Servus .. Noch-Raucher

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Ich bin eine ehemalige Hardcore-Raucherin .. zu Bestzeiten habe ich gut und gerne 2 Schachteln (Big Packs) weg quarzen können. Mörderrauchfalle waren die Zeiten vor dem PC und beim TV gucken. Obligatorisch der lecker Stengel nach dem Essen, zum Kaffee .. der Beruhigungsgriff, wenn Chef & Co. mal wieder genervt haben oder das relaxte Nebenbei paffen beim Auto fahren .. alle waren sie gut ...
Frag' nicht wie viele vergebliche Versuch ich unternommen haben aufzuhören. Habe sehr früh angefangen (knapp 14) und ich hab alles in allem gut 17 Jahre geraucht - bis ich dann vor knapp 3 Jahren aufgehört habe, sozusagen von heute auf morgen. Aber der Weg dahin war nicht ganz einfach ..
Wichtig ist erst einmal sich über sein eigenes Rauchverhalten richtig bewußt zu werden. Wann rauche ich? Warum rauch ich dem Moment? So ne Art Stichwort Tagebuch kann dabei schon helfen. Auch ist das Wo wichtig .. Ziel dabei ist es, dass nicht die Situation oder die pure Gewohnheit das Verlangen steuert sondern das man das zurück nimmt. Gerade vorm Rechner, usw. verselbstständigt sich das total und man qualmt und qualmt und dann quillt der Aschi.
Wenn das dann geschafft anfangen sich selbst zu reduzieren und zwar die Orte an denen man raucht. Am Besten sagen, ich rauch nur noch in der Küche oder ich geh nur noch auf den Balkon. Am PC, vorm TV wird nicht mehr graucht. Das schafft Distanz, macht es auch umständlich, unbequem .. dieses Gefühl muss aufkommen, weil es hilft, die Entwöhnung leichter zu machen und es alter Last anzusehen.
Schafft man das, erzielt man automatisch eine Redzuierung .. und der nächste Schritt ist dann die "Genuss-Stengel" von der Liste zu bekommen, von wg. zum Kaffee und so. Das sind eigentlich die Schwersten. Auch wenns hart ist, aber für den Anfang darauf verzichten ist ein gutes Mittel.
Last but not least den Schlusspunkt setzen .. denn wenn man ganz bewußt das Rauchen steuert und sich selbst steinigt das man sagt, nur noch Küche und keine Kaffee-Kombi mehr, dann raucht man schon weniger. Und das ist dann der Punkt, da man auch mit sich selbst einen Schlusspunkt setzen sollte. Aber nicht zu weit weg ... max. 3-4 Wochen. Am Besten im Kalender markieren und vorzugsweise gegen Abend - ca. 1-2 Std. vor dem zu Bett gehen die Letzte rauchen und dabei schon fest denken "es ist die Letzte".
Vor dem zu Bett gehen deshalb, da der Körper im Schlaf gut die erste Entzugsphase weg steckt, ohne das man es groß merkt .. auch das Ganze zum WE zu machen ist hilfreich, weil man da länger pennt (pennen kann), was die erste Zeit leichter macht. Die ersten ca. 8-16 Stunden (je nach Typ) sind die härtesten.
Für den folgenden Tag Unternehmen einplanen - keine Gewohnheiten machen. Am Besten raus gehen, Bewegen, Ablenken. Vorzugsweise für den zweiten Tag auch. In der ersten Zeit auch Orte meiden, an denen viel geraucht wird. Ebenfalls beginnen sich einen Belohnungspunkt zu setzen > Wenn ich 4 Wochen durch gehalten habe gönne ich mir was!
Gemeinhin gilt, Freunde, Familie, Bekannte bitten einen zu Unterstützen. Ihnen sagen, was man vorhat und das sie soeziell die erste Zeit Rücksicht nehmen, damit es leichter fällt (sollten in der Family, usw. Raucher dabei sein).
Bewegung hilft auch sehr gut .. und sich nicht einreden, man muss sich andere Gelüste suchen. Das ist Blödsinn .. zunehmen wird man im Normalfall auch nicht (ich hab sogar abgenommen!).
Kurz und gut: Das war mein Weg .. und am 9.8. - also in einem Monat - blicke ich dann auf gesamt drei Jahre Nichtraucher Dasein zurück! Und darauf bin ich verdammt stolz .. mir geht es jeden Tag besser und es war eine verdammt gute Entscheidung, die ich damals getroffen haben. Heute kann ich auch wieder mit Rauchern in einem Zimmer sein .. stört mich alles nicht, komme damit gut klar.
Würde zwar lügen, wenn ich sage, ich möchte manchmal schon .. aber ich tus einfach nicht, denn sonst wäre diese Zeit einfach umsonst gewesen. Ich bin Nichtraucher geworden und ich habe den festen Willen es zu bleiben.
Wünsche Dir viel Erfolg und viel Durchhaltevermögen!
