Gewalt wird in Videospielen, wie auch in den meisten Filmen, immer sehr ästhetisiert dargestellt, was meist auch am Tempo der Inszenierung liegt. Wirklich dreckige, regelrecht nebensächlich präsentierte Gewalt gibt es eher selten. Im Filmbereich wäre "No Country for old Men" ein gutes Beispiel, der mit kurzen, aber umso heftigeren Gewaltspitzen aufwartet, die grundsätzlich extrem willkürlich daherkommen. Keine Choreografie, keine dümmlichen Duelle und "perfekten Treffer". In Videospielen ist so etwas ungleich schwerer zu erreichen, da es meist schlicht um die beiden Optionen "lebendig" oder "tot" geht und man eben so lange auf einen Gegner feuert, bis der Ragdollzustand einsetzt. Man hat als Spieler meist zu viel Kontrolle über das Geschehen. Es fehlt eine gewisse Willkür, ein "No time to bleed"-Moment quasi, der den Spieler dazu anhält, den Gegner einfach "mal eben irgendwie" anzuschießen, hauptsache er geht zu Boden und ist kampfunfähig. In jedem Spiel, das nicht gerade mit Krieg und gepanzerten Marines zu tun hat, sollte im Grunde eine Kugel ausreichen, um den Gegner mit Schmackes von den Füßen zu reißen. Diese Beschleunigung alleine steigert das Gefühl von Brutalität bereits immens, ohne dass Gliedmaßen und Eingeweide durch die Luft segeln.