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Todesstrafe in Deutschland

Ich hätte von den Befürwortern der Todesstrafe oder der folter immer noch gern die Frage beantwortet wie sie mit dem Problem umgehen, dass es auch einen Unschuldigen treffen kann.
 
Für mich gibt es allein einen Grund, um nicht nach der Todesstrafe zu brüllen: Die Fehlbarkeit. "Seit 1973 wurden in den USA 139 zum Tod verurteilte Gefangene aus der Todeszelle entlassen, nachdem ihre Unschuld anerkannt worden ist (Stand März 2010). Die meisten von ihnen verbrachten viele Jahre im Todestrakt, einige standen nur wenige Stunden vor ihrer drohenden Hinrichtung." (Quelle: AI)

Ich kann mich zudem an einen Fall aus 2009 erinnern, bei dem man 5 Jahre nach der Hinrichtung feststellte, dass der Getötete die ihm vorgeworfene Tat vermutlich nicht begangen hat. Wir haben damals im Englischunterricht Diskussionen darüber geführt (natürlich auf Englisch) und aus dem Material was wir damals gesammelt haben kann ich mich an mindestens ein oder zwei weitere Fälle erinnern, bei denen nach der Hinrichtung per DNA-Verfahren festgestellt wurde, dass sie es nicht waren. Dazu kommt, dass selbst Staaten wie die USA geistig behinderte ohne oder mit gesetzlichem Rechtsbeistand, der kein großes Interesse an der Aufklärung des Falls hat, zu Tode verurteilt. Selbst wenn nun nur 1% der in Amerika ausgesprochenen und ausgeführten Todesurteile falsch sind (und ich gehe definitiv von einer zweistelligen Zahl derer aus, die einfach nach 10 oder 20 Jahren aufgegeben haben, ihre Unschuld zu beteuern): Diese Menschen wurden zu Unrecht getötet. Und ein mordendes Rechtssystem verträgt halt keine Toleranz-Abweichungen von 1% Unschuldigen...

Ich kann auch Eltern verstehen, die sagen "Wer Kindern etwas tut, der gehört kaltgemacht." Aber mein Verständnis eines Rechtsstaats ist nicht, eine Strafe danach auszurichten was man einem Täter antun würde, wenn es einen selbst/das eigene Kind trifft.
 
Silverhawk hat folgendes geschrieben:

Ich hätte von den Befürwortern der Todesstrafe oder der folter immer noch gern die Frage beantwortet wie sie mit dem Problem umgehen, dass es auch einen Unschuldigen treffen kann.

Ich frage mich, was schlimmer ist. Jahre- oder jahrezehntelang in einer Zelle zu verrotten, im vollen Bewusstsein, unschuldig zu sein, oder eine Hinrichtung.

Für mich persönlich wäre die Haft schlimmer. Aber das wird bei jedem Menschen anders sein :(

Beim Fall Behringer hier in München muss ich immer wieder daran denken, wie schnell man schon an Hand dünner Indizien lebenslang in den Bau wandern kann :blackeye:.
 
Ich möchte wetten das für fast jeden Menschen der Tod schlimmer wäre.
 
@ Silverhawk

Das hört sich jetzt etwas hochtrabend an, aber die Angst vorm Tod wird gemein hin überschätzt. In Deutschland nehmen sich jeden Tag über 35 Menschen das Leben. In unserer Parallelklasse hat sich damals einer u.a. wegen seiner schlechten Noten erhängt.


JannLee hat folgendes geschrieben:

Spidey hat folgendes geschrieben:

Der biblische Schiedsspruch "Auge um Auge, Zahn um Zahn" kommt ja nicht von ungefähr.


Der biblische Spruch?! :eek:


Also bei allem Respekt, aber so ein Gesetz oder generell so etwas, mache ich doch nicht von einem Buch abhängig, welches von einer Sekte, primär bestehend aus Vollidition, ausgehändigt wird. :knockout:


Dann darfst du aber ander Bücher oder Verordnungen wie das StGB oder das Grundgesetz aber auch nicht für voll nehmen. ;)
 
JannLee hat folgendes geschrieben:

Spidey hat folgendes geschrieben:

Der biblische Schiedsspruch "Auge um Auge, Zahn um Zahn" kommt ja nicht von ungefähr.


Der biblische Spruch?! :eek:


Also bei allem Respekt, aber so ein Gesetz oder generell so etwas, mache ich doch nicht von einem Buch abhängig, welches von einer Sekte, primär bestehend aus Vollidition, ausgehändigt wird. :knockout:

Die Gesetzbücher der westlichen Welt basieren zu einem Großteil auf der Bibel. Im Prinzip sind es die ausformulierten 10 Gebote. Demnach machen "die da oben" sehr wohl das Gesetz von diesem "Sektenbuch" abhängig.
 
