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Was haltet ihr von der 5€ Erhöhung für Hartz 4 Empfänger ?

@ meni

Ja, DU würdest das tun ;)

Ich zum Beispiel nicht.

Und ein Hartz 4 Empfänger der allein lebt bekommt weniger als 700 EUR im Monat und hat kein Anrecht mehr auf Zuschüsse und dergleichen.

@ Skorpie

Das die, die lange gearbeitet haben mehr bekommen sollten, da stimme ich dir zu.
Beim Rest hingegen nicht.
Das widerspricht nicht nur meinem moralischen empfinden, sondern in weiten Teilen auch unserem Grundgesetz.

Wie kommst du eigentlich darauf, dass alle, die noch nie gearbeitet haben oder nur sehr wenig, dies mit Absicht nicht getan haben.

Wie schon mehrfach erwähnt:
Wir haben einfach nicht genug Arbeit für alle!
Das ist eine unmnstößliche Tatsache und ich weiss nicht warum sie immer ignoriert wird.
 
@ silver

Und ein Hartz 4 Empfänger der allein lebt bekommt weniger als 700 EUR im Monat und hat kein Anrecht mehr auf Zuschüsse und dergleichen.
Ein Hartz 4 Empfänger bekommt:
Lebensmittel, alkoholfreie Getränke 128,46 Euro
Freizeit, Kino etc. 39,96 Euro
Telefon/Internet 31,96 Euro
Bekleidung 30,40 Euro
Energie 30,24 Euro
Haushaltsgeräte 27,41 Euro
Sonstiges, z.B. Friseur 26,50 Euro
Verkehr 22,78 Euro
Gesundheitspflege 15,55 Euro
Gaststätte 7,16 Euro
Bildung 1,39 Euro
angen. Teuerungsrate 2,19 Euro

Zusätzlich gibts dann noch die Miete. Als Messwert gibt es in einem Ballungzentrum 13,50 Euro pro m², 45 m² stehen einem Single zu, das macht alleine schon 600 Euro.
Ich verstehe nicht, warum das nicht zum Leben reichen sollte. Das ist weitaus mehr, als 700 Euro Netto.
Bekommt man eine Wohnung für nun 336 Euro bezahlt (dafür bekommt man in München nicht mal ein Dixie-Klo) und dazu die 364 Euro, hat man bereits die 700 Euro Netto erreicht.

Wie kommst du eigentlich darauf, dass alle, die noch nie gearbeitet haben oder nur sehr wenig, dies mit Absicht nicht getan haben.

Wie schon mehrfach erwähnt:
Wir haben einfach nicht genug Arbeit für alle!
Das ist eine unmnstößliche Tatsache und ich weiss nicht warum sie immer ignoriert wird.
Das verstehe ich auch nicht.
Keiner kann mir die 3.500.000 freien Arbeitsplätze zeigen, aber alle reden von den faulen Hartzern.
 
Sorry Meni, aber mit deiner Rechnung stimmt was nicht.

Was du im einzelnen aufzählst sind die 359 € die jeder bekommt, soweit richtig.

Wie du auf die Miete kommst weiss ich aber nicht.

Hier im Ruhrgebiet meinetwegen gibt es pro qm um die 4,5€.

Je nach Statdt bezahlen die ARGEN für die Kaltmiete so um die 230€, plus Nebenkosten, also rund 300€.

300 plus 359 machen bei mir 659 ;)

Sicher gibt es in teureren Städten auch mehr Geld für die Miete, aber eben auch nur weil die Wohnungen teurer sind.
Also hat da keiner was von.

Und in den teureren Städten wohnen nunmal auch meist Menschen die auch mehr Geld verdienen.
Ich hönnte da auch nicht wohnen ;)
 
@ Silver

Also bei uns in FFB zahlen sie 10,28 oder so pro m²
Und da ist es schon schwer, was zu finden.

Es tut ja aber nichts zur Sache.
Wenn man mal ansieht, was manche Singles so verdienen und was sie an Miete und sonstigen Kosten zahlen, kommt unterm Strich nicht viel mehr raus als eben die 364 Euro, die ein Hartz 4 Empfänger so hat.

@ tomk

Ja, 200-250 finde ich ok, wir schauen halt sehr auf die Preise, auch bei Lebensmitteln.
Aber 250 alleine... Silver speist vermutlich nur Räucherlachs und Steak :)
 
@ meni

Dennoch bleibt es dabei, dass die meisten Hartz 4 Bezieher eben umgerechnet unter diesen 700€ liegen.

