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Amoklauf in Lörrach

H

Highlander

Guest
Knapp ein Jahr nach der Bluttat von Winneden(schreibt man doch so, oder?!) wurde wieder ein Amoklauf "verübt", diesmal ist es aber alles ein bisschen "anders". Ich will nicht als Gefühllos, pietlos, oder überheblich gelten. Bezeichender Weise sind 97% Amokläufer Männer. Meistens leben sie völlig unauffällig, sind lieb und brav, sprich der "Gute Nachbar von Nebenan". Doch viele dieser Täter haben irgendwann in ihrem Leben Verletzungen und/oder Kränkungen erlitten. Sei das Ausgrenzung in der Schule, Stress mit irgendwelchen Verwaltungen und Behörden usw. , die Liste denke ich könnte ich noch lange fortfahren. Ich will aber damit nicht die Tat rechtfertigen, den jede/r erlebt das in seinem Leben, es ist nur die Frage ober der "Schalter umstellt" um es einmal salopp zu formoulieren. Doch diesmal in Lörrach war es eine Frau ,nicht irgendeine Hartz IV-Empfängerin,sondern die über hohe intellektuelle Kapazitäten verfügt. Sie hatte da sie Sportschützin war, natürlich leichten Zugang zu Waffen.
Die Tat, die unbeschreiblich ist, hat wieder einmal mehr bewiessen, das es absolut unmöglich ist, die Menschen zu kontrollieren.
 
Die Tatsache, dass sie Sportschützin war, tut doch nix zur Sache.
Sie hat sicher Killerspiele gespielt und Marilyn Manson gehört.

In vielen Menschen schlummert sowas. Ich wage sogar zu behaupten, dass so ziemlich jeder austicken kann. Ist nur bei jedem ein anderer Hebel, der da umgelegt werden muss.
 
"...nicht irgendeine Hartz IV-Empfängerin,sondern die über hohe intellektuelle Kapazitäten verfügt..."

Entweder sehr, sehr unglücklich ausgedrückt, oder extrem daneben.

"...das es absolut unmöglich ist, die Menschen zu kontrollieren."

Das sehe ich anders. Die Möglichkeiten gibts, oder man forscht weiter dran, sind aber noch nicht so massenkompatibel.
 
Inzwischen weiß man schon, dass sie Rechtsanwältin war, in ihrer Kanzlei Mann und Sohn erschossen hat und dann im benachbarten Krankenhaus total durchgedreht ist. U.a. starb noch ein Pfleger. Die bisherigen Erkenntnisse sprechen deutlich für ein Beziehungsdrama, da man sich wohl auch um das Sorgerecht für den Sohn gestritten hat.

Hat u.a. ARD Online auf der Seite stehen.
 
@Highlander

Ich kenne ein paar hochgebildete Hartz 4 Empfänger die aufgrund ihrer Überqualifizierung keinen Job bekommen, aber das nur nebenbei. ;)

Was das Thema angeht, ich finde es interessant was für Unterschiede die sog. Experten zwischen Männern und Frauen machen. Ich habe heute mehrmals gelacht als sie im TV nach Erklärungen dafür gesucht haben wie eine Frau sowas machen kann. Schon dumm wenn Killerspiele als Totschlagargument wegfallen, hatte ich zumindest so das Gefühl.

Interessant ist das es bei einer Frau heißt das sie furchtbar verzweifelt gewesen sein muss oder sie von jemandem, in dem Fall wohl der Ehemann, furchtbar verletzt wurde, während es bei einem männlichen Amokläufer gleich sofort in die typische, uns allen bekannte, Richtung geht.

Damals bei Winnenden wusste ich schon als ich's mittags auf der Arbeit mitbekommen habe, was nun wieder folgen würde und so kam es dann auch. Wenn man auf dem Rechner dieser Dame jetzt "Killerspiele" finden würde, könnte man sicher sein das die dennoch nicht als Grund angesehen werden würden.

