So, ich wollte hier zu ja auch noch was schreiben, kam bisher allerdings noch nicht dazu. Jetzt will ich es mal versuchen...
Ich habe den ganzen Thread nicht durchgelesen und kann mich somit auch nicht in bestehende Diskussionen einklinken, sondern werde mal einfach meinen eigenen Standpunkt bezüglich des Themas darlegen.
Ich selbst würde mich aktuell auch als "schwul" einstufen und das auch nicht erst seit heute... seitdem ich mich für "solche" Sachen interessiere, haben mich Frauen/Mädchen nicht interessiert. Anfangs hab ich mir daraus natürlich nicht viel gemacht und wollte auch von schwul nichts wissen. Mit der Zeit aber merkte ich, dass ich nicht nur auf das weibliche Geschlecht stehe, sondern auch vom gleichen Geschlecht angezogen werde. Meine erste Erfahrungen machte ich auch mit einem Jungen, was allerdings sicherlich nicht ungewöhnlich ist. Später habe ich mich dann immer mehr mit dem Gedanken beschäftigt, wirklich schwul zu sein. Denn mein Interesse am anderen Geschlecht nahm nicht zu - das ans eigene allerdings immer mehr. Bis ich mich damit abgefunden habe, verging einige Zeit. Ich würde sagen, dass war als ich 13 Jahre alt war. Inszwischen habe ich auch schon einige weitere Erfahrungen gesammelt und mir geht es inszwischen auch nicht mehr rein um das Körperliche - seit ein paar Monaten hab ich jedenfalls besondere Gefühle zu einem meiner Klassenkameraden entwickelt und ja, ich würde sagen, dass ich ihn liebe.
Vorweg erstmal, bevor Kommentare diesbezüglich kommen: Ja, ich weiß das ich 14 Jahre alt bin und mitten in der Puberät stecke. Deswegen weiß ich ebenso, dass sich das alles noch verändern kann. Doch um ehrlich zu sein: Ich will nicht das es sich verändert. Warum auch? In meiner aktuellen Lage bin ich jedenfalls glücklich und ich persönlich habe keinerlei Probleme schwul und damit auch anders als viele andere zu sein. Ich bin zwar noch nicht voll geouted und muss deswegen diesen Psot auch leicht versteckt halten (

), aber zumindest meine besten Freunde wissen es schon und einer hat mir auch gesagt, dass er denkt, dass er zumindest bi ist. Bis ich es publik mache, will ich aber auch noch warten, wobei ich meine Klasse als tolerant genug einschätze, dass sie das akzeptiert... Auszuügler wird es immer geben, aber das ist mir egal, solange ich nicht ständig beleidigt oder ähnliches werde.
(Bin ja auch eher nicht verhasst in meiner Klasse

)
Es ist ja auch nicht so, dass ich meine Homosexualität andauernd nach draußen trage und sozusagen dem Klischee des schwulen folge. Von Außen merkt man es mir sicherlich nicht an, dass ich schwul bin (außer man ist Verhaltensforscher oder ähnliches). Ich spreche normal, kann auch normal gehen und lasse auch Mitmenschen, die nichts mit mir anfangen wollen

, in Ruhe. So ist bei mir auch eine Regel, dass wer nicht will oder bei dem ich mir nicht sicher bin, auch nicht von mir belästigt wird. Das fällt mir zwar manchmal schwer - und ja, es gab auch schon Ausrutscher (das aber auch nur bei Freunden), diese sind aber auch glimpflich verlaufen.
Nun aber mal generell zur Homosexualität. Ich finde es schrecklich, dass schwul-sein teilweise immer noch als Krankheit bezeichnet wird und man wieder Zustände wie zu Nazi-Zeiten ausruft, in denen Homosexuelle ja ins Konzentrationslager mussten...
Klar sind wir anders irgendwie, klar sind wir eine Minderheit. Vielleicht sind wir auch in einer gewissen Weise krank - aber sicherlich nicht so wie es immer dargestellt wird. Dieses anders-sein und das man es persönlich vielleicht eklig findet, sowie das es schon früher verachtet wurde, reicht für viele schon, Homosexuelle zu meiden. Das dies (jedenfalls die meisten) aber auch nur "normale" Menchen sind - außer eben das sie auf das gleiche Geschlecht stehen - scheint da nicht zur Debatte zu stehen.
Auch aus Schulen und Klassen hört man eine deutliche Schwulenfeindlichkeit - bei mir hab ich das zum Glück noch nicht entdeckt - aber einer (oder eine Gruppe) ist ja eh immer der Sündenbock. Ich persönlich will einfach, dass wir als das was wir sind akzeptiert werden, auch wenn man es nicht versteht, und nicht mehr als "krank" oder ähnliches dargestellt werden. (Ich verstehe ja auch nicht wie man Splinter Cell besser als Metal Gear Solid finden kann, akzeptiere SC-Fans aber dennoch

) Zum Glück ist dies schon oft der Fall... aber halt auch nicht überall.
Zu dem eigentlichen Threadthema: Meiner Meinung nach sollte Homosexualität zumindest kurz mal in den Stoff hineingenommen werden. Den Schülern sollte verklickert werden, dass schwul-sein keine Krankheit ist, sondern im Prinzip auch nur völlig normal ist. Man muss ja nicht erklären, wie die Schwulen es nun genau machen ect. Es geht einfach ums Prinzip, dass es auch die Möglichkeit gibt, dass ein Mensch auf das gleiche Geschlecht steht. Ich denke das würde auch einigen helfen, die sich mit Gefühlen für das eigene Geschlecht herumplagen und sich vielleicht völlig von der Gesellschaft abgrenzen... Zudem sollte natürlich auch erwähnt werden, dass es eine Mischvariante gibt
Einen Verbot dieser Thematisierung jedenfalls finde ich völlig schwachsinnig. Was soll daran bitte so schlimm sein? Den Schülern wird ja nicht dazu geraten, schwul zu sein, sondern es wird einfach Allgemeinwissen verklickert... welches im Umgang mit Schwulen später einigen vielleicht auf helfen wird...
So, ich hör dann mal auf

... Ist ja schon lang genug geworden
Gruß,
NakedSnake