Seed
Meine Fresse, armer Uwe. Da gibt der Kerl sich alle erdenkliche Mühe, aber er scheitert letztlich immer wieder an dem einem Faktor: Seiner eigenen geistigen Beschränktheit. Daraus allein kann man ihm nu' auch keinen Strick drehen, aber seine verstiegene Selbstherrlichkeit macht ihn dann eben doch zu einem der Grand Idiots der aktuellen Filmwelt. Da hilft es dann auch nichts, dass Leute wie Jochen Taubert und Andreas Schnaas und andere Amateurfilmer weit schlechtere Werke abliefern - Immerhin prahlen die nicht unbedingt mit ihrem Dreck. Überraschenderweise steckt in "Seed" einiges an durchaus gutem Material. Die Spannungskurve dümpelt zwar meist am Boden, aber zumindest gibt sich der Film relativ stilsicher und stringent. Ärgerlich allerdings, dass Boll sich mal wieder selbst Lügen straft, indem die Wirkung von laut Selbstaussage mit Bedacht eingesetzten Realaufnahmen lebend gehäuteter Hunde und tot geprügelter Waschbären aus dem Intro mit einer völlig ohne Zusammenhang eingestreuten, gut 5 Minuten langen Mettgutsequenz überschattet werden, in welcher der titelgebende Bösewicht einer storyfremden Frau mit einem Hammer langsam eine Matschbirne verpasst. Ich weiß, ich wiederhole hier nur, was andere schon tausend mal vor mir gesagt haben. Leider is' es ganz einfach so: Der Film ist kein Totalausfall, aber trotzdem nicht weiter beachtenswert. Und Uwe Boll ist einfach ein Großmaul, der sich durch sein aufgeblasenes Gehabe ein ums andere Mal an's eigene Bein pisst. Das stimmt mich wirklich traurig.
Ach ja, die Wertung für Seed: Immerhin 4/10 Punkten. Eigentlich fast schon verdammt gut für ein Bollwerk. Vielleicht schafft er's ja irgendwann doch mal.