So behandelt sie der Orgasmus-Arzt
Die Sex-Probleme der Frauen
Wie viele Ehen wird dieser Mediziner retten, wie vielen Paaren neues Glück schenken? Gynäkologe Dr. Johannes Sievers (47) eröffnete Deutschlands 1. Orgasmus-Klinik. Seine Diagnosen, seine Therapien.
Es ist das Problem, an dem bisher jede zweite Ehe scheitert: Ein Liebesleben ohne Erfüllung. Vor allem Frauen leiden: 33 Prozent kommen beim Sex nicht zum Orgasmus oder haben sogar Schmerzen.
Für all sie gibt es jetzt Hoffnung: Gynäkologe Dr. Johannes Sievers (47) eröffnete in Hamburg die erste Orgasmus-Klinik speziell für Frauen. Der Spiegel in einen dreiseitigen Bericht: Ein Mensch mit Pioniergeist!
BILD besuchte die Praxis, drei weißgestrichene Behandlungsräume in der Nähe der Uniklinik Eppendorf. Sexualstörungen sind Krankheiten, die geheilt werden können, so macht Dr. Sievers hier allen Patientinnen Mut. Die wichtigsten Probleme und wie er sie bekämpft.
Problem 1: Zu geringes sexuelles Verlangen (33 Prozent betroffen)
Häufig in den Wechseljahren, so der Arzt.
Das Sexualhormon Testosteron, das in den Eierstöcken gebildet wird, hat einen zu geringen Pegel. Manche Frauen leiden aber sogar schon mit Anfang 30 darunter, andere nach Operationen (Eierstöcke entfernt). Ein Bluttest zeigt den Hormonstatus.
Die Therapie: Das Hormon wird künstlich ersetzt. Der Arzt: Oft sind gar keine Tabletten nötig. Es reicht schon, Testosteron-Gel auf die Klitoris aufzutragen.
Problem 2: Der Orgasmus ist gestört oder bleibt aus (24 Prozent betroffen)
Oft tritt das mit 45 bis 50 Jahren auf. Der Reiz überschreitet plötzlich eine bestimmte Schwelle nicht mehr oder fällt kurz vorher ab.
Die Diagnose: Er führt einen Meßstab in die Scheide ein. Der Genito Sensory Analyzer vibriert, wird kalt und warm. Die Patientin gibt an, was sie davon noch spürt. Ein Computer errechnet daraus die innere Reizweiterleitung.
Der Arzt: Die Nerven können durch Krankheiten geschädigt worden sein, z. B. beginnende Multiple Sklerose oder Diabetes. Entsprechend wird dann behandelt.
Problem3: Eindringen des Penis schmerzt (14 Prozent) meist, weil die Scheide nicht feucht genug wird (10 Prozent)
Oft ist mangelnde Durchblutung schuld. Je geringer sie ist, desto weniger Feuchtigkeit wird produziert. Typisch bei Raucherinnen oder zu hohem Blutdruck.
So wird getestet: Die Patientin muß sich in einem separaten Zimmer selbst befriedigen. Die Praxis stellt dafür Pornofilme oder Vibratoren bereit. Aber auch der Partner kann helfen. Eine feine Sonde mißt dabei, wie sich die Durchblutung in der Scheide ändert. Wer das nicht möchte, kann das auch per Ultraschall feststellen lassen (ist aber ungenauer).
Die Therapie: Bei manchen Frauen wirkt Viagra, steigert die Durchblutung. Möglich sind auch Vakuumpumpen: Den weichen Saugnapf morgens und abends auf die Klitoris aufsetzen, die feinen Gefäße damit trainieren.
170 bis 600 Euro kostet eine Behandlung, je nach Zahl der nötigen Tests. Gesetzliche Kassen übernehmen die Kosten aber nicht.
Dr. Sievers lächelt: Für viele Paare lohnt sich die Investition jedoch ...