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(Grusel-) Geschichten

perfect007

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28.10.2001
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Bald ist wieder Helloween und ich habe mir gedacht, dass man für dieses Ereigniss hier im Forum mal ein paar kleine Horror und Gruselgeschichten sammelt. Ich möchte nun aber keine geklauten Sachen vorn irgendwoher, sondern eurer Schreibvermögen soll gefragt sein. Schreibt eine kleine Gruselgeschichte und postet diese hier dazu, so dass wir bis Helloween eine kleine Sammlung zusammen haben. Doch bevor ihr los schreibt, würde ich gerne ein paar Regeln aufstellen, da sonst einiges Schief laufen und einigen der Spaß am Lesen und Schreiben wohl verdorben würde.

  • - Denkt euch die Geschichte selber aus!
  • - Benutzt keine Namen aus dem Forum, also keine Nicknames anderer User
  • - Erdenkt euch eigene Charaktere. Ihr könnt zwar andere Literatur als Ideenlieferanten nehmen, aber verwendet nicht deren Charaktere (also zum Beispiel keinen Zwerg mit dem Namen Gimli)
  • - Versucht die Story möglichst wie ein normaler Roman zu schreiben, keine abgehakten Sätze, welche durch drei Punkte und dergleichen weiter geführt werden! Dadurch wird das Ganze etwas leserlicher und man verliert nicht so schnell den Überblick!
  • - Geister, Monster Untote und sonstige übernatürliche Phänomene sind gefragt, soll ja schließlich auch zu Helloween passen!!!
  • - Seit einfach mal kreativ
  • - Noch was, in diesem Topic die Geschichten NICHT kommentieren, bitte den entsprechenden Thread zum Diskutieren nutzen, hier sollen wirklich NUR die Geschichten stehen!

    Link zur Laberecke!
    http://www.gamezone.de/forum/topic_view.asp?fid=4&tid=4471&gid=&rand=2509202934

Das wäre es dann auch schon von meiner Seite aus, nun seid ihr gefragt!!!
 
Schon gut, da ich ja die Idee zu dem Topic hatte, werde ich mich auch mal um die Füllung des Threads kümmern und poste mal sogleich eine Story von mir.


Alptraum

Es war neun Uhr abends. Der Tag hatte schon vor zwei Stunden der Nacht den Weg frei gemacht. Jetzt umhüllte gnadenlose Dunkelheit die Hochhäuser der City. Um diese Zeit wurde es immer recht leise in der Innenstadt, da dort eigentlich niemand lebte. Die normalen Leute wohnten um die Innenstadt herum, dort wo sich das Geschäftszentrum nicht so ballt. Um diese Zeit war das Leben der Innenstadt dann wie ausgehaucht. Kein Schreien der Kinder, kein Diskutieren von Arbeitnehmern, selbst Autos hörte man so gut wie nie. Es war eine unheimliche, bedrückende Stille, welche die Innenstadt zu dieser Zeit immer umhüllte.

Arthur Weller, ein gepflegter Versicherungsangestellter, hatte heute noch viel in seinem Büro zu erledigen. Berge aus Papieren hatten sich auf seinem Schreibtisch gehäuft. Die hatte er heute endlich komplett durchgearbeitet. Doch dafür mußte er Überstunden scheffeln ohne Ende. Und jetzt! Er stand vor dem verglasten Wolkenkratzer, in dem sein Büro im 34. Stockwerk war. Da die nächste S bzw. U Bahn erst so gegen elf Uhr fahren würde, hatte er sich ein Taxi bestellt. Auf dieses wartete er nun. Er war gute 1,90 groß hatte, wie sollte es auch anders sein bei einem Versicherungsvertreter, schwarze glatt geschniegelte, nach hinten gekämmte Haare und trug die üblichen Kleider seiner Branche. Mann merkte ihm an, dass er Krafttraining machte, denn wie ein Harmloser kam er nicht daher, eher wie ein Türsteher - ein Schrank, ein Berge aus Muskeln. Er hasste es, wenn es so kalt und dunkel war. Die Sommermonate waren für ihn halt einfach das beste. Da war es den ganzen Tag über warm und abends hell bis um zehn oder elf Uhr. Einfach eine himmlische Jahreszeit, aber dieser kalte Winter - bei einem solchen Gedanken schüttelte es ihn immer.
„Hoffentlich kommt das Taxi gleich, ich will heim“ dachte er. Und als ob der Taxifahrer seine Bitte erhört hätte, kam er gerade um die Ecke gefahren. Mit quietschenden Reifen kam das Auto vor Arthur zum Stehen. Er nahm seine Aktentasche und stieg in das Taxi ein.
"Zur Sommerstraße 23 - Weststadt, bitte" äußerte er seinen Wunsch.
Der Taxifahrer gab nur ein leises O.K. von sich, schaltete in den ersten Gang und drückte aufs Gas. Der Motor des Mercedes heulte auf. Arthur war etwas erstaunt von dem rasanten Aufbruch und beeilte sich den Gurt anzulegen. Mit quietschenden und durchdrehenden Reifen fuhr der Wagen los.

Der Wagen fuhr mit hohem Tempo die Hauptstraße entlang, vorbei am Kino, den großen Hotels, das Bettengeschäft, dem Rathaus und der Stadthalle. Als nun die große Ost-West-Kreuzung kam, machte der Fahrer etwas langsamer. Die Ampeln waren rot. Das Taxi reihte sich auf der rechten Abbiegespur ein, die zur Weststadt führte. Nach einer halben Ewigkeit sprang die Ampel auf Orange um dann schließlich auf Grün zu wechseln. Der Wagen fuhr abermals mit quietschenden Reifen los. Doch statt nach rechts abzubiegen , lenkte der Fahrer stark nach links. Arthur wurde auf dem Rücksitz gegen die Tür gedrückt. Er ließ einen kleinen Schrei los als er sich so ruckartig in die unerwartete mit der Tür konfrontiert sah.
Als der Wagen wieder auf der Geraden normal weiter fuhr, beugte sich Arthur nach vorne und tippte auf die Schulter des Fahrers. Doch dieser reagierte nicht. Arthur versuchte über den Rückspiegel in das Gesicht des Taxifahrers zu schauen. Doch es wurde von Dunkelheit umhüllt so dass er nichts erkennen konnte. Nochmals versuchte er es mit dem Antippen. Doch das half nichts, der Fahrer wollte, oder konnte nicht reagieren. Arthur wurde jetzt ärgerlich. Er war es nicht gewohnt ignoriert zu werden und schon gar nicht, wenn ein Taxifahrer in die falsche Richtung fuhr.
"Mister.....", schrie er vor Wut. "MISTER...., wo fahren sie hin...... das ist die falsche Richtung!"
Der Fahrer machte keinen Zucker. Er bewegte sich nicht, gab keinen Laut von sich. Nichts.
"Hören sie Mann, halten sie rechts an ......... ich steig aus.. ich sagte ANHALTEN!!" versuchte Arthur wutentbrannt ihn auf sich aufmerksam zu machen. Doch der Wagen wurde nicht langsamer, ganz im Gegenteil. Der Fahrer drückte so richtig auf das Gaspedal. Die Tachonadel näherte sich mit raschen Schritten den 80. Arthur fing an zu kreischen, was völlig unüblich war für ihn. Plötzlich drehte sich der Fahrer um. Arthurs Schrei verstummte für kurze Augenblicke. Es war kein Gesicht in das er schaute, es war eine Fratze. Ein von Maden zerfressener Kopf mit leeren Augenhöhlen aus denen ein Rinnsal von Blut lief. Das Etwas versuchte zu grinsen. Dabei platzten aber einige Muskeln der rechten Wange und verteilten einzelne Fetzen des verfaulten Fleisches im Wagen. Dann kam ein tiefes Grollen aus seinem Mund, was wie ein Lachen klang. Arthur griff an den Türöffner und riss daran. Die Tür flog auf, aber sie stieß auf einen heftigen Widerstand. Im hohem Bogen flog sie davon und kam mit einem Scheppern auf der Straße auf. Mittlerweile fuhr der Wagen schon fast 90. Aber das störte Arthur jetzt gar nicht mehr. Er wollte nur eins: Aus diesem scheiß Taxi raus! Er entfernte seinen Gurt und schaute noch mal kurz zu dem Fahrer, der ihn immer noch anlächelte, bloß dass aus seinem Mund einige Maden raus krabbelten und sich der Rest seines Daseins weiter schälte, zerteilte und zerfiel. Arthur nahm allen Mut zusammen und sprang aus dem fahrenden Wagen, als sich eine Wiese näherte. Er versuchte sich abzurollen, was ein wenig missglückte. Doch die Wiese war recht hoch, so dass sie die meiste Kraft noch abfangen konnte. Nach Luft schnappend schaute er dem davon rasenden Wagen nach. Dieser fuhr nur noch geradeaus und schon bei der nächsten Kurve fuhr er mit dem hohen Tempo gegen eine Hauswand. Er explodierte sofort. Ein lauter Knall war zu hören und Feuer stieg gegen den dunklen Nachthimmel auf. Arthur konnte immer noch nicht fassen, was er da vorhin gesehen hatte.

Er versuchte sich aufzurappeln. Doch es wollte ihm nicht gelingen. Seine Beine schienen sein Gewicht nicht auszuhalten, sie waren wie Gummi - er sackte wieder zusammen und flog in das kalte Gras. „Dann ruh ich mich halt noch fünf Minuten aus, dann werden mir die Beine hoffentlich ja nicht mehr nachgeben.“ Er schnaufte noch einige Male tief durch. Trotz der Kälte schwitzte er sogar. Er beobachtete die Gegend. Doch man sah eigentlich nichts. Obwohl man hier schon in der Wohngegend war sah man kein Auto, keine Menschen ja selbst keine Katzen. In keinem der Wohnhäuser brannte Licht. Nichts rührte sich. Ein eiskalter Schauer lief Arthur über den Rücken. So ausgestorben hatte er noch nie ein Wohnviertel gesehen. Er versuchte irgendwelche Geräusche auszumachen. Doch selbst der Wind war verstummt. Das ganze war nicht natürlich. „Es kann einfach nicht natürlich sein.“ Er versuchte sich nochmals aufzurappeln. Diesmal gelang es ihm , auch wenn er noch etwas wackelig auf den Beinen stand. Er schaute sich noch mal um und auf das brennende Auto. Das Feuer erhellte die ganze Straße. Doch in dem hellen Licht konnte er etwas dunkles ausmachen. Als es näher kam konnte er die Konturen erkennen. Es war ein Mensch, der in Flammen stand. Doch dieser schrie nicht, fuchtelte nicht mit den Armen, so als ob ihm die Hitze nichts ausmachen würde. Dann erkannte Arthur plötzlich, wer das war - der Taxifahrer. Er lebte noch.
Arthur bekam es mit der Angst zu tun. Er lief los, so schnell seine Beine es zuließen. Er würdigte der Kreatur keinen einzigen Blick mehr. Er rannte und rannte. Einige Male wollten seine Beine nicht mehr mitmachen. Er drohte zu stolpern und mit aller Wucht auf die Pflastersteine zu fliegen. Doch jedes Mal konnte er sich gerade noch fangen. Sein Herz schlug immer schneller, sein Atem ging immer heftiger und der Schweiß strömte nur so aus seinen Poren, aber das nicht nur wegen dem Rennen. An der nächsten Einmündung machte er an einer Laterne halt, an der er sich lehnte. Das Herz raste. Er schnappte nach Luft, versuchte sich zu beruhigen. Nach einer Weile blickte er sich um. Er konnte den Taxifahrr nicht mehr ausmachen.
Er ging langsam in die einmündende Straße. Seinen Blick nach unten auf den Boden gesenkt. „Das kann doch alles nicht wahr sein. Es war ein so schöner Morgen mit Felicitas gewesen und dann das. Kann doch alles nicht sein“ schoß es durch seinen Kopf. Gedankenverloren ging er den Weg entlang.

So schlenderte er die Straße entlang. Diese war ebenfalls so ausgestorben wie die andere. Man konnte niemanden sehen oder etwas hören. Mausetot war alles. Doch plötzlich ertönte ein lautes Grollen. Arthur blieb das Herz stehen. Er drehte sich langsam aber sicher um. Hinter ihm begann sich die Straße zu teilen. Ein riesiger, breiter Spalt entstand genau in der Mitte der Straße. Aus der Tiefe schoss Hitze in die Luft, welche durch vereinzelt Funken angereichert wurde. Der Spalt verlängerte sich beständig. Hinter dem Spalt konnte Arthur nur gähnende Leere, eine tiefschwarze Dunkelheit ausmachen. Dann begann der Boden zu beben. Das Ende des Gehweges hob sich in die Höhe. Die einzelnen Pflastersteine formten eine riesige Welle. Diese begann langsam aber sicher auf ihn zuzukommen. Er konnte seinen Augen nicht trauen. Er wußte, dass er keine Zeit mehr verlieren durfte, wenn er nicht von dieser Steinwelle erschlagen werden wollte. Doch seine Beine befolgten nicht seinen Befehlen. Seine Augen weiteten sich als die Welle immer näher kam. Noch immer vergrößerte sich der Spalt. Feuer stieg daraus empor. Eine bedrückende Hitze stieg aus dessen Tiefe. Er nahm noch mal allen Mut zusammen und rannte, er rannte um sein Leben. Doch zu seinem Übel wurde auch die Welle immer schneller. Gelegentlich spie sie einzelne Pflastersteine dem Himmel entgegen. Diese prasselten wie ein Kometenhagel auf ihn ein. Ein Stein streifte seinen linken Arm, riss ihm die Haut auf. Das warme Blut schoss aus der offenen Wunde. Doch Arthur bemerkte es kaum, war mit der Flucht viel zu viel beschäftigt. Er rannte um sein nun kümmerliches Leben. Vor ihm kam eine kleine Unebenheit im Boden. Einige Steine waren durch eine Baumwurzel nach oben geschoben worden. Arthur bemerkte es nicht. Er blieb daran hängen und flog der Länge nach auf den Boden. Er versuchte den Sturz mit den Händen abzufangen, doch diese rutschten auf dem Boden nach vorne weg. Seine Knochen schmerzten, einige Schürfwunden brachten ihm stechende Schmerzen ein. Doch er kam wieder auf die Beine. Ein Blick nach hinten sagte ihm, dass er sich lieber beeilen sollte. Er rannte voller Panik wieder los. Das Grollen wurde immer lauter. Steine schlugen überall auf der Straße und dem Rest ein. Der Boden bebte. Arthur bemühte sich, nicht noch einmal hinzufallen. Er fuchtelte mit seinen Armen nur so umher, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren. Ein Pfeifen kam durch die Luft. Arthur hielt kurz an und schaute zum Himmel. Erschrocken sprang er einen Schritt zurück. Direkt vor ihm stürzte ein Stein zu Boden. Dieser hätte ihm den Kopf zerschmettert, wenn er nicht zurückgegangen wäre. Er atmete tief ein und wieder aus, dann rannte er weiter. Das Grollen wurde schon fast so laut, dass einem das Trommelfell zu platzen drohte. Arthur erblickte eine Kirche. Er lief direkt darauf zu und hoffte, die Eingangstür unverschlossen vorzufinden. Er stolperte die Treppenstufen hinauf und riss am Türknauf. Die schwere Holztür machte knarrend einen Weg ins Innere frei. Er stürmte in die Kirche. Noch immer schoss ein Steinhagel auf alles ein. Einige trafen auch die Kirche und zertrümmerten die Decke. Arthur lief in eine dunkle Ecke der Kirche. Dort ließ er sich an der Wand nieder und setzte sich auf den kalten Boden. Vereinzelt regnete es Trümmer von der Decke, dort wo die Steine aufschlugen. Er vergrub sein Gesicht in seinen Händen und weinte, hoffte, dass dieser Alptraum mal ein Ende haben würde.

