Ich finde, dass gerade Rockstar mit GTA5 ein Beispiel dafür ist, was schief läuft. Eine Jahre lange Entwicklungszeit, ein neuer Rekord für Produktionskosten und Marketing und heraus kam ein lebloses Casual-Game, das einzig mit Quadratkilometern protzen kann, aber nicht mal einen Schwierigkeitsregler hat, dafür aber eine Funktion zum Überspringen von Missionsteilen. Wahrscheinlich hat ein Marktforscher rausgefunden, dass manche Causal-Gamer angepisst sind, wenn andere einen höheren Schwierigkeitsgrad zocken können. Klar, die Kosten wird man reinholen, indem man möglichst vielen Zielgruppen in den Arsch kriecht(darunter auch solche, die jünger sind, als erlaubt). Sowas setzt die falschen Signale. Das führt dazu, dass immer weniger grosse Spiele entstehen, mit möglichst wenig Dingen drin, die Zielgruppen anpissen könnten, während andere nicht mal mehr versuchen, ein mittelgrosses Spiel mit spielerischem Anspruch herauszubringen und statt dessen Steam mit Schrott zumüllen, für den das Risiko noch vertretbar ist.
Aus meiner Sicht dauert es immer länger, bis auch nur ein vernünftiges Game rauskommt, während Indies mir nicht die Bohne durch die Lücke helfen können. Ich habe noch nie sowenig Geld für soviele Enttäuschungen ausgegeben, wie heute. Tendenz abnehmend, da ich inzwischen gemerkt habe, dass AAA nicht für AAA-Spielspass oder AAA-Spieltiefe stehen muss und mir kein Spiel mehr ohne das Lesen von Reviews ins Haus kommt. Ich könnte jeden Monat um Faktoren mehr Kohle in vernünftige Spiele reinbuttern und sogar Vorbestellungen tätigen, wenn es die Industrie schaffen würde, mir wieder Vertrauen zu geben.
Natürlich finde ich es wünschenswert, dass man riesige, tiefe und voll vertonte Welten als Spielplatz hat, aber für eine grössere Frequenz von AA- oder A-Spielen könte ich damit leben, dass man modular arbeitet und Assets in der selben Engine weiterverwendet, da das Gameplay immer noch Hauptsache sein sollte. Ich würde etwa gerne für einen Mass-Effect-Ableger in die Tasche greifen, der auf einem Nebenschauplatz spielt, nicht mehr Story als CoD hat und keine ausufernden Dialoge verwendet. Während dessen kann ein anderes Team einen legitimen AAA-Nachfolger vorbereiten, der teilweise aus dem Ableger finanziert ist.
GTA5 kommt mir nebenbei vor, wie wenn da zu keiner Zeit ein eingefleischter Gamer dabei gewesen wäre und dass es aus einem Marktforschungsinstitut stammt und gerade das führt dazu, dass ich mich als Zielgruppe ausgeschlossen fühle und natürlich auch keine weitere Kohle für DLC oder ähnliches verschwenden werde. Es ist mir volkommen unverständlich, da das Gaming das einzige Genre der Kunst überhaupt darstellt, das hochgradig flexibel ist, da jeder Pixel auf dem Screen Produkt einer Berechnung ist, die auf Variablen beruht, die man vor dem Frühstück an einen Regler binden kann. Das sind Peanuts. Bin ich ewiggestrig, dass für mich als Gamer eine steigerbare Herausforderung eine der wichtigsten Eckpunkte eines Spiels darstellt? Ich hatte um Faktoren mehr Spass in der lumpigen Wüste in Red Faction: Guerilla, das nichts weiter als Gameplay bot(schätzungsweise an die 600 Stunden), während ich es kaum schaffte, auch nur ein Mal GTA5 zu zocken.