Au jeh, die Diskussionen über "Lost" wären eigentlich schon eines eigenen Threads würdig...
Aber solange keine ernste Mahnung kommt (und die "Queer as Folk"-Fans auch Geduld mitbringen), will ich hier auch mal mitreden...
@Goreminister:
Ja, bei Lost beisst man sich ganz schön in den Allerwertesten, wenn man im Free TV mal ne Folge verpasst - das kann gerade bei dieser Serie ganz schön das Erscheinungsbild durcheinander bringen.
Ich kann von Glück sagen, dass ich erst vor ein paar Monaten mit dem intensiven Nachholen der Serie begonnen habe - wir haben als Clique massive "lost"-DVD-Abende gemacht (wie sicher Viele andere Leute hier auch

)... und ich, der von Serien in den letzten Jahren eigentlich nicht mehr so leicht zu begeistern war, war plötzlich wieder von diesem "Nur-noch-eine-Folge-es-ist-grad-so-spannend"-Wahn befallen.
Auf Pro7 gucke ich zwar auch gerade wieder, aber nur, weil ich diese Folgen schon kenne (und immer wieder nach kleinen Details suche

).
...aber mir unbekannte Folgen gucke ich meist in 3er- oder 4er-Portionen, weil ich immer unbedingt wissen will, wie es weiter geht... und weil sich manche Zusammenhänge so besser bei mir einprägen.
@CharLu:
Heikles Thema, wenn wir Beide uns dem von so unerschiedlichen Standpunkten nähern...
Aber einen versuch ist es ja immer wert.
CharLu hat folgendes geschrieben:
Wenn wir schon dabei sind das auseinander zu nehmen

.. was nützt es denn aber prinzipiell, wenn die Figuren nicht überzeugend sind? Die müssen doch die Geschichte erst transportieren, vermitteln, mich davon überzeugen, was sie da erleben? Und ich finde halt, dass sich die Macher anfangs schon zu sehr damit verstrickt haben, dass sie zu sehr auf "intelektuellen Inhalt" gesetzt haben. Damit haben sie das Mystery, dass es eigentlich sein sollte, getötet .. und am Ende ist es für mich auch eine nette Kombi aus Tommyknockers und Lagoliers .. nur auf einer Insel

.. (im Übrigen auch 2 Filme, die ich grottig fand).
Naja... an dieser Stelle kann ich da noch keinen gemeinsamen Nenner zwischen uns finden - die Schauspieler haben mich bis jetzt eigentlich durch die Bank überzeugt (lediglich der Darsteller von Boone war für mich nicht ganz auf dem Niveau der anderen - aber das Thema hat sich ja inzwischen erledigt