Als sich die Erde dann endlich beruhigte und der Steinhagel aufhörte, wagte Arthur sich wieder aufzurappeln. Von der Kirchendecke war nicht mehr viel übrig. Alles lag in Staub und Trümmern am Marmorboden der Kirche. Die meisten Holzbänke waren ebenfalls zerschmettert. Noch immer lag ein leichter Staubschleier in der Luft. Arthur schaute sich um. Sein Blick viel auf den Altar, auch dem ein Gefäß stand, zumindest zu stehen schien. Denn kurz darauf bewegte sich diese und rote Flüssigkeit schwappte über. So langsam bildete sich eine richtige Pfütze auf und um den Altar, doch mittlerweile konnte fast nichts mehr Arthur erschrecken. Er hatte heute schon zuviel mitgemacht. Aber ganz geheuer war ihm das nicht. Er schlich sich aus der Kirche und schloß die Tür hinter sich. Er schlenderte in den Friedhof hinein. Alle Grabsteine waren in Reihen aufgestellt. Fein säuberlich, immer im gleichen Abstand, Reihe für Reihe. Doch Arthur sah das alles nicht. Er ging einfach des Weges und war in seinen Gedanken vertieft. „Das alles kann es doch nicht geben. Spinn ich denn jetzt völlig? Klar man hatte mir oft gesagt, dass ich ein wenig spinne, aber so? Der Taxifahrer, die Straße und dieser Altar. Das kann doch nicht alles die Wirklichkeit sein!“ grübelte er.
An einem weiteren Altar in der Mitte des Friedhofes machte er kurz halt. Die dunklen Wolken waren verschwunden. Eine runde Scheibe beleuchtete den Friedhof, eine klare Vollmondnacht. Arthur schaute auf die Sterne. „Die sehen nach der Wirklichkeit aus“ dachte er sehnsüchtig. Die Kirchturmuhr schlug zwölf. Es war nun also schon Mitternacht. Arthur bemerkte nicht, wie plötzlich der Boden neben ihm aufbrach und eine verfaulte Hand nach seinem Bein griff. Just in dem Moment, wo die Hand zupacken wollte, drehte Arthur sich um und wollte sich am Altar abstützen. Doch die Hand griff ins Leere. Dadurch das Arthur sich umdrehte konnte er auch nicht sehen, wie sich aus den meisten Gräbern hinter ihm die verfaulten Leichen aus der Erde ausbuddelten. Arthur war zu sehr in seine Gedanken vertieft. Erst erschienen die Hände aus der Erde, oder das was von diesen noch übrig war, dann brach die Erde auf und der Kopf mit dem Oberkörper wurde sichtbar. Der eine mußte seinen Kopf in der Hand halten, da man ihm dem Schädel wohl abgeschlagen wurde, doch auch das hinderte die Kreatur nicht daran, aus dem ‚Grab auf zu stehen. Der andere hatte nur einen Arm oder riesige Löcher im Körper. Der Rest sah ziemlich normal aus wenn man von der Verwesung absah, die den Körper auffraß. Die Truppe von Zombies bewegte sich mit ausgestreckten Armen auf Arthur zu. Arthur erschrak, sein Herz stand still, als er ein Schlurfen hinter sich hörte. Er drehte sich blitzartig um, die Arme auf den Altar gestützt. Erst jetzt bemerkte er die Meute der Zombies. Seine Augen weiteten sich. Er bekam es wieder mit der Angst zu tun, der Schweiß setzte wieder ein. Er wollte loslaufen. Doch in diesem Moment ergriff die Hand, die neben ihm aus der Erde ragte sein Bein. Dadurch dass er nach vorne sprinten wollte und das linke Bein festgehalten wurde, stürzte er zu Boden. Er landete mit dem Gesicht in der Erde. Er prustete kurz den Staub aus seinem Mund. Die Erde knirschte zwischen seinen Zähnen. Er versuchte sich auf den Rücken zu drehen, was ihm nur halbwegs gelang. Die Hand hatte sein linkes Bein fest im Griff. Voll Panik schlug er auf die Hand ein. Diese wollte aber nicht nachgeben. Der Griff wurde eher noch stärker. Er fand einen Stock neben sich. Mit diesem rieb er nun über die Hand. Besonders viel konnte sie ja nicht aushalten, das verfaulte Ding. Und tatsächlich, so langsam grub sich das Holz in das Fleisch. Schwarzes Blut sprudelte in alle Richtungen. Nach kurzer Zeit war es vollbracht. Er hatte die Hand getrennt. Er schüttelte die Kraftlose Hand von seinem Bein und stand auf. Doch in diesem Moment packte ihn wieder jemand von hinten an der Schulter. Es wirbelte ihn herum, so dass er in die hohlen Augenhöhen des Zombies blicken mußte. Er schrie wie am Spieß. Der Zombie packte ihn am Hemd, riss ihn hoch und warf ihn über die Meute wieder zurück von wo er hergekommen war. Er schlug geradewegs auf einem Grabstein auf. Ein leichtes Knacken war zu hören. Doch nur der Grabstein hatte einen Sprung bekommen. Trotzdem zuckte der Schmerz durch seinen Körper. Er krümmte sich, fasste mit der Hand aufs Rückgrad. Fürchterliche Schmerzen durchströmten seine Nerven. In diesem Moment sackte er zusammen. Für einen kurzen Augenblick schien er bewußtlos zu sein, er sah nur noch Schwarz.
Dann kam ein Tosen und Beben auf. Dies brachte ihn wieder in die Realität zurück. Die Zombiemeute hatte sich um ihn versammelt, griffen ihn aber nicht weiter an. Er wagte nicht aufzustehen, was er wahrscheinlich vor Schmerzen eh nicht geschafft hätte. Das Tosen wurde immer lauter und diese Kreaturen immer unruhiger. Plötzlich gab es einen riesigen Knall und die Kirche erbebte. Jede einzelne Mauer sackte in sich zusammen. Ein gleißend rotes Flammenmeer stieg in den Himmel. Dort wo einst die Kirche stand, sprühten Funken durch die Luft. Wieder kam diese Hitzewelle auf. Arthur schaute mit glasigen Augen auf die Geschehnisse. Er hatte keine Kraft mehr. Er konnte keinen Widerstand mehr leisten. Die Flammen spiegelten sich in seinen Augen wieder. Er war kurz davor wieder das Bewußtsein zu verlieren. Da schlug ihm einer der Zombies auf den Hinterkopf, und er war wieder vollkommen da.
Aus der Tiefe des Feuers stieg eine Kreatur herauf. Rot, riesig, mit einem langen Drachenschwanz, riesig Klauen und zwei Hörnern auf dem Kopf. Es war nicht zu übersehen, dass dies der Herr der Finsternis war. Auch wenn man ihn noch nie gesehen hatte. Der Teufel gab ein höhnisches, tiefes Lachen von sich. Dann griff er nach Arthur. Seine Klauen waren so riesig, dass sie ihn komplett in der Faust vergruben. Er fing wieder an zu schreien, wenden und schlug wild um sich herum. Doch alles half nichts. Der Herr der Finsternis packte ihn mit der einem Hand an den Armen und mit der anderen an den Füßen. Er ließ ein tiefes Schnaufen von sich hören. Heiße Luft strömte aus den Nasenlöchern. Arthur versuchte immer noch sich zu befreien. Doch seine letzten Kräfte waren aufgebraucht. Sein Schrei ging in ein Schluchzen über. Tränen flossen über seine Wangen. Dann begann der rote Teufel ihn zu strecken. Er zog langsam an beiden Enden. Arthur wurde es schwindlig. Die Schmerzen der Arme und Beine waren fast unerträglich. Er warf seinen Kopf in den Nacken, wollte schreien. Doch nur ein erstickter Laut war zu hören. Er wurde immer weiter gestreckt. Es schien ihm als ob er schon mindestens doppelt so lang wäre. Ständig warf er vor Schmerzen den Kopf hin und her. Ein leises Knirschen war schon zu hören. Bald würde der Herr ihm was ausreißen. Trotz aller Schmerzen fiel er nicht in Ohnmacht. Sein Verstand war vollkommen da. Das machte die Sache noch viel schlimmer. Wenn er nicht mehr da wäre, würde er nichts mehr mitbekommen.
Dann plötzlich war es so weit. Arthur hörte das Krachen, schnappte tief nach Luft und biss sich auf die Lippen. Das Blut rann ihm die Wange hinunter. Das rechte Bein hing lose da. Er warf noch einmal den Kopf nach hinten, wollte vor Schmerzen lauthals schreien. Dann wurde es schwarz.

Er wachte schweißüberströmt auf. Arthur blinzelte, seine Augen hatten sich schnell an die Dunkelheit gewöhnt. Er lag in seinem Bett in seinem Schlafzimmer. Er war noch benommen. Doch das Ganze war nur ein Alptraum gewesen. Nun war es vorbei. Er schnaufte noch ein paar mal durch und dann fasste er sich an das rechte Bein. Es war auf jeden Fall noch dran. Aber als er es leicht berührte zuckte er zusammen. Es schmerzte fürchterlich. Aber konnte er eine Verletzung aus einem Traum auch in die Wirklichkeit mit rüber gebracht haben? .......................
 
BIOHAZARD - RESIDENT EVIL
FERIENHÖLLE


Kapitel 1

Stan und Leslie, ein frisch verheiratetes Paar waren gerade auf dem Weg in ihre Flitterwochen. Sie hatten vor zwei Tagen in Las Vegas geheiratet. Es war eine prachtvolle und vor allem große Hochzeit gewesen.
Stan war ein sehr gut aussehender junger Mann, ein Architekt der sein Fach gut verstand. Er war 28 Jahre alt , hatte kurze, braune Haare. Seine dunkelbraunen Augen paßten perfekt dazu. Er war gut gebaut, wie schon erwähnt, und legte ständig ein fröhliches Verhalten an den Tag.
Leslie war eine junge und auch nicht zu verachtende Frau. Sie hatte dunkel blaue Augen, die meist fröhlich leuchteten. Ihre langen Haare, die fast bis zum Beckenbereich herunter hingen, ließ sie immer offen herunterfallen. Sie besaß die Traummaße, von denen die meisten Frauen und Teenager nur träumen konnten.
Beide saßen nun in der ziemlich leeren Boing 747, die sich ihren Weg durch die Wolken nach Isla Bonale bahnte, eine sehr kleine Insel im östlichen Karibik-Gebiet. Sie war eine Insel, die nicht gerade so besucht war wie Hawaii und andere Teile der Karibik, und vor allem jetzt in der Nachsaison. Die Maschine setzte zum Landeanflug an. Eine quäkende Stimme war über die Lautsprecher zu hören, welche die wenigen Fluggäste aufforderte, ihre Sitzgurte wieder fest zu ziehen, das Rauchen einzustellen und die Tische wieder hoch zuklappen. Leslie sah gerade aus dem Fenster. Sie beobachtete die Möwen, die unter ihnen ihre Kreise zogen und blickte dann zu der Insel hinüber.
Eine schöne Insel. Bin ich froh, das Stan das Krankenhaus dazu überreden konnte, mir Urlaub zu geben. Das war auch wirklich mal nötig.
“Hey, Stan! Wach auf! Wir sind im Landeanflug. Stan!”
Sie stieß ihren Ellenbogen in Stans Rippen. Er fuhr erschrocken hoch, mit weit aufgerissenen Augen.
“Was, was ist los? Stürzen wir ab?” fragte er unsicher.
“Na klar!” meinte Leslie frech.
In den Augen von Stan blitzte kurz die Angst auf, doch er beruhigte sich gleich wieder und fing an zu grinsen. Leslie mußte losprusten und er stimmte mit ein.
“Das war aber kein guter Scherz.” Meinte er.
“O. K., ich gebe mich geschlagen, ich gebe auf. Stan,... schau mal aus dem Fenster, ist die Insel nicht schön. Alles voll mit Regenwald, kaum Häuser zu sehen und ringsherum nur weißer Sandstrand. Herrlich!”
“Wunderschön! Es gibt wohl kaum einen besseren Ort in der weiten Welt, an dem ich sonst noch meine Flitterwochen mit dir verbringen möchte. Die Reise selber war ja auch noch verhältnismäßig billig. Doch ....es ist wunderschön”
“Ja, das wird der schönste Urlaub meines Lebens!” behauptete Leslie.
Stan beugte sich zu Leslie hinüber und gab ihr einen Kuß.
“Und heute Abend werden wir es mal so richtig machen, was meinst du?” fragte er.
Sie drehte sich leicht zu ihm um, wobei sie die Augen von der Insel lösen mußte, und schenkte ihm ein Lächeln, welches ihm schon alles sagte.

Kapitel 2

Während es bei den Beiden in der Nacht heiß herging, ereignete sich einige Kilometer vom Hotel entfernt eine Katastrophe. Ein privates Frachtflugzeug bekam unaufhaltbare Schwierigkeiten.
“Scheiße, Eddy ....wir haben ein verdammt unangenehmes Problem!”
“Ich sehe es Frank, ...ich sehe es” der Pilot drehte sich um und schrie ängstlich in den Gang hinein “Mario, uns fällt der Strom so langsam aus!”
Doch von Mario war nichts zu sehen und zu hören. Der Kopilot Frank griff hastig zum Funkgerät und versuchte einen Funkspruch an den Nächsten Flugplatz, Isla Bonale Airport, zu senden, doch es war auch schon ausgefallen. Zumindest bekamen sie keine Antwort. Der Pilot kontrollierte die Anzeigen für Sprit, Flughöhe und Geschwindigkeit. Er sah nicht gerade glücklich aus.
“Wir verlieren an Höhe. Was soll ich machen!... Es läßt sich auch nicht mehr lenken, geschweige denn auf einer bestimmten Höhe halten.”
Der eiskalte Angstschweiß lief den Beiden über die Stirn. Sie fummelten über die noch funktionierenden Steuereinheiten, doch die Maschine war nicht zu stoppen. Es fielen immer mehr Funktionen aus, immer mehr lichter erloschen. Frank versuchte es nochmals mit einem Funkspruch.
“Mayday, Mayday, ....hier Privat-Umbrella-Airline, .....hört mich irgend jemand, Mayday!!”
Außer einem Knistern war nichts zu hören. Er schmiß den Kopfhörer gegen das Steuerpult und fluchte. Eddy versuchte derweil immer noch das Flugzeug wieder auf Flughöhe zu bringen, vergebens. Er blickte auf den Höhenmesser. Es waren noch ca. fünfzehntausend Fuß. Einen Augenblick später knackte es laut und der Höhenmesser gab den Geist auf. Das Glas zersprang und verteilte sich in unzählige Einzelteile im Cockpit.
“Ich kann die Maschine nicht halten, wir stürzen ab” er schaute ängstlich zu Frank rüber, der seine zitternden Hände auf den Steuerknüppel gelegt hatte. Das Radar zeigte noch an, daß sie ungefähr fünfzehn Meilen von der Insel entfernt waren.
“Die einzige Möglichkeit ist eine Notlandung auf dem Flughafen. Doch ob wir es noch bis dahin schaffen ist eine zweite Frage. Frank, geh nach hinten und suche Mario. Vielleicht weiß er eine Lösung des Problems.” befahl der Pilot.
Frank kramte unter dem Sitz bis er eine große Taschenlampe fand, so eine wie die Polizei sie auch immer benützte, und entfernte sich mit schnellen aber unruhigen Schritten.
Währenddessen versuchte Eddy alles, um die Maschine wieder unter Kontrolle zu bekommen, doch es vielen immer mehr Funktionen aus. An einigen Steuereinheiten war schon ein Kurzschluß aufgetreten, so daß diese Bedienungen wohl die meiste Zeit lang gedient hatten. Ohne Kontrolle und ohne Kursänderung steuerte das Flugzeug direkt auf die Insel zu. Es war gerade einmal noch elf Meilen von ihr entfernt und flog in einer Höhe von ca. zehntausend Fuß.

Fortsetzung folgt ....
 