Bei einer Frau ist es einfach etwas anderes, schon komisch diese Welt.

Leider kann man immer wieder beobachten wie gleiche Taten mit zweierlei Maß gemessen werden wenn sie von unterschiedlichen Geschlechtern oder Kulturen begangen werden.

Ein Beispiel: Ein Mann dreht durch und erschießt seine Ehefrau weil diese fremdgegangen ist. War der Mann ein deutscher so ist es ein Beziehungsdrama, war der Mann aber ein Türke, dann war's doch eher ein Ehrenmord.

Teilweise echt zum kotzen muss ich sagen.
 
Und der Sturm auf das Krankenhaus ist vermutlich darin begründet, dass sie 2004 dort eine Fehlgeburt hatte.
 
@ jaypeekay

Wohl war, das ist definitiv zum :kotz: .. aber leider das so gängig gewordene "gleich und gleicher Prinzip" sowie Schubladendenken, denn ohne geht nix mehr. Individuelle Betrachtung, vor allem auch der Versuch es objektiv zu gestalten, ist schon lange vorbei.
 
Der Sohn wurde wohl nicht erschossen sondern wies nur "Spuren von stumpfer Gewalteinwirkung" auf. Demnach hätte sie ihn erschlagen. Spielt zwar keine Rolle im Endeffekt, ist allerdings eine "höhere Stufe" von Gewalt. Da laut PSychologe mehr Gewaltpotential dazugehört das eigene Kind zu erschlagen (vermeintlich langsamer Tod) als es zu erschiessen (schneller "schmerzloser" Tod).

Das waren Zitate aus einem Interview, nicht meine Meinung.
 
CharLu hat folgendes geschrieben:

@ jaypeekay


Wohl war, das ist definitiv zum :kotz: .. aber leider das so gängig gewordene "gleich und gleicher Prinzip" sowie Schubladendenken, denn ohne geht nix mehr. Individuelle Betrachtung, vor allem auch der Versuch es objektiv zu gestalten, ist schon lange vorbei.

Bedankt euch bei RTL, Pro7 usw. dafür
 
Die Erklärung der Psychologen, warum es bei einer Frau etwas besonderes ist so etwas zu tun, war heute diese, dass Frauen mehr Verletzungen und Demütigungen aushalten als Männer.

Woher diese Erkenntnis kommt weiss ich nicht, bin jedoch nicht sicher, dass sie der Realität entsprechen.

Natürlich begehen mehr Männer amokläufe und auch mehr Gewalttaten als Frauen.

Ich würde den Grund eher darin sehen, dass Jungen/Männer schon von Kindesbeinen an lernen, dass körperliche Gewalt als Mittel zur Problemlösung viel eher akzeptiert/toleriert/erwartet wird als bei Mädchen/Frauen.

Ist es denn sicher, dass sie es war, die ihr Kind ermordet hat?
Käme nicht auch der Vater in Frage, der daraufhin von ihr getötet wurde?

Obwohl...das würde nicht den Amoklauf in der Klinik erklären.
Andererseits...es wäre auch möglich, dass ihr Kind getötet wurde und sie daraufhin stark an das Trauma von damals erinnert wurde.

Nun ja, alles Spekulation, egal in welcher Weise und aus welchem Grund...schreckliches Verbrechen. Es zeigt aber auch wie viele Menschen mit einer psychischen Erkrankung zu kämpfen haben die u.U. nicht ernst genug genommen wird...
 
Silverhawk
Wieso gehst du davon aus, das sie an einer Psychischen Erkrankung gelitten hat?
 
GarfieldausHN hat folgendes geschrieben:

Silverhawk

Wieso gehst du davon aus, das sie an einer Psychischen Erkrankung gelitten hat?
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Nun ja, kerngesund sind Menschen die so etwas tun selten.

Speziell kam ich durch das Krankenhaus drauf, dass sie anscheinend gezielt angesteuert hat. Dazu dann noch die Fehlgeburt vor 6 Jahren.
Zu viele Zufälle.

