Ich hab noch nie einen Online-Pass bei Sony Spielen gesehen, was zur Hölle?
ja, die liegen den Games meist in Form von Coupons bei. Hatte ich bei Resistance Burning Skies oder Little Big Planet (Vita) auch so, ganz normal. Wenn Du die Games 2nd Hand hast, dann waren sie vielleicht schon verwertet und nicht mehr dabei.
Zum neuen System:
Sony hat bisher geschickterweise noch nicht die Hosen runtergelassen, aber allein die Gerüchte, es gebe die Möglichkeit, eine Kennzeichnung von Discs vorzunehmen und sie so sogar an eine bestimmte Konsole "zu ketten", haben ja schon für Unruhe gesorgt.
Das Signal an die Publisher ist unmissverständlich: wir können, wenn ihr nur wollt.
Die Idee mit der Accountbindung ist die einfachste und logischste. Das Kennzeichnungsgerücht, das es bei der Sony Konsole gab, weil Sony dieses ominöse Patent angemeldet hatte, wäre ja noch übler als Accountbindung, da dürfte man ja Discs nicht mal zum gemeinsamen Treffen zu anderen Leuten mitnehmen (ok, mitnehmen geht schon, nur abspielen würde womöglich nicht klappen). Nicht übertragbare Gerätelizenzen, ganz schön widerliches Lizenzmodell.
Man kann die neue Generation als eine Art Test ansehen. Spiele mit Accountbindung sind ihrer Natur nach "Wegwerfartikel", sie funktionieren nur für einen Account, das war es dann. Weiterverkauf zwar möglich (daher kein Verstoß gegen den Erschöpfungsgrundsatz), aber eben nur von Disc, Cover und Handbuch. Wer die Software dann wirklich nutzen will, muss sich einen Account einrichten oder einen Onlinepass nachkaufen oder wie man das nennen mag, die Vorschriften zur Ausübung des Nutzungsrechts liegen immer noch beim Publisher, die werden vom Erschöpfungsgrundsatz nicht erfasst. Es wäre aber nur schön, wenn Wegwerf-/Einwegartikel auch die passenden Wegwerfpreise hätten, das wäre nur konsequent und fair, aber diese Konsequenz möchte man sicher nicht ziehen.
Ich bin gespannt, ob bei den Erstkäufern irgendwann der Frust einsetzt, wenn sie ihre "tendenziell teuren" Erstkäufe nicht mehr schnell weiterverscheuern können und die neue Liquidität in neue Games umsetzen können. Dieser potentielle Geldzufluss durch die Gebrauchtkäufer bleibt dann aus, auch Gamestop oder Amazon können dann nichts mehr ankaufen. Dieser Kreislauf, der bisher gut funktioniert hat, ist dann unterbrochen. Mal schauen, ob sich die ganzen Erstkäufer dann auch weiterhin so viele Spiele kaufen werden. Denn von sich allein vermehrt sich das Geld ja nun nicht. Vielleicht konsumieren sie ja dann viel langsamer.
Die These der Publisher ist ja: wenn der böse Gebrauchtmarkt nicht mehr ist, dann sprudeln nur so die teuren Neukäufe. Da bleibt ja nur der Neukauf übrig. Und alle Gebrauchtkäufer müssen ja dann neu kaufen, die haben ja gar keine andere Wahl. Doch, haben sie, man nennt es Konsumverzicht.
Der Erstkäufer wird notgedrungen, weil ihm das Geld irgendwann ausgeht, verzichten müssen und langsamer oder gar nicht mehr konsumieren. Das wird er schon noch lernen. Der überzeugte Gebrauchtkäufer wird, da er ja Warten sowieso gewohnt ist und offenbar keinen sonderlichen Druck hat, später konsumieren, wenn die Preise schon ein wenig gesunken sind, oder sogar ganz verzichten.
Ob diese tollen Ideen dem Umsatz also förderlich sind, ist fraglich.
Die Publisher werden, falls die Umsätze nicht so sind, wie man sich das erhofft hat, erstmal irgendeinen Schuldigen ausgucken und schimpfen oder vielleicht, sobald sie sich wieder auf ihr Geschäft besonnen haben, mit Spiele-Abo-Modellen um die Ecke kommen.
Playstation Plus geht ja schon ein wenig in die Richtung, das wird sicherlich ausgebaut. Das hat erschwingliche Preise, dauerhaft planbare Einnahmen, als Mietmodell umgeht man auch den Stress mit dem Erschöpfungsgrundsatz (Stichwort: Wiederverkauf), der gilt ja nicht bei Miete.
Es wird in diese Richtung gehen, davon gehe ich fest aus. Die neuen vorgestellten Multimedia/Entertainment-Zentralen haben doch Games nur noch als Nebenfunktion und bieten doch alles mögliche andere. Dann werden in Zukunft Spiele nur noch als zusätzlich buchbare Dienstleistung mit angeboten. Und die Hardware kann ich bestimmt auch bald nur noch mieten, das ist dann wie mit den Premiere/Sky Dekodern.
Und für die, die nicht mehr neu kaufen und sich auch nicht ins Abomodell zwängen lassen wollen (Say No!), wird es als Ergänzung "Games on demand" geben (Pay to play), da löhnt man wie in der Spielhalle dann einen Obulus für eine Session seines Traumtitels.
Sollen sie gerne machen. Ich bin derzeit nur gespannt, was ihnen noch einfällt und wie es sich entwickelt.
Klar ist auf jeden Fall: das klassische Videospielen wird vorbei sein. Ist es ja sowieso schon einige Zeit, daran wurde ja schon lange gefeilt.
Ich bin nur gespannt, ob es völlig vor die Wand fährt, oder ob es ein "reinigendes Feuer" geben wird und danach ein Umdenken eintritt.
Irgendwie bin ich fast schon erleichtert, dass es (zumindest für mich) wohl vorbei ist, denn ich weiß einfach nicht mehr, wann ich die ganzen angehäuften Sachen und die Titel von meiner Wunschliste noch in Angriff nehmen soll und kann. Dann kann ich mich nämlich auf einen abgegrenzten Bereich konzentrieren und mich darin austoben, das ist auch schon mal was wert.