Kapitel 3

Frank tastete sich durch den Flur. Die Taschenlampe bot dabei nur ein spärliches Licht. Die Batterie würde wohl nicht mehr lange halten. Angstschweiß tropfte von seiner Stirn. Mit bebender Stimme rief er immer wieder nach Mario, doch er bekam keine Antwort.
Frank blieb kurz stehen um in das Büro hinein zu leuchten, welches auf seiner rechten Seite lag. Außer den Büromöbeln, dem Papierkram und jede Menge Aktenordner war nichts zu sehen.
Er drehte sich wieder um und ging den Flur weiter entlang. Am Ende dieses Ganges lag der Lagerraum, zu diesem hatte aber keiner Zutritt außer Mario. Frank fragte sich schon lange, was sich dahinter verbarg. Woche für Woche flogen sie umher und wußten nicht einmal was sie transportierten. Doch er konnte bis jetzt noch nie herausfinden, was dort immer gelagert wurde.
Am Ende angekommen leuchtete er noch einmal kurz auf die Tür. Er sah den üblichen Aufkleber “Betreten strengstens Verboten - Nur für befugtes Personal”. Aber das interessierte ihn einen Scheißdreck. Mario war verschwunden und er wollte ihn finden. Er legte seine Hand an den Türknauf und drehte daran. Nichts geschah. Er drehte sich nach rechts. Direkt vor ihm war das Labor. Auch dort war der Zutritt verboten und auch dort probierte er den Türknauf aus. Diesmal hatte er mehr Glück. Die Tür ließ sich öffnen.
Er stieß dir Tür mit zitternden Fingern auf, erst dann erleuchtete er den Raum mit der Taschenlampe. Es stockte ihm den Atem, bei diesem Anblick, der sich ihm darbot. Es war ein Szenario, wie er es nur aus einem Horrorfilm kannte. Mario, besser gesagt das was von ihm noch erkennbar war, war in sämtliche Einzelteile zerrissen worden. Die Teile lagen quer durch den Raum verstreut. Der Kopf lag direkt vor ihm aus dem ihn die weit aufgerissenen Augen anstarrten. Ein Arm war auf dem Tisch, von dem das Blut wie ein scharlachroter Wasserfall herunter floß. Der Tisch nahm einen großen Teil des Raumes ein und somit konnte Frank auch nicht viel mehr erkennen, abgesehen von den unzähligen Blutspritzer und einzelnen Fleischstücken die hier und dort herumhingen.
Übelkeit stieg ihm auf. Er fing schon an zu würgen, wollte die Überbleibsel des Essens auf den Boden verteilen. Doch er konnte sich noch beherrschen. Er rang nach Luft und massierte sich den Hals. Dieser ekelhafte Geschmack im Hals würde er wohl so schnell nicht loswerden. Frank versuchte zu schrein, aber außer einem kleinen Krächzen kam nichts hervor. Er machte kehrt und schlurfte den Gang zurück, die Hand an der Wand um sich abzustützen. Diese schrecklichen Bilder gingen ihm nicht aus dem Kopf. Im Magen war es ihm flau. Er hatte ein ungutes Gefühl.
Nach ca. zehn Metern blieb er stehen und lehnte sich an die Wand. Er rutschte langsam an ihr herunter und setzte sich. Er hielt es für besser sich erst einmal zu setzen um wieder zu sich zu kommen. Mitgenommen war er ja ganz schön und seine Stimme hatte er auch noch nicht wieder gefunden. Er saß nur da, den Kopf in die Handflächen gelegt und wimmerte.
Einen Augenblick später ertönte ein Poltern. Frank schrak auf und fummelte nach der Taschenlampe. Das Geräusch war eindeutig aus dem Büro gekommen. Als er die Lampe fand machte er sie sofort an und beleuchtete den Gang. Nichts war zu sehen. Er rappelte sich langsam auf, angespannt vor Angst ging er langsam dem Büro entgegen. Kein Laut, außer den Motorengeräuschen war nun zu hören. Er näherte sich der Tür ganz langsam auf Zehenspitzen. Als er die Tür erreichte und in den Raum gehen wollte, sprang ihn eine große glitschige Kreatur fauchend an. Er fing an zu schreien, hatte seine Stimme wieder gefunden. Hände fuchtelnd versuchte er sich von dem Griff zu befreien, wobei ihm die Taschenlampe aus der Hand glitt. Sie krachte auf den Boden. Das Glas zersprang und das Batteriefach öffnete sich. Im hohen Bogen flogen die Batterien heraus und es wurde dunkel. Frank versuchte immer noch aus dem Griff raus zukommen, vergebens. Er wurde statt dessen gegen die Wand geschleudert. Er stöhnte vor Schmerzen auf und sackte zusammen. Vom Cockpit aus hörte man Eddy rufen.
“Frank ! Frank, was ist dort hinten los. Was treibt ihr da? Schaut lieber da....” und die Stimme verlor sich wieder, da Frank schon wieder von dem Monster gepackt wurde. Er mobilisierte seine letzten Kraftreserven, um Eddy die Lage mitteilen zu können.
“E....E....Eddy!” hörte man Frank schreiend und gleichzeitig krächzend “ mach di...die Türe zu, e...”
Das Monster drückte fest zu. Frank schrie plötzlich auf, als die Schmerzen sich ihren Weg durch den Körper bahnten. Doch dies war noch nicht alles. Mit seiner großen Klaue holte das Biest aus und zerfetzte das gesamte linke Bein. Höllische Schmerzen durchzuckten den Körper. Sie waren schon so unerträglich, daß sie fast schon wieder erträglich waren. Vor lauter Schmerzen verlor Frank das Bewußtsein. Doch bevor er ins Jenseits abtauchte, hörte er noch das Zuschlagen einer Türe. Dann war es aus. Das Monster holte zu einem weiterem Schlag aus, zerfetzte ihm den Brustkorb und entriß ihm das Herz. Der leblose Körper sackte auf dem Boden zusammen.

Kapitel 4

Eddy schaffte es einfach nicht die Maschine zu steuern. Sie waren jetzt schon kurz vor der Insel und flogen direkt auf den kleinen Berg zu. Wenn ich den Vogel nicht gleich hochbringe, ist es aus mit uns.
Plötzlich hörte er Frank wie am Spieß schreien. Er drehte sich kurz um, um in den Flur zu schauen. Er konnte gerade noch sehen wie das Licht der Taschenlampe sich dem Boden näherte und dann erlosch. Ein lauter Kracher war wieder zu hören.
“Frank! Frank, was ist dort hinten los. Was treibt ihr da? ...Schau lieber das du zurückkommst. Hörst du mich Frank. Fraaank!”
Im ersten Moment war nur ein grummeln und schnauben zu hören. Er lauschte angestrengt. So langsam bekam er es mit der Angst zu tun. Was geht dort hinten nur vor. Er wollte gerade aufstehen als er eine krächzende und gleichzeitig schreiende Stimme vernahm.
“E....E.....Eddy!....Mach die Türe zu, e...” es war nur noch ein erstickender Schrei zu hören.
Eddy war mittlerweile an der Türe angelangt. Er packte den Türknauf und lauschte noch einmal. Er zitterte am ganzen Körper. Wenn er wenigstens wüste, was dort hinten auf ihn lauerte. Er stieß die Türe zu. Sie flog mit einem lauten Kracher in den Türrahmen und ein Klicken war zu hören. Die Tür war wenigstens verschlossen. Eddy blieb wie angewurzelt vor der Türe stehen. Alle möglichen Gedanken gingen ihm durch den Kopf. Die schönen Tage mit Frank, all die Flüge die sie miteinander verbracht hatten und sonstige Dinge.
Er wurde aus seinen Gedanken gerissen. Ein lauter Kracher gegen die Türe, die diese zum erbeben brachte, führte ihn wieder in die Wirklichkeit zurück. Erschrocken sah er zur Tür auf. Wieder krachte etwas gegen die Türe. Lange würde sie nicht mehr halten. Mit langsamen und unsicheren Schritten wich er nach hinten zurück. Seine Hände bebten. Er bekam es ganz schön mit der Angst zu tun. Noch einmal krachte es gegen die Türe. Sie bog sich schon langsam nach innen durch. Nicht mehr lange und sie brach.
Beim Rückwärtsgehen stieß Eddy sich den Fuß am Sitz an. Er schaute blitzartig nach hinten. Der Berg raste mit einer unglaublichen Geschwindigkeit auf ihn zu. Eddy schwang sich in den Sitz, ergriff den Steuerknüppel und versuchte nochmals das Flugzeug nach oben zu ziehen. Nichts geschah. Die Bäume näherten sich unaufhaltsam. Die Maschine war kurz vor dem Boden.
Plötzlich zersplitterte die Tür. Einige Holzsplitter bohrten sich in Eddys Hals. Er fuhr mit seiner Handfläche über den Hals, bis er den Splitter und sein warmes Blut fühlte. Er spürte einen leichten Stich und drehte sich in diesem Moment zur Türe um. Im Türrahmen war schemenhaft eine Kreatur zu erkennen. Er konnte bei diesen Lichtverhältnissen fast nur die Umrisse sehen. Es hatte sehr kräftige Beine und Arme, mit drei Messerscharfen Klauen daran. Der Kopf war einigermaßen groß. Das Gehirn hing ihm links und rechst vom Kopf herunter. Es sah sowieso aus, als ob es keine Haut hätte. Es stand so da, nur aus purem Fleisch überzogen mit einer schleimigen Schicht, von der sich immer wieder ein paar Topfen lösten. Es riß das Maul weit auf und brüllte. Ein schrecklicher laut, der in jedem Ohr weh tat. Eddy verkrümelte sich so gut er konnte hinter dem Sitz, als es das riesige Maul nochmals öffnete. Heraus kam eine lange Zunge die in der Luft einmal schnallte, um dann Kurs auf Eddy zu nehmen.
In diesem Moment tauchte ein gleißendes Licht auf. Der Flieger knallte gegen den Berg. Eddy wurde auf den Boden geworfen und verlor das Bewußtsein. Eine Welle aus Feuer brach über das Flugzeug ein, als es explodierte. Ein langer Feuerstrahl schoß in den Himmel. Einzelteile flogen umher und verteilten sich im Regenwald. Aus dem hinteren Teil des Flugzeuges waren einige riesige Glasbehälter und anderes Zeug auf dem Boden zersplittert. Es waren einige Sachen aus dem Verbotenen Frachtraum. In einigen Gefäßen konnte man irgendwelche verkohlte Viecher erkennen. Es waren Eindämmungskammern mit gefährlichen Inhalten gewesen. Auf einer dieser Kammern war noch ein Aufkleber mit dem Bild der Kreatur, die Frank umgebracht hatte zu sehen. Außerdem stand dort noch mit Rotschrift drauf “Warning / Danger!”. Es waren Kreaturen aus den Labors von Umbrella, die jetzt, zumindest die wenigen die nicht drauf gegangen waren, die Insel nach Beute absuchten. Es lagen auch einige Behälter auf dem Boden herum, auf denen “G-VIRUS” stand. Der heimtückische G-VIRUS wurde somit freigesetzt und konnte die Bewohner der Insel infizieren.

Fortsetzung folgt ...
 
Kapitel 5

Stan und Leslie hatten eine sehr anstrengende und schweißtreibende Nacht. Es war eine der besten Nächte gewesen, die sie miteinander verbracht hatten, was auch an der Umgebung liegen konnte. Es war sehr spät, bis die beiden schliefen und somit wurde es auch relativ spät bis sie aufstanden. Dennoch waren sie ausgeruht und guter Laune.
Stan zog gerade seine Schuhe an und schnürte sie sorgfältig zu. Leslie stand ungeduldig vor ihm. Sie hatte sich schon fertiggemacht und war zum gehen bereit. Sie tappte von einem Fuß auf den anderen, war total ungeduldig.
Stan schaute zu ihr auf, genau in ihre Augen.
“Beeile dich Stan. Das muß ja nicht so sorgfältig sein.!” meinte Leslie.
“Was ist denn los? Hast du einen solchen Kohldampf?” fragte er neckisch.
“Sagen wir es mal so, ich sterbe vor Hunger! Schließlich haben wir schon halb eins. Ich hatte kein Frühstück und noch kein Mittagessen. Ich würde sagen, daß es Zeit wird, meinen Magen zu füttern”
“Dann sollten wir ja schleunigst aufbrechen, bevor du mich vernaschst!”
Er grinste ihr entgegen und stand auf. Er nahm ihre Hand in seine und drückte sie fest. Sie erwiderte seinen Druck mit ihren Fingernägeln, die sie in sein Fleisch bohrte. Stan zuckte zusammen und ließ ihre Hand blitzartig los.
“Das war gemein!” sagte er empört.
“Weiß ich” sagte sie grinsend.
Zusammen gingen sie aus dem Hotelzimmer, durch den Flur, über die Treppe ins Erdgeschoß und verließen das Haus.
Es war keines der megagroßen Luxushotels, eher ein kleines, aber feines Mittelklasse Hotel. Der Strand war vierhundert Meter vom Hotel entfernt. Dabei mußte man die kleine Fußgängerzone entlang zum Strand laufen. Es waren nicht gerade viele Leute unterwegs, was die Beiden verwunderte. Stan aber meinte, das die Einheimischen wohl so eine Art Siesta um diese Tageszeit hätten und sie machten sich nichts weiter daraus. Auf dem Weg zum Strand runter machten sie halt im Burger King, um eine Mahlzeit einzunehmen. Sie hatten nur Halbpension gebucht und mußten sich mittags, wenn es sein mußte irgendwo anders essen. Heute war es halt der Fastfood Laden.
Leslie hatte tatsächlich einen riesigen Hunger. Sie verputzte gleich vier Burger, eine große Portion Pommes, Cola und einen Milchshake dazu. Stan konnte darüber nur lachen, denn er war nach zwei Burgern randvoll. Mit vollem Mund meinte Leslie:
“Wie ..wä..re es mampf, mampf wenn ....wir mampf tauch..schmatz gehen.!”
“Äh, Leslie. Könntest du den Satz nachher, wenn du deinen Mund endgültig gelehrt hast, nochmals wiederholen? Ich habe akustisch gerade gar nichts verstanden.”
Sie legte den angebissenen vierten Burger auf den Teller und schluckte das letzte Stückchen herunter. Sie leckte kurz über ihre vollen Lippen und begann von vorne.
“Wie wäre es, wenn wir nachher tauchen gehen. Ich habe vorher in einem Prospekt gelesen, daß es hier sehr schön sei zu tauchen. Mit großartigen Korallenriffs und einem großen Reichtum an Fischen.”
“Hört sich nicht schlecht an. Aber hast du dich badebereit gemacht, hast du einen Badeanzug an?” fragte er nach.
“Yes, unter dem T-Shirt. Ich denk´ an alles.”
“Zum Glück kann ich diese Hose auch zum Baden nehmen.”
Leslie stopfte wieder etwas von dem Burger in sich hinein. Sie biß einen Happen nach dem andern genüßlich ab und aß ihn. Als letztes trank sie noch den Schluck Cola aus, den sie noch hatte und stand auf. Stan tat es ihr gleich und stand ebenfalls auf. Sie nahmen ihre Tablette und trugen sie zu der Sammelstation, die nur ein paar Schritte von ihnen entfernt stand.
Stan sah zu der Theke hinüber, die am anderen Endes des Raumes war. Es war im Moment niemand mehr zu sehen. Er fragte sich, wo der junge Herr war, der sie bedient hatte.
“Was ist los Stan? Du siehst irgendwie besorgt aus” fragte sie.
“Och nichts. Ich wollte der Bedienung ein Trinkgeld geben, aber sie ist weit und bereit nicht zu sehen. Ich hab mich nur gefragt wo er ist!”
Er nahm sie zu sich. Arm in Arm gingen sie ihren Weg durch die Fußgängerzone zum Strand weiter, wo sie eine Taucherausrüstung ausleihen wollten. Sie bemerkten nicht den Schatten, der hinter ihnen aus dem Burger King kam und langsam hinter ihnen herschlurfte.

Fortsetzung folgt ...
 