).
Intelektuell würde ich die Serie allerdings nicht betiteln... sie regt in meinen Augen einfach ungemein zur Spekulation und zur Nachforschung an - in den Rückblenden hingegen findet wieder eine Ausgleichphase statt, in der man sich sehr schön berieseln lassen kann.
Wobei ich ja auch mal einfügen mag .. es stellt sich ja auch noch die Frage danach, was ist Mystery? Am Ende steht es für geheimnisvoll, unheimlich, nicht irdisch .. und davon hat - wie gesagt, meine Sicht der Dinge - Lost gar nichts.
Nun, also... dass an Lost rein
gar nichts mystisches (im Sinne von: nicht irdisch!) sein soll, muss ich leider vehement verneinen - es gab bisher immer wieder Umstände, die einfach nicht logisch erklärt werden können, wie z.B.:
- warum verschlägt es so viele Personen in verschiedenen Fortbewegungsmitteln auf diese Insel?
- warum taucht irgendwo auf einer Insel im Südpazifik plötzlich ein Eisbär auf?
- warum kann John Locke (der Glatzkopf-Jäger) seit dem Absturz wieder gehen?
- was hat es mit Michaels Sohn Walt auf sich?
Manche seiner Gedanken gewinnen bedrohlich an Realität... er würfelt sogar immer genau die Zahlen, die er vorhersagt
Und wenn Dir das nicht genug ist:
gucke unbedingt mal am 6. November "Lost" - sie befasst sich zwar intensiv mit dem Junkie Charlie (der Charakter, der Dir am allerwenigsten zusagt, wenn ich richtig liege)... aber eine der Szenen kann man nur als mystisch (im Sinne von überirdisch und nicht logisch erklärbar) bezeichnen...
Es setzt zu sehr auf Action und auf die Geschichten der jeweiligen Figuren, was das Grundthema selbst langweilig werden läßt.
Dieser Erzählstil ist nicht gerade ein Mystery-Element, das muss man zugeben.
Ich will hier auch ganz ehrlich mal zugeben, was ich an "Lost" inzwischen hassliebe:
Die Charaktere werden durch die Rückblenden wirklich gut beleuchtet und ihre Ecken und Kanten erst nach und nach enthüllt ( mit manchen Sachen hätte man NIE im Leben gerechnet, auch in der 2. Staffel noch nicht) - dadurch kann sich der Zuschauer jedoch immer besser mit ihnen und ihrer Denkweise identifizieren... und ist dann manchmal umso mehr geschockt, wenn besagte Person plötzlich aus diesem Denkschema ausbricht!
ABER... die Kehrseite daran ist, dass die Beziehungen der Charaktere untereinander sehr oft Gefahr laufen, Soap-Opera-Zustände anzunehmen - DAS schockt mich manchmal doch sehr, wenn ich mich mit Kumpels über die Serie unterhalte und mir dabei vorkomme wie ein Teenie-Mädchen, das gerade über "Verbotene Liebe" quatscht... :0
Das Grundthema an sich wird in meinen Augen jedoch zu kaum einem Zeitpunkt langweilig (Ausnahmefolgen gab es jedoch schon) - es ist die nach wie vor währende Frage, was es mit dieser (keineswegs natürlichen) Insel auf sich hat - und warum sie auf verschiedenste Weisen die sich auf ihr befindlichen Personen beeinflusst.
Die Grundfrage, ob "Lost" tatsächlich Mystery ist, würde ich für meinen Teil guten Gewissens mit "ja" beantworten:
- jeglicher Versuch, gewisse Dinge logisch zu erklären, ist schon ab der ersten Folge zum Scheitern verurteilt
- beim öfteren Betrachten der Folgen fallen einem als Betrachter immer wieder Details auf, die bisher verborgen schienen und die ein völlig neues Licht auf das Gesamtkonzept werfen können.
Beispiele hierfür sind ein spanisches Comicheft (speziell das darin abgebildete Tier) oder (kommt im Free TV aber erst in einem Monat) auch eine Milchtüte, auf deren Packung ein Foto ist, das man in jeder Hinsicht nur als mysteriös bezeichnen kann.
Laaaaaaaaange Rede, kurzer Sinn:
"Lost" ist für mich tatsächlich Mystery... allerdings auf einer sehr abstrakten Ebene.
Die mystischen Elemente geben dem Betrachter immer neue Fragen auf, anstatt ihn durch ihre offene Anwesenheit zu bezaubern... aber gerade darin liegt meiner Ansicht nach der Reiz dieser Serie - ich für meinen Teil will immer wissen, wie es weiter geht, was das Geheimnis dieser Insel ist, etc.
Hugh, das ist meine Meinung!
...auch die Rückblenden fesseln mich immer wieder, da sie die Gegenwart gewisser Charaktere einfach sehr in frage stellen - der John Locke auf der Insel und der John Locke der Vergangenheit sind zwei völlig unterschiedliche Personen.... da fehlen (zumindest MIR) noch ein oder zwei Puzzleteilchen.
P.S.: An alle "Queer as Folk"-Fans:
Ich bitte nochmals um Entschuldigung, diesen Thread für die Erläuterung einer komplett anderen Serie missbraucht zu haben - Ihr habt in meinem Namen etwas gut bei den "lost"-Fans...

[/i]