Spidey hat folgendes geschrieben:

@ Silverhawk


Das hört sich jetzt etwas hochtrabend an, aber die Angst vorm Tod wird gemein hin überschätzt. In Deutschland nehmen sich jeden Tag über 35 Menschen das Leben. In unserer Parallelklasse hat sich damals einer u.a. wegen seiner schlechten Noten erhängt.


Und?

Dazu gehören schon schwere Depressionen.

Es gibt weitaus mehr als 35 Menschen die jeden Tag ihr Leben weiterleben und das unter schwierigsten Umständen.

Überschätzt wird da nichts, es sind nur äußerst wenige Menschen die sich das Leben nehmen.
 
Silverhawk hat folgendes geschrieben:

Ich möchte wetten das für fast jeden Menschen der Tod schlimmer wäre.


Letztlich aber auch nur wenn man ihn fürchtet .. und wenn man sich auf dem Globus umschaut, gibt es so viele, die den Tod eher positiv den negativ und damit abschreckend sehen - egal aus welchen Beweggründen. In vielen Kulturen ans ich wird der Tod auch eher gefeiert als das man ihm die Schreckensmaske aufsetzt. Gern wird der Tod auch als Erlösung gesehen, unabhängig einer schweren Krankheit, da er das Tor zu einer anderen Welt darstellt. Ich denke, den Tod als etwas Unwiederbringliches zu sehen, das ist lange vorbei. Der Sensenmann hat seinen Schrecken verloren und stellt damit ganz sicher auch keine Abschreckung mehr dar. Mir geht es da auch wie Gyro - die Vorstellung jahrelang in einer Zelle mein Dasein zu fristen, ggf. sogar unschuldig, nee, sicher nicht. Diese Vorstellung ist zermürbend. Das ist doch unterm Strich der Fakt, der mich des Lebens beraubt und mir meine Möglichkeiten kappt. Da ist der Tod mehr als nur ein Ausweg und eine Erlösung. Da speziell in den Ländern, in denen es die Todesstrafe noch gibt, auch die Religion hin zu kommt, was ein nicht zu unterschätzender Fakt ist, erscheint der Tod am Ende sogar als Heilsbringer, denn er offenbart die Erlösung und die Vergebung.
 
@ van helsing

Das ist eine wunderbare Utopie ;)

Geh durch die straßen eines x-beliebigen Landes und setze einem x-beliebigem Menschen eine Pistole an den kopf....

Ich garantiere dir, dass 99,9% dieser Menschen nicht lächeln werden.

Die Menschen haben Angst vor dem Tod, sicher die größte Angst die je existiert hat.
Aber jetzt kommen wir vom thema ab.

Wenn hier manche meinen es sei besser einen Menschen (auch wenn er unschuldig ist) hinzurichten oder zu tode zu foltern als ihn einzusperren muss ich mir glaube ich eher um den Gesundheitszustand mancher User hier sorgen machen...
 
Keine Utopie - der Tod ist kein Schreckgespenst; Dein Szenario ist wohl eher etwas hirnrissig! Wer rennt denn schon mit der Waffe durch die Gegend und probiert aus, ob die Leute Angst haben oder nicht?! Das sind künstlich geschaffene Stress-Situationen, wie sie bei einem Raub, einem Überfall, usw. passieren. Das die Leute dann sicher Angst haben, steht wohl außer Frage! Dann aber sicher weniger wegen der Waffe.
Ich für mich hab keine Angst vor dem Tod, der heute, morgen, übermorgen oder in 20,30,40 Jahren oder wann immer kommen wird. Er ist unausweichlich .. mit ein Grund, weswegen wohl auch gerade in bestimmten Regionen dieser Erde der Tod sogar als Belohnung gesehen wird. Geh lieber mal her und frag die Leute, wie sie den Tod sehen - ohne Extreme und ob sie lieber jahrelang in der Zelle verrotten wollen oder dann doch lieber das Heil in der Giftspritze sehen? Denn das passt am Ende auch zur Frage nach der Todesstrafe oder nicht (die ich, davon mal ab, ablehne, weil sie nichts verändert und nur an alten Mechaniken festhält, die auch schon vor zig Hundert Jahren bewiesen haben, dass Tod gegen Tod nichts bringt).
Davon ab, der Tod gehört zum Leben und mit solchen Beispielen wie von dir wird versucht dem Tod nach wie vor die grässliche Fratze zu verpassen. Aber das ist Quatsch und es ist keine Utopie, wenn man sich die verschiedene Kulturen der Erde mal näher zu Gemüte führt, da der Tod zelebriert und nicht gefürchtet wird.
 
