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Todesstrafe in Deutschland

Andrewthegiant

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Gestern haben wir in unserer Klasse im Religionsunterricht über Todesstrafe in Deutschland gesprochen. Dabei kamen meiner Meinung nach absurde Antworten.
Ein Großteil meiner Klasse ist in Deutschland für die Todesstrafe, für Mörder und Vergewaltiger. Einige sprachen sich auch dafür aus, man sollte sie vorher foltern oder das selbe mit den Tätern machen, was sie mit ihren Opfern gemacht haben.
Mit einem Großteil meine ich zwei Leute sprachen sich gegen die Todesstrafe aus und der Rest also 18 Leute waren dafür. Ich meine auch wenn ein Mensch böse Taten verübt, ist er immer noch so viel Wert wie andere Menschen auch. Auch der Täter hat eine Familie und vielleicht Kinder. Dann gibt es immer noch das Thema wenn der Angeklagte unschuldig ist und trotzdem die Spritze kriegt und wer drückt den Knopf für die Spritze?


Wie denkt ihr über das Thema? Sollte man eine Todesstrafe einführen? (Wird zum Glück eh nie passieren)
 
Mörder (hängt aber auch davon ab was für ein Mord es war) und Kinderficker könnten sie in Deutschland von mir aus Foltern und dann umbringen :) aber sonsst beim rest bin ich dagegen.
 
Mustafa2 hat folgendes geschrieben:

Bei Mördern (hängt aber auch davon ab was für ein Mord es war) und Kinderficker könnten sie in Deutschland von mir aus Foltern und dann umbringen :) aber sonsst beim rest bin ich dagegen.

genau das haben die Leute in meiner Klasse auch gesagt, ich finde es trotzdem unmenschlich. Natürlich sie haben scheiß Sachen gemacht (sogar richtig scheiß sachen) und sie haben dem Kind einen schlimmen Schaden zugefügt, doch geht es dem Kind nach der Tötung des Vergewaltigers besser, hat er sein Recht auf sein Leben durch solch eine Tat verloren?

Eins ist jedoch klar das Strafmaß für Vergewaltiger ist zu gering.
 
Ich sehe das so: Teil' so viel aus, wie du einstecken kannst. Wenn du die Todesstrafe willst - schön und gut, doch dann solltest du auch niemals das Heulen anfangen, wenn dir mal einer eine geladene Knarre vor die Fresse hält. Mit anderen Worten: Was für den Mörder gilt, gilt auch für den Henker.
 
Aus umfassender Caesaren-Erfahrung kann ich sagen, dass die Todesstrafe nichts bringt. Mord kann nicht durch Mord vergolten werden. Am Ende wird man meist selbst Opfer solcher Methoden bzw. einer Verschwörung, eines Attentats (Giftbecher, Schwert), eines Putsches oder einer Hinrichtung. *an die Halskrause fass* :bigsmile:

:sun:
 
Bin für die Todesstrafe, jedoch nur bei sehr schweren Delikten wie z.B. mehrfachen Mord oder Mord aus niedrigen Beweggründen. Vorher würd ich aber mal die lebenslange Haft von 15 Jahren auf Lebenslang verlängern lassen (Es kann doch nicht sein das ein Mörder zu "lebenslanger" Haft verurteilt wird und dann nach 8 Jahren wegen guter Führung wieder raus darf :crazy: ), damit man (als Verbrecher!) endlich mal wieder Angst vorm deutschen Rechtsapparat haben muss !!
 
"...damit man (als Verbrecher!) endlich mal wieder Angst vorm deutschen Rechtsapparat haben muss..."

Glaubst Du, dass wenn dann wieder einer besoffen oder mit Antidepressiva vollgedröhnt ist er an die lange Haftstrafe denkt?
Wenn er von seinen (krankhaften) Gefühlen gesteuert wird?
Glaubst Du, dass wenn man einen Menschen nur lange genug einsperrt, ihn isoliert, er ein sozialrehabilitierter Mensch wird?

Wer die Todesstrafe fordert ist für mich genauso das Allerletzte, wie jemand der mordet (Dazu zählen bei mir auch Soldaten, die nicht in Notwehr handeln!).
Lässt die Todesstrafe die Toten wieder auferstehen? Tut sie irgendetwas gutes? Nein, sie tötet einen weiteren Menschen, mehr nicht. Es macht nichts ungeschehen.
Nur Rachegelüste werden befriedigt, wie nobel.

Je nach Tat einsperren, dazu eine Therapie und viele Gutachten. Wenn diese negativ ausfallen lebenslang (wörtlich) eingesperrt lassen zum Schutz der Allgemeinheit.
Einen Mord als Rechtfertigung zum morden zu nehmen ist paradox und auf der gleichen Stufe.

EDIT:
Wenn ich hier dann noch die Befürwortung von Folter lese frage ich mich ob hier noch alle ganz sauber im Kopp sind!
 