Kapitel 6:

Mark nahm das Geld, daß ihm der Herr gab und tippte den Betrag in die Kasse ein. Er drückte die Entertaste und die Kasse ging auf. Das Geld dort drinnen war gut sortiert, was auf die Ordentlichkeit Marks hinwies. Er legte den Schein sorgfältig in das entsprechende Fach. Anschließend nahm er das Rückgeld und gab es dem Paar zurück.
Er war um diese Zeit immer allein hier im Burger King. Im Normalfall war hier um diese Tageszeit nie viel los. Dies war auch heute so. Die Beiden waren bis jetzt die einzigen Besucher. Am Abend sah es hier dann ganz anders aus. Dann würde sich der Laden wieder füllen und er würde wieder Gesellschaft von weiteren Kollegen bekommen. Die kamen immer um fünf. Bis dahin schmiß er den Laden alleine.
Er wünschte den Beiden einen guten Appetit und widmete sich dann seinen Aufgaben. Er wischte die Arbeitsplatte ab und schmiß den Müll in den Eimer. Er machte wieder Ordnung, so wie es sich für ihn gehörte. Er fluchte immer über seine Kollegen, die es nie so genau nahmen. Doch die hörten nicht auf ihn. Eigentlich war er immer froh, wenn keiner von ihnen da war, weil es dann immer so sauber war, wie er es sich wünschte.
Er nahm noch einige leere Verpackungen und stopfte sie in den Mülleimer. Dann nahm er ihn und ging durch die kleine Küche. Er würdigte dem Paar noch einen Blick. Sie hatten es sich draußen bequem gemacht und aßen gemütlich. Wie kann diese Frau nur so viel essen, ganze vier Burger. Da müßte ich kotzen. Naja, Hauptsache ich verdiene etwas. Er stieß die schmale Tür auf, die in den Hinterhof führte. Ein kleiner, dunkler Hof, in dem einige große Müllbehälter standen. Zu der Dunkelheit kam auch noch ein scheußlicher Gestank von den Resten, die einige der Besucher nicht aufaßen. Ratten huschten zwischen und auf den Müllbehältern herum. Eine Katze schlotzte einen Müllsack ab, der in einer der Ecken stand.
Mark rümpfte die Nase. Diesen Gestank hasste er genauso wie unaufgeräumte Wohnungen. Er blieb einen Moment auf der Schwelle stehen. Den Geruch mußte man erst mal verdauen. Dann ging er langsam auf den Müllbehälter zu. Er schwenkte den Eimer hinauf und verstreute den Müll in den Behälter. Er verteilte sich gleichmäßig. Mark drehte sich schnell um. Er wollte nicht länger wie nötig hier draußen bleiben. Mit gesenktem Kopf schritt er auf den Eingang zu. Seine Gedanken waren schon wieder im Haus beim aufräumen. Da wurde er plötzlich aus seinen Gedanken gerissen.
Vor ihm stand ein Mensch, wenn man ihn so bezeichnen wollte. Seine Haut hing ihm zum Teil in Fetzen herunter, an einigen Stellen färbte sie sich schwarz. Seine rechte Wange war total aufgefetzt. Durch das Loch konnte man sogar die angefaulten Zähne sehen. Dunkelrotes bis schwarzes, geronnenes Blut war an vielen stellen zu sehen. Es schaute ihn aus den weißen und glasigen Augen an und fauchte.
Mark wollte schreien, doch der Schrei blieb in seiner Kehle hängen. Wie angewurzelt stand er da, konnte sich nicht bewegen. Das Etwas, oder besser gesagt der Zombie wankte nun langsam auf ihn zu. Die Arme hob es nach oben, direkt auf ihn gerichtet. Langsam aber sicher kam der Zombie auf ihn zu. In Marks Kopf flogen alle möglichen Gedanken durcheinander. Er versuchte wieder irgendwelche klaren Gedanken zu fassen, was ihm im ersten Moment noch schwer viel. Zumindest schaffte er es, sich umzudrehen. Er wollte gerade los rennen, auf das kleine Gartentor zu, daß auf die Straße führte. Doch in diesem Augenblick bekam der Zombie ihn zu fassen. Es hatte sich auf den Boden geschmissen und umklammerte nun Marks Beine. Er schwankte, ruderte mit den Armen in der Luft herum, doch das half alles nichts. Er flog vornüber auf den harten Boden. Schmerzen durchzuckten sein Knie. Er war recht unsanft gegen einen Stein geknallt. Es zog sich langsam an Mark heran, grub seine fauligen Hände in sein Fleisch. Er verzog sein Gesicht. Die Schmerzen waren Höllisch. Es robbte sich immer weiter zu ihm hin. Mark wälzte sich und schlug mit den Armen umher, doch er konnte sich nicht befreien. Der Zombie ließ ein dunkles Grollen hören und biß Mark in den Hals. Endlich fand er seine Stimme, doch es war viel zu spät. Der Zombie laberte schon an Marks rotes, warmes Blut. Sein Aufschrei erstickte bald. Denn seine Luftröhre wurde verletzt, er mußte Blut spucken. Nun half alles nichts. Seine Kräfte versiegten. Es war zu ende mit ihm. Langsam legte sich ein schwarzer Schleier über das Bild, das seine Augen ihm zeigten. Das Bild des Schreckens färbte sich schwarz.
Der Zomie bediente sich noch eine weile an Marks Blut, dann ging es seine Weg weiter, durch die dunklen Gassen. Es ließ Mark auf dem Boden zurück.
Er lag wahrscheinlich nur zwanzig Minuten da, doch diese zwanzig Minuten hatten sein Leben verändert. Und nicht nur dies. Seine Haut färbte sich erst schwarz und fing dann an zu faulen. Blut drang durch die Haut überall am Körper. Sein Shirt war schon leicht rot gefärbt. Auch die einst wunderschönen blauen Augen hatten sich verändert. Die blaue Farbe war nun einem glasigem weiß gewichen. Plötzlich regte er sich wieder. Er war am Leben, wenn man dies bei Untoten sagen kann. Er richtete sich langsam auf. Dabei verlor er einen Finger, der auf den Boden fiel und in Einzelteile zerbröselte. Doch er achtete nicht darauf. Er schlurfte zur Tür und durch die Küche in den vorderen Teil von Burger King.
Das Paar war gerade gegangen. Es schlenderte die Straße herunter. Zombie-Mark ging so schnell er konnte, was bei seinem angefaulten Körper nicht gerade schnell war, auf die Straße und begann die Verfolgung aufzunehmen. Es verlangte ihm nach Frischfleisch und vor allem frisches, warmes Blut.

Fortsetzung folgt ...
 
Kapitel 7

Stan und Leslie liefen Hand in Hand zum Strand hinunter. Es war heute ein etwas frischer Tag. Es hatte sich abgekühlt, mindestens von vierzig auf dreißig Grad Celsius. Aber es herrschte immer noch eine bedrückende Hitze. Beide mußten auf ihrem Weg zum Strand leicht schwitzen. Doch es störte sie nicht. Schon bald würden sie ja ins Wasser gehen.
Sie kamen gerade ans Meer. Entlang des schönen weißen Sandstrandes verlief eine lange, verkehrsfreie Uferpromenade. Reichlich Schatten boten die unzähligen Palmen, die überall auf dem Strand wuchsen. Das Meer war warm und hatte ein strahlend-turkiesblaue Färbung. Es war ein Traumanblick. Stan und Leslie genossen den herrlichen Ausblick auf das Meer, den Strand und die Insel.
“Danke für diese schönen Flitterwochen, Stan.” dankte Leslie.
“Ich dank mir selber. Es ist wunderschön hier.” sagte er “Komm ich hab da unten eine kleine Holzhütte gesehen. Vielleicht bekommen wir dort die Taucherausrüstungen.”
Er packte sie am Arm und zog sie voller Unternehmungsfreude zum Strand hinunter. Diesen erreichten sie über eine kleine betonierte Treppe. Ihre Füße tauchten in den feinkörnigen aber sehr heißen Sand ein, als sie losrannten. Der feine Sand spritzte bei jedem Schritt von ihren Schuhen. Lachend und kichernd liefen sie direkt am Wasser entlang. Das Meer war heute ziemlich ruhig. Es kamen nur kleine Wellen von der offenen See herein. Trotzdem war das Rauschen beruhigend.
Beide rannten sie, bis zu dem kleinen Holzhüttchen.
Es war zwischen drei Palmen errichtet worden und sah aus, wie ein Würstchenstand. Das Holz war frisch gestrichen, es hatte noch einen schönen dunklen Ton, nicht den ausgebleichten Farbton, den viele solche Stände hatten. An der Wand der Hütte standen einige Kajaks mit den entsprechenden Paddeln. Außerdem waren noch einige Fischernetze, Fangkörbe und andere Dinge zu sehen. Auch die Souvenirs durften nicht fehlen. Auf einem großen Schild auf der Hütte stand: Sport / Kajaks / tauchen. Hier war das Paar richtig. Hier bekamen sie ihre Taucherausrüstung.
“Alles geschmeidig, mann! Ich bin Ace. Wollt ihr vielleicht eine runde Tauchen?” kam eine freundliche Stimme aus dem Inneren. Vor Stan und Leslie war ein dunkelhäutiger Einheimischer. Er hatte lange, schwarze Haare und einen kleinen Bart am Kinn. Seine braunen Augen leuchteten hell. Er trug ein rotes Kepie, und ein auffälliges, buntes Karibik T-Shirt.
“Äh, hi Ace, ich bin Stan und das ist Leslie. Du hast richtig geraten, wir wollen eine Taucherausrüstung. Wie stehen denn die Angebote?” fragte Stan.
“Naja dreißig Dollar sollten’s für zwei Stunde schon sein. Das natürlich pro Person” gab er zurück.
“Hm, recht teuer Schatz” meinte Stan zu Leslie.
“Och bitte!” flehte Leslie Stan an “ich will aber!”
Stan ließ sich weich klopfen und er gab nach. Er mietete dazu noch einen Safe in der Umkleidekabine, um die Wertsachen zu verstauen. Stan bezahlte und nahm die Taucherausrüstung entgegen. Beide gingen sie in die Umkleide und bereiteten sich auf das Abenteuer vor. Stan verschloß seinen Geldbeutel und andere Dinge im Safe und wartete einen Augenblick vor der Kabine auf Leslie, die kurz darauf erschien. Er beäugte seine Frau von oben bis unten. Sie hatte wirklich eine Topfigur. Vor allem in diesem grünen Badeanzug. Er mußte einfach grinsen.
Gemeinsam gingen sie um die Hütte und schnappten sich eines der Ruderboote, die am Wasser unten lagen. Es waren kleine Holzboote, in denen sicher nicht mehr als zwei Personen Platz hatten. Sie schoben es langsam ins Wasser. Leslie machte es sich dann schon einmal bequem in diesem Boot, während Stan noch schob.
Zehn Meter weiter schwang sich nun auch Stan in das Boot. Es schaukelte nicht schlecht, Leslie hielt sich schon verkrampft fest und versuchte das Gleichgewicht des Bootes auszugleichen. Dann nahm Stan die Paddel in die Hand und legte los. Leslie genoß die Sonne, den Geruch des Meeres und die Ruhe.

Fortsetzung folgt ...
 
Kapitel 8

Stan hatte schon eine Weile lang gepaddelt. So langsam ging es ganz schön in die Knochen. Er mußte reichlich schwitzen.
“Hey Stan, da hinten ist eine Boje. Dort könnten wir das Boot, oder was es auch immer sein mag, fest machen. Ich habe hier ein Tau gefunden.” Leslie hielt ihm das Tau entgegen.
Der Schweiß lief ihm über das Gesicht. Er nickte ihr nur stumm zu und paddelte weiter, bis zu der Boje. Dort hielt er erschöpft an und holte ein paar Mal tief Luft. Das tat richtig gut. Die Luft war schön angefeuchtet und es roch herrlich nach Salzwasser. Sie hielt ihm wieder das Tau unter die Nase.
“Immer mit der Ruhe. Ich muß auch mal eine Pause machen” sagte er.
Aber er nahm das Tau trotzdem entgegen und befestigte es erst im Boot an der Sitzbank und anschließend an der Boje, wo er einen gekonnten Seemannsknoten um das Seil der Boje machte.
Beide packten sie ihre Taucherausrüstung und machten sich für den Tauchgang fertig. Stan war als erster bereit und hüpfte freudig ins Wasser. Diese Kühlung konnte er wirklich brauchen, nach der langen Fahrt. Sein Körper erholte sich schnell wieder. Er paddelte kräftig mit den Schwimmflossen und umrundete das Boot.
Mittlerweile war auch Leslie fertig und stand am Rande des Bootes.
“Wie kalt ist es denn?”
“Es ist richtig angenehm!” erwiderte Stan.
Leslie blieb trotzdem noch auf dem trockenen Holz stehen. Stan griff nach dem Boot und rüttelte daran. Lange konnte Leslie sich nicht mehr halten. Sie verlor das Gleichgewicht und flog mit einem halben Salto ins Wasser.
“Du Schwein!” rief sie dabei, bis ihr Schrei in einem lauten Platschen unterging.
Als sie wieder auftauchte schwamm sie sofort auf Stan zu und drückte ihn unter Wasser. Stan tat es ihr gleich und tunkte auch sie. Als sie wieder auftauchte meinte er, daß sie ihn nicht schnappen könnte und begann den Tauchgang. Besonders tief war es ja nicht, was auch seine Vorteile hatte. Weiter vorne konnte er in der Dunkelheit die ersten Korallen erkennen. Er paddelte direkt auf diese zu und Leslie folgte ihm.
Angekommen bestaunten sie die Farbenpracht der Korallen und der Fische. Von hell bis dunkel, von weiß, grün bis schwarz waren alle Farben und Helligkeiten vorhanden. Die verschiedenartigsten Fische, in den unterschiedlichsten Größen und Formen waren vorhanden. Es war eine herrliche Welt der Natur. Beide tauchten sie nun durch die Korallenriffs, zwischen Fischschwärmen und Pflanzen hindurch. Die Zeit verging reichlich schnell hier unten. War ja auch kein Wunder, bei dieser unberührten Naturpracht.
Sie waren schon anderthalb Stunden unterwegs und Stan wollte nun zurück. Er wollte Ace nicht verärgern und rechtzeitig zurückkommen. Leslie war gerade auf dem Weg zu einer kleinen Höhle. Stan schwang seine Schwimmflossen etwas kräftiger. Ich muß Leslie einholen, ehe sie in die Höhle schwimmt. Die Zeit ist fast um. Er tauchte nun um einiges schneller als vorher, bog gerade um eine Ecke. Der Fels war voll mit grünen, starren Korallen. Stan tauchte etwas zu nahe an dem Felsen vorbei und streifte die Korallen. Er zuckte plötzlich zusammen und schaute zu seiner Schulter. Er hatte sich eine kleine Schnittwunde zugezogen. Einzelne tropfen Blut lösten sich und schwammen herum. Es war aber nicht allzu schlimm, nur eine ganz kleine Wunde. Au! Die Korallen sind schärfer als ich dachte. Er preßte seine Hand auf die Wunde, und legte einen Zahn zu. Er wollte nun Leslie einholen. Lange Zeit wollte er nicht mehr hier unten verbringen.
Die kleine Blutspur zog sich durch das blaue Wasser, sank in die dunklen Winkel des Riffs und weckte die Blutgier einer großen Muräne, die ihre Jagt begann.
Stan hatte Leslie eingeholt. Er zeigte auf den linken Arm auf die Uhr und deutete nach oben. Sie verstand was er meinte und machte sofort kehrt, was ihn eigentlich schon recht verwunderte. Er zuckte die Schultern, wobei er dabei einen leichten Schmerz an der Wunde spürte, drehte sich um und tauchte ihr nach zum Boot.
Er bemerkte dabei nicht die große Muräne, die ihm folgte.