Van_Helsing hat folgendes geschrieben:

Geh lieber mal her und frag die Leute, wie sie den Tod sehen - ohne Extreme und ob sie lieber jahrelang in der Zelle verrotten wollen oder dann doch lieber das Heil in der Giftspritze sehen?


Die Frage bringt nichts, weil sich die Menschen das nur sehr theoretisch vorstellen können.

Weiterhin:

wenn der tod im grunde nichts besonders schlimmes ist...warum regen wir uns dann über Morde auf?
 
Ich kann nicht für die Masse sondern nur für mich sprechen: Ich rege mich darüber nicht auf, zeigt es mir am Ende nur wie niedrig der Instinkt der Spezies Mensch ist, die sich doch so gerne für die Krone der Schöpfung hält. Ich bzw. wir fragen uns immer nur "wie ein Mensch gesteuert sein muss" einem anderen das Leben zu nehmen?! Vergleiche ich das mit Tierreich, komme ich immer wieder zum Schluss, das kein Tier aus niederen Beweggründen handeln und einem anderen Tier das Leben aushaucht weil es .. keine Ahnung ... dessen Bau, dessen Weibchen oder was weiß ich was haben will. Fressen und gefressen werden - ein natürlicher Lauf der Dinge, seit Jahrmillionen, der am Ende das einfachste, das Überleben der eigenen Art, sichert. Das der Mensch an sich sich das Recht raus nimmt Leben zu nehmen - das war noch nie natürlich. Aber sich darüber aufregen? Nein .. vor allem gibt es aus meiner Sicht keinen Grund anderen das Leben zu nehmen, selbst reduziert auf den schlichten Artenerhalt.
 
Silverhawk hat folgendes geschrieben:

Weiterhin:


wenn der tod im grunde nichts besonders schlimmes ist...warum regen wir uns dann über Morde auf?

Weil es schon ein kleiner Unterschied ist ob man freiwillig oder durch die Hand eines Anderen aus dem Leben gekickt wird.
 
Ich denke wir kommen vom Thema ab.

Wobei mir auch aus der Tierwelt fälle bekannt sind in denen Tiere ohne erkennbaren Grund töten.

Selbst "Taten" die man als Vergewaltigung ansehen könnte sind mir bekannt.

halten wir fest:
Die meisten Menschen hängen am leben.

Selbst in Extremsituationen und unter schlechtesten Bedingungen klammern sich die Menschen eher ans Überleben als in den Tod zu gehen, freiwillig.
Das es Kulturen und Menschen gibt die den Tod weniger schrecklich sehen steht außer Frage, mindert meiner Meinung nach aber nicht die Tatsache, dass Menschen sich eher für das Leben entscheiden, solange Körper und Geist halbwegs gesund sind.

Auch Menschen in Gefängnissen, Gulags, Konzentrationslagern....selbst Menschen die in den ärmsten gegenden der Welt leben und jeden tag hungern oder Opfer von Verbrechen werden...selbst dort gibt es eine eher niedrige Rate des Selbstmordes.

Auch die meisten Menschen in den deutschen Konzentrationslagern des dritten Reiches haben bis zum bitteren ende ausgehalten.
Nicht alle, aber so gut wie alle.

Die Frage war ob eine Inhaftierung schlimmer ist als der Tod.
Ich will weiterhin behaupten, dass nahezu alle Menschen das erste vorziehen werden.

Und das es auch unsere Pflicht sein sollte Leben zu schützen als zu vernichten.

Wird ein Unschuldiger hingerichtet ist diese Tat endgültig, nicht wieder gut zu machen.
Wird jemand zu unrecht inhaftiert hat er die Chance noch etwas aus seinem Leben zu machen.

jeder der dies anders sieht kann sich, im Falle des falles, dafür entscheiden sich in der Haft das Leben zu nehmen.
Aber aufzwingen darf einem dies keiner.

Eben deshalb bleibt die Todesstrafe oder andere körperlich schwere strafen ein Tabu.

@ spidey

Dann sollten wir Verbrecher doch lieber einsperren als hinrichten.
Wenn sie unschuldig sind...ist es doch ein kleiner Unterschied ob sie sich dann selbst das leben nehmen oder von uns aus dem leben gekickt werden, meinst du nicht auch? ;)
 
Generell bin ich ja auch gegen die Todesstrafe. Andererseits würde ich wohl jedem der meiner Familie Leid oder Tod bringt, in alter Charles Bronson Manier jagen und eigenhändig umbringen: Rache ist so simpel wie menschlich.

