der eine Kuh, ein Schwein, ein Hun, usw. miserabel hält, nur darauf bedacht wenig Kosten zu haben, damit die Gewinnspanne satt ausfällt. Dazu der Konsument, der nicht mehr bereit ist für Qualität Geld auszugeben. Ganz das Gegenteil ist der Fall, will man doch auch hier noch seine "Geiz ist geil" Metalität voll und ganz ausleben. Beschwert sich aber dann, dass Fleisch nicht mehr nach Fleisch schmeckt und in der Pfanne um gut die Hälfte einschnurpselt - woran das wohl liegt?!

Nein .. es ist keine gute Idee noch weiter in die Natur - und nichts anderes ist es - einzugreifen und letztlich Gott zu spielen. Vielmehr wäre der Schritt zurück der richtige Schritt, welcher nicht nur den Tieren dienen würde, auch den Menschen.
 
Yotso hat folgendes geschrieben:
Dafür spricht, dass ein Tier mit einer behinderung auch glücklich sein kann, die Tiere weniger unter ihrer Situation Leiden die nicht so einfach geändert werden kann.

Und das weißt du woher...?

CharLu hat folgendes geschrieben:
Wie wäre es denn damit generell eher ein Umdenken herbei zu führen und dafür zu sorgen, das Tiere - gleich welcher Rasse und Nutzung - artgerecht gehalten werden.

Soetwas wie artgerechtes Halten gibt es doch garnicht. Entweder man lässt die Tiere in Frieden oder man nutzt sie (aus).
 
Gibt es denn überhaupt schon die Möglichkeit, geistig und körperlich zurückgebliebene Tiere zu züchten? Noch nie von gehört.

Also ich bin ganz klar dagegen. Lieber etwas mehr bezahlen, dafür schmeckts dann aber auch. Für Massenproduktion wie zb MCDonalds wäre es aber eine interessante Möglichkeit, behinderte Tiere zu züchten. Will dann aber nur sehen, wie es sich auf den Ruf auswirkt. :kotz:
 
Thorsten .. natürlich geht das .. ich brauche da nur an meine Großmutter zu denken, die einen Bauernhof hat. Große Wiesen, Koppeln, Freigang, nicht eingesperrt, frisches Futter, usw. Kein Anthibiotika-Ampullen und Co. Da kommt der TA nur, wenn die Viecherl wirklich krank sind - sind sie allerdings sehr selten bis gar nicht. Das die Tiere früher oder später zur Schlachtbank geführt werden - seis drum, darüber mag man streiten. Geht allerdings auch ohne stressigen Transport - bei Omi wird zu Hause geschlachtet.

Nichts desto weniger hat der Mensch seit jeher ein Tier zum eigenen Überleben getötet - nur das was heute stattfindet, ist nicht mehr feierlich. Es geht schon lange nicht mehr ums Überleben - es geht nur noch um Profit, koste es was es wolle.
 
Man sollte daran denken, das die welt nicht nur aus gut verdienenden Menschen besteht. Es gibt menschen (auch hier in deutschland) die auch beim Essen rechnen müssen. Tierschutz ist ein Phänomen das nur in reichen ländern platz hat. Und wer es sich leisten kann, und möchte sollte den Tierschutz beim Metzger mitbezahlen.

Das eingreifen in die Natur ist auch nicht so einfach abzuschaffen. Ich denke nicht dass Hühner von natur aus jeden tag ein ei legen und kühe 10l milch am tag produzieren. das sind eigenschaften die menschen ihnen angezüchtet haben.

Sollte es irgendwann nicht mehr nötig sein tiere zu halten um sie zu essen, werde ich auch für die abschaffung schlechter haltungsbedingungen sein. Aber z. Z. ist mir die Gesundheit und das Wohlergehen anderer Menschen wichtiger, als das von Tieren.

@ThoRsten
Sowas kann ich natürlich nicht wissen, aber ich hab noch nie gesehen, das ein Tier mit einer behinderung depressionen hat, wie menschen sie haben können. Und ob sie glücklicher sind... naja ich gehe einfach davon aus, sie so zu züchten, das sie glücklicher sind.
 
Thorsten .. natürlich geht das .. ich brauche da nur an meine Großmutter zu denken, die einen Bauernhof hat. Große Wiesen, Koppeln, Freigang, nicht eingesperrt, frisches Futter, usw. Kein Anthibiotika-Ampullen und Co. Da kommt der TA nur, wenn die Viecherl wirklich krank sind - sind sie allerdings sehr selten bis gar nicht. Das die Tiere früher oder später zur Schlachtbank geführt werden - seis drum, darüber mag man streiten. Geht allerdings auch ohne stressigen Transport - bei Omi wird zu Hause geschlachtet.