Liegen sie darüber, hat dies meist etwas mit höheren Mieten zu tun.

Und wer so wenig verdient wie du aufzählst bleibt auch nur selten in diesen teuren Städten wohnen ;)
Aber es spielt auch keine Rolle wie viel Menschen mit Arbeit bekommen.

Man gleicht die eine Ungerechtigkeit nicht durch eine andere aus.

Praktisch alle Sozialverbände dieses Landes gehen davon aus, dass der Regelsatz bei 400-450€ mtl. liegen müsste.
Dem kann im Grunde auch keiner Widersprechen und das Argument der Geringverdiener greift hierbei wie gesagt nicht.
 
@Silverhawk
Vielleicht nicht genug einfache Arbeit, die jeder ausführen kann.
Ausbildungsplätze werden teilweise nicht besetzt und es gibt einen Fachkräftemangel in Deutschland, weil es an qualifizierten Bewerbern und Arbeitern mangelt und da muss was getan werden. Arbeit durch ordentliche Schulbildung und Förderung an Ganztagsschulen, bei denen die Gebühren für Essen und den Nachmittagsaufenthalt bei Hartz4 und bis zu einem gewissen Einkommen der Staat trägt und bei Erwachsenen durch Weiterbildung und Qualifizierung.

Wer an solchen Weiterbildungen teilnimmt und da auch mitmacht und nicht durch permanente Krankheit oder Abwesenheit auffällig wird, sollte sein Geld auch weiterhin bekommen. Das mit den Gutscheinen sollte eine Möglichkeit der Kürzung sein ohne die Existenz zu gefährden und somit sehe ich nichts Unmoralisches darin diese einzuführen. Denn ob jemanden mit Gutscheinen seine Nahrung bezahlt oder nicht, macht ja kein Unterschied, aber er bekommt dann auch nur Nahrungsmittel und keine Genussmittel dafür.

Wenn jemand frisch von daheim auszieht und noch nie gearbeitet hat, warum sollte er eine Wohnung bekommen. Man könnte Unterkünfte wie Studentenwohnheime bauen. Mit abschließbarem Zimmer mit Kochecke und kleinem Badezimmer. Es gibt eine Essens- und eine Kleiderausgabe, dass sehe ich nicht als unmoralisch an. Wenn man da raus will, kann man sich Arbeit suchen. Wenn die Qualifizierung nicht reicht nimmt man an Weiterbildungen teil. Bei deren Teilnahme es nach erfolgreichen Abschluss auch einen Zuschuss gibt. Nur jemanden das Geld so zu geben ohne Gegenleistung, halte ich persönlich für falsch. Das ganze war als Versicherung gedacht man zahlt ein und wenn man arbeitslos wird erhält man Geld und so sollte das ganze auch wieder behandelt werden.

Unmoralisch sehe ich eher die ungerechte Behandlung von Arbeitern, die Arbeitslos werden. Altersarmut obwohl man sein Leben lang gearbeitet hat und je nach Job körperlich kaputt ist und dann diskutiert wird man sollte doch bis 67 arbeiten, weil es nicht reicht.
 
@ Silver

Ich finde, 364 Euro sind absolut ok.
Wenn man sich einschränkt -und das muss man eben, wenn man keine Arbeit hat- kommt man damit zurecht.
Ich gebe für die oben aufgezählten Punkte garantiert nicht mehr als das auf, was da veranschlagt wird, im Gegenteil würde ich sogar behaupten, ich gebe weniger aus.
Also nein, das stimmt nicht, weil ich mein Auto abbezahle und dafür Steuer und Versicherung zahle, sowie auch Sprit, aber das würde ich dann ja nicht mehr brauchen.
Hmmmmm.... Hat jemand ein Hartz 4 Formular für mich?? :bigsmile:
 
@ skorpie

Es ist weiterhin egal, welche Stellen du auzählst.
Egal welche Arbeiten, welche Ausbildungsplätze, auch wenn du alles zusammen nimmst, kommst du selten auf mehr als 500.000 freie Stellen.

Für ca. 3 bis 5 Millionen Arbeitslose.
Es ist egal wie du es rechnest, es bleiben zu wenige Stellen.

Und natürlich ist es moralisch fragwürdig Menschen die keine Arbeit haben in eine Art "Ghetto" zu stecken und nichts anderes würde dein Vorschlag bedeuten.

@ meni

Tja, wenn du meinst.
Warum gehst du dann noch arbeiten?

