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Frage an die Polizisten unter uns

Mein Arbeitskollege war solange bayerischer Polizist, bis sie ihn in Wackersdorf eingesetzt haben - wo er seine Kumpels vertrimmen sollte. Dann
hat er die Polizeikarriere aufgegeben :praise:

Auch wenn die Leute da in Spanien hinsichtlich ihrer Forderungen total planlos sind, finde ich es gut, wenn sie in Demonstrationen Gesicht zeigen.

30% Jugendarbeitslosigkeit ist nicht von schlechten Eltern - und das düfte erst der Anfang in Bezug auf die Staatsverschuldungskrise sein. Die wird uns allen noch viel Kopfzerbrechen abringen, fürchte ich.

Das mit Ausrede auf ein Fussballspiel geräumt wird, ganz ehrlich, da könnte ich als Protestler auch ziemlich sauer werden.

Spannende Zeiten stehen an 8)
 
scoopexx hat folgendes geschrieben:

... postete gyro mit einer Platzwunde am Kopf aus einem katalanischen Internetcafé. :bigsmile:

Du warst mit braver Jugend nicht gemeint :bigsmile: Du fällst in Bezug auf Lebensalter auch schon unter "böser, alter Mann!" :bigsmile:
 
Sonntagabend sind in Gamezone ganz schön viele Spießer unterwegs. ;)
Was ist mit dem guten alten "zivilen Ungehorsam" passiert ?! Damit will ich keineswegs irgendwelche Gewalt gegen irgendjemanden tolerieren, aber die span. Demonstranten protestieren schlußendlich für die Rechte aller Bürger und damit auch für die der Polizisten.

Immer diese "selber Schuld" Mentalität. Diesen Aussagen sind eine Ohrfeige für alle friedlichen Demonstranten weltweit - auch für die in Syrien oder Libien. In Deutschland ist der Höhepunkt der Protestkultur ja schon bei ollen Stuttgarter Bahnhöfen - und den damit verbundenen persönlichen Unannehmlichkeiten erreicht. Gegen große soziale Ungerechtigkeiten geht doch keine Sau mehr auf die Straße.
 
gyroscope hat folgendes geschrieben:

scoopexx hat folgendes geschrieben:


... postete gyro mit einer Platzwunde am Kopf aus einem katalanischen Internetcafé. :bigsmile:


Du warst mit braver Jugend nicht gemeint :bigsmile: Du fällst in Bezug auf Lebensalter auch schon unter "böser, alter Mann!" :bigsmile:

So weit ist es schon gekommen? :blackeye: ;)
 
Spidey hat folgendes geschrieben:

Gegen große soziale Ungerechtigkeiten geht doch keine Sau mehr auf die Straße.

Wenn du voraussetzt, dass Protest gegen soziale Ungerechtigkeit nicht zuletzt mit dem Grad an sozialer Ungerechtigkeit korreliert, ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass hierzulande weniger demonstriert wird. ^^ Hier bei uns gilt dann sogar schon der Bau eines Bahnhofs als sozial bitterböse. :D
 
scoopexx hat folgendes geschrieben:

Hier bei uns gilt dann sogar schon der Bau eines Bahnhofs als sozial bitterböse. :D


Tja nun, dass ist er nunmal auch.

Sicher nicht die Spitze der Ungerechtigkeit in diesem Land (und schon gar nicht die in dieser Welt) aber nunmal eben doch eine soziale Ungerechtigkeit.

Ich würde den mangel an Demonstrationen aber nun auch nicht zwingend der trägheit mancher Menschen zuschreiben.

Vielmehr haben die meisten vielleicht deren sinnlosigkeit erkannt.
 
Gibt auch gute Polizisten, so wie Oberinspektor Derrick:
http://www.youtube.com/watch?v=HVqBRk58zPM

:sun:
 
Es ist trotzdem irgendwie beruhigend zu wissen dass egal wie viele gefühlte Unterschiede zwischen Christen und Moslems, Industrie- und Entwicklungsländer, Schwarz und Weiss auch sein mögen - der Schlagstock zur Herstellung der Ordnung doch universell einsetzbar ist. ;)
 
Silverhawk hat folgendes geschrieben:

Tja nun, dass ist er nunmal auch.

Sicher nicht die Spitze der Ungerechtigkeit in diesem Land (und schon gar nicht die in dieser Welt) aber nunmal eben doch eine soziale Ungerechtigkeit.

Gegenüber dem grüngrauen Birkenborstenkäfer oder wemgegenüber? ;) Ich hab nicht viel mit dem Ländle zu tun, aber ich meine gehört zu haben, dass es da auch Befürworter gab. War aber auch nicht der Kern meiner Aussage, sondern dass die Leute auch hierzulande (wegen Belanglosigkeiten, wie Bahnhöfen) auf die Straße gehen - uns fehlt nur die soziale Ungerechtigkeit im Land (z.B. 30% Jugendarbeitslosigkeit), um wirklich mal dicke Proteste auszulösen. Da zu sagen, dass wir nicht protestieren, ist imo übertrieben. Man geht nunmal nicht auf die Straße, wenn status quo herrscht.