Kapitel 9

Stan zog das Boot an Land und stellte es ab. Er wischte sich die Stirn mit dem Handrücken ab und drehte sich um zu dem Verleih. Leslie war schon vorausgegangen. Sie stapfte gerade in Richtung Ace, der mit dem Rücken zu ihnen an der Hütte stand. Er hatte schon alles eingeräumt und war wohl gerade dabei alles abzuschließen. Er wollte wohl heute früh schließen.
Stan stützte sich mit den Händen auf die Knie und verschnaufte eine Runde. Dann ließ er sich in den weichen Sand fallen und legte sich hin. Ausruhen war jetzt erst mal angesagt. Leslie wird schon alles machen. Er sog tief die feuchte Luft ein.
Leslie ging auf Ace zu. Nebenbei blickte sie auf Stan zurück, der faul am Wasser im Sand lag. Sie konnte nicht anders, sie mußte einfach lächeln. Was für eine Sportskanone. Sie wand sich wieder Ace zu und sagte fröhlich:
“Hi, Ace! Machst du heute schon Feierabend?”
Ace rührte sich nicht, kein einziger Zucker war zu sehen. Er stand da wie ein Fels.
“Hey Ace! Entschuldige die Verspätung, aber es war so schön und wir hatten die Zeit ....”
Sie berührte ihn leicht am Rücken, als er sich urplötzlich zu ihr umdrehte. Sie bekam riesige Augen, als ob sie aus den Augenhöhlen heraus wollten. Ace war nicht mehr Ace. Sein Gesicht war total Madenzerfressen. In fetzen hingen einzelne Hautstück herunter. Die Augen funkelten sie dunkel an. Auch die Hände, die nach ihrem Hals griffen waren total verfault. Blut quoll aus der Öffnung an der Stelle, wo einst der Zeigefinger war. Sie fing an zu schreien. Doch verstummte sie kurz danach. Er hatte sie ergriffen und drückte ihren Hals so fest, daß es ihre Lufröhre abschnürte. Sie versuchte vergebens nach Luft zu schnappen.
Ace warf sie auf den Boden und stürzte sich auf sie wie ein hungriges Tier, was er wahrscheinlich nun war. Stan hatte den Schrei seiner Freundin sofort mitbekommen. Er war sofort aufgestanden und stürmte gerade auf Ace zu. Ace wollte sich soeben an den Brüsten zu schaffen machen als er einen kräftigen Schlag in die Rippen bekam. Der Stoß warf ihn auf die Seite. Man hörte einzelne Knochen krachen, als Stan noch ein zweites Mal ausholte und ihn kräftig mit dem Fuß trat. Der Schuh bohrte sich förmlich in die Haut von Ace, trotzdem war nur ein Brummen von ihm zu hören.
“Nimm das du elendiger Kiffer, du Arschloch”.
Er stieß nochmals mit der Fußspitze zu, wobei er diesmal tief in den Körper hineinkam. Er zog angewidert seinen Fuß aus Ace. Einzelne Innereien quollen aus der Öffnung. Blut floß in strömen. Doch das schien Ace nichts auszumachen. Schnell war er wieder auf den Beinen und ergriff Stan. Er war trotz seiner starken Verletzung kräftig wie ein Bär. Ace schleuderte Stan gegen die Holzhütte. Das Holz gab krachend nach, als Stans Gewicht auf das Holz traf. Er sackte im Sand zusammen. Keuchend schnappte er nach Luft. Es hatte ihn genau im Kreuz erwischt. Für eine kurze Zeit hatte er keine Luft bekommen.
Der Wurf war für Ace nicht ganz glücklich gelaufen. Er hatte dabei seinen linken Arm verloren, der jetzt am Boden lag. Doch das juckte diese Kreatur recht wenig. Ace wandte sich an Leslie, die gerade aufstand.
Als sie Ace auf sich zukommen sah, stürmte sie los. Doch ihre Beine hielten nicht stand. Sie flog in einem hohen Bogen mit dem Gesicht in den Sand. Sie hob den Kopf und spuckte den Sand aus. Sie drehte sich um. Ace kam direkt auf sie zu. Sie kroch nach hinten, doch ihre Beine schmerzten. Sie war wohl etwas unsanft aufgekommen.
Sie war zu langsam. Ace stand vor ihr. Sie spuckte ihn an, wußte aber, daß dies nichts helfen würde. Wieder warf sich die Kreatur Ace auf sie und wollte sie zerfetzen um an das begehrte Fleisch und Blut heranzukommen. Leslie lies erst ein wimmern von sich hören und als Ace auf ihr lag fing sie an zu schreien.
“Stan! Stan, hilf mir! Staaaaaan”
Durch Leslies Schrei wurde Stan wieder in die Realität zurückgeholt. Er schaute hinüber, sah wie sich Ace über Leslie hermachte. Er rappelte sich auf. Es schmerzte im Rücken, doch er schaffte es. Aua, verdammt tut das weh...ich muß irgend etwas finden um dieses Monster auszuschalten. Er schaute sich um. Rechts war nur der Sand zu sehen. Scheiße!
Da fiel ihm die zersplitterte Wand der Hütte wieder ein. Er drehte sich um und betrachtete die Wand. Dann nahm er den erstbesten Holzprügel, der Spitz genug war. Wutentbrannt stapfte er auf das Monstrum zu. Kurz vor Ace hielt er an und holte nochmals tief Luft.
“Nimm das du Schwein und laß meine Freundin in Ruhe!”
Er stieß Ace wieder auf die Seite. Viel Zeit ließ er sich diesmal aber nicht. Er rannte zu der Kreatur und nahm den Prügel hoch in die Luft und stieß ihn tief in die Magengegend. Er entriß dem Körper das Holz wieder, wobei er den Darm mit herausriß. Jetzt ertönte zum ersten Mal ein Schrei aus Ace. Erstmals hatte er wohl Schmerzen. Stan lies nicht los. Er bohrte den Holzpfahl abermals in den Körper. Bei jedem Stoß zuckte Ace zusammen, jedesmal zerriß die Haut und Fleischfetzen und andere Dinge wurden mit dem Prügel herausgerissen. Nach einigen hieben hielt Stan inne und beobachtete Ace. Blut tränkte den Boden, Innereien lagen überall verstreut herum. Er zuckte noch eine Weile und dann verließ ihn das Leben. Ein letztes Mal holte er mit dem Prügel aus und rammte ihn in den Körper.
“Du wolltest es nicht anders. Verdient hast du den Tot!” schnaubte Stan.
Er packte den Holzprügel und wuchtete ihn mit der Kreatur hoch. Mit der Last lief er zum Wasser. Im Wasser angekommen mobilisierte er seine Kraftreserven und warf Ace so weit er konnte ins Meer. Die Leiche ging sofort unter. Stan holte tief Luft und schlenderte dann erschöpft zu Leslie, die sich langsam wieder erholt hatte. Sie saß im Sand und wimmerte. Stan gab ihr seine Hand und half ihr auf die Beine.
“Er ist tot. Du brauchst keine Angst mehr haben. Er wird dir nichts mehr tun.” tröstet er sie.
“Schniff... ist schon gut...es war ... Schniff!”
“Ganz ruhig.!” meinte er.
“Hast,...hast du ihn getötet?” fragte sie.
“Naja, ich würde eher sagen Notwehr. Er war sowieso krank. Er verlor sogar seine Arme. Wir gehen ins Hotel zurück und melden das.” Meinte er.
Sie nickte ihm zu und drückte sich fest an ihn. Es war gut seine Wärme und Zutraulichkeit zu spüren. Stan ging zu den Umkleiden und holte ihre Kleider und Habseligkeiten sowie ihre Wertsachen, die sie dort noch hatten. Zusammen liefen sie auf die nächste Treppe zu.

Ace tauchte immer weiter und weiter herab, bis er am Boden liegenblieb. Die Leiche war ein gefundenes Fressen für die tollwütige Muräne, die Stan bis zum Strand verfolgt hatte. Sie biß kräftig zu und fraß die noch übrigen Teile von Ace, mitsamt dem G-Virus, der über Ace gekommen war. Umbrellas Geheimwaffe.

Fortsetzung folgt ...
 
Kapitel 10

Völlig fertig stiegen sie die staubigen Stufen der Treppe empor. Arm in Arm, Schritt für Schritt. Sie waren total fertig, wobei die tropische Hitze auch noch ihren Teil dazu beitrug. Beide hielten sie am Ende der Treppe inne und verschnauften.
“Hast du seine Augen gesehen? Sie schienen aus einer anderen Welt zu kommen.!” fragte Leslie.
“Ja habe ich. Ich will gar nicht mehr daran denken!” keuchte er “Was war eigentlich mit ihm los? Anfangs war er doch noch ganz O.K. .Aber jetzt? Ich frag mich, was er für eine Krankheit hatte?”
Leslie zog nur kurz die Schultern hoch. Sie war zwar Krankenschwester, aber so etwas hatte auch sie noch nie gesehen. Ace war ja geradezu am zerbröseln gewesen.
Sie gingen die einsame Uferpromenade entlang, um zu der Straße zu gelangen, die sie wieder zu ihrem Hotel zurückführen würde. Keine einzige Menschenseele war zu sehen. Die Stadt war wie ausgestorben. Als ob sich die Welt gegen die Beiden verschworen hätte.
Leslie hielt die Hand Stans etwas fester. Ein unnatürliches Angstgefühl legte sich über sie. Eiskalt lief es ihr den Rücken runter. Es war nichts zu hören. Nicht einmal das Rauschen des Regenwaldes, kein Vögelchen zwitscherte und selbst das Meer schien ruhig zu sein.
“Irgend etwas stimmt hier nicht, Stan. Ich hab ein verdammt unangenehmes Gefühl!”
“Ich auch. Laß uns vorsichtig weitergehen.” sagte er fast schon im Flüsterton.
Sie liefen ganz vorsichtig die Promenade entlang, bis zur Straßeneinmündung der Straße, die zum Hotel führte. Sie bogen um die Ecke, um die Gartenmauer einer riesigen und prächtigen Villa. Sie war ein Schmuckstück, aufgebaut auf Säulen und verziert mit Fresken und Schnitzereien. Es hatte ein ziemlich verwinkeltes Dach, welches sich perfekt an diese Ambiente anpaßte. Es mußte einem besonders reichen Menschen gehören. Keine normale Person konnte sich so eine Villa leisten.
Doch der schöne Anblick wurde durch ein tiefes grollen gestört, welches aus dem Hof zu kommen schien. Beide blieben sie im ersten Moment erschrocken stehen. Es hatte so etwas unnatürliches, dieses Grollen und Brummen. Stan hielt ihre Hand fest in seiner. Auch er bekam es mit der Angst zu tun. Langsam tastete er sich an der Mauer entlang, die zu einem kunstvoll geschmiedeten Eisentor führte. Er wagte einen kurzen Blick, den er in den Innenhof richtete.
Eine Marmortreppe führte zu der weiß gestrichenen Holztüre. Einzelne Skulpturen säumten den Weg zur Tür. Der Rand war üppig mit Palmen und Sträuchern bepflanzt. Erschrocken sah er wie ein Leopard über die Büsche auf die Treppe sprang. Es war aber kein normaler Leopard. Seine Bauchdecke war vollkommen aufgerissen. Die Gedärme hingen ihm herunter. Blut tränkte den weißen Marmor und floß die Treppe herunter. Er fauchte ihn an. Die dunklen Augen funkelten. Langsam, eine Stufe nach der anderen nehmend, tapste er die Treppe hinunter. Weißroter Schleim lief ihm aus seinem Maul und tropfte herunter. Stan konnte sich nicht mehr rühren. Der Anblick fesselte ihn. Langsam und geschmeidig schlich die Katze auf das Tor zu.
Leslie wagte auch einen Blick. Ängstlich schaute sie über Stans Schulter in den Hof. Auch für sie war es kein schöner Ausblick.
Ein weiterer Leopard hüpfte über die Büsche und rutschte über die blutbesudelten Marmorplatten. Auch dieser sah nicht besser aus. Die linke Hälfte des Kopfes war völlig entstellt. Knochen ragten aus den offenen Wunden. Fleischfetzen hingen daran runter, Blut tropfte. Das Fell war teilweise recht scharlachrot. Auch dort waren Wunden, die faulten, zu sehen. Einige färbten sich sogar schon schwarz. Er wandte sich dem Tor zu und funkelte die Beiden an. Dann riß er sein Maul weit auf und brüllte sie an.
Langsam, aber seines Zieles sicher, kam er näher, wie der erste. Beide rannten sie plötzlich los und sprangen. Stan packte Leslie und rannte mit ihr wieder zum Strand hinunter. Hinter ihnen konnten sie hören wie die zwei Leoparden gegen das Eisentor krachten. Stan meinte sogar Knochen splittern zu hören. Was bei diesen Leoparden wohl nichts besonderes sein dürfte. Angsterfüllt hetzten Stan und Leslie zur Promenade.
Stan schaute nochmals zurück. Er war froh, die Leoparden nicht auf der Straße zu sehen. Zum Glück war das Tor verschlossen. Doch lang hielt das Glücksgefühl nicht an. Er sah, wie Leute, die aussahen wie Ace, die genauso entstellt waren, die Straße herunter schlurften. Zum ersten Mal kam ihm der Gedanke an Zombies, womit er nicht ganz unrecht hatte.
“Schau nicht zurück!” schrie Stan zu Leslie.
“Stan, ich hab solche Angst” wimmerte sie.
“Ich habe bei unserer Tour vorhin einen Bootsverleih gesehen. Er muß gleich dort drüben um die Ecke sein. Ich glaub wir sollten uns den Weg durch den Wald bis dorthin bahnen und von dieser verfluchten Insel abhauen. Komm mit.” sagte er und riß Leslie mit sich.
Mit flatterndem Haar rannten sie die Menschenleere Uferpromenade entlang auf den Wald zu, um ein Boot zu erreichen.

Fortsetzung folgt ...
 
Kapitel 11

Sie bahnten sich ihren Weg durch den Wald. Unmengen von Gestrüpp und Pflanzen waren im Weg. Leslie rannte voraus, schob einzelne Blätter und Äste zur Seite. Stan kam kaum noch hinterher. Erst die Bootstour mit einem Tauchgang und nun dieser Maraton. Er war fix und fertig.
“Was geht hier vor Stan?” schrie Leslie von vorne.
“Keine Ahnung, was hier los ist! Aber wir verschwinden von dieser Insel! Wir nehmen ein Boot und rudern hier einfach weg. Die Insel ist verflu....!”
“STAN?”
Leslie war am Strand, wo der Bootsverleih war, angekommen. Sie stand hinter einem Baum und schaute vorsichtig zum Meer. Sie war sichtlich beunruhigt.
Stan legte einen Zahn zu und rannte etwas schneller. Er mußte einigen Sträuchern ausweichen und über einen umgefallenen Baum hinüberklettern. Kurz bevor er Leslie erreichte machte er wieder langsamer und schlich zu Leslie.
Er konnte kaum klauben was er dort sah. Es war jenseits seines Vorstellungsvermögens. Er öffnete seinen Mund, bekam ihn aber nicht mehr zu. Am Wasser stand eine Muräne. Es war aber bei weitem keine normale. Sie hatte eine unvorstellbare Übergröße. Sie war mindestens vier Meter hoch. Lange, gekrümmte und scharfe Zähne bissen gerade in das Holz eines der Boote. Es krachte laut als das Holz brach. Einzelne Holzsplitter verteilten sich auf dem schönen, weißen Sand. Das Vieh genoß es, auf dem Holz herum zu kauen.
Aber nicht nur die Größe war erschreckend. Aus seinem linken Schulterblatt war ein riesiges Auge herausgewachsen. Sogesagt ein drittes Auge. Außerdem konnte dieses Ungeheuer anscheinend nun auch ohne Wasser auskommen.
Was die Beiden nicht wußten, war, daß dieses Monstrum die Muräne war, die Stan schon seit dem Tauchgang verfolgte. Nachdem sie von Ace´ infizierter Leiche gefressen hatte, verwandelte sie sich in diese abscheuliche Kreatur.
“Vergiß die Boote Stan, wir suchen einen anderen Weg!” flüsterte Leslie.
Sie lief los, mitten in den Wald hinein. Stan fluchte. Sie konnte doch nicht einfach in den Wald. Wer weiß, was dort auf sie lauerte. Er drehte dem Monster den Rücken zu und verfolgte Leslie.
Das Monster kaute noch einige Male auf dem Holz und spie dann den Rest aus. Es wurde plötzlich etwas unruhig. Es hob den Kopf und schaute sich um. Außer dem Wald konnte es nicht viel sehen. Um etwas genaueres zu sehen, waren die Augen des Monsters zu unscharf. Doch es witterte Stans Geruch. Es sog den Geruch tief in sich hinein.
Die geschärften Geruchssinne der Kreatur witterten die Beute.