Das Geld was es derzeit gibt reicht sicherlich um einen MEnschen ein paar Monate oder ein paar Jahre zu versorgen.
Für viele Menschen muss es aber ein ganzes Leben reichen und dafür ist diese Summe viel zu gering.
 
@ Silver

Tja, wenn du meinst.
Warum gehst du dann noch arbeiten?
Aus dem gleichen Grund, den fast alle nennen werden, wenn du sie das fragst.
Weil meine Ausgaben mehrere Posten beinhalten als die, die da aufgeführt sind und ich auch im Rentenalter noch was vom Leben haben will.
 
@ meni

Schön, dass du gerade deine ganze eigene Argumentationskette gesprengt hast :D
 
@Skorpie,
Wohnheime für "Hartzer" - oh ja, am Besten sollten die auch alle ein Abzeichen auf der Kleidung tragen und möglichst weit weg von den "Normalos" untergebracht werden... so mit Mauer und so... Deswegen auch Gutscheine, ist total klasse, wenn die bei jedem Kinobesuch ihr "Armutsabzeichen" vorzeigen sollen - Du sprichst hier von MENSCHEN!

Damit sich "Arbeit wieder lohnt" sollte keine Sozialleistungen gestrichen werden - finde ich doch irgendwie den falschen Weg. Ich glaube eher, dass jeder selbst überlegen sollte - sofern er es sich leisten kann/will -, ob er 5 Euro oder doch 15 Euro beim Friseur lässt...
 
@ Silver

Nein, habe ich nicht.
Was ich geschrieben habe war, ich KÖNNTE mit der Kohle auskommen, ich WILL es aber nicht. Verstehste, Meister?? ;)
 
@ meni

Ne ne, passt schon.

Ich KÖNNTE, aber ich MACHE nicht :D

Die älteste Ausrede der Welt.

Aber wir kommen vom Thema ab...
 
@ Silver

Es ist so, dass ich 125 m² habe, die mir die Arge niemals zahlen würde und ich ein Auto hab, dass mir keiner finanzieren würde und last but not least hab ich teure Hobbys.
Ich könnte aber auch ohne all dem leben, will ich aber nicht. Das ist nunmal so. Das ist keine Ausrede.
 
@ meni

Solange jemand der diesen Regelsatz als zu hoch kritisiert oder als angemessen betrachtet, aber selbst nicht davon leben will, ist dieser Satz zu niedrig.
 
Was mich regelrecht schockiert, ist nicht die Frage ob 359 Euro oder 364 Euro zuviel, zuwenig oder was auch immer sind. Mich schockiert, das im Regelsatz für Ernährung und alkoholfreie Getränke nur 128,47 Euro angesetzt werden! Einen Monat essen und trinken für etwas mehr als 4 Euro am Tag, wie soll das gehen?

Ich kaufe selbst relativ günstig ein, weil ich erstens auf Angebote achte und zweitens ziemlich alles, was die Lebensmittelindustrie uns fertig und überteuert in die Regale stellt, konsequent meide. Ich kann also mit dem Begriff Grundnahrungsmittel noch etwas anfangen und mit entsprechendem Zeit- und Arbeitsaufwand abwechslungsreich, ausgewogen und dabei günstig kochen.

Aber nicht für 128,47 Euro im Monat! Damit komme ich beim besten Willen nicht aus, obwohl ich z.B. Brot selber backe, was an Zutaten für ein 750 gr Brot keine 50 Cent ausmacht.

Ich muß für mein Geld (und das eines ALG II Empfängers)hart arbeiten und bliebe manchmal auch lieber zuhause stattdessen. Tu ich aber nicht und da ich beruflich oft mit Hartz IV Empfängern zu tun habe, nervt mich die, insbesondere bei langjährigen Hilfeempfängern zu Tage tretende, fordende Attitüde schon oft. Auch sie sollten mal darüber nachdenken, wer das Geld erarbeitet, dass sie ausgeben. Aber 128,47 Euro für die komplette Ernährung eines Monats ist eine Frechheit! Und ich könnte kotzen, wenn Menschen wie Frau von der Leyen sowas als gerecht rechtfertigen, die selbst wahrscheinlich 128,47 Euro und mehr ausgeben, für einen Restaurantbesuch...
 