Ich finde die deutsche Protestkultur eher sehr gut. Man kann schon die Klappe aufmachen, übertreibt es aber nicht, wie die Franzosen, bei denen das regelmäßig in Peinlichkeiten ausartet, mit denen sie sich nur selbst ins eigene Fleisch schneiden.
 
Gegenüber dem grüngrauen Birkenborstenkäfer oder wemgegenüber? ;) Ich hab nicht viel mit dem Ländle zu tun, aber ich meine gehört zu haben, dass es da auch Befürworter gab. War aber auch nicht der Kern meiner Aussage, sondern dass die Leute auch hierzulande (wegen Belanglosigkeiten, wie Bahnhöfen) auf die Straße gehen - uns fehlt nur die soziale Ungerechtigkeit im Land (z.B. 30% Jugendarbeitslosigkeit), um wirklich mal dicke Proteste auszulösen. Da zu sagen, dass wir nicht protestieren, ist imo übertrieben. Man geht nunmal nicht auf die Straße, wenn status quo herrscht.

Ich finde die deutsche Protestkultur eher sehr gut. Man kann schon die Klappe aufmachen, übertreibt es aber nicht, wie die Franzosen, bei denen das regelmäßig in Peinlichkeiten ausartet, mit denen sie sich nur selbst ins eigene Fleisch schneiden.

Weiss nicht so recht. In Bremen hatten wir eben 46% Nichtwähler. Gehen die nicht zur Wahl, weil alles so toll ist, oder weil sie nicht an Veränderungen durch die Politik glauben? :)

Gute Frage... Wir werden's noch sehen :) Die Staatsschuldenkrise lässt sich auf Dauer nicht aussitzen. Eine Weile können wir weitere Schulden für die schwachen Staaten aufnehmen, aber deren wirtschaftlicher Zustand wird sich nicht verbessern. Dann heisst es, Farbe zu bekennen :) Dann rechne ich auch mit Camping vor dem Brandenburger Tor.
 
gyroscope hat folgendes geschrieben


Weiss nicht so recht. In Bremen hatten wir eben 46% Nichtwähler. Gehen die nicht zur Wahl, weil alles so toll ist, oder weil sie nicht an Veränderungen durch die Politik glauben? :)

Die Antwort ist eigentlich viel weniger romantisch. Im status quo interessieren sich 50% der Bürger nicht für Politik.

Gute Frage... Wir werden's noch sehen :) Die Staatsschuldenkrise lässt sich auf Dauer nicht aussitzen. Eine Weile können wir weitere Schulden für die schwachen Staaten aufnehmen, aber deren wirtschaftlicher Zustand wird sich nicht verbessern. Dann heisst es, Farbe zu bekennen :) Dann rechne ich auch mit Camping vor dem Brandenburger Tor.

Warts doch einfach mal ab. Nach einem Schuldemschnitt in Griechenland, der die Banken deutlich mehr belasten wird, als den Bürger, sieht die Sache wieder entspannter aus. In 5-10 Jahren werden einige, wenn nicht sogar die meisten der jetztigen Problemländer Musterschüler der EU sein und es gibt dann wieder andere Sachen, über die man sich den Kopf zerbrechen kann. Vielleicht kennst du die Börsenregel "kaufen, wenn die Kanonen donnern"?
 
@scoopexx

Mit den Politik-Interessierten könntest Du Recht haben.

Bezüglich Deines Wirtschaftsoptimismus bewundere ich Dich, aber soll mir recht sein, ich arbeite ja schliesslich "an der Quelle" :halo:
 
gyroscope hat folgendes geschrieben:

@scoopexx


Mit den Politik-Interessierten könntest Du Recht haben.


Bezüglich Deines Wirtschaftsoptimismus bewundere ich Dich, aber soll mir recht sein, ich arbeite ja schliesslich "an der Quelle" :halo:

Du arbeitest im Finanzbereich, wenn ich mich richtig erinnere. Der wird bei einem Schuldenschnitt ja auch nicht gerade schwach belastet. Wundert mich also nicht, wenn bei euch da gerade Katerstimmung herrscht. Ansonsten ist Wirtschaft einfach nur ein Regelkreis. Weicht man zu sehr vom Soll ab, bekommt man als Staat oder Unternehmen Gegenwind und der Ist-Zustand wird als Reaktion darauf durch Reformen verbessert. Danach hat man Rückenwind, weil die Konkurrenz diese Reformen nicht durchgeführt hat. 2002 hat Warren Buffet noch gesagt, dass er in Deutschland nicht mehr investieren würde, weil wir auf einem absteigenden Asts seien. Dann kamen die Reformen, jetzt stehen wir besser da, als Frankreich und Großbritannien und Buffet liebt deutsche Aktien. ^^
 
Der Schweinezyklus? Betrifft uns nicht ganz so heftig, wir sind Insourcer für Fondsbuchhaltung. Aber klar hängen wir an einem Bankenkonzern, den der Schuldenschnitt treffen wird.