Und wenn jemand nach so langer Zeit gegen vielleicht unbeteiligte einen deratigen Hass- oder Rachegedanken verspürt...

Da zumindest gehe ich mit den Psychologen konform...so eine Tat begeht man nicht aus dem Nichts.
Ich weiss nicht was bei ihr vorlag...Depressionen, Paranoia, Traumata....wahrscheinlich eine Mischung aus mehreren Sachen...

Das bezieht sich natürlich jetzt nur auf die Medienberichte und darauf, dass deren Darstellung korrekt ist.
 
normalerweise gehen Amokläufer sehr planvoll vor.

1. Sie machen Kassensturz und entscheiden sich gegen das Weiterleben. Irgendein letztes Auslöser-Ereignis ist dann dafür ursächlich.
2. Sie denken sich eine Tat aus, die ihnen die Rückkehr in das gesellschaftliche Leben unmöglich macht, meist ist das bei Beziehungstaten oder "den normalen Amokläufen" die Tötung eines oder mehrerer Menschen.
3. nachdem es dann sowieso kein Zurück mehr gibt, kalkulieren sie den eigenen Tod ganz normal mit ein. Sie wissen haargenau, dass sie am Ende des Tages aus dem Leben scheiden werden.
4. Entweder sie kalkulieren ein, sich selber richten zu müssen, wenn die "Eingreiftruppe" dies nicht schnell genug schafft, oder sie werden kalkulierterweise von der eben genannten Eingreiftruppe zur Strecke gebracht.

Bei Selbstmördern läuft es ähnlich, sie wählen nur meist den stilleren Weg, der Amokläufer hat da leider in seinen letzten Aktionen ein sehr viel einnehmenderes Wesen.

Eigentlich hat das mit dem ursprünglichen Sinn des Wortes Amok nicht mehr so viel zu tun. Soweit ich weiß, wurden damit Menschen bezeichnet, die in blinder Wut planlos und unberechenbar ausrasten und andere verletzten oder gar töten.
Die heutigen "Amokläufe" haben ja nun mit planlos und blinder Wut nichts zu tun, sie sind im Gegenteil genau kalkuliert und vorausberechnet, zumindest auf die gewollte Tötung von Menschen, darunter vor allem die eigene, weil man das Leben nicht mehr lebenswert findet.
 
Ich würde Amokläufer auch nicht generell als psychisch Erkankte ansehen. Wie schon gesagt wurde planen sie ihre Tat oft minutiös vor, das erfordert eine gewisse KLarheit und Kaltblütigkeit vorallem wenn sich, wie hier, die Gewalt gegen das eigene Kind/die Familie richtet. Denn das hat doch eine etwas höhere Hemmschwelle als eine Gewalttat gegen Fremde (Stichwort: Mutterinstinkt).

Im Endeffekt ist ein Amoklauf immer ein Selbstmord. Wenn man so will eine extrovertierte und feige Form von Selbstmord. Feige in dem Sinne, dass der Täter nicht den Mut hat die Tat an sich selbst zu vollstrecken, sondern den Suizid quasi von Polizisten/SEK vornehmen lässt bzw einplant (von den Folgen für den Beamten mal ganz zu schweigen). Extrovertiert deswegen, weil gewissermassen die Öffentlichkeit gesucht wird. Ein normaler Selbstmörder begeht die Tat ja eher "im stillen Kämmerlein".
 
Mersadion hat folgendes geschrieben:

Ich würde Amokläufer auch nicht generell als psychisch Erkankte ansehen. Wie schon gesagt wurde planen sie ihre Tat oft minutiös vor...

Mach` ich auch so. Ich überlasse nichts dem Zufall...

KillerJim
:sun:
 
Ja und lass mich raten, du joggst auch nicht, du läufst Amok :p (obwohl man ja eigentlich keine Witze drüber machen sollte, aber Humor darf keine Tabus kennen)
 
@ Mersadion

Im Endeffekt ist ein Amoklauf immer ein Selbstmord. Wenn man so will eine extrovertierte und feige Form von Selbstmord.
Also DAS stimmt nun gar nicht. Ein Amoklauf ist alles andere als feige.