Und die Viecher die nicht auf einem Bauerhof gehalten werden (können), haben einen Schutz eh nicht verdient.

Yotso hat folgendes geschrieben:
Tierschutz ist ein Phänomen das nur in reichen ländern platz hat.

Genau wie Umweltschutz, Menschenrechte, etc
 
Hm .. komisch nur, dass man noch im letzten Jahrhundert auch sehr gut mit vermindertem Fleischkonsum ausgekommen ist. Aber heute muss es ja jeden Tag Fleisch sein .. was darüber hinaus nicht wirklich gesund ist, wenn man darauf wert legen sollte. Und es ist wohl eine bequeme Aussage zu meinen Tierschutz sei was für reiche Länder. Interessant allerdings, dass Tiere in den eher armen Regionen mehr geachtet werden (weil sie Leben bedeuten) als in den den reichen Nationen, wo die Tiere am meisten ausgebeutet werden.


Thorsten .. deswegen ja umdenken. Aber das ist so kompliziert und das kostet Geld und das ist ja ach so scheisse, weil dann wird es teuerer, es ist aufwändiger und, und, und .. ich kenne diese ganzen miesen Ausreden. Es werden 1.000 und mehr Aussagen gesucht und gefunden, warum das wieso nicht geht. Am Ende steht immer eines: Geld, Geld und nochmals Geld. So lange man den Schalter nicht in den Köpfen umlegen kann, wird da auch nicht viel passieren. Erschwerend kommen Überheblichkeit und andere unschöne Eigenschaften hinzu.
 
Frage mich nur wie du darauf kommst das es in armen Ländern weniger Tierquälerei gibt. Das Einzige was dafür ein Grund sein könnte ist meiner Meinung nach, dass sich die armen Länder keine perfekten Ausbeutungen leisten können.

@Topic-Frage:

Wenn wir nun alle Menschen auf dumm züchten, ist das Menschenschutz?
Der Mensch wird geschütz sich Sorgen zu machen was passieren könnte und ist somit ein "Leiden" los. Prima oder?
 
Ca. 20 Jahre Erfahrung im aktiven Tierschutz erlauben mir eine gewisse Einschätzung. Dazu das Auseinandersetzen mit der Thematik, dem in Augenschein nehmen als auch das aktive vor Ort sein, usw.
 
DAGEGEN

Jeder bestimmt mit seinem Konsumverhalten, wie die Tiere gehalten werden, z.B. würden alle zu den teueren Freilandeiern oder Bioeiern greifen - würden die Eierfarmen mit Käfighaltung nix mehr verdienen und müssten umdenken auf der anderen Seite müssten 2/3 der Fläche von Deutschland mit Hühnerfarmen mit Freilandhaltung belegt werden um den Bedarf weiterhin decken zu können (kam mal eine Sendung "Auf der Suche nach dem glücklichen Huhn").

Bei den Fleisch ist es genauso, jeder stöhnt über Preiserhöhung und greift lieber in die Kühltheke vom Aldi und Co, als mal zum Fleischer oder Metzger zu gehen, der zwar weis von welchem Bauernhof die Ware kommt, aber die Ware auch teurer ist.

Man kann sich ja selbst ausrechnen 1 Huhn aus der Kühltheke für 1,99 - daran verdienen der Landwirt, die Schlachterei, der Großhändler, der Einzelhandel, Verpackungsunternehmen und der Staat. Wie hoch ist da der Wert für das Leben und die Haltung des einzelnen Huhns?

Man muss einfach umdenken und darf die Tiere nicht mehr als Ware sehen, sondern als Lebewesen, die der Ernährung dienen, aber auch einen gewissen Respekt verdient haben.
Nur dieses Umdenken kostet Geld und der Verbraucher muss bereit sein dafür zu zahlen. Außerdem sollte man weniger Fleisch essen (1-2 x die Woche) und dann kann man auch höhere Preise bezahlen, bevor man wieder kommt das kann ich mir aber nicht leisten.

Es muss einfach Gesetze geben, die bestimmte Arten der Haltung von Tieren verbieten und den Transport von Tieren regeln (nur eine maximale Strecke bis zum Schlachthof vom Aufzuchtort und unter Einhaltung bestimmter Vorschriften). Es kann nicht sein, dass Tiere quer durch Europa gekarrt werden nur weil eine Schlachterei den Dienst günstiger anbietet.

Das Problem ist, dass man über dieses Thema ewig diskutieren kann nur es ändert sich nichts solange der Verbraucher sich nicht ändert.
Wird es in Deutschland verboten, gehen die Betriebe nach Polen oder in ein anderes Land und man bekommt die Ware als Endprodukt nach Deutschland um den Verbraucher zu befriedigen.
 