Aber Du bist auch der Meinung, dass ein Schuldenschnitt definitv kommen 'muss', und nicht mehr nur eine Option ist?
 
gyroscope hat folgendes geschrieben:
Weiss nicht so recht. In Bremen hatten wir eben 46% Nichtwähler. Gehen die nicht zur Wahl, weil alles so toll ist, oder weil sie nicht an Veränderungen durch die Politik glauben? :)
Wenn ich dann mal meinen Geburtstag im Kanzleramt feiere, dann glaube ich auch wieder an die Macht der Politik ;)

Pitlobster
 
pitlobster hat folgendes geschrieben:

gyroscope hat folgendes geschrieben:

Weiss nicht so recht. In Bremen hatten wir eben 46% Nichtwähler. Gehen die nicht zur Wahl, weil alles so toll ist, oder weil sie nicht an Veränderungen durch die Politik glauben? :)

Wenn ich dann mal meinen Geburtstag im Kanzleramt feiere, dann glaube ich auch wieder an die Macht der Politik ;)


Pitlobster


Ich glaubs erst wenn du mich eingeladen hast :bigsmile:
 
Sehr geehrte Gamezone Mitglieder,

wenn ich mir diese Videos anschaue dann sehe ich junge Menschen die sich fallengelassen fühlen. Bestimmt auch beruflich gut qualifizierte Menschen welche sich ungerecht behandelt fühlen.

Das Bruttoinlandsprodukt in Griechenland beträgt nach offiziellen Angaben nur einen Bruchteil des tatsächlichen Bruttoinlandsprodukts. Des Weiteren ist es ein offenes Geheimnis dass die staatliche Bürokratie nur mit massiven Schmiergeldern am Laufen gehalten wird und die Vetternwirtschaft hier integral ist.
Als die europäische Wirtschaftsgemeinschaft gebildet wurde war Griechenland eines der ersten Länder welches mit wehenden Fahnen zugestimmt hat während Länder wie Deutschland, Dänemark, Finnland und Schweden mit den Anforderungen gekämpft haben. Diese Länder haben, gemessen an der Erwerbslosigkeit, dem BIP, dem Verschuldungsgrad des Staates und weiterem, alle bessere Zahlen als Griechenland. [1] Ich nehme also an das unter anderem Griechenland, um die Anforderungen zum Einstieg zu erfüllen, ihre Bilanzen gefälscht hat.

In den 70er Jahren wurde in Deutschland die Leiharbeit erlaubt und das Aufkommen von in Leiharbeit Beschäftigen hat sich seit allein 1996 verdreifacht. [2] Unabweisbar ist nun mal dass die Beziehung von Facharbeitern zu ihrer Arbeit an einem Scheideweg ist bei der selbige Gefahr laufen keinen dauerhaften Kontakt haben. Außerdem ist das Verhältnis von Facharbeitern und der Geschäftsführung bei mehreren hundert und größer als je zuvor.

Ausgehend von meiner derzeitigen beruflichen Lage kann ich die Wut der Demonstranten und auch die Gewaltausbrüche anderer Demonstranten nachvollziehen.

Leider sind solche Demonstrationen und auch besonders Gewaltausbrüche bei gleichen in anderen Ländern ersatzlos, da wir keine Mittel haben um von der Basis der Gesellschaft an die politische Führung zu treten um ein Anliegen darzubieten.


[1] http://de.wikipedia.org/wiki/Mitgliedstaaten_der_Europ%C3%A4ischen_Union
[2] http://de.wikipedia.org/wiki/Arbeitnehmer%C3%BCberlassung
 
gyroscope hat folgendes geschrieben:

Der Schweinezyklus? Betrifft uns nicht ganz so heftig, wir sind Insourcer für Fondsbuchhaltung. Aber klar hängen wir an einem Bankenkonzern, den der Schuldenschnitt treffen wird.


Aber Du bist auch der Meinung, dass ein Schuldenschnitt definitv kommen 'muss', und nicht mehr nur eine Option ist?

Ich habe meine Meinung ja auch nur aus den Medien und kann nicht in die Köpfe der Entscheider stecken. Aber nach dem, was derzeit die einhellige Meinung ist, kommt man um einen Schuldenschnitt (der auch nicht weiter bösartig wäre, aber einige Aktienkurse nach unten treiben dürfte) nicht herum. Zumindest, was Griechenland angeht. Wenn man das aber einigermaßen fair über die 13 Bio. BIP des EU-Raums verteilt, dann passt das schon. Griechenland ist kein Italien oder Spanien. ^^
 
Ich habe meine Meinung ja auch nur aus den Medien und kann nicht in die Köpfe der Entscheider stecken. Aber nach dem, was derzeit die einhellige Meinung ist, kommt man um einen Schuldenschnitt (der auch nicht weiter bösartig wäre, aber einige Aktienkurse nach unten treiben dürfte) nicht herum. Zumindest, was Griechenland angeht. Wenn man das aber einigermaßen fair über die 13 Bio. BIP des EU-Raums verteilt, dann passt das schon. Griechenland ist kein Italien oder Spanien. ^^

Ich teile Deine Meinung. Wird es aber nach dem