Ich hab vorhin eine ziemlich gute Geschichte gelesen.
Es ging um eine Frau, die kurz nach dem Zweiten Weltkrieg einen Freund in einem Sanatorium besucht.
Während sie auf diesen wartet, gesellt sich eine fremde Frau zu ihr und diese erzählt ungefragt von ihrem Leben.
Sie fängt an mit ihrer Kindheit, was sie doch für ein hübsches Kind war,
und wie gut ihre Noten in der Schule waren,
wie sie als junge Frau von den Männern begehrt wurde.
Dass sie als fünfte Frau in ihrer Klasse geheiratet hatte -
einen Assessor, der beim Gericht arbeitete.
Wie sie zwei Kinder auf die Welt gebracht hat.
Dabei kommentiert sie durchgehend ihre ganze Vita immer mit den Worten "Da habe/n ich/wir Glück gehabt".
Sie erlitt zwei Fehlgeburten.
Verlor ihren Mann nach einem Magengeschwür.
Der Zweite Weltkrieg ist im vollen Gange und ihre Erstgeborene hat inzwischen geheiratet und ein Kind,
der Vater kommt im Krieg ums Leben, genauso wie ihr Sohn.
Als Tochter, Enkelkind und sie vor den Russen fliehen mussten, wird ihrer Tochter von einem Güterzug überrollte,
während diese auf den Gleisen ihrern Koffer suchte.
Als sie im Flüchtlingszug von einem Wagon in eine offene Lohre weichen musste, weil verwundete Soldaten aufgenommen wurden,
erfriert ihr junges Enkelkind. Sie muss die Kinderleiche aus dem fahrenden Zug werfen, um mehr Platz zu haben.
Angekommen in einem Berliner Flüchtlingsheim, denkt sie in einem großen Bottich Kartoffelreste zu finden,
halbverhungert will sie nach diesen fischen, aber es handelte sich nur um Exkremente, die zurückgelassen wurden.
An dieser Stelle der Geschichte rastet sie aus und schreit nur noch rum: "Ein scheiß.. ein Scheißleben!!".
Und beginnt auf eine Krankenschwester des Sanatoriums einzuschlagen.
Ergriffen oder ebenfalls von unterdrückten Gefühlsregungen schlägt auch die Besucherin auf die Pflegekraft ein,
wird im Zuge dessen ebenfalls in das Sanatorium mit Irrenanstalt eingewiesen und verbringt dort die drei schönsten Monate ihres Lebens.