Silverhawk hat folgendes geschrieben:

@ meni


Solange jemand der diesen Regelsatz als zu hoch kritisiert oder als angemessen betrachtet, aber selbst nicht davon leben will, ist dieser Satz zu niedrig.
Also wenn sich Hartz 4 danach richtet, von wieviel die Menschen leben wollen, müsste der Satz verdreifacht werden und keiner würde mehr arbeiten.

Edit:

@ HoG

Also ich brauche keine 128 Euro im Monat für Lebensmittel. Nicht für mich alleine.
 
skorpie hat folgendes geschrieben:

Man sollte das ganze System überdenken. Warum sollte jemanden, der noch nie gearbeitet hat Geld bekommen? Warum bekommt jemand, der 30 oder 40 Jahre erwerbstätig war nach 12 - 18 Monaten Arbeitslosigkeit die gleiche Summe und muss noch schauen wie die Ersparnisse in Sicherheit bringt? Arbeitslosigkeit im Alter ist nun mal keine Seltenheit und durch die Aufstockung des Rentenalters wird diese auch zunehmen.

Das ärgert mich auch unglaublich. Ich arbeite seitdem ich 17 Jahre alt bin Vollzeit, ohne Unterbrechung. Und ich konnte mir ein bischen was zusammensparen.

Komme ich nun z.B. durch Krankheit in Hartz4, werde ich genauso behandelt wie Freunde, die sich seid 20 Jahren durchmogeln - schlimmer noch, zuerst muss ich meine Ersparnisse hergeben, die Freunde bekommen gleich Geld vom Amt.

Ich persönlich stehe hinter den Motiven von Hartz4. Bis Schröder das Gesetz einführte, war wirklich in vielen, vielen Fällen Freispiel angesagt, was das abgreifen von Sozialleistungen betrifft. Es gab 'zig Paare wo ein Ehepartner Vollzeit beschäftgt war, der andere Ehepartner Arbeitslosengeld und dann -hilfe noch dazu bezog. Das ging nicht so weiter auf dem Rücken der Transfer-Einzahler.

Leider ist das Gesetz nir weiter überarbeitet worden und gerade schwarz-gelb wird einen Teufel tun, und die Position langjähriger Brutto-Einzahler zu verbessern.

Hartz4 ist heute wie eine vor die Nase gehaltene, geladene Knarre für jeden Arbeitnehmer: Funktioniere, oder ich stoss Dich in 12 Monaten ans unterste Ende der Nahrungskette.

Und es scheint zu funkionieren. Umsonst sinken die Arbeitslosenzahlen nicht seit Jahren.

Ich teile auch die Meinung, das Hartz4 für einen gesunden Menschen kein erstrebenswerter Zustand ist - im grossen und ganzen wollen die schon arbeiten. Es gibt natürlich auch die hirndoofen und die Alkies, als Grenzfälle, aber ich würde nach 12 Monaten Hartz4 ohne Beschäftigung die Wände hochgehen, und befreundeten Arbeitslosen geht es genauso. Die machen teilweise viel ehrenamtlich oder sich selbstständig, weil sie es auf Dauer nicht packen, nichts zu tun.
 
Menirules hat folgendes geschrieben:



Also wenn sich Hartz 4 danach richtet, von wieviel die Menschen leben wollen, müsste der Satz verdreifacht werden und keiner würde mehr arbeiten.


Nur wenn du Idioten das entscheiden lässt ;)

Auch jedem Politiker ist klar, dass dieser Satz zu niedrig ist. Es gibt andere Gründe, warum man den Satz klein halten will.
Um Geld zu sparen, um die Wirtschaft zu entlasten, indem man biliglöhne attraktiv mach usw.
Das weiss im Grunde jeder...

Und ich bin sicher, du kannst auch jedem Menschen 2000 EUR im Monat schenken und dennoch werden fast alle arbeiten gehen.
Du musst dein äußerst negatives Weltbild ja nicht auf alle Menschen übertragen ;)
 
Silverhawk hat folgendes geschrieben:
Und ich bin sicher, du kannst auch jedem Menschen 2000 EUR im Monat schenken und dennoch werden fast alle arbeiten gehen.

Das denke ich auch - sie würden vermutlich Tätigkeiten suchen, die sie sinvoll ausfüllen könnten, und sich nicht nur am ersten Arbeitsmarkt orientieren (Call-Center Agent, selbstständiger Paketdienstfahrer, und was
es da noch so verlockendes im Niedriglohnsektor gibt).

Viele würden vielleicht ein Ehrenamt übernehmen. Das Nichts-Tun (ohne Suchthintergrund) ist nicht in unseren Genen verankert.
 
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