Silverhawk hat folgendes geschrieben:
evilsonic hat folgendes geschrieben:
und zum
Buddhismus
Ich würde nicht wirklich "die Welt" zitieren.
Von demokratischen Grundwerten halten die gar nichts.
Picard für Welt = bitterböses Naziblatt und Ryker für nicht Satire erkennen...
@ scoopexx
Es gibt weit mehr Arten Menschen zu unterdrücken, als sie "physisch" zu verfolgen.
Das Menschen zum Beispiel wegen ihrer Sexualität diskriminiert werden liegt auch (nicht allein, aber auch) an der Kirche.
Ich nehme mal an, dass 99% der Homosexuellen sagen werden, dass die Position des Papstes sie aufregt, aber nicht dass sie sich von der katholischen Kirche in irgendeiner Weise beeinflussen oder stören lassen. Nenn das Unterdrückung wenn du möchtest, aber meine Definition des Begriffes ist nicht so lax. Nach deiner Definition würdest du ja auch die Christen verfolgen oder unterdrücken, weil du dich negativ zu ihnen äußerst. Die armen Christen. Dazu unten aber nochmal mehr.
Es gibt hier heute auch gesellschaftlich akzeptiert viel krassere Sachen, als die Kirche mit ihrer Meinung zu Homosexualität und über das Kondomverbot setzen sich die meisten Christen ja ohnehin hinweg. Beispielsweise die Gruppe von Menschen, die sich strikt gegen Gentechnik ausspricht und mit ihrer Position Millionen von kranken aber heilbaren Menschen das Recht auf Leben abspricht. Ja, die laufen da draußen tatsächlich rum und das nicht zu knapp. Du siehst: das geht auch ganz ohne Religion.
Sie sind sicher auch nicht allein für die Verbreitung von AIDS in Afrika verantwortlich, begünstigen dies aber stark durch ihre Haltung zum Kondom und so weiter.
Man kann Macht auf wesentlich subtilere Arten erhalten als durch Scheiterhaufen und Folter.
Das funktioniert mitunter sogar besser.
Überhaupt tragen sämtliche Religionen oder andere Arten von organisierten Gruppen (seien es nun religiöse, politische oder familiäre) in erheblichem Maße dazu bei, dass die Menschen sich voneinander entfernen.
Überleg mal, warum es überall auf der Welt Religionen gibt. Da können Völker in kompletter Isolation leben und trotzdem Götter haben. Religion dürfte also wohl tief in den Genen, die den menschlichen Verstand prägen, verankert sein. Und jetzt denk doch mal nach, was Darwin dazu sagen würde. Was für Vorteile haben religiöse Gruppen gegenüber nicht religiösen? Ein Set an Gesetzen, deren Einhaltung mit dem Damoklesschwert göttlicher Bestrafung erreicht wird und natürlich
Gruppenzusammenhalt. Es werden also vielleicht Gruppen gegeneinander abgegrenzt, aber es ist dem Glauben inhärent Individuen einer Gruppe zusammenzubringen und nicht voneinander zu trennen. Es ist also menschlich, Gruppen zu bilden und innerhalb der Gruppen entsteht ja auch ein Wir-Gefühl, das Menschen zusammenbringt. Du bist sogar automatisch in Gruppen drin, ohne dass du das mitbekommst. Du bist vermutlich Atheist oder vielleicht auch ein fehlgeleiteter Agnostiker. Das ist ebenso eine Gruppe, in die du dich unbewusst eingliederst und nun hier die Gruppe der religiösen Menschen anfährst. Deine Gruppe ist viel lockerer organisiert, aber wenn du dich mit einem anderen Atheisten über das Thema unterhälst, dann wirst du dich vermutlich trotzdem mit ihm besser verstehen, als mit jemandem, der dir über seinen christlichen Glauben erzählt. Du brauchst also gar keine Religion, Politik oder was auch immer. Gruppen findest du überall und es ist menschlich, sich mehr oder weniger bewusst einzuordnen und die anderen zu bashen.
Religion ist da vielmehr eine Chance Toleranz zu verbreiten. Wenn du dir mal die evangelische Kirche anschaust, dann weißt du, was ich meine. Dort sollte man zumindest kein Problem mit Schwulen mehr haben...
Der Sinn einer Kirche oder von Religionsgemeinschaften (egal welcher Sekte man nun angehört), erschließt sich mir nicht so ganz.
Gut, es ist ein Spiel mit unseren Ängsten und manche Menschen werden darin Trost finden.
Ob ihre Probleme dadurch aber gelöst werden ist wieder eine andere Frage.
Religion entfaltet seine Vorteile insbesondere unter Selektionsdruck, dem wir heute nicht mehr ausgesetzt sind. Damit ist sie sicherlich ein Relikt aus der Vorzeit (auch wenn wir mit bald 9 Mrd. Menschen vermutlich irgendwann auch wieder mehr Selektionsdruck haben dürften und die Leute sich wieder zurückorientieren könnten - aber das ist Zukunftsmusik), aber man kann Religion den modernen Gegebenheiten anpassen, ohne dass sie verfälscht wird, wie man am Weg von der mittelalterlichen Kirche bis zum heutigen Evangelismus sehen kann.