Stichwort: Osama bin Ladens Tod.
 
Alleine das Wort gehört sich schon verboten!

Das Leben ist unantastbar. Ein Gesetz darf niemals über den Menschenrechten stehn. Nur weil die Amis noch im Mittelalter leben und in anderen unterentwickelten Staaten noch Menschen für irgendwas laut Gesetz umgebracht werden, heißt es nicht, dass das "normal" ist.

Kriminelle gehören sich bestraft und wir haben sehr gute Mittel zur verfügen. Bußgeld, Freiheitsentzug und sonstige Restriktionen.

Wenn jemand glaubt es sei es wert jemanden umzubringen, dann darf er dafür mindestens 15 Jahre im Gefängnis verbringen. Gefängnis ist eine tolle Lösung! Cheater gehören auch dort hin.

Übrigens, ich wäre auch dafür dass von allen Bürgern ein Genetischer Fingerabdruck gespeichert wird - dann wird es sehr einfach, den Täter eines Verbrechens ausfindig zu machen. Spätestens wenn die Polizei dann vor der Tür steht und fragt: "Können Sie erklären, wie ihre DNA an das Opfer kam?"

McDaniel-77
 
McDaniel-77 hat folgendes geschrieben:

Übrigens, ich wäre auch dafür dass von allen Bürgern ein Genetischer Fingerabdruck gespeichert wird - dann wird es sehr einfach, den Täter eines Verbrechens ausfindig zu machen. Spätestens wenn die Polizei dann vor der Tür steht und fragt: "Können Sie erklären, wie ihre DNA an das Opfer kam?"

Naaja. Bei Dingen wie Hautpartikeln unter den Fingernägeln (CSI lässt grüßen) wär es evtl. noch sinnvoll. Aber man kann auch dafür Sorgen, dass die eigene DNA nicht am Opfer zu finden ist, dafür aber die von jemand anders.
Solche Tests haben sicherlich ihren Nutzen, aber unfehlbar sind sie auch nicht.


Ich frage mich, wieso manche bei dem Thema so überzeugt davon sind was falsch und was richtig ist.
"Das Leben ist unantastbar", ok, die Freiheit aber nicht? Mal abgesehn von irgendwelchem religiösen Glauben gibt es keine höhere Instanz, die entscheidet was OK ist und was nicht. Es gilt das, worauf sich die Menschen einigen. Im Mittelalter war das vielleicht, dass Leute hängen mussten wegen irgendwelchen Kleinigkeiten. Zu der Zeit war das nicht nur moralisch vertretbar sondern sogar das einzig richtige, weil die Leute es eben so entschieden haben.

Die Idee, dass Menschen eine Würde haben die man ihnen nicht nehmen darf kommt ja überhaupt erst von Menschen. Und wenn diese sich entscheiden das zu vergessen, dann gibt's auch keine Menschenwürde mehr.

Gefängnis ist eine tolle Lösung!

Der Freiheitsentzug, den wir als selbstverständlich und nötig ansehn, könnte genausogut als barbarisch angesehn werden.
Letztendlich kannst du es kaum argumentativ begründen, wieso Gefängnis eine tolle Lösung sein soll, Kopf abhacken aber nicht.

Soll nicht heißen, dass ich unzufrieden damit bin wie es nun in Europa usw. gehandhabt wird, aber ein bisschen reflektieren und die Dinge mal aus anderen Winkeln betrachten, sollte man finde ich trotzdem.
 
McDaniel-77 hat folgendes geschrieben:
Übrigens, ich wäre auch dafür dass von allen Bürgern ein Genetischer Fingerabdruck gespeichert wird - dann wird es sehr einfach, den Täter eines Verbrechens ausfindig zu machen. Spätestens wenn die Polizei dann vor der Tür steht und fragt: "Können Sie erklären, wie ihre DNA an das Opfer kam?"
McDaniel-77

Ist das jetzt Dein Ernst oder Sarkasmus?
 
gyroscope hat folgendes geschrieben:

McDaniel-77 hat folgendes geschrieben:

Übrigens, ich wäre auch dafür dass von allen Bürgern ein Genetischer Fingerabdruck gespeichert wird - dann wird es sehr einfach, den Täter eines Verbrechens ausfindig zu machen. Spätestens wenn die Polizei dann vor der Tür steht und fragt: "Können Sie erklären, wie ihre DNA an das Opfer kam?"

McDaniel-77


Ist das jetzt Dein Ernst oder Sarkasmus?

Es ist kein Ernst und auch kein Sarkasmus, es ist McDaniel-77 :)
 
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