@pit:
- Der "Trick" besteht darin, erst gar nicht in die Schuldenfalle zu tappen. Reine Konsumschulden sind in der Regel selbstverschuldet. Dafür gibt`s keine Entschuldigung. Das sind nicht die Gene, die Umstände, irgendwelche Erdmännchen oder was auch immer. Hier gilt das Prinzip der Eigenverantwortlichkeit.
- Verdienen kommt von "Dienen". Wer überdurchschnittliche Leistung bringt, den wird man nicht so schnell vor die Tür setzen. Natürlich gibt es Ausnahmen (z.B. wenn der Betrieb schließt und auch verdiente Mitarbeiter ihren Job verlieren). Und man kann ganz allgemein auch die Frage aufwerfen, ob Leistung immer in angemessenem Maße honoriert wird und ob das Einkommensgefälle, wie wir es heute (dank unserer Regierungsparteien, die sich aus der politischen Verantwortung längst verabschiedet haben, um die Wirtschaft oder irgendwelche EU-Bürokraten "machen zu lassen") noch verhältnismäßig und damit gerecht ist. Zum Teil hängen diese Schieflagen aber auch mit völlig überholten Vorstellungen zusammen. So ist das Erreichen bestimmter Positionen (und damit bestimmter Einkommen) bei uns quasi immer an formale Voraussetzungen (Bildungsstand, Zeugnisse, Notendurchschnitte usw.) gekoppelt. Das mag in bestimmten Fällen auch sinnvoll sein, denn um z.B. als Arzt arbeiten zu können, sollte man eben schon Medizin studiert haben. Da würde eine Maurer-Lehre wenig bringen. Womit ich aber absolut nicht zu versöhnen bin, sind diese akademischen Klugscheißer, die mit fast 30 gerade mal von der Hochschule kommen, mangels Berufspraxis von Tun und Blasen keine Ahnung haben, und dann Leuten vorgesetzt werden, die schon 30 Jahre in der Firma sind. Bei Akademikern, die - erfreulicherweise gibt es auch solche Fälle - vor dem Studium eine Lehre gemacht haben und in ihrem Leben auch mal was anderes als nur Bücher bearbeitet haben, sehe ich diese Probleme übrigens weniger bis gar nicht, denn diese Leute kennen beide Seiten, also auch die handwerklich-praktische. Die Heisenberg`sche Unschärferelation erläutern können, aber nicht wissen, wie man einen Nagel in die Wand haut - auf die Fähigkeiten solcher "Chefs" zu vertrauen, bringt in der Tat wenig.
- Ein Auto ist ein Gebrauchsgegenstand, klar. Was würde mir ein Porsche bringen (außer immense Kosten, die Anschaffung und Unterhaltung betreffend). Selbst auf mein Traumfahrzeug (Batmobil) kann ich verzichten. Was könnte ich mit so `ner Rakete anfangen? Kaum bin ich zehn Minuten aus der Garage, stehe ich sowieso im Stau. Hat sich also erledigt. Wenn es die Wetterverhältnisse zulassen, radel ich eh meistens mit dem Fahrrad durch die Gegend. Positiver Nebeneffekt: Man kommt häufiger an die frische Luft. Und da ich einen Firmenwagen fahre, gebe ich fürs Auto praktisch kein Geld aus. Dafür habe ich allerdings keinen "eigenen" Wagen. Aber wie man sieht, geht`s auch so.
- Man muss nicht ewig ein armer Schlucker bleiben. Man kann auch vom Armen zum Reichen aufsteigen, sogar auf legalem Wege, also ohne krumme Dinger drehen zu müssen. Dies wird immer wieder übersehen. Wobei "Reichtum" sowieso relativ ist und sich nicht nur am Geldbeutel festmachen lässt, was ebenfalls klar sein dürfte. Hängt eben von den Vorstellungen ab. Ich kenne Leute, die sehr viel Wert auf ihr Äußeres legen. Die Armbanduhr muss dann unbedingt von einem namenhaften Designer stammen und mindestens 3.000 kosten. Ich kenne aber auch genug Leute, die wie ich seelische Qualen erleiden würden, wenn sie 3.000 für eine Armbanduhr ausgeben müssten.
Ungeachtet dessen: Es gibt auch "Reiche", die sich ihren Reichtum erarbeitet haben (insofern sind auch sie "Arbeiter", und wahrscheinlich gar nicht mal die schlechtesten). Denn man muss unterscheiden zwischen verdientem und unverdientem Reichtum.
- Deinem Geldwertbegriff kann ich nicht ganz folgen. Die ursprüngliche Bedeutung des Kapitals besteht darin, den Wohlstand zu mehren und persönliche Freiheiten - nicht nur im Bezug auf die Wahl der Produkte und Dienstleistungen - zu schaffen. Dass dies in der Wirklichkeit nicht immer funktioniert, ist nicht Schuld des Kapitals, sondern der Kapitalbesitzer, besser wäre vielleicht zu sagen: der Kapital-Konzentration. Ich jedenfalls halte es für unverantwortlich, dass das Wohl und Wehe der Menschheit mittlerweile von ein paar Fondsmanagern abhängt, nachdem sich die politisch Verantwortlichen in der Beziehung immer weiter aus dem Staub machen. Der Ermessensspielraum dieser Leute muss deutlich eingeschränkt werden und die Politik wieder die Oberhand gewinnen. Konkret bedeutet dies: Wir müssen nach Jahren der Deregulierung schrittweise wieder zu einer Regulierung der Märkte übergehen. Sonst fliegt uns der Laden nämlich früher oder später wirklich um die Ohren. Aber das ist ein anderes Kapitel.
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