Sorry, ist jetzt nichts gegen diesen Thread aber irgendwie werden hier die krassesten Threads in letzter Zeit eröffnet, vom Essen über verkleidete Kinder und über Karren, womit die Kiddis angeben können, was für geile Schlitten die Eltern doch fahren.... :crazy::bigsmile:
 
Ich möchte jetzt nicht zu weit vom eigentlichen thema abkommen, aber:

@ThoRsten
Umweltschutz wird zwar hauptsächlich in den Industrieländern thematisiert, aber die Umweltverschmutzung wird ja auch zum größten Teil von diesen Verursacht. Und Menschenrechte hängen eher mit Faktoren wie Politischer stabilität und Korruption zusammen. Wenn ich deinen Gedankengang auch verstehe.

@CharLu
Ich bin kein Historiker und kein Arzt. Aber vor Hundert Jahren hätten die leute mehr Fleisch gegessen wenn sie gekonnt hätten (die mussten ja hart arbeiten). Und die Längere lebensdauer (und überlebensrate bei Kindern) hängt auch mit der besseren Ernährung zusammen.
 
Geistig behinderte Tiere züchten, damit sie nicht merken wie schlecht sie es haben?

...

... ...!

...warum nicht?


Mit Menschen funktioniert das doch auch sehr gut oder wie erklärt ihr euch, dass viele denken in Deutschland läuft alles richtig.
 
Yotso .. bessere Ernährung durch jeden Tag Fleisch? Nope . .allein die vielen tierischen Fette, zudem der Überschuss an Eiweiß .. nein, ganz sicher nicht. Und wenn ich mir heutige Kinder angucke, dann frage ich mich ernsthaft, wer sich wann besser ernährt hat. Im Übrigen brauchst nicht Hunderte von Jahren zurück gehen - nimm einfach die Generation unserer Großeltern.

Fleisch ist in Ordnung - aber in Maßen und vor allem gutes Fleisch. Und das bekomme ich eben nur, wenn ich die Bedingungen dafür schaffe. Am Ende eine Sache, die beiden Seiten - Tier und Mensch - gut tun würde.
 
Absolut kranker Vorschlag. Ich bin eher der Meinung die Konsumenten
sollten bereit sein, für Bio-Fleisch aus dem Umland vom artgerecht
gehaltenen Spender angemessen zu bezahlen und dann diese Nahrung
entsprechend zu schätzen und zu geniessen, oder? :crazy:
 
Das Thema ist äußerst kompliziert und geht mit großer ethischer Verantwortung einher. Natürlich wäre es am Besten die Tiere Artgerecht zu halten, aber leider wird man so kaum der Nachfrage an Lebensmittelprodukten in dieser Richtung gerecht werden.
Weiterhin frage ich mich auch gerade noch wie man durch "altmodisches" Züchten geistig behinderte Tiere erhalten will. Wenn mir das bitte mal jemand erklären könnte...Beruht es dann auf dem Zufallsprinzip, ob das Tier krank oder gesund ist und demnach Pech oder Glück gehabt hat?
 
CharLu hat folgendes geschrieben:

Wie wäre es denn damit generell eher ein Umdenken herbei zu führen und dafür zu sorgen, das Tiere - gleich welcher Rasse und Nutzung - artgerecht gehalten werden. Am Ende ist es doch der Mensch, der eine Kuh, ein Schwein, ein Hun, usw. miserabel hält, nur darauf bedacht wenig Kosten zu haben, damit die Gewinnspanne satt ausfällt. Dazu der Konsument, der nicht mehr bereit ist für Qualität Geld auszugeben. Ganz das Gegenteil ist der Fall, will man doch auch hier noch seine "Geiz ist geil" Metalität voll und ganz ausleben. Beschwert sich aber dann, dass Fleisch nicht mehr nach Fleisch schmeckt und in der Pfanne um gut die Hälfte einschnurpselt - woran das wohl liegt?!

Nein .. es ist keine gute Idee noch weiter in die Natur - und nichts anderes ist es - einzugreifen und letztlich Gott zu spielen. Vielmehr wäre der Schritt zurück der richtige Schritt, welcher nicht nur den Tieren dienen würde, auch den Menschen.

Die ganze Thematik perfekt auf den Punkt gebracht.
 
Das Thema ist äußerst kompliziert und geht mit großer ethischer Verantwortung einher. Natürlich wäre es am Besten die Tiere Artgerecht zu halten, aber leider wird man so kaum der Nachfrage an Lebensmittelprodukten in dieser Richtung gerecht werden.

Die Nachfrage zum angemessenen Preis wird man natürlich befriedigen können.
Muss der Mensch jeden Tag Fleisch essen?
 
gyroscope hat folgendes geschrieben:
Die Nachfrage zum angemessenen Preis wird man natürlich befriedigen können.

???

Die Nachfrage ist natürlich umso leichter zu befriedigen umso höher der Preis ist...
 
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