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Das Themenquizturnier

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Für weitere Antworten geschlossen.
So, ungeachtet Milch und Keksen :bigsmile: möchte ich nur mal darauf hinweisen, dass nun die Hälfte der Zeit, nämlich 2 der 4 Tage um sind, also haltet euch ran damit die Antworten bis Freitag da sind! :)
 
So, 3 von 4 Tagen sind um und warte immer noch auf Antworten! Also macht voraaaan! :)
 
So, es ist 3 Uhr, die Frist ihr hiermit um! Ich mache mich nachher an die Auswertung, im Laufe des Nachmittags gibt es dann die Ergebnisse! :)
 
Es tut mir leid, dass es bisher keine Ergebnisse gegeben hat, ich war und bin zu beschäftigt mit anderem und muss euch daher noch auf morgen Mittag vertrösten! :)
 
Themenquizturnier Halbfinale - Die Ergebnisse

So, jetzt endlich kommen die Ergebnisse für die letzten Runde des Turniers, es tut mir wie gesagt leid, dass ihr so lange warten musstet, aber es war für mich ein vollgepacktes Wochenende, daher hatte ich bisher keine rechte Zeit, um mich der Sache zu widmen! :)


Paarung 1: RAMS-es Vs. Rossi

RAMS-es Antwort:
„Parallelgesellschaft“ ist zunächst einmal ein nichtexistierender, im Sinne der akademischen Relevanz, Begriff. In keiner Geisteswissenschaft wird dieses publizistische Schlagwort verwendet. Es wie gesagt nur ein Schlagwort, das ungebildete publizierende Dilettanten und Idioten des öffentlichen Interesses zur Bezeichnung und Beschreibung und der Entwicklung soziale Schließungsprozesse in der westeuropäischen Gesellschaft benutzen. Man muß noch nicht einmal Soziologe sein, um die den Fehler in der Logik zu erkennen, denn es kann keine Gesellschaft innerhalb oder neben der Gesellschaft geben. Den Begriff definiert Theodor Geiger als „Innbegriff räumlich vereint lebender oder vorübergehend auf einen Raum vereinter Personen“. Diese Grunddefinition bildet die Basis für die unterschiedlichen Definitionen der Soziologie, der Gesellschaftswissenschaft :

1. Eine Bezeichnung für die Tatsache der Verbundenheit von Lebewesen (Menschen, Tiere, Pflanzen).
2. Als menschliche Gesellschaft, eine Vereinigung zur Befriedigung und Sicherstellung gemeinsamer Bedürfnisse.
3. Jede Form des menschlichen Zusammenlebens, die seit der frühen Neuzeit als bürgerliche, nationale und industrielle Gesellschaft einen die individuelle Erfahrungswelt übersteigenden Handlungsrahmen entwickelte (des Rechts, der Ökonomie, des Zusammenlebens in großen Städten, der Kommunikation usw.) und in einem immer stärkeren Gegensatz zu den gemeinschaftlichen Formen des Zusammenlebens geriet.
4. Eine größere Gruppe, deren spezifischer Zweck mit dem Begriff Gesellschaft hervorgehoben wird, rechtsförmig ausgestaltet als Aktiengesellschaft, Gesellschaft der Wissenschaften oder Gesellschaft Jesu.
5. In der Sprache der Theorien des sozialen Handelns und sozialer System ( Talcoot Parsons, Niklas Luhmann) : als Interaktionssysteme mit Steuerungsfunktionen für gesellschaftliche Teilsysteme (Familien, Gemeinden, Wirtschaft usw.).
6. In einem historisch sich wandelnden Verständnis eine Bezeichnung für die kulturell und / oder politische tonangebenden Kreise.
7. In wortursprünglicher Verwandtschaft mit Geselligkeit das gesellige Beieinandersein ganz allgemein.

(Quelle : Bernhard Schäfers (Hrsg.) – Grundbegriffe der Soziologie 8- Auflage)

Anhand dieser recht komplexen und umfassenden Aufzählung, dürfte deutlich werden warum es keine „Parallelgesellschaft“ geben kann, das Schlagwort nicht zutreffen kann. Es wäre geradezu so, als würde ein Arzt zu seinem Patienten sagen : „In ihrem Organismus hat sich ein Organismus entwickelt“ (Andreas Öhler – Parallelgesellschaft – Ein Moderwort? Rheinischer Merkur 2005/20). Der Begriff „Parallelgesellschaft“ an sich führt ins Leere, weil von ihm in Unkenntnis der Bedeutung der Gesellschaft Gebrauch gemacht wird. Ich betone dies in dieser umfassenden Form, denn die Phänomene, die mit „Parallelgesellschaft“ umschrieben bzw. bezeichnet werden sollen existieren tatsächlich. Nur bedarf es gerade im Hinblick auf Darstellung und Erklärung der sicheren Basis der Begrifflichkeit, ansonsten sind Birnen Äpfel und Äpfel sind Birnen.

