gyroscope hat folgendes geschrieben:
Ausgezeichneter Artikel. Bei uns ist das Auslagern des Vermögens in Stiftungen, bevorzugt in der Schweiz und Luxemburg ja auch die einzige Mölglichkeit, die Asche sicher zu parken. Welche Umsätze dann aus den Fonds für den Stiftungszweck getätigt werden, ist nach Gründung nicht wichtig. Anlegen kann man sein Geld auch aus dem Stiftungstopf.
Ich fand den Artikel nicht schlecht geschrieben, aber vom Inhalt her sehr aus der Luft gegriffen. Der Autor schreibt ja selbst, dass er lediglich spekuliert. Es allerdings dennoch ohne klare Hinweise so aussehen zu lassen, als würden die "Raffzähne" da drüben nur spenden, um ihr Geld krisensicher anzulegen, ist aber wohl wirklich recht paranoid. Es gibt bessere Möglichkeiten für so ein Vorhaben (falls so eine Stiftung überhaupt eine Möglichkeit ist). So wie ich es sehe, geht das Geld ohnehin in den Besitz des Spendenfonds mit über. Es wäre sinnfrei, wenn Zahlungen an die Spender zurückfließen würden.
Auch das mit der Intransparenz ist imo so falsch vom Autor wiedergegeben. The Giving Pledge ist kein eigenstäniger Fonds, sondern nur das moralische Versprechen, zu geben. Wohin man das Geld gibt, bleibt den Spendern selbst überlassen und steht nicht unter der Kontrolle dieser Aktion. Ein bisschen mehr Recherche hätte dem Autor ganz gut getan, denn bei vielen der Milliardäre lässt es sich online nachvollziehen, wofür sie sich einsetzen.
Aus deutscher Sicht versteht man offenbar die US-Mentalität nicht, viel für die Gemeinschaft zu tun, weil sich hier, kulturell bedingt, jeder selbst am nächsten ist - vielleicht (und das ist jetzt meine Vermutung) durch das hier so verbreitete Misstrauen gegenüber allem und jedem.
In Deutschland spendet man 10-20 Mal weniger, als in den USA, was nicht daran liegt, dass wir 10-20 Mal so arm wären.
http://de.wikipedia.org/wiki/Spende
Jetzt hören viele Deutsche von dieser Aktion und versuchen aus ihrer Perspektive sich Gründe auszumalen, warum so viel gegeben wird und es ist wohl die Kultur hier bei uns im Land, die bei vielen wieder das Misstrauen weckt. Ich glaube, in den USA ist ebendieses Misstrauen der Aktion gegenüber deutlich geringer, als hier bei uns, obwohl dort auch viele Verschwörungstheorien-Spinn... -Anhänger herumlaufen.

Man sieht dort einfach tagtäglich, wie Leute ihr Vermögen und ihre Zeit geben, um anderen zu helfen. Beispielsweise ist es dort gar kein Problem, ehrenamtliche Tätigkeiten zu übernehmen und das wird auch überall praktiziert. Es gibt direkt Anlaufstellen, bei denen man sich melden kann, um dort dann z.B. kostenlos/ehrenamtlich Nachhilfe für Schüler anzubieten. Man muss nur hingehen, sagen, was man machen will und es wird einem dann geholfen, einen Raum zu organisieren, das bekannt zu machen, etc.
Wenn man sowas hierzulande machen will, dann muss man sich da durchquälen und bekommt nichts geholfen. So viel mal nur zu dem kulturellen Hintergrund solcher Stiftungen.
Auch Stipendien sind dort extrem häufig aus privater Hand finanziert - ohne Gegenleistung. Von so einer Kultur kann man hier in D imo nur träumen. Hier hält jeder nur die Hand auf.
Zudem darf man auch nicht vergessen: Geld hat einen abnehmenden Grenznutzen. Desto mehr man besitzt, desto wertloser wird es für einen. Ist genauso, wie mit Bier: Das erste schmeckt super und nach dem 20. liegt man besoffen in der Ecke und kotzt sich den Magen leer.
"Nein" sagen tut niemand zu Moneten, aber es wird umso normaler zu spenden, desto mehr man davon besitzt. Von daher kann ich das Verhalten dieser Leute nachvollziehen, ohne große Misstrauensgedanken zu bekommen.