Kapitel 12

Sie rannten schon eine Weile durch den Dschungel. Plötzlich hielt Leslie inne. Stan wunderte sich, schließlich hatte sie es so eilig gehabt. Leslie lief auf ein Gestrüpp zu, welches dicht an einem Baum wuchs. Es hatte dunkelgrüne Blätter mit der Form eines Herzens. Es war kein besonders hoher Busch, besser gesagt, jeder normale Mensch hätte ihm keine Beachtung geschenkt.
“Stan warte mal, diese dunkelgrünen Kräuter kenne ich von meiner Ausbildung!” meinte sie.
Stan war ganz froh über die Verschnaufpause. Er konnte bald nicht mehr. Er machte es sich an einem Baum bequem und lehnte sich lässig an den Baumstamm. Er beobachtete dabei aufmerksam seine Frau. Sie war die reinste Augenweide.
Die kniete derweil vor dem Busch.
“Es ist Mycanthilis Mavericus, ein starkes Gegengift. Damit kann ich unsere Wunden reinigen. Dann infizieren sie sich nicht so schnell.”
Sie pflückte vorsichtig einige Blätter ab und kam wieder zu Stan. Sie preßte einige Blätter über Stans Wunde aus. Es brannte im ersten Moment fürchterlich, doch dies legte sich schnell wieder. Er hatte sich zusammenreißen müssen um nicht aufzuschreien.
Dann reinigte sie noch ihre eigenen Wunden. Ganz vorsichtig ließ sie die Flüssigkeit der Blätter auf ihre Wunden tröpfeln. Die übrigen Blätter packte sie in die Tasche von Stans Hose. Die konnten sie vielleicht noch gebrauchen.
“Danke!” stöhnte Stan noch “Danke für die Behandlung, Leslie”
“Nicht der Rede wert !” meinte sie, während sie die Blätter noch verstaute.
“Äh, viel hast du aber nicht mitgenommen. Komm, wir holen noch etwas. Man kann ja nie wissen.!”
Stan lief zu dem Busch hinüber und pflückte vorsichtig noch einige Blätter. Er nahm sie und verstaute sie. Plötzlich hörte er ein leises Rascheln. Er horchte auf. Sein Herz schlug sofort wieder schneller. Langsam drehte er seinen Kopf von links nach rechts. Er sah aber nichts, noch nichts. Leslie schaute beunruhigt zu Stan. Sie hatte wohl nichts gehört.
“Was ist los Stan?” fragte sie unsicher.
“Ich... ich weiß nicht! Ich hörte ein seltsames Geräusch!” sagte er während er weiter lauschte.
Das Rascheln war wieder zu hören, wobei Leslie es diesmal auch bemerkte. Stan drehte sich langsam um. Seine Augen weiteten sich, sie quollen schon aus den Augenhöhlen heraus. Seine Kinnlade klappte auf der Stelle herunter. So etwas hatte er noch nie gesehen. So langsam erschreckte ihn bald nichts mehr, nachdem, was er den ganzen Tag über schon alles erlebt hatte.
Leslie ging es nicht viel besser. Erst war sie erschrocken, dann fing sie an zu schreien wie am Spieß. Der schrille laut war kaum erträglich, was aber in dieser Situation keinen störte. Sie standen beide unter Schock.
Vor ihnen breitete sich eine riesige Pflanze aus. Sie schwang ihre langen, grünen “Äste” wild umher. An diesen wucherten große, mit Stacheln versehene Blätter, die eine rot-grüne Färbung aufwiesen. Eines dieser Blätter könnte einen Menschen wahrscheinlich K.O. schlagen, denn die “Äste” waren üppig mit Kräften gesegnet. In der Mitte dieses “Äste”-Wirrwars ragte ein langes, dickes etwas in die Höhe. Es hatte ebenfalls eine grünliche Färbung, wobei aber die äußere Haut etwas runzlig war, im Gegensatz zu den übrigen Teilen der Pflanze, die eher glatt wirkten. Am Ende des Stammes erkannte man zwei riesige, flache Blätter, die zusammen gewachsen waren. Jeweils am vorderen Ende waren lange und vor allem scharfe Zähne zu sehen. Es schien wie ein großer Kopf zu sein. Es klappte die beiden Hälften immer wieder zusammen und schmatzte dabei. Zwischen den Zähnen lief eine rote Flüssigkeit herunter und tränkte den Boden. Auch Fell konnte man dazwischen noch erkennen. Anscheinend hatte diese fleischfressende Pflanze gerade zu Mittag gegessen. Doch dies schien ihr nicht zu reichen. Denn urplötzlich stieß sie ihren Kopf herunter um einen der Beiden zu fangen. Sie verfehlte aber gerade noch.
“Oh Scheiße. Eine Monstervenusfliegenfalle! Ich hasse diese Pflanzen. Machen wir , daß wir davon kommen!” schrie Stan.
In dem Moment wo sie los rannten, packte einer der langen Schlingen Stans Bein und er fiel zu Boden. Krachend kam er auf diesem auf. Leslie blieb stehen und wollte Stan zur Hilfe kommen. Doch dieser schrie sie an, sie solle weiter laufen.
“Ich hab dort hinten eine Klippe gesehen. Renn zu ihr und klettere hinauf. Dort bist du in Sicherheit”
“Was ist mit dir?” fragte sie weinend.
“Mach dir keine Sorgen! Na Los! Hau ab.”
Sie machte kehrt und rannte weiter. Währenddessen zog die Pflanze Stan zu sich hin. Sie Hatte ihre Nachspeise gefunden. Stan Wand sich hin und her. Er versuchte mit allen Mitteln aus diesem Griff herauszukommen. Doch das Grünzeug hatte sich fest um sein Bein gewunden. Er schlug auf die Schlinge, worauf das Ungetüm kurz aufschrie, aber weiter an ihm zerrte. Er rollte sich von der einen zur anderen Seite, aber der Griff lockerte sich keinen Millimeter. Es wurde nur noch schlimmer. Die Schlinge rieb sich bis in das Fleisch. Es schmerzte höllisch. Er verzog vor Schmerzen das Gesicht, probierte es aber nochmals. Erfolglos.
Da spürte er was hartes in seiner Hosentasche. Dann viel ihm das Messer ein, welches er mitgenommen hatte. Ein echtes Schweizer Taschenmesser. Er griff in seine Hosentasche und zog das Taschenmesser heraus. Er ließ die Klinge aufschnappen und fuhr mit dem Daumen über diese. Sie war noch recht scharf. Er schnitt in die Schlinge, worauf das Monster aufschrie und Stan plötzlich hin und her warf. Es hatte auf jeden Fall Schmerzen. Stan mußte aufpassen, daß er sich nicht selbst noch mit dem Messer verletzte. Er konnte die Bewegung der Schlinge abfangen und holte mit dem scharfen Messer aus und durchtrennte diesmal mit einem Schlag das grüne Etwas. Die Schlinge teilte sich mit einem Ritsch in Zwei. Aus der Öffnung saftete eine übelriechende Flüssigkeit heraus. Die Venusfliegenfalle schrie wieder auf und peitschte wild mit den “Ästen” und Schlingen herum. Eine davon erwischte Stan als er gerade flüchtete. Sie riß ihn wieder zu Boden. Schmerzen durchzuckten seinem Körper. Der Schlag hatte sein Hemd zerfetzte und seine Haut ein wenig aufgerissen. Er krabbelte unter Schmerzen nach vorne um außer Reichweite der Pflanze zu kommen. Gerade noch rechtzeitig. Einer der “Äste” schlug dort auf dem Boden ein und wirbelte den Staub auf, wo er sich gerade noch befunden hatte. Er atmete tief durch. Dies war ja gerade noch gut gegangen. Ein paar Sekunden später und er wäre tot gewesen.
Er rappelte sich auf und rannte etwas humpelnd auf die Klippen zu.

Fortsetzung folgt ...
 
Der Vollmond schien auf das Schloss des Grafen Farin....er guckte um 0:00 Uhr von seinen Balkon aus auf das in der nähe liegende Dorf....
Seit Wochen schon bemerkte er dort ein GIFTGRÜNES Licht......
Als er sich eines Tages Nachtsin dieses Dorf begab erschien ein schreckliches Giftgrünes Moster das auf den Namen Billy hörte...ohne zu sögern gin Farin in Mae-Geri über um ihn dann mit den Kihon-Techniken Age-Uke und Ozuki (glaub so hieß das) außer gefächt zusetzen...die Welt war von der Pest befreit und Farin war der Held!
zum Vergleich: Vorher:
Ein abgeschlagender Assi der auf ner Burg lebte

Nachher:
Frauenheld
Gott
 
Kapitel 13

Stan lief um sein Leben. Er wollte aus dem Dschungel. Er wollte weg von der Insel. Er wollte Heim, nur wie? Er rannte auf die Lichtung, wo sich ein hoher Felsvorsprung auftürmte. Leslie war schon fast oben. Einige kleine Steine fielen herunter, als sie mit dem rechten Fuß den Halt verlor. Doch ehe sie nach unten abrutschte, konnte sie sich noch an den Wurzeln eines Baumes festhalten und nach oben ziehen. Keuchend legte sie sich mit dem Rücken in den Staub. Sie mußte erst einmal durchatmen. Schließlich war klettern nicht ihr Hobby. Ihr Bauch hob sich und senkte sich immer wieder beim Einatmen der frischen Waldluft. Schweiß tropfte von der Stirn, ließ aber allmählich nach. Sie war außer Atem.
Derweil begann Stan die Felswand hinaufzuklettern. Er schwang sich von einem Felsvorsprung zum andern, zog sich an Wurzeln und Steinen empor. Immer wieder lösten sich einige kleine Steine. Sie vielen krachend herunter. Er hielt kurz inne, um den Halt nicht zu verlieren. Er atmete tief ein und begann wieder seine Klettertour. Langsam aber einigermaßen sicher kam er immer weiter voran.
Leslie hatte inzwischen die herunterfallenden Steine bemerkt und hängte sich über den Felsvorsprung. Sie sah erfreut Stan, war glücklich, daß Stan diese Venusfliegenfalle überlebt hatte. Im Grunde hatte sie sich schon mit dem Tot von Stan abgefunden gehabt. Ein Grinsen huschte kurzzeitig über ihr Gesicht. Aber so schnell wie es auftauchte, verschwand es. Ein poltern und krachen war aus dem Wald zu hören. Sie konnte Bäume umfliegen sehen und Holz splittern hören. Wieder bekam sie es mit der Angst zu tun. Schweiß trat wieder auf ihre Stirn. Sie schaute , die Nerven überstrapaziert, auf den Wald.
Auch Stan hatte es bemerkt. Er legte einen Gang zu, rutschte dafür aber auch öfters aus. Einmal konnte er sich gerade noch mit einer Hand an einer Wurzel festhalten, als unter ihm die Felsplattform nachgab und nach unten sauste. Mit aller Kraft zog er sich nach oben. Die Muskeln knallhart vor Anstrengung. Er ruhte sich kurz aus, als er wieder festen Halt unter den Füßen hatte. Stan Schaute jetzt auch zum Wald, wischte sich dabei mit dem Handrücken den Schweiß aus seinem Gesicht. Das pure Grauen packte ihn und auch Leslie, als das Monster vom Strand, die Riesenmuräne, aus dem Wald kam. Stan preßte seinen Körper gegen die Wand. Er zitterte vor Angst.
Die Muräne blieb am Waldrand stehen. Schaute sich ein wenig in der Lichtung um. Dann hob sie den Kopf und schnüffelte in der Luft herum. Dabei bewegten sich seine Nüstern lautstark. Dann senkte sie den Kopf und beschnüffelte den Boden. Plötzlich hielt sie kurz inne und blies dann schnaubend die Luft aus, so daß eine Staubwolke aufgewirbelt wurde. Es grummelte laut. Anscheinend hatte sie Stan und Leslie gerochen. Es hob den Kopf wieder uns sah genau zu Stan herüber.
Stan bekam fast keine Luft mehr. Er war zu angespannt. Seine Nerven würden nicht mehr lange stand halten. Keuchend kam er ab und zu mal zum Schnaufen.
Das Biest setzte sich langsam, aber sicher in Bewegung und wurde immer schneller und schneller. Es raste genau auf Stan zu.
Dieser bereitete sich auf seinen Tot vor. Er sah sein komplettes Leben, daß sich wie ein Film vor seinen Augen abspielte. Er sah seine Kindheit. Die Späße die er mit seinem Vater getrieben hatte. Seine Schulzeit. Er sah sein erstes Date, die erste Nacht im Bett mit einer Frau. Er sah sich in seinem Beruf. Er wurde auf seine Fehler aufmerksam gemacht. Das erste Zusammentreffen mit Leslie ließ auch nicht lange auf sich warten, sowie die Hochzeit und diese Flitterwochen, die sie gemeinsam verbringen wollten.
Aus der Ferne hörte er Leslie seinen Namen rufen. Er konnte sich im Moment an die gerade passierten Geschehnisse nicht erinnern, doch bald kam er wieder zu Bewußtsein. Er schüttelte seinen Kopf um wieder klare Gedanken zu fassen. Seine Augen wanderten wieder auf den Wald zu, aus dem das Monstrum herangepirscht kam. Er steckte in der Klemme. Was sollte er nur machen?
Leslie brüllte nochmals zu Stan herunter. Dieses Mal schaute er zu ihr herauf. Sie sah in ein vor Angst verzerrtes Gesicht.
“Stan! Nimm die Liane zu deiner rechten und schwing dich davon, wenn dieses Biest dich angreift. Ich werde diesen Fels auf das Biest fallen lassen, wenn es geht.” Schrie sie herunter und deutete mit einer Hand auf den Felsbrocken vor ihr. In der anderen Hand hielt sie einen starken Ast, mit dem die den Felsen zum Rollen bringen wollte. Hoffentlich klappt es. Bitte, Gott, steh mir bei. Sie schaute kurz zum strahlend blauen Himmel auf.
“Hast du gehört Stan?” schrie sie dann wieder zu ihm nach unten.
Wie in Trance nickte er und sah wieder zu dem Monster herunter. Auch er betete, daß alles gut lief. Langsam ging er auf die Liane zu, das Monster nicht aus dem Auge verlierend. Der Schweiß tropfte auf den Felsen. Sein Atem ging schnell, das Herz raste. Langsam tastete er sich an der Wand entlang.
Das Biest vom Meer riß das Maul weit auf. Speichel tropfte aus seinem Maul. Einzelne Holzsplitter waren noch zwischen den Zähnen. Alles ging plötzlich sehr schnell. Es nahm Anlauf und sprang kurz vor der Wand auf Stan zu. Dieser packte in diesem Moment die Liane und schwang sich mit aller Kraft auf einen anderen Felsvorsprung. Das Monster verfolgte dies mit großen Augen und brüllte laut auf, als ob es wüßte, was geschehen würde. Es prallte mit voller Wucht an die Wand. Knochen krachten und es schrie aus vollem Halse.
In diesem Augenblick hörte man zusätzlich noch ein Scharren und ein Poltern. Leslie hatte es geschafft, den Fels zum Rollen zu bringen. Er rollte gerade über die Klippe und stürzte mit einer unglaublichen Geschwindigkeit auf das Monster zu, daß gerade auf dem Boden aufkam. Es hob den Kopf, wollte schauen, wo das Poltern herkam. In diesem Moment traf der Fels das Biest. Es stieß einen unbeschreiblichen Schmerzenslaut aus und kurz danach, als der Fels sich ausrollte, herrschte Stille.
Stan schaute auf das Monster nieder und war zutiefst erleichtert. Er schnaufte ein paar Mal kurz durch. Er sah noch, wie der Schwanz kurz zuckte und dann regungslos liegenblieb. Es ist besiegt. Das war knapp, aber ich hab es überlebt. Hoffentlich ist es tot. Er packte die Liane wieder feste an und zog sich über den Felsrand. Er hatte es nach oben geschafft.

Fortsetzung folgt ...
 
Kapitel 14

Stan kroch über den Boden. Nach einigen Metern ließ er sich auf den Rücken fallen, alle Viere von sich gestreckt, und schnaufte kräftig durch. Leslie kam zu ihm herüber und streichelte, nachdem sie sich direkt neben ihm nieder gelassen hatte, mit ihrer Hand durch seine Haare. Dann beugte sie sich mit ihrem Kopf über sein Gesicht. Er hatte seine Augen geschlossen. Sein warmer Atem blies durch ihre Haare.
“Wie fühlst du dich Leslie?”
“Ganz gut. Ein paar Mal sind wir dem Tod knapp entkommen, aber keine Glückssträhne hält ewig.” meinte sie und nach kurzem fügte sie noch hinzu: “Du hast es überlebt. Ich liebe dich so sehr”
“Ich dich auch” hauchte er ihr zu und öffnete seine Augen.
Er blickte in ihre Augen. Diese strahlten vor Freude. Ein kleines Lächeln huschte über das Gesicht, welches er vor sich hatte. Auch er grinste über das ganze Gesicht. Sie waren in Sicherheit. Sie senkte ihren Kopf und küßte ihn sanft. Seine Zunge glitt über ihre vollen Lippen in ihren Mund. Er spürte ihre feuchte Zunge, die leicht über seine strich. Langsam zog er seine Zunge wieder zurück und beendete den innigen Kuß, indem er tief Luft holte. Es war ein langer Kuß gewesen.
Er strich ihr über die Schultern und glitt sachte unter ihr Shirt. Es wölbte sich dort, wo seine Hände waren. Langsam führte er seine Hände zu und über ihre üppigen Brüste. Er knetete sie ein wenig und zwickte ihr leicht in die linke Brustwarze. Sie warf ihren Kopf in den Nacken und stöhnte laut auf. Ihre Pupillen rollten im Kreise. Das Haar wirbelte im Wind, der ihr die Frisur zerzauste. Nun waren sie nicht mehr zu halten. Auf dem moosbedeckten Felsen der den Berg beendete, lagen sie übereinander. Stan riß ihr die Kleider vom Leibe. Sie flogen im hohen Bogen auf die Seite, direkt vor eine der Palmen auf den Boden. Als nächstes rollten sie sich auf die Seite und Stan verlor seine Kleider. Auch diese flogen durch die Gegend.
Beide wälzten sie sich auf dem Boden. Stan als auch Leslie streichelten sich gegenseitig über die entblößten Körper, über die Brüste, über den Rücken und über die Beine, auch dazwischen. Stan fuhr mit seiner Hand an den Rand von Leslies Heiligtum, das von buschigen Haaren umgeben war. Als er dies tat, stöhnte sie abermals laut auf und keuchte, schnappte nach Luft. Stan riß einen Grashalm ab und kitzelte über das Heiligtum. Es war herrlich und zugleich erschreckend für sie. Laute Schreie und Stöhnen gab sie von sich. Nebenbei streichelte er ihr Gesicht und küßte sie. Er fuhr mit seiner Zunge wieder in ihren Mund und sie lies es willig geschehen. Er leckte über ihre Zunge und dann über die Lippen. Er holte tief Luft und das war auch bitter nötig. Denn kaum hatte er seine Lunge gefüllt, küßte sie ihn und fuhr ihresgleichen mit der Zunge in seinen Mund.
Sie führte ihre Hände zwischen seine Beine und streichelte sie zärtlich. Langsam aber zielstrebig kam sie seinem Glied näher. Als sie ihn erreicht hatte, hatte dieser schon eine recht stabile Form angenommen. Er schwang sich auf sie und drang in sie ein. Er ruckte und keuchte in einem Rhythmus. Sie warf ihren Kopf in den Nacken. Das Haar fiel offen zum Boden. Er stieß und ruckte. Lange konnte es nicht mehr dauern. Stöhnen und Keuchen war zu hören. Bald war es soweit.
Unter der sengenden Sonne und unter Palmen kam der Höhepunkt. Er erhob seinen Kopf, schaute auf in den Himmel. Kurz darauf schloß er seine Augen. Nur noch das Sonnenlicht, welches rötlich durch seine Augenlider schien, sah er noch. In diesem Moment schossen seine Samen in ihren Körper. Sie stöhnte noch ein letztes Mal auf und legte sich dann ruhig auf den Boden. Stan kam wieder aus ihr heraus und legte sich neben sie. Er war vollkommen zufrieden mit seiner Leistung. Beide schlossen sie ihre Augen und wenig später schliefen sie ein. Sie entschlummerten in eine Dunkelheit, trotz der Gefahren, die auf sie lauerten.