Welcher Begriff bzw. Begriffskomplex wäre also passend? Dazu können wir entweder auf die Schließungsmechanismen innerhalb einer Gesellschaft zugreifen oder aber den Komplex der Gemeinschaft heranziehen. Denn eigentlich ist genau das, was „Parallelgesellschaft“ eigentlich beschreiben will : Entweder die Schließung größere Gruppen innerhalb einer Gesellschaft gegenüber anderen oder die Bildung kleinerer und größerer Gemeinschaften die in metaphysischen Sinn in Konkurrenz mir anderen Gemeinschaften bzw. der Hauptgemeinschaft treten. Eine völlig andere Möglichkeit wäre eine kulturelle Unterscheidung, also die Gemeinschaftsbildung aufgrund kultureller Herkunft.

Mit Hilfe dieses theoretischen Vorbaus, läßt sich das Phänomen „Parallelgesellschaft“, denn es ist schließlich nur ein Phänomen und kein erklärender Begriff, beschreiben und erklären. Erst nachdem dieser Prozess abgeschlossen ist, können wir überhaupt in der Lage sein zu überprüfen, ob die aktuellen Entwicklungen überhaupt unter einem Begriff „Parallelgemeinschaft“, „parallele Kultur“ oder „parallele Schließung“ passen.

Die Gemeinschaft basiert auf metaphysischen Werten wie etwa Abstammung, soziale Herkunft, Überzeugungen, Neigungen, Gesinnungen, Traditionen und Tätigkeiten. In der Geschichte des menschlichen Zusammenlebens, hat es von jeher innerhalb der ursprünglichen Stammensgesellschaft unterschiedliche Gemeinschaften gegeben. Die Familie ist eine Gemeinschaft, die sich durch Verwandtschaft von anderen Gemeinschaften abgrenzt. Sie schließt nichtverwandte Personen aus, wir hätte also schon eine elementare Schließung nach innen und nach außen. Die mittelalterliche Ständegesellschaft unterteilt sich anhand der sozialen Herkunft in Gruppen, auch hier findet wiederum eine Schließung nach beiden Seiten statt. In der Metamorphose der Ordnung der sozialen Gruppierungen im 19. und 20. Jahrhundert sind in Westeuropa und Nordamerika nur noch die Klassen übrig geblieben, die zwar immer noch in weitesten Sinn Gemeinschaften abbilden, aber nur noch in sehr geringen Maße ein- bzw. ausschließen. Anders dagegen die Bildung von Gemeinschaften aus sexueller Neigung, sie definieren klar und deutlich wer Teil ist und wer nicht. Hier ist die Einschließung bis heute klar. Bei Gesinnungsgemeinschaften findet ebenso eine klare Einschließung statt, aber das Interesse an Wachstum verhindert die vollkommene Ausschließung. Vollkommen anders die durch Tradition definierte Gemeinschaft, die durchaus nicht vollkommen einschließt, also auch wieder entläßt, dafür aber vollkommen ausschließt. Daneben gibt es in der nationalen Gesellschaft die Unterteilung in regionale Gemeinschaften, die Bayern, die Sachsen, die sich um eine Mischung aus engen räumlichen Zusammenleben, Lebensart und Traditionen definieren. Es sollte mittlerweile klar sein, daß die Bildung von separaten Gemeinschaften nichts Neues ist und sogenannte „Parallelgesellschaften“ Bestandteile jeder Gesellschaft innerhalb der Geschichte sind.

Um zu denn geforderten Folgerungen zu gelangen, bedarf es eines kurzen Abrisses des aktuellen Anlasses. Das Aufkommen des Schlagworts „Parallelgesellschaft“ steht in Verbindung mit den zunehmenden Hermetisierungstendenzen der islamischen Bevölkerung in der westeuropäischen Ländern. Diese treiben die „Gutmenschen“ und Prediger der „multikulturellen Gesellschaft“ geradezu in den Wahnsinn, denn sie führen lehrbuchhaft die Unzulänglichkeiten ihres Irrglaubens vor. Grundlage für diesen Irrglauben ist mangelnde Verständnis für den Begriff und die Form Gesellschaft. Hinzu kommt die Gleichsetzung des Gleichheitsstrebens mit der Allgemeinschaft. Das Modell „Multi-Kulti“ steht in der Tradition der klassenlosen Utopie des Marxismus und der gleichgeschalteten völkischen Gemeinschaft des Nationalsozialismus. Was nicht passt muß eben passend gemacht werden. Das Beste daran ist noch, daß die Vertreter dieses Irrglaubens tatsächlich glauben gegensätzlich zu den Schreckensbeispielen der Vergangenheit zu handeln. Fangen wir bei Punkt eins an, der Gesellschaft. Der Begriff Gesellschaft umfasst bereits sämtliche Gemeinschaften und Kulturen, sie ist also bereits interkulturell ausgelegt. Sie profitiert und entwickelt sich anhand der sich verschiebenden Gewichte einzelner Gemeinschaften, seinen sie kulturell oder sozial geprägt. Der Traum einer multikulturellen Gesellschaft ist demnach vollkommen idiotisch, denn er besteht bereits.