Roland1234 hat folgendes geschrieben:

Bin für die Todesstrafe, jedoch nur bei sehr schweren Delikten wie z.B. mehrfachen Mord oder Mord aus niedrigen Beweggründen. Vorher würd ich aber mal die lebenslange Haft von 15 Jahren auf Lebenslang verlängern lassen (Es kann doch nicht sein das ein Mörder zu "lebenslanger" Haft verurteilt wird und dann nach 8 Jahren wegen guter Führung wieder raus darf :crazy: ), damit man (als Verbrecher!) endlich mal wieder Angst vorm deutschen Rechtsapparat haben muss !!

Zum einen:

Mord ist in Deutschland ohnehin nur dann Mord wenn er aus niederen Beweggründen geschieht.
Eine Tötung ohne niedere Beweggründe ist in Deutschland persé kein Mord.

Zweitens:

In Deutschland bedeutet Lebenslang lebenslang.
Ich weiss nicht wie vielen Leuten ich das in den letzten 10 Jahren meines Lebens schon erklären musste.
Ist aber erschreckend immer wieder mitzubekommen, wie viele sich zu unserem Rechtssystem äußern und keinen Schimmer haben wovon sie eigentlich reden.

Also, lebenslang bedeutet auch bei uns lebenslang.
Kein Mensch der zu lebenslang verurteilt wurde kommt nach 8 Jahren wieder raus.
Ist einfach Unsinn.
Man hat nach frühestens 15 Jahren die Möglichkeit den Rest der lebenslangen Haft zur Bewährung ausgesetzt zu bekommen.
NACH FRÜHESTENS 15 JAHREN!
Nicht eine Sekunde eher.
Im Durchnschnitt sitzen zu lebenslang verurteilte in Deutschland 20 Jahre ein.
Ca. 8% der zu lebenslang Verurteilten sterben im Gefängnis.

Nur nebenbei:
Die Rückfallquote bei Mord liegt bei lediglich 0,7%.
Rückfälle gibt es bei diesen Tätern fast nie.

Drittens:

Kein Mensch hat Angst vor irgendeinem Rechtsapparat.
Wenn es so wäre gäbe es keine Straftaten.
Strafen schaffen keine Angst.
Das tun sie erst in der Situation in der sie wirksam werden, also wenn jemand erwischt wird.
Zumindest bei Triebtaten und Gewaltdelikten ist das so.

Drittens:

Gibt es ein völlig simles Argumet gegen die Todesstrafe und gegen Folter:
Es kann auch Unschuldige treffen.
Allein damit ist für mich dieses Thema ad acta gelegt und sollte auch nie wieder in den Bereich des möglichen Rücken.

Da müssen wir nichtmal anfangen über Moral und Ethik zu reden.
 
@Socke: Ich habe nie gesagt das Lebenslang den Verbrecher heilt oder das Verbrechen ungeschehen macht. Vielmehr seh ich es hier als Vorsorge, denn von dem der einmal tötet oder vergewaltigt geht eine stark erhöhte Gefahr aus, das er dies in der Zukunft erneut tuhen wird (Vor allem bei Triebtätern ist es nahezu sicher). Vor diesen Menschen muss man die Gesellschaft schützen, wofür es meiner Meinung nach nur zwei Methoden gibt: Dauerhaft Wegsperren oder den Verbrecher aus der Gesellschaft rausstreichen, ihn also töten. Therapien wären noch eine Alternative, jedoch zeigt eine Therapie meist nur Wirkung wenn der Therapierte Besserung will (z.B. zwanghaft Kranker). Ein Bandit mit klarem Verstand könnte da einfach seine Stunden absitzen und dem Betreuer was vorlügen, nur um drei Tage später wieder mit Drogen zu dealen (Sehen ja am Beispiel USA dass das möglich ist). Zudem schlägt die Therapie auch nicht bei allen Menschen an, weshalb es zu riskant ist eine Therapie bei Geistig gesunden Menschen als Alternative zum Gefängnis anzubieten. Les also in Zukunft meine Texte ersmal gescheit bevor du darüber urteilst -.-
 
Silverhawk hat folgendes geschrieben:

Mord ist in Deutschland ohnehin nur dann Mord wenn er aus niederen Beweggründen geschieht.
Eine Tötung ohne niedere Beweggründe ist in Deutschland persé kein Mord.

Was für Betroffenen (Ermordeten/Getöteten) allerdings keinen sehr großen Unterschied macht und somit nur ein sehr schwacher Trost sein dürfte. ;)

:sun:
 
Der Tod an sich ist für die betreffende Person ja nicht schlimm. Mit der Todesstrafe bestraft man eher die Familien.

Ich finde lebenslang hinter Gittern zu stecken ist doch eine viel schlimmere Strafe, als zu sterben.

Den Tätern die selbe Tat wie ihren Opfern anzutun ist moralisch nicht in Ordnung, denn damit verhält man sich genau so, wie der Täter.

Apropos Todesstrafe in Deutschland: Gibts die nicht noch in Hessen? Habe mal davon gehört, aber da Bundesrecht Landesrecht bricht kann sie nicht mehr durchgeführt werden.
 