Kapitel 15

Stan wachte durch das stetige Rascheln auf. Nach diesem kurzen Trip in die Dunkelheit setze er sich hin. Er reckte und streckte sich, entspannte seine Muskeln. Wieder war das unheimliche Rascheln zu hören. Er schaute nervös von links nach rechts und dann hinter sich. Außer den Büschen und Palmen, sowie der Abgrund nach dem Felsvorsprung konnte er nichts erkennen. Er rieb sich die Augen mit dem Handrücken, rieb sich den Schlaf aus den Augen. Dann schüttelte er noch seinen Kopf, um auf klare Gedanken zu kommen. Das Kratzen und Rascheln war wieder zu hören. Stan spitzte seine Ohren um festzustellen, aus welcher Richtung diese Geräusche kamen. Doch er hatte keinen Erfolg, Es kam aus allen Richtungen und aus keiner. Es war wie verhext. Er kroch auf allen Vieren zum Rand des Felsens und schaute nach unten. Das Monster vom See lag regungslos da. Kein Zucken, kein Augenzwinkern und Atmung war zu sehen. Der Fels hat die Bestie erschlagen, hoffentlich ist die für immer tot. Er schaute noch einige Momente hinunter. Dann drehte er sich um.
Zu tode erschrocken, machte er einen Satz nach hinten. Fast wäre er über die Klippe getreten. Gerade noch konnte er Halt finden, fuchtelte mit den Armen in der Luft, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren. Leslie, die vor ihm stand, schrie aus vollem Halse. Stan konnte sich noch einmal fangen. Er schritt sofort, nachdem er wieder einen sicheren Halt hatte, einen Schritt nach vorne, nur weg von dem Abgrund.
“Du hast mich zu Tode erschrocken. Mach das nie wieder und vor allem nicht, wenn ich vor einem Abgrund wie diesem stehe. Ich wäre fast hinunter gefallen.” schrie er wütend.
“Es tut mir leid Stan. Ich wollte dich nicht erschrecken. Du kamst mir so komisch vor.”
“Ich und komisch?” meinte er, weiterhin wütend.
Aber so langsam schwand seine Wut. Leslie stand völlig nackt vor ihm. Dieser Anblick war einfach betäubend. Er dachte kurz an vorher, wo sie es inmitten diesem Nichts, inmitten dem Dschungels getrieben hatten. Er mußte Lächeln.
“Warum fandest du mich so komisch?” fragte er nun freundlich und streichelte zärtlich über ihr Gesicht.
“Das du da nicht selbst drauf kommst! Du rennst hier am Tage nackt im Nichts herum. Das find ich irgendwie merkwürdig, oder auch komisch.”
“Naja, ... ich bin da von einem Geräusch aufgewacht, irgend einem Rascheln und hab mich umgesehen. Ich konnte bis jetzt aber nichts entdecken. Das Biest war es bestimmt nicht. Das sieht tot aus.” sagte er beunruhigt.
Nun war auch Leslie beunruhigt. Gemeinsam schauten sie sich um. Nichts war zu sehen. Nur die Landschaft. Plötzlich kam dieses Rascheln und Kratzen wieder und dieses Mal glaubte Stan zu wissen woher das kam. Stan sammelte seine Kleider hastig vom Boden auf. Dann zog er sich ebenso hastig an. Leslie tat es ihm gleich. Er setzte sich in Bewegung, wollte diesem Geräusch nachgehen. Seine Frau kam ihm nach. Beide gingen sie durch die angrenzenden Büsche. Stan schob einige Äste auf die Seite oder brach sie ab, damit es ein Weiterkommen gab. Bald darauf konnten sie den Rest der Insel überblicken. Sie standen am Gipfel eines steilen Abhanges und schauten umher. Leslie entdeckte als erste das abgestürzte Flugzeug, welches zerstört und noch qualmend weiter unten lag. Sie stupste Stan und zeigte mit dem Finger auf die Stelle des Unfallortes. Stan begutachtete das Wrack.
“Wieso haben wir davon nichts mitbekommen. Es muß einen unglaublichen Knall gegeben haben, als das Flugzeug aufprallte!” meinte er erstaunt und runzelte die Stirn.
“Hey Stan, ich glaub ich habe einen Ausweg gefunden. Siehst du die große Satellitenschüssel dort drüben? Das ist bestimmt eine Funkstation. Dort können wir ein Notsignal senden und verschwinden von hier.” schrie sie aufgeregt.
Stan schaute auf, zu der Satellitenschüssel. Mitten um Urwald stand ein großes, graues Gebäude. Es hatte fast keine Fenster. Auf dem Gebäude stand eine große Satellitenschüssel. Hinter dem Gebäude konnte man am Strand auch eine Lichtung ausmachen, die einen Hubschrauberlandeplatz darstellte. Endlich hatten sie einen Weg, aus diesem Dschungel zu entkommen. Nun kam wieder Hoffnung ins Spiel.
“Na gut. Dazu müssen wir an diesem Wrack vorbei. Leslie, verheile nochmals unsere Wunden, wer weiß, was uns da unten erwartet!” sagte er zu Leslie.
Sie nahm die übrigen Blätter von der Mycanthius Mavericus und quetschte den Saft heraus. Diesen ließ sie auf die Wunden tröpfeln, so daß diese sich nicht mehr infizierten.
“Falls wir es nicht schaffen, möchte ich dir noch sagen wie sehr ich....”
Er unterbrach sie grob und befahl ihr ruhig zu sein, indem er den Zeigefinger an den Mund hielt. Das Rascheln war wieder zu hören, doch dieses Mal sehr laut und deutlich. Stan packte Leslies Hand und hielt sie fest in seiner. Angstschweiß lief ihm und ihr über das Gesicht. Langsam liefen die Beiden um den Felsen auf der rechten Seite. Stan mußte sich einige Male an dem mit Moos bedeckten Felsen abstützen. Sie liefen Schritt für Schritt am Felsen entlang. Neben ihnen war noch ein Abgrund. Dort ging es ca. zwanzig Meter in die Tiefe. Als sie um den Felsen herum waren, tauchte unter wuchernden Pflanzen versteckt, eine Höhle auf. Stan ließ Leslies Hand los und ging auf die Höhle zu. In Leslies Augen war die nackte Angst zu lesen. Sie bibberte am ganzen Körper. Langsam näherte sich Stan der Höhle.
Kurz davor blickte er nochmals auf Leslie zurück, die wie angewurzelt dastand. Dann widmete er seine Aufmerksamkeit der Höhle. Er hob den rechten Arm und schob vorsichtig die Pflanzen und Lianen auf die Seite. Er schloß kurz seine Augen um wieder Mut zu fassen und schritt dann in die Dunkelheit voran. Nach einigen Schritten hielt er inne und schaute sich um. Plötzlich tauchten weiße Augen vor ihm auf. Das war alles was er sehen konnte, denn er stürmte aus der Höhle heraus und schrie wie am Spieß.
“Das ist die Hölle, die reinste HÖLLE!”
Vor ihm tauchte der Abgrund auf. Doch er ließ sich nicht beirren. Unter ihm tauchte eine Palme auf. Kurz vor dem Abgrund sprang er ab. Alles verlief wie in Zeitlupe. Er flog im hohen Bogen durch die Luft auf die Palme zu. Einige Augenblicke später landete er auf dem Grünzeugs. Er mußte sich mit aller Kraft festhalten, daß er nicht herunter fiel. Aber ihm war nichts passiert. Er schaute auf und sah zu Leslie . Die stand noch immer wie versteinert da. Wahrscheinlich war sie jetzt, nachdem sie ihn springen gesehen hatte noch mehr geschockt. Er schrie zu ihr herauf, sie solle auch springen, doch sie hörte nicht. Er mußte nochmals laut schreien. Diesmal reagierte sie. Sie setzte zum Anlauf an, hielt dann aber inne. Sie hatte zuviel Angst zum Springen. Sie machte ein paar Schritte rückwärts und faßte ihren Mut zusammen. Dann nahm auch sie Anlauf und sprang. Auch sie landete, zwar etwas unsanft aber sicher, auf der Palme. Stan umarmte sie sofort und gab ihr einen Kuß auf die Stirn.
“Wir gehen zu der Satellitenschüssel und holen Hilfe” sagte er noch zu ihr und beruhigte sie und auch sich selbst. Denn das war auch bitter nötig. Auch sein Herz raste.

Fortsetzung folgt ...
 
Kapitel 15

Stan wachte durch das stetige Rascheln auf. Nach diesem kurzen Trip in die Dunkelheit setze er sich hin. Er reckte und streckte sich, entspannte seine Muskeln. Wieder war das unheimliche Rascheln zu hören. Er schaute nervös von links nach rechts und dann hinter sich. Außer den Büschen und Palmen, sowie der Abgrund nach dem Felsvorsprung konnte er nichts erkennen. Er rieb sich die Augen mit dem Handrücken, rieb sich den Schlaf aus den Augen. Dann schüttelte er noch seinen Kopf, um auf klare Gedanken zu kommen. Das Kratzen und Rascheln war wieder zu hören. Stan spitzte seine Ohren um festzustellen, aus welcher Richtung diese Geräusche kamen. Doch er hatte keinen Erfolg, Es kam aus allen Richtungen und aus keiner. Es war wie verhext. Er kroch auf allen Vieren zum Rand des Felsens und schaute nach unten. Das Monster vom See lag regungslos da. Kein Zucken, kein Augenzwinkern und Atmung war zu sehen. Der Fels hat die Bestie erschlagen, hoffentlich ist die für immer tot. Er schaute noch einige Momente hinunter. Dann drehte er sich um.
Zu tode erschrocken, machte er einen Satz nach hinten. Fast wäre er über die Klippe getreten. Gerade noch konnte er Halt finden, fuchtelte mit den Armen in der Luft, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren. Leslie, die vor ihm stand, schrie aus vollem Halse. Stan konnte sich noch einmal fangen. Er schritt sofort, nachdem er wieder einen sicheren Halt hatte, einen Schritt nach vorne, nur weg von dem Abgrund.
“Du hast mich zu Tode erschrocken. Mach das nie wieder und vor allem nicht, wenn ich vor einem Abgrund wie diesem stehe. Ich wäre fast hinunter gefallen.” schrie er wütend.
“Es tut mir leid Stan. Ich wollte dich nicht erschrecken. Du kamst mir so komisch vor.”
“Ich und komisch?” meinte er, weiterhin wütend.
Aber so langsam schwand seine Wut. Leslie stand völlig nackt vor ihm. Dieser Anblick war einfach betäubend. Er dachte kurz an vorher, wo sie es inmitten diesem Nichts, inmitten dem Dschungels getrieben hatten. Er mußte Lächeln.
“Warum fandest du mich so komisch?” fragte er nun freundlich und streichelte zärtlich über ihr Gesicht.
“Das du da nicht selbst drauf kommst! Du rennst hier am Tage nackt im Nichts herum. Das find ich irgendwie merkwürdig, oder auch komisch.”
“Naja, ... ich bin da von einem Geräusch aufgewacht, irgend einem Rascheln und hab mich umgesehen. Ich konnte bis jetzt aber nichts entdecken. Das Biest war es bestimmt nicht. Das sieht tot aus.” sagte er beunruhigt.
Nun war auch Leslie beunruhigt. Gemeinsam schauten sie sich um. Nichts war zu sehen. Nur die Landschaft. Plötzlich kam dieses Rascheln und Kratzen wieder und dieses Mal glaubte Stan zu wissen woher das kam. Stan sammelte seine Kleider hastig vom Boden auf. Dann zog er sich ebenso hastig an. Leslie tat es ihm gleich. Er setzte sich in Bewegung, wollte diesem Geräusch nachgehen. Seine Frau kam ihm nach. Beide gingen sie durch die angrenzenden Büsche. Stan schob einige Äste auf die Seite oder brach sie ab, damit es ein Weiterkommen gab. Bald darauf konnten sie den Rest der Insel überblicken. Sie standen am Gipfel eines steilen Abhanges und schauten umher. Leslie entdeckte als erste das abgestürzte Flugzeug, welches zerstört und noch qualmend weiter unten lag. Sie stupste Stan und zeigte mit dem Finger auf die Stelle des Unfallortes. Stan begutachtete das Wrack.
“Wieso haben wir davon nichts mitbekommen. Es muß einen unglaublichen Knall gegeben haben, als das Flugzeug aufprallte!” meinte er erstaunt und runzelte die Stirn.
“Hey Stan, ich glaub ich habe einen Ausweg gefunden. Siehst du die große Satellitenschüssel dort drüben? Das ist bestimmt eine Funkstation. Dort können wir ein Notsignal senden und verschwinden von hier.” schrie sie aufgeregt.
Stan schaute auf, zu der Satellitenschüssel. Mitten um Urwald stand ein großes, graues Gebäude. Es hatte fast keine Fenster. Auf dem Gebäude stand eine große Satellitenschüssel. Hinter dem Gebäude konnte man am Strand auch eine Lichtung ausmachen, die einen Hubschrauberlandeplatz darstellte. Endlich hatten sie einen Weg, aus diesem Dschungel zu entkommen. Nun kam wieder Hoffnung ins Spiel.
“Na gut. Dazu müssen wir an diesem Wrack vorbei. Leslie, verheile nochmals unsere Wunden, wer weiß, was uns da unten erwartet!” sagte er zu Leslie.
Sie nahm die übrigen Blätter von der Mycanthius Mavericus und quetschte den Saft heraus. Diesen ließ sie auf die Wunden tröpfeln, so daß diese sich nicht mehr infizierten.
“Falls wir es nicht schaffen, möchte ich dir noch sagen wie sehr ich....”
Er unterbrach sie grob und befahl ihr ruhig zu sein, indem er den Zeigefinger an den Mund hielt. Das Rascheln war wieder zu hören, doch dieses Mal sehr laut und deutlich. Stan packte Leslies Hand und hielt sie fest in seiner. Angstschweiß lief ihm und ihr über das Gesicht. Langsam liefen die Beiden um den Felsen auf der rechten Seite. Stan mußte sich einige Male an dem mit Moos bedeckten Felsen abstützen. Sie liefen Schritt für Schritt am Felsen entlang. Neben ihnen war noch ein Abgrund. Dort ging es ca. zwanzig Meter in die Tiefe. Als sie um den Felsen herum waren, tauchte unter wuchernden Pflanzen versteckt, eine Höhle auf. Stan ließ Leslies Hand los und ging auf die Höhle zu. In Leslies Augen war die nackte Angst zu lesen. Sie bibberte am ganzen Körper. Langsam näherte sich Stan der Höhle.
Kurz davor blickte er nochmals auf Leslie zurück, die wie angewurzelt dastand. Dann widmete er seine Aufmerksamkeit der Höhle. Er hob den rechten Arm und schob vorsichtig die Pflanzen und Lianen auf die Seite. Er schloß kurz seine Augen um wieder Mut zu fassen und schritt dann in die Dunkelheit voran. Nach einigen Schritten hielt er inne und schaute sich um. Plötzlich tauchten weiße Augen vor ihm auf. Das war alles was er sehen konnte, denn er stürmte aus der Höhle heraus und schrie wie am Spieß.
“Das ist die Hölle, die reinste HÖLLE!”
Vor ihm tauchte der Abgrund auf. Doch er ließ sich nicht beirren. Unter ihm tauchte eine Palme auf. Kurz vor dem Abgrund sprang er ab. Alles verlief wie in Zeitlupe. Er flog im hohen Bogen durch die Luft auf die Palme zu. Einige Augenblicke später landete er auf dem Grünzeugs. Er mußte sich mit aller Kraft festhalten, daß er nicht herunter fiel. Aber ihm war nichts passiert. Er schaute auf und sah zu Leslie . Die stand noch immer wie versteinert da. Wahrscheinlich war sie jetzt, nachdem sie ihn springen gesehen hatte noch mehr geschockt. Er schrie zu ihr herauf, sie solle auch springen, doch sie hörte nicht. Er mußte nochmals laut schreien. Diesmal reagierte sie. Sie setzte zum Anlauf an, hielt dann aber inne. Sie hatte zuviel Angst zum Springen. Sie machte ein paar Schritte rückwärts und faßte ihren Mut zusammen. Dann nahm auch sie Anlauf und sprang. Auch sie landete, zwar etwas unsanft aber sicher, auf der Palme. Stan umarmte sie sofort und gab ihr einen Kuß auf die Stirn.
“Wir gehen zu der Satellitenschüssel und holen Hilfe” sagte er noch zu ihr und beruhigte sie und auch sich selbst. Denn das war auch bitter nötig. Auch sein Herz raste.