Wenn es also keine „multikulturelle Gesellschaft“ gibt und geben kann und demnach die Ablehnung dieser Vorstellung gerade islamische Gemeinschaften keine gegen die Gesellschaft gerichtete Entwicklung ist, wo ist das Problem nach dessen Lösung gefragt wird und gibt es ein Problem? In gesellschaftstheoretischer und –historischer Hinsicht existiert auch kein Problem, jedenfalls für die Gesellschaft als soziales Gebilde, in dem sich Schichten, Gruppen und Gemeinschaften herausbilden und existieren. Für die Dynamik der Gemeinschaften untereinander besteht auch kein Problem, denn sie stehen in immerwährender Beeinflussung zueinander. Selbst die Friktion gegeneinander gerichteter Gemeinschaften ist ein Normalzustand der ihnen anhaftenden Dynamik. Gerade diese Dynamik läßt erst eine Entwicklung der Gesellschaft als Überbau zu. Wenn es ein Problem gibt, dann sind es Angriffe auf die Grundsäulen der Gesellschaft im Sinne der verstaatlichten Gesellschaft bzw. des vergesellschaftlichten Staates.

Hier bewegen wir uns aus dem Bereich der Soziologie hinaus und betreten das Terrain der Philosophie und der Staatstheorie. Der Einfachheit halber, vernachlässige ich die überkommenen und überwundenen Theorien der politischen Philosophie und stürze mich sofort auf die Vertragstheorie, wie sie die Aufklärung entwickelt hat. In aller Kürze geht diese Richtung von einem prinzipiellen „Alle gegen alle“ (Hobbes), dem Naturzustand aus. Durch Konsens aller, wird mittels eines Vertrags das Zusammenleben erst geregelt. Dieses geregelte Zusammenleben wird natürlich logischer Weise zum Staat. Ein im Kern nationalstaatlicher Ansatz, in weitergedachter Form bildet die Vertragstheorie auch ein schlüssiges Fundament für supranationale Regelungen, wie zum Beispiel das Kyoto Protokoll oder auch die UNO selbst. Es wird also eine dritte Instanz als Richter geschaffen. Zur Vertragstheorie gibt es diverse Ansätze, die sich hauptsächlich darin unterscheiden, ob die Zustimmung zum Konsens durch alle aus reiner Vorteilserwartung geschieht oder ob es bereits feste Normen zuvor gibt. Ich bevorzuge die reine Vorteilserwartung (die Missachtung des Kyoto Protokolls durch diverse Staaten, beweist, daß man mit Normen allein keinen tatsächlichen Kompromiss erreicht), den so läßt sich das Paradox vorhandene Normen und Naturzustand umgeben und zudem steht der Vertag, Konsens so auf festen theoretischen Füßen. Einig sind sich die verschiedenen Ansätze über die Kernpunkte des Vertrags, die vollkommene Freiheit aller Individuen wird beseitigt und eingeschränkt, dafür erhält jedes Individuum Garantien. Die Kerngarantien sind Schutz der körperlichen und seelischen Unversehrtheit, der Schutz des privaten Eigentums und die Gewissensfreiheit. Die Säulen des Rechtsstaats bzw. der rechtsstaatlichen Gemeinschaft stehen und in der Weiterentwicklung und -ausdehnung des Konsenses erreichen wir den tatsächlichen Rechtsstaat. Die Vorteile liegen für jeden einzelnen auf der Hand und nur dumme kölnische Griechen wollen wirklich in den Naturzustand zurück, wo jeder alle und gleichzeitig keine Rechte hat.