Zur Todesstrafe will/kann ich mich nicht äußern, die deutsche Politik würde sich eh nicht trauen da mal was durchzusetzen, selbst wenn es nur härtere Strafen im Sinne von längeren Haftstrafen sind. Den deutschen Politikern trau ich wirklich gar nix mehr zu. Dazu sind doch alle viel zu lasch. Aber da geh ich jetzt woanders hin...

Wie schon mal hier gesagt wurde, müssten zunächst mal die Haftzeiten für gewisse Strafen neu geregelt werden. So wie es jetzt ist, ist es mangelhaft.
 
Thoben hat folgendes geschrieben:

Der Tod an sich ist für die betreffende Person ja nicht schlimm. Mit der Todesstrafe bestraft man eher die Familien.


Ich finde lebenslang hinter Gittern zu stecken ist doch eine viel schlimmere Strafe, als zu sterben.


Den Tätern die selbe Tat wie ihren Opfern anzutun ist moralisch nicht in Ordnung, denn damit verhält man sich genau so, wie der Täter.


Apropos Todesstrafe in Deutschland: Gibts die nicht noch in Hessen? Habe mal davon gehört, aber da Bundesrecht Landesrecht bricht kann sie nicht mehr durchgeführt werden.

Das finde ich auch. Deutschlands Gefängnisse sind keine Hotels, auch wenn das viele meinen. Die Täter sollen schön hübsch ihre Haftstrafe absitzen und abarbeiten - nach meinem Empfinden ist das bei langen Strafen eher Sühne, als mit einer Todesspritze aus dem Leben zu scheiden und den Konsequenzen zu entzogen zu werden...
:devil:
 
@Silverhawk: Gut, habe ich wirklich was falsch verstanden. Trotzdem ist auch "NACH FRÜHSTENS 15 JAHREN" für mich zu früh, denn auch wenn die Rückfallquote gering ist ist eine Gruppe von Menschen da, die eben auch nach 15+ Jahren wieder Verbrechen begehen. Und du sagst es ja selbst: Nur 8 % der lebenslang veturteilten sitzen auch lebenslang, so dass hier in good, old Germany wohl nur in Ausnahmen lebenslang wirklich lebenslang heißt. Und wenn kein Krimineller Angst vorm Staatsapparat haben würde, warum werden dann Verbrechen möglichst unauffählig begonnen? Warum verwischt der Täter seine Spur, wenn er keine Angst vor der Polizei hat? Ganz einfach weil er eben doch Angst hat. Und wenn kein Verbrecher Angst vorm Staatsapparat hat, warum herrscht dann noch nicht Anarchie?
 
Ganz einfach, weil der Großteil der Leute offenbar doch lieber ein normales Leben führt.
 
Roland1234 hat folgendes geschrieben:

Und wenn kein Krimineller Angst vorm Staatsapparat haben würde, warum werden dann Verbrechen möglichst unauffählig begonnen? Warum verwischt der Täter seine Spur, wenn er keine Angst vor der Polizei hat? Ganz einfach weil er eben doch Angst hat. Und wenn kein Verbrecher Angst vorm Staatsapparat hat, warum herrscht dann noch nicht Anarchie?


Weil die meisten MEnschen im Grunde recht vernünftig sind ;)

Keiner will die Anarchie, oder kaum einer.
Angst ist nicht das zentrale Grundmotiv aller Menschen.

Die meisten Menschen sind auch nicht deshalb keine Mörder, weil sie das Gesetz fürchten, sondern weil sie es moralisch nicht vertreten können einen Menschen zu töten.

Täter verwischen ihre Spuren um nicht erwischt zu werden.
Auch das ist eine logische Abfolge von Entscheidungen.
Im Grunde wird jeder Mörder in diesem Land erwischt, über 95% jedenfalls.

In Amerika müssten die Menschen viel eher Angst vor dem Staat und dem Rechtssystem haben.
Strafen sind aber, gerade im Moment der Tat, eine viel zu abstrakte Sache um als real wahrgenommen zu werden.
Die Motive für die Tat überwiegen die Angst vor Bestrafung bei weitem.

Deswegen ist mein Satz "Sie haben keine Angst" vielleicht etwas zu stark.
Man müsste sagen, es besteht im Moment der Tat keine relevante Angst vor Bestrafung.

Auch nicht in den Ländern in denen harte Strafen folgen.

Angst verhindert keine Straftaten.

@ bigjim

Natürlich macht es für mich keinen Unterschied ob ich Opfer eines Mörder, eines Totschlägers oder eines Autofahrers werde, der eine rote Ampel übersehen hat.

Aber darum ging es nicht.
Es wurde gesagt, dass die Todesstrafe für die folgen soll, die aus niederen beweggründen gemordet haben.
Habe nur angemerkt, dass Mord sowieso immer aus niederen BEweggründen erfolgt und man daher die Todesstrafe für alle Mörder fordern müsste.
 
@Silverhawk: Ob die Angst oder die Moral der Grund ist ist wohl auslegungssache jedes Einzelnen, da können wir noch diskutieren bis wir blau werden (oder Schnaps trinken, hat den selben Effekt :bigsmile:) ;)
 
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