Vorbestellung bedeutet für mich ein begeistertes "das Spiel möchte ich so schnell wie möglich zocken" und ein möglicher Preload über Steam hilft dabei.
An sich habe ich aber aufgehört, vorzubestellen, weil es heute keine sicheren Marken und Hersteller mehr gibt, bei denen man sich blind darauf verlassen kann, dass sie was taugen. Manche Spiele enttäuschen mich sogar dann, wenn ich vorher sieben Reviews und erste Spielerstimmen gelesen, sowie seine zwei Vorgänger freudig gezockt habe. Die Vorbesteller-Boni kann man ja auch meist rauchen, etwa eine Million Ingame-Geld, was die Wirtschaft noch mehr kaputt macht, als sie es schon ist und den Hersteller genau gar nichts kostet. Oder ein Hardcore-Modus, der eigentlich regulärer Teil des Spiels sein sollte. Auch eine Wumme oder ein Skin machen den Braten nicht fett.
Dabei ist eigentlich meine Situation die, dass ich ständig auf ein neues gutes Spiel warte und alles was ich aktuell zocke, stellt nur ein Notnagel dar, sind meist immer ältere Spiele, die ich mangels würdigem Nachschub noch mehr auslutschte, man könnte es notgeil nennen. Ausserdem bin ich der Meinung, dass ein gutes Vollpreisspiel auch den vollen Preis verdient. Und trotzdem gehe ich inzwischen aus lauter Verunsicherung auch immer mehr den Weg, auf den nächsten Sale oder zumindest ersten Wochenend-Rabatt zu warten, da ich, wie schon gesagt, auch Reviews und Spielerstimmen(die wie die Reviewer meistens nicht schon seit dreissig Jahren zocken und nicht mal den Vorgänger kennen) kaum mehr traue. Und es hat sich tatsächlich rausgestellt, dass mein Misstrauen gerechtfertigt ist, es schmerzt dann nur finanziell weniger. Es passierte seit Saints Row 2 nicht mehr, dass ich mich schäme, nicht den vollen Preis für eine Perle gezahlt zu haben. Wenn es mich unsicher macht, bedeutet das wohl meist, dass mein Unterbewusstsein schon zwischen den Zeilen der Reviews gelesen hat und eigentlich weiss, dass der Schrott auch nicht den halben Preis wert ist.
Bei Fallout 4 mache ich allerdings eine Ausnahme, da ich schon zwei Wochen Ferien dafür beantragt habe(der Nerd lässt grüssen) und dank Preload zur ersten möglichen Minute drin sein möchte. Ich sehe das Game sowieso als eine Entscheidungshilfe, ob das Gaming überhaupt noch ein Hobby für mich sein kann. Wenn mir ein Spiel wie Fallout 4 mit einem potentiellen Wert von dreitausend Stunden über die nächsten zwei oder drei Jahre(plus tausend Stunden im Creation Kit) nicht mehr behagt, dann können die anderen Hersteller die Lücken dazwischen sowieso nicht mehr stopfen und das nicht mal ansatzweise und alle älteren Spiele, die ich überhaupt noch zocken kann, sind inzwischen so abgenutzt, dass es mich schmerzt. Habe schon die letzten Jahre nur noch ertragen, indem ich zwischen verschiedenen Eintagsfliegen wie Mad Max oder Wolfenstein und Retro-Sessions wie dem vollständigen Durchzocken der Mass Effect-, Halo- und Gears of war-Reihen an meinem riesigen Overhaul für Fallout 3 arbeitete, der inzwischen mehr Änderungen am Spiel macht, als ein Broken Steel und inzwischen wohl der grösste deutschsprachige Mod ist. Aber sowas geht auch nur, wenn man ein Spiel liebt. Durchschnittskost reicht dazu nicht.