Was mir nur schon wieder so auf den Sack geht ist, wie sich die Medien und alle Leute immer so drauf stürzen.
Scheinbar kapiert keiner, dass 90% der Amokläufer genau DAS haben will: Einen riesigen Abtritt, gepaart damit, dass ihre Namen nie in Vergessenheit geraten. So lange unsere Gesellschaft so dermaßen auf solche Meldungen abfährt, so lange wird es auch Amokläufer geben.
Nur, dass das keiner kapiert wundert mich jedes mal aufs neue.
 
Und was ist daran bitte nicht feige? Die haben nicht den Mut sich selbst zu töten sondern überlassen das der Polizei, da sie fest davon ausgehen mit dem finalen Rettungsschuß erledigt zu werden. Hätten sie mehr Mut oder mehr Rückgrat würden sie sich einfach heimlich still und leise auf dem Dachboden aufhängen.

Was deine Aussagen zur medialen Ausschlachtung angeht bzw der damit verbundenen Glorifizierung des Täters stimme ich dir voll zu. So mancher würde sich wohl einfach töten anstatt noch viele Unschuldige mitzureißen wenn sie die Plattform dafür nicht bekämen.
 
Und was ist daran bitte nicht feige? Die haben nicht den Mut sich selbst zu töten sondern überlassen das der Polizei, da sie fest davon ausgehen mit dem finalen Rettungsschuß erledigt zu werden. Hätten sie mehr Mut oder mehr Rückgrat würden sie sich einfach heimlich still und leise auf dem Dachboden aufhängen.
Also erstens knallen fast alle Amokläufer sich selbst ab und zweitens ist eher davon auszugehen, dass die Cops einem in den Arm oder in die Schulter schießen. Abgeknallt wird man von der Polizei nicht so schnell.
Ein Polizist des SEK hat selbst in einem direkten Duell mit dem Killer viele, viele Möglichkeiten. Die sind immerhin Jahrelang auf so eine Situation vorbereitet worden, können erstklassig mit Waffen umgehen und können tausend mal besser mit so einer Stresssituation umgehen, als ein Irrer.
Die haben dir in beide Arme und Beine geschossen, bevor du "Bananarama" sagen kannst.
Will sagen: Knallt man sich bei einem Amoklauf nicht selbst ab, muss man mit großer Wahrscheinlichkeit damit rechnen zu überleben.
 
Ach so war das gemeint. Ja ok, da ist was dran. Allerdings glaube ich nicht, dass ein Täter so klar denkt. Ich stelle mir vor, dass er wirklich fest mit dem Tod durch Polizeikugel rechnet. Allerdings ist das natürlich alles Spekulation da keiner von uns weiß was im Kopf eines solchen Täters vorgeht.

Was die "Treffsicherheit" von Polizisten angeht, sicher sind die trainiert und was die SEKs angeht sogar noch mehr als die Streifenbeamten. Nur iste s ja oft so, dass es seine Zeit dauert bis ein SEK vor Ort ist, ergo ist dann der Streifenbeamte gezwungen zu handeln. Ausserdem ist es ein Ding auf einer Trainingsbahn gezielt zu schiessen, im Einsatz wenn der Täter dir die Kugeln um die Ohren jagt, Kameras von Fernsehteam laufen usw sieht das schon wieder anders aus. Fakt ist nun einmal, das größte (und damit einfachste Ziel in Streßsituationen) sind weder Arme noch Beine sondern der Torso.

Ich will damit die "Qualifikation" der Polizei nicht abwerten, aber unter Streß ist es mit solchen "Kunstschüssen" eben nicht weit her und bevor das Risiko eines Fehlschuß oder sogar Querschläger in die Schaulustigen besteht wird jeder BEamte eben auf den Körper schiessen, egal wie trainiert er ist.
 
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