Kapitel 16

Als sie unten ankamen, lief Leslie plötzlich davon. Stan rannte hinter ihr her. Er wußte nicht, was mit ihr los war. Naja, gut! Sie hatten bis jetzt sehr viel durchgemacht, sie waren dem Tot einige Male gerade noch entkommen, trotzdem sollte sie nicht wegrennen, dachte sich Stan. Er holte tief Luft und schrie.
„Leslie warte!“
Sie rannte weiter. Die Augen füllten sich so langsam mit Tränen.
„Ich halt das nicht mehr aus! Wir werden sterben, wir werden diese grüne Hölle nie mehr verlassen“
„Komm zurück!“ schrie Stan wieder hinter ihr „ich werde dich beschützen!“
Auf einmal blieb Leslie stehen, aber nur für einen Augenblick. Dann ließ sie sich auf die Knie fallen und breitete ihre Hände über ihren Augen aus. Sie begann erst ganz leise, aber immer lauter werdend zu schluchzen. Tränen drückten sich zwischen ihren Fingern hindurch. Stan kam vorsichtig von hinten zu ihr und berührte sanft ihre Schulter mit seiner rechten Hand. Er rieb die Schulter einige Male. Doch Leslie schubste seine Hand weg. Stan stand nun da und wußte nicht, was er tun sollte.
„Ganz ruhig. Wir werden es schaffen. Schau, wir sind bald bei der Satellitenanlage.“ sagte er und zeigte in die Richtung, wo die große Satellitenschüssel in den Himmel ragte. Mehr zu sich selbst als zu Leslie meinte Stan noch:
„Ich habe uns das eingebrockt, und ich hole uns hier wieder raus. Ich habe diesen Scheiß Ferienort ausgesucht.“
Plötzlich platschte ein schleimiger Tropfen auf seinen Kopf. Er fuhr sofort mit der Hand durch die Haare. Er verzog sein Gesicht, als er die glibbrige Masse zwischen den Fingern spürte. Es war ein Schleim der sich fürchterlich und ekelhaft anfühlte. Stan wagte einen Blick nach oben, während sich wieder Schweißperlen auf seiner Stirn bildeten. Was er nun sah überraschte ihn schon gar nicht mehr. Er hatte heute schon so viel erlebt, da war dies nichts neues mehr. Eine gehäutete Kreatur kam dort von einer Palme herunter. Es schwang seine kräftigen Arme mit den drei Klauen umher, an deren Enden messerscharfe Krallen zu sehen waren. Das Biest schien keine Augen zu haben. Links und rechts des Kopfes hing das Hirn herunter. Er riß sein Maul auf und ließ eine lange, rote Zunge herausschnalzen, bevor es einen Rufton von sich gab. Das Vieh war vollkommen mit dem Schleim umhüllt, welcher Stan auf den Kopf getropft war. Es war eine schreckenserregende Kreatur. Auch Leslie hatte es bemerkt und war wieder zur Vernunft gekommen.
„Lauf Leslie, lauf!“ flüsterte Stan um das Tier nicht aufzuschrecken.
Leslie drehte sich um. Doch sie blieb stehen und riß ihre Augen weit auf. Denn nun erkannte sie, daß sie in der Falle saßen. Diese Biester griffen sie im Rudel an. Sie hatten Leslie und Stan umzingelt. Es waren an die zehn Stück, die in einem Kreis um die beiden herumstanden.
„Scheiße sie haben uns total umzingelt, Stan. Was sind das für Biester?“ fragte Leslie ängstlich.
„Ich weiß es nicht“ Sagte er und drehte sich einmal im Kreis. „Gegen die haben wir keine Chance, glaube ich, die sind zu viele!“
Die Biester kamen langsam aber sicher auf die Beiden zu. Der Angstschweiß tropfte Beiden von der Stirn.
„Oh Gott, warum ich, warum!“ Schrie Leslie und sah zum Himmel auf.
„Es ist aus! Kämpf um dein Leben Leslie!“ schrie Stan, als eines der Biester Anlauf nahm.
Es sprang kurz vor Stan ab. Dieser duckte sich und stieß Leslie auf die Seite, so daß sie zu Boden viel. Die Kreatur war zu hoch gesprungen. Sie flog in einem hohen Bogen über die beiden hinweg. Es kam krachend auf dem Waldboden auf und knurrte frustriert. Die andern Biester brüllten nun und ein weiterer machte sich bereit um sie anzugreifen. Es nahm Anlauf und sprang. Aber auch dieser verfehlte sein Ziel, wenn auch nur knapp. Nun wurden die Monsterkreaturen recht böse. Sie knurrten und brüllten, so daß einem das Blut in den Adern einfror.
Doch da war plötzlich ein sehr lautes anderes Brüllen zu hören. Die Augenlosen Viecher stoben auf einmal in alle Richtungen auseinander. Denn durch die Bäume stapfte die große Riesenmuräne vom See. Die hatte wohl nie genug. Aber sie hatte auch Stan und Leslie gerettet. Vorerst!
„Das Teil vom Strand hat sie verjagt. Lauf Leslie, renn zur Satellitenanlage und hol Hilfe. Ich halte das Biest auf.“ Schrie Stan aus vollem Halse.
Leslie ließ es sich nicht zweimal sagen und machte sich aus dem Staub um Hilfe zu holen.

Den letzten Teil und das Ende dann am Montag ;) ... Fortsetzung folgt ...
 
Kapitel 17

Leslie war weg. Nun waren nur noch Stan und das Monster vom See da. Dieses holte gerade mit seinen riesigen Pranken aus, als Stan einen Augenblick unaufmerksam war. Die Krallen striffen seinen Brustkorb. Blut spritze heraus. Er hielt sich instinktiv mit der Hand die Brust. Schmerz durchzuckte seinen Körper. Es brannte fürchterlich.
„Das Ding gibt auch nie auf“ meinte er.
Das Gesicht schmerzverzerrt wich er einigen Hieben aus. Er wich immer weiter zurück. Was sollte er einem solchem Monster auch nur antun können. Den Felsen hatte es schließlich auch überlebt. Er machte eine Schritt nach dem andern rückwerts ohne dieses Ding aus den Augen zu verlieren. Plötzlich stolperte er über eine starke Stange und viel zu Boden. Wieder schmerzte es im Magenbereich. Er wälzte sich am Boden vor Schmerzen. Das Monster hob einen seiner Füße und wollte Stan nieder stampfen. Doch dieser sah die Attacke aus einem Augenwinkel und rollte sich auf die Seite. Das Biest brüllte laut auf als es bemerkte, daß es ihn verfehlt hatte. Stan hechtete sich wieder zu der Stange, die ihn zu fall gebracht hatte. Die Stange war aus Eisen und am Ende recht spitz. Als er sie zu fassen bekam, brüllte das Biest wieder auf. Stan richtete sich auf, mit der Eisenstange bewaffnet.
„Komm her du Drache“ brüllte er „Was für Ace recht war wird für dich nur billig sein!“
Das Monster stürmte auf ihn zu. Stan holte aus und stach mit der Stange zu. Diese bohrte sich durch das Fleisch der rechten Schulter und zertrümmerte das Schulterblatt. Es war ein schreckliches Geräusch als die Knochen nachgaben. Aber Stan freute sich wie ein Kind an Weihnachten über dieses Geräusch. Er sammelte seine Kraftreserven und drückte die Stange noch ganz hindurch. Blut, Knochensplitter und Fleisch fetzte heraus als die Stange hinten wieder austrat. Das Seeungeheuer taumelte zurück und griff nach der verletzten Schulter. Dabei brüllte er vor Schmerzen.
„Jetzt weißt du was Schmerzen sind!“ fluchte Stan das Biest an.
Er bückte sich und griff nach einigen Steinen und begann zu werfen. Er traf nicht schlecht. Einige trafen genau den Kopf andere die verletzte Schulter. Das Vieh taumelte immer weiter zurück, denn mit jedem Stein, der die Wunde traf, durchzuckten Schmerzimpulse seinen Körper. Noch immer sprudelte Blut aus den offenen Wunden der Schulter. Es taumelte immer weiter. Plötzlich rutschte es über den Rand der Klippe. Es fuchtelte mit dem linken Arm um das Gleichgewicht wieder zu finden. Stan warf nochmals einen großen Stein, der das Biest mitten im Gesicht traf. Es rutschte über den Rand hinweg und flog in die Tiefe. Das Gebrüll des Seemonsters fand ein abruptes Ende, als dieses am Boden aufkam.
Stan trabte vorsichtig zum Rand und schaute hinunter. Das Biest war mit dem Kopf auf einen Felsen aufgekommen und er war zersprungen. Blut und Hirn verteilten sich in der näheren Umgebung.
„Nun bist du endlich erledigt!“ flüsterte Stan.
Er drehte sich um und schlurfte nun ebenfalls auf die Satellitenanlage zu. Hoffentlich hatte dieser Alptraum bald ein Ende, dachte er noch während er sich seinen Weg durch den Urwald bahnte.

Kapitel 18

Lieslie hatte die Satellitenanlage inzwischen schon erreicht. Sie sendete gerade über das Funkgerät einen Notruf. Sie hatte einen schwarzen Kopfhörer auf und schrie in das Mikro.
„Mayday, mayday! Hilfe! Kann mich jemand hören?“
Aber es kam nur ein lautes Rauschen und Knistern aus den Boxen. Sie hantierte nochmals an einigen Knöpfen herum und versuchte es nochmals. Wieder kam keine Antwort. Sie wollte gerade den Kopfhörer in die Ecke schmeißen, als eine Stimme durch das Knistern kam.
„Hier ist Helikopter 113, Umbrella Industries, wie ist ihre Position, wiederhole, wie ist ihre Position.“
Hastig griff Leslie nach dem Mikro und stellte es wieder auf ´on´.
„Mein Freund und ich sind auf der Insel Isla Bonale! Wir werden angegriffen! Überall wimmelt es von schrecklichen Kreaturen.“ Sagte sie hastig in das Mikro und hoffte, daß man sie verstanden hatte.
„Roger. Wir sind auf dem Weg. In ca. einer halben Stunde sind wir da.“ sagte die verrauschte Stimme vom anderen Ende der Leitung.
„O.K., wir warten!“ sagte sie erleichtert. Endlich konnten sie von dieser Insel abhauen. Endlich hatten sie einen Ausweg gefunden.
In diesem Moment flog die Holztüre auf. Stan stand im Holzrahmen und hielt sich die Magendecke. Er schnaufte und keuchte, Blut lief ihm unter der Hand hervor. Er taumelte in den Raum.
„Stan du blutest ja!“ sagte Leslie erschrocken.
„Nur ein Kratzer.“ Keuchte Stan schwach.
Leslie stand auf und rannte zu Stan. Sie stützte ihn ab und half ihm durch den Raum zu kommen. Am anderen Ende war ein langes Holzbett mit einer harten Matratze. Sie führte ihn dorthin und half ihm, sich hinzulegen. Stan war erschlafft. Er hatte keine Kraftreserven mehr. Leslie schob ein weiches Kissen unter seinen Kopf und untersuchte die Wunde. Als sie mit dem Finger das Gewebe berührte, zuckte Stan zusammen. Sie nahm einige der Heilblätter, die sie gepflückt hatten und ließ einige Tropfen des Blättersaftes in die Wunde tropfen. Es brannte zwar, war aber gut zur Desinfektion. Dann lief sie in den Nebenraum. Dort hing an der Wand ein alter Verbandskasten. Sie holte einige Kompressen und eine Binde und ging wieder zu Stan hinüber. Sie legte die Kompressen über die Wunde und verband Stan. Ihn hatte es schwer erwischt und der Marsch hierher hatte das ganze noch verschlimmert. Stan schaute ihr, nachdem sie fertig war in die Augen.
„Ich...hust...hab es erledigt!“ flüsterte er.
Stan wollte sich aufsetzen. Doch er ließ sich sofort wieder zurückfallen. Es schmerzte fürchterlich. Es pochte in seinem Gehirn. Beim Kampf waren die Schmerzen vor Angst verschwunden, doch jetzt spürte er sie um so mehr. Leslie fuhr mit der Hand durch sein verschmutztes Haar. Sie versuchte ihn zu beruhigen.
„Nicht sprechen Stan. Du bist schwer verletzt, man kann schon fast die Rippen sehen. Spar dir deine Kräfte“ meinte sie zu ihm und gab ihm darauf einen Kuß.
„Hör zu mein Schatz, falls ich sterbe...“ fing er an.
„Sag so etwas nicht! Bald sind wir gerettet.“ sagte sie und meinte nebenbei noch „Irgendwie seltsam.... . Es schien, als hätten sie auf diesen Notruf gewartet. Erst hatte sich keiner gemeldet und dann wollten sie eifrigst wissen, wo wir stecken!“
„Vermutlich...hust, brust.... suchen die nach dem .....Flugzeug.“ sagte Stan leise.
Seine Kräfte schienen zu schwinden. Lange würde er nicht mehr durchhalten Die Wunde machte ihm schon zu schaffen. Leslie bekam wieder Tränen in die Augen. Tröstend strich Stan ihr mit dem Handrücken über das Gesicht.
„Du mußt durchhalten! Allein schaffe ich das nicht.“
Plötzlich tauchte das Geräusch des Hubschraubers auf. Es wurde immer lauter und lauter. Vom Geräusch her konnte man erahnen, daß er neben dem Gebäude landete. Ein Lächeln zeigte sich auf Leslies Gesicht.
„Siehst du. Wir werden gerettet“ sagte sie fröhlich.
Stan lächelte sie an, doch seine Augen wirkten schon etwas glasig. Bald würde er in Ohnmacht fallen.
Da flog die Holztüre abermals auf. Ein großer, stämmiger Mann war zu sehen. Er trug einen schwarzen Mantel, eine Sonnenbrille und einen braunen Lederhut. Unter dem Hut schauten hellbraune Haare hervor. Der Mantel flatterte im Wind. Er sah irgendwie nicht gerade einladend aus.
„Ah...da ist ja das Glückspärchen!“ sagte er mit einer tiefen, unangenehmen und rauhen Stimme.
Ängstlich, aber auch erwartungsvoll schaute Leslie zu dem Mann auf. Sie hatte irgendwie ein ungutes Gefühl. Dies verstärkte sich auch noch, als sie die pechschwarze Magnum in seiner rechter Hand erblickte.
„Ich bin Willam Birkin. Sie sind die letzten Überlebenden. Wir haben alles abgesucht. Die anderen hatten gegen meine Lieblinge keine Chance. Ich bin von euch beeindruckt. Ein Jammer, daß alles umsonst für euch war, haha!“ sagte die tiefe Stimme.
Er hob langsam die Magnum und entsicherte sie. Dann zielte er auf die Beiden und grinste. Leslie mußte schlucken.
„Sie werden uns doch nicht...“ fragte sie ängstlich.
„Doch, oh doch, ich werde!“ brüllte er.
Er drückte zweimal ab. Es hallte im Raum fürchterlich. Es war ein ohrenbetäubender Krach. Wenig später spritzte das Blut von Stan und Leslie und ihre Körper fielen schlaff zu Boden. Leslie schaute ein letztes Mal auf, direkt in die Augen des Mannes, der seine Sonnenbrille abgenommen hatte. Für einen Augenblick konnte sie die Verrücktheit in seinen Augen sehen. Dann verschwamm das Bild und sie tauchte in eine tiefschwarze Dunkelheit hinein.

THE END
 
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