Warum dieser Ausflug in die politische Philosophie? Weil genau hier die Problematik liegt. Das Schlagwort „Parallelgesellschaft“ zielt nämlich genau darauf ab, die Zuwiderhandeln gegen den Gesellschaftsvertrag, gegen den Rechtsstaat. Wir können nicht mit staatlichen oder privaten Mitteln verhindern, daß sich Gemeinschaften oder Schichten bilden, die mit der mehrheitlichen Gemeinschaft in Konflikt stehen, daß ist das Wesen der Gesellschaft als solches. Wir können und müssen aber verhindern, daß der Konsens, die Grundlage unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens nicht zerstört wird, denn es gilt die Regel, wenn nur ein einziger nicht nach den Regeln spielt, dann ist die Regel bereits ad absurdum geführt. Bereits die Intention gegen den Konsens zu verstoßen hebelt ihn aus. Wir sind auf beim Rahmen des menschlichen Zusammenlebens angelangt. Das Problem ist das Ignorieren von Recht und Ordnung, die wir alle aus eigener Vorteilserwartung wünschen. Oder wünscht sich jemand Unrecht und Chaos? Anscheinend eben diverse Gruppierungen. Der Muslim der in Deutschland lebt muß nicht Deutsch sprechen oder Schweinebraten essen, er muß sich jedoch an die Gesetze halten. Es kann nicht angehen, daß irgendwer unter dem Deckmäntelchen der Gewissensfreiheit eben die Garantie dieser zerstört, hemmt oder beeinträchtigt. Demnach ist die Lösung des Problems kein kultureller oder sozialer Ansatz, sondern die garantierte Durchsetzung geltenden Rechts. Dabei ist selbstverständlich zu beachten, daß die Durchsetzung wiederum nicht gegen die Grundlage des Gesellschaftsvertrags verstößt, denn so würde er wiederum aufgehoben werden. Recht darf nicht Unrecht werden. Da der Mensch aber nicht perfekt ist auch kein Staat, Richter oder Anwalt, kann die theoretisch geforderte Idealausformung der Rahmenbedingungen und deren Durchsetzung in der tatsächlichen Ausprägung natürlich nur mit Abstrichen erfüllt werden. Wichtig ist jedoch daran zu denken, daß es nicht um Mehrheit oder Minderheit geht sondern um alle.

Nachdem die Problematik der „Parallelgesellschaft“ analysiert und entsprechende Konsequenzen gezogen worden sind, bleibt noch ein Blick auf die tatsächlichen Anstrengungen und die Kritik an ihren Unzulänglichkeiten. Da der Irrglauben an die Allgemeinschaft, die „multikulturelle Gesellschaft“ durch Medien und andere Hirneinweicher im Wunschdenken der Öffentlichkeit fest zementiert wurde, greifen die Ordnungsinstanzen, der Staat und die bürgerliche Gesellschaft, eben zu den Instrumentarien der kulturellen Anpassung und der sozialen Gnadengewährung. Man drängt und zwingt die Menschen, dazu sich an die kulturellen Gegebenheiten anzupassen. Bezahlte Pflichtkurse in Deutsch, zweisprachige Dokumentationen für Angelegenheiten mit den staatlichen Instanzen und Förderung der sozialen Kontakte zwischen den kulturellen Gemeinschaften. In sozialer Hinsicht ermöglicht man bzw. erleichtert man die soziale Integration durch Bereitstellung von kostengünstigem Wohnraum, finanzieller Unterstützung, Fortbildungsmaßnahmen und Bevorzugung bei der Gewährung staatlicher Leistungen. Wie bereits ausführlich dargestellt ist die Bildung sogar vehement in sich geschlossener Gemeinschaften und Schichten nicht das eigentliche Problem. Diese Problematik besteht nur insofern, wenn man gleichzeitig die Bildung jeglicher Gemeinschaften ablehnt und an die Utopie der gemeinschaftslosen Gesellschaft glaubt. Ergo zielen die ergriffenen Maßnahmen auch auf die Gleichmacherei und Assimilierung aller ab. Genau das Gegenteil der Zielsetzung wird aber in den meisten Fällen erreicht, denn die Dynamik der Gesellschaft als Ganzes und der Gemeinschaften als ihre Bestandteile verhindert dies eindrucksvoll. Die Bereitstellung von Wohnungen führt geradezu traditionell zur Gettoisierung, zur noch engerem da räumlich Zusammen- und Einschluß. Die Versuche der Assimilierung werden als Angriff auf die eigenen sozialen und kulturellen Wurzeln begriffen und dementsprechend abgelehnt. Die Anbiederungsversuche als Schleimerei enttarnt und die „Soziale Gießkanne“ als Beleidigung aufgefaßt, wenn sie nicht als Almosen begriffen wird. Dazu kommen noch die üblichen soziologischen und wirtschaftlichen Fehlentwicklungen. Im Endeffekt wird die empfundene Spaltung der Gesellschaft zementiert, die „Parallelgesellschaft“ subventioniert. Auch die zunehmende Tendenz des Forderns und Förderns stößt hier auf Granit. Tatsächlich könnte man sich all diese Maßnahmen sparen. Es würde allein genügen allen klar zu machen, daß es in ihrem ureigenen Interesse ist bestimmte Anpassungen zu vollziehen.(Parallel hierzu kann die deutsche Bildungspolitik herangezogen werden, die ja ähnliche Anwandlungen zeigt, hier mit dem Ziel das Bildungsniveau diffuser „Unterschichtsphantastareien“ zu heben. Förderung hat nichts gebracht, Leistungsdruck hat nicht zur erwünschten Nivellierung geführt. Die einfachste Methode, den Schüler nur eine einzige Sache wirklich einzutrichtern – es ist in Eurem eigenen Interesse – wird vernachlässigt. In anderen Länder, wie Korea oder China, muß es den Schülern nicht erst beigebracht werden, die wissen es schon vorher und dementsprechend überholen sie unseren Nachwuchs in fast allen Bereichen.) . Notwendig ist eine kulturelle und soziale Anpassung aber nicht, sie entwickelt sich durch die Dynamik der Gemeinschaften und damit der Gesellschaft von ganz allein.

Zum Abschluß zwei Beispiele für sogenannte „Parallelgesellschaften“ in der Geschichte und auch für die fehlgeleiteten Versuche eben diese zu überkommen. Klassisches Beispiel sind hierfür natürlich die unterschiedlichen Einwanderungswellen in die Vereinigten Staaten. Das Schöne daran ist, daß sogar alle Aspekte der Problematik zu Tage treten. Betrachtet man sich die skandinavischen und westeuropäischen Einwanderer und ihr Verhalten in der Neuen Welt, dann kann man feststellen, daß auch sie eigene Gemeinschaften bildeten. Sie lebten gemeinsam, sprachen Deutsch, Gälisch, Norwegisch oder Italienisch und integrierten sich als Gruppe überhaupt nicht in die bestehenden amerikanischen sozialen und kulturellen Gemeinschaften. Drei oder vier Generationen später hatte sich das Problem, falls überhaupt eines war von ganz allein gelöst. Tatsächliche Probleme wie Kriminalität und Aufstände wurden unterschiedlich konsequent bekämpft, anscheinend mit überwiegendem Erfolg. Beachtenswert ist zudem, daß trotz der Integration, die kulturelle Identität in großen Teilen bewahrt wurde. Wenn Recht Unrecht wird und welche Folgen diese Missachtung haben kann ist die Behandlung der überlebenden Indianer, die bis vor kurzem und sogar bis ein zum Teil erbärmliches Dasein führen und die Gesellschaft als Ganzes in moralischer Hinsicht schwer belasten. Der Versuch der Steuerung der Dynamik ist in den USA ebenso wie überall grandios gescheitert. Hierzu muß man sich nur die ethnische Entwicklung der Stadt New York zwischen 1850 und 2000 anschauen. Zunächst lebten die Iren in Harlem, dann die Osteuropäer. Beide Gruppen zogen schnell weiter, die längste Periode waren die ihnen folgenden Schwarzen, eine Binnenwanderungswelle aus dem Süden. Sie blieben sehr lange. Man könnte die Gründe dafür in abstrusen Rassentheorien suchen, tatsächlich waren sie aber die erste Gruppe die nach den Weltkriegen und der endgültigen Emanzipation versuchte zu unterstützen und zwangsweise zu integrieren. Die Unterstützung beschleunigte jedoch nicht die Weiterentwicklung sondern hemmte sie. Natürlich muß man dabei auch die sehr zyklische Stadtentwicklung in den USA berücksichtigen. Bei der nächsten Gruppe den Puerto Ricanern, denen man ähnliche Wohltaten angedeihen läßt verhält es sich ähnlich. Generell lassen sich die Schließung und der Stillstand aber für alle geförderten Gruppen feststellen. Die Katastrophe von New Orleans hat den Mißstand recht deutlich zu Tage gebracht und diese Umstände existieren, obwohl oder gerade deshalb weil Vater Staat und die Öffentlichkeit dachte einschreiten zu müssen. Wir kehren für unser zweites Beispiel wieder zurück nach Europa. Hier wären einmal die Einwanderungsbewegungen aus Frankreich und den Vereinigten Niederlanden nach Preußen festzuhalten. Auch hier hat die Forschung eindeutig bewiesen, daß bis auf wenige Eliten die Menschen zunächst vollkommen unter sich blieben und erst allmählich in die kulturelle Mehrheitsgemeinschaft aufgingen. Beachtenswert hier sind die genommenen Einflüsse, die zum Beispiel das Berliner Sprachbild prägen. Die polnische Zuwanderung ins Ruhrgebiet wäre ebenso zu nennen. Aber auch die Deutschen zogen in die europäische Ferne und machten dort nicht die schönste Figur. Louis Bamberger schrieb 1867 : „Im Winter tragen die Männer einen Pelz aus Hundefell; die Frauen und die Kinder – denn auch sie sind in den Brigaden einrangiert – tragen alte Lumpen und ein rotes oder grünes wollenes Tuch um den Kopf gebunden. Ohne dass ihr sie sprechen hört, nur den Physiognomien nach, werdet ihr euch überzeugen, dass sie keine Landsleute von euch sind.“ Mittlerweile erinnern nur noch die deutschen Nachnamen an diese Menschen, ihre Nachfahren sind alles waschechte Franzosen und Almosen und Sozialhilfe gab damals auch nicht. Dies unterstreicht deutlich, daß die „Parallelgesellschaft“ kein soziologisches Problem sein kann, sondern wenn überhaupt ein rechtliches.


Rossis Antwort:
Angeblich ist es die Bildung einer "untergeordneten" Gesellschaft im Schatten der Leitkultur. Sie führt angeblich zu sich steigernder Ausgrenzung beispielsweise muslimischer "Minderheiten". Das ist schlecht! Deswegen versucht man die in meinen Augen nicht existente Parallelgesellschaft durch angebliche Bemühungen der Integration zu bekämpfen.

Meine Wertung:
Es ist schade, dass Rossi so offensichtlich vor Ramses resigniert hat, denn diese Antwort ist ohne Frage nicht annähernd eine Konkurrenz für Ramses. Ich finde es doof, dass Rossi die Flinte so schnell und kampflos ins Korn geworfen hat, aber es ist wie es ist, und Ramses glänzt (wieder einmal) mit einer herrvorragenden Antwort, die alle wichtigen und nennenswerten Aspekte der Thematik anspricht, daher ist Ramses ohne Zweifel der Sieger dieser Runde: Ramses zieht ins Finale ein, Rossi scheidet aus!


Paarung 2: MagicalChild Vs. Robinson

MagicalChilds Antwort:
Das "Heilige Römische Reich", später "Heiliges Römisches Reich deutscher Nation", war das erste deutsche Reich. Es bildete sich 962 aus dem karolingischen Ostfrankenreich heraus und bestand bis 1806.
Im ostfränkischen Reich hatten sich aus den ursprünglich als Verwaltungseinheiten gedachten Grafschaften größere Einheiten gebildet, die in einer territorialstaatsähnlich Form existierten und sich später Herzogtümer nannten. Der letzte Versuch im Reich eine starke Zentralgewalt zu schaffen, scheiterte mit dem Tod Heinrich VI. Im Laufe der folgenden Jahrhunderte bis etwa 1500 erfolgten immer wieder neue Bündelungen und Neuverteilungen von Einzelrechten zu territorialen Herrschaften, die aber nicht mehr an die größe der Herzogtümer heranreichten.
Im Spätmittelalter fing der Verfall der königlichen Zentralgewalt im Zuge des Untergangs der Staufer an.
Kurz nach der Einführung des Allgemeinen Landfriedens 1495 wurde die Struktur des Reichs verändert. Es wurden konfessionsgebundenen Bündnisse zwischen Reichsständen gebildet, die mehrmals miteinander Krieg führten. Der Höhepunkt dieser Reformation war der 30-jährige Krieg, in dessen Verlauf der Kaiser noch ein mal versuchte, seine Machtstellung zurückzugewinnen und die Einheit der Kirche wiederherzustellen. Da dieser Versuch scheiterte, hatte der Kaiser nach dem Krieg fast nur noch einen repräsentativen Charakter.
Während der Napoleanischen Kriege beginnt das Reich zu zerfallen. Preußen und Österreich schließen unabhängig vom Rest des Reiches 1795 bzw. 1801 Frieden mit Frakreich. Auch der sich bereits in den 1740er Jahren entwickelte Dualismus zwischen den beiden Großmächten Preußen und Österreich trug wesentlich zum Zerfall des Reiches bei.
Nachdem sich Napoleon 1804 zum Kaiser der Franzosen gekrönt hatte, forderte er in den darauffolgenden diplomatischen Gesprächen zwischen Frankreich und Österreich die Anerkennung des französischen Kaiserreichs. Diese Forderung wurde bald zum Ultimatum.
1805 marschierte Napoleon dann auf Wien und besiegte die Österreicher und Russen in der Dreikaiserschlacht. Im darauffolgenden Friden setzte Napoleon die Souveränität Bayerns, Württembergs und Badens durch, womit diese Österreich und Preußen gleichgestellt waren und Kaiser Franz praktisch keinen Einfluß mehr auf diese Gebie hatte.
Da Kaiser Franz II. nur noch die Wahl zwischen einer Auflösung des Reiches oder einer Umstrukturierung dessen unter französischer Herrschaft blieb, legte er die Krone 1806 ab.

Das zweite deutsche Reich, dass auf Betreiben Otto von Bismarcks gegründet wurde, war der erste deutsche Nationalstaat und wurde schlicht "Deutsches Reich" genannt.
Es ging aus dem Norddeutschen Bund, einem lockeren Zusammenschluß der Gebiete der deutschen Fürstentümer, die vor 1806 zum Deutschen Reich gehört hatten und unter preußischer Vorherrschaft standen, hervor. Nach dem Sieg Preußens gegen Österreich 1866 schlossen sich Baden, Bayern, Hessen und Württemberg diesem Bund an. Da Preußen kurze Zeit später auch die Macht in Spanien übernehmen sollte, fühlte sich Frankreich von dem Zusammenschluss dieser mächtigen Länder bedroht und entschloss sich 1870 zu einem Präventivkrieg. Bismarck nutze dies um die Einigung der beiden deutschen Staaten, dem Norddeutschen Bund und den süddeutschen Staaten, durch einen gemeinsamen Feind durchzusetzen. Da ihm dies auch gelang, verloren die Franzosen den Krieg, woraufhin das Deutsche Reich offiziell mit der Ernennung König Wilhelms I. zum Deutschen Kaiser im Schloss Versailles bei Paris gegründet wurde.
Das Ende des Deutschen Reiches kam mit dem ersten Weltkrieg. Im September 1918 musste die Kriegsniederlage des Reiches eingeräumt werden. Der Kaiser nahm die zuvor abgelehnten Waffenstillstandsbedingungen des US-Präsidenten an und vertraute die Regierungsverantwortung den liberalen und demokratischen Kräften an. Die Bezeichnung Deutsches Reich blieb jedoch offiziell bis 1945 erhalten.

Das im historischen Sinne daher inkorrekt als "Drittes Reich" bezeichnete deutsche Reich entstand 1933 aus der Weimarer Republik. Die allgemeine Unzufriedenheit der Bevölkerung, ausgelöst durch den Unmut über die Bestimmungen des Versailler Vertrages (z.B. alleinige Kriegsschuld Deutschlands, übermäßig hohe Reparationszahlungen), die schlechten politischen (keine regierungsfähige Mehrheit trotz häufiger Neuwahlen), wirtschaftlichen (hohe Inflation) und sozialen (hohe Arbeitslosigkeit) Verhältnisse, ermöglichte den Aufstieg der rechtsextremen NSDAP in der Republik. Anfangs eher unbekannt und zwischenzeitlich sogar verboten, konnte die NSDAP bis 1932 zur stärksten Fraktion im Reichstag aufsteigen. Dies konnte vor allem durch Hitlers Redetalent und die modernen Wahlkampfmethoden der Partei, wie Großveranstaltungen und die konsequente Emotionalisierung, erreicht werden.
1933 trafen sich Hitler und der ehemalige Reichspräsident Papen zu Geheimverhandlungen , in denen eine Koalitionsregierung aus Deutschnationalen und der NSDAP vereinbart wurden.
Hitler wurde daraufhin durch Hindenburg zum Reichskanzler ernannt. Dies wurde von den Nationalsozialisten als Machtergreifung gefeiert. Es folgten die Gleichschaltung, die Unterwerfung und Angleichung an die Nationalsozialisten der Länder, Parteien, Organisationen, Vereine, Verbände, Gewerkschaften, Medien und Justiz.
Das Ende des Dritten Reiches kam mit der Kapitualtion Deutschlands im zweiten Weltkrieg 1945, wonach es unter den Alliierten aufgeteilt wurde.


Robinsons Antwort:
1tes Deutsches Reich:
Es begann am 18. Januar 1871 mit der Ernennung von König Wilhelm I., dem preußischen König in Versailles zum Deutschen Kaiser, doch die Politik bestimmte größtenteils Otto von Bismarck, dem ersten Reichskanzler.
Das 1te Deutsche Reich war ein Bundesstaat der freiwillig zwischen den Landesfürsten zustande kam. Eine Erweiterung des Norddeutschen Bundes diente dem Reich als Verfassung.
Das Reich endete offiziell am 9. November 1918 mit der Abdankung von Kaiser Willhelm II nach dem ersten Weltkrieg, in dem Willhelm II. mitwirkte. Doch nicht der Krieg, sondern eine Revolution hatte die Monarchen niedergestreckt.

2tes Deutsches Reich:
Es wurde auch Weimarer Republik genannt, beginnt am 28. Oktober 1918 mit der Inkrafttretung der neuen Reform, die das Kaiserreich zu einer verfassungsrechtlichen, parlamentarisch-demokratischen Monarchie.
Dieses Reich endete mit der Machtergreifung Hitlers am 30. Januar 1933.

3tes Deutsches Reich:
Am 30. Januar 1933 übernimmt Adolf Hitler das Amt des Reichskanzlers und beginnt somit das 3te Deutsche Reich.
Er setzt früh die anderen Parteien lahm und ist besessen davon, das Reich auszubauen.
Er beginnt mit seinem Vorhaben am 1.9.1939 und gleichzeitig auch den 2ten Weltkrieg mit dem Überfall auf Polen.
Der Krieg verlief nicht wie geplant und zog den Untergang des 3ten Deutschen Reichs 8. Mai 1945 durch die Alliierten und die Russen mit sich.


Meine Wertung:
Leider wieder einmal ein klarer Fall. MagicalChild hat nämlich nicht nur die größere Menge an Infos und Daten auf seiner Seite, sondern hat seinen Text auch schöner ausformuliert. Robinson dagegen hat eine recht kurze Antwort geliefert, die ehr simple gestrickt ist und, das ist das größte Manko, einen komplett falschen Abschnitt enthält. Denn das erste deutsche Reich war, wie von Child beschrieben, das Heilige Römische Reich und nicht erst das deutsche Kaiserreich von 1871. Daher zieht auch MagicalChild ganz klar an seinem Konkurrenten vorbei: MagicalChild zieht ins Finale ein, Robinson scheidet aus!


So, damit steht uns nun das große Finale bevor! Aber nicht nur der Champion wird sich in der letzten Runde entscheiden, sondern auch der dritte Platz, der ja auch noch auf dem Treppchen stehen wird. Daher treten in der nächsten Runde am Montag, den 21. November um 15 Uhr folgende Paarungen gegeneinander an:

Finalpaarung: RAMS-es Vs. MagicalChild
Paarung für den dritten Platz: Rossi Vs. Robinson


Also, morgen startet die letzten Runde, dran denken und abgeben! ;)
 
"beispielsweise muslimischer "Minderheiten". Das ist schlecht!Deswegen versucht man die in meinen Augen nicht existente Parallelgesellschaft...


Wenn das nicht finalwürdig ist. :bigsmile:

Schiebung, Jojo. Schiebung. Was hat Dir RAMS-es gezahlt, und wieso hab' ich das dumpfe Gefühl, daß Dei Vadda Hoyzer heißt...
 
@blackie & Charlie

Beschwert Euch beim Fragensteller, wenn er versuchen würde die Fragen präziser zu stellen und nicht immer ganze Themenkomplexe anzureißen, könnte ich mich auch kürzer fassen.

@rossi

Was soll das? (Zitat : Warcraft 2)

@Best of the Rest

Tod den Ogalalla!
 
@jojo: Du findest das doof? Ich fand die Tatsache doof, daß Du eine Frage gestellt hast, die in den Studien des RAMSes abgehandelt wird!. Stell doch im Rahmen des Kampfes um Platz Drei, eine Frage aus dem Strafrecht. Da scheiß ich Dich dann auch zu mit nem dreissigseitigen Aufsatz. ;) :bigsmile:

Außerdem hast Du einen Teil meiner Antwort unterschlagen!:bigsmile:

@RAMSes: Es ist wie es ist! Leider waren die Einschreibungsfristen für ein Soziologiestudium schon vorbei :bigsmile:

@Bird & party: Danke, für die Tatsache, daß Euch meine Formulierungen gefallen haben. Aber ich bin leider nicht weiter gekommen. Das ist schlecht! :bigsmile:
 
@rossi

Jetzt weißt auf jeden Fall, daß es immer praktisch auch die nicht so hübsche Soziologie Studentinnen warm zu halten. Braves Mädel ist bei Wind und Wetter für mich zur Stabi gedackelt. Ansonsten mußt Du soetwas auch als Dual Use Modell betrachten, kann den Text gleich als Vortragsrede für die CSU verwenden und dem Thomas eine Rede zusammenwurschteln.:bigsmile:

Strafrecht wäre wirklich prima gewesen, Juristinnen sind ja auch viel schöner:bigsmile:. Aber generell hättest Du Philosophie studieren müssen, dann ist Zuschwallen kein Problem mehr.;)
 
RAMS-es hat folgendes geschrieben:

@blackie & Charlie

Beschwert Euch beim Fragensteller, wenn er versuchen würde die Fragen präziser zu stellen und nicht immer ganze Themenkomplexe anzureißen, könnte ich mich auch kürzer fassen.

@rossi

Was soll das? (Zitat : Warcraft 2)

@Best of the Rest

Tod den Ogalalla!
Mein Kommentar war keine Beschwerde, ich fand Rossis post irgendwie putzig, ein wenig wie das Gedicht aus "Club der toten Dichter": "Die Katze saß auf der Matratze" aka "The cat sat on the mat", deswegen der Schmunzelsmily.

An Deiner Antwort war nichts auszusetzen. Allgemein gestellte Fragen verlangen auch eine breit gefächerte Antwort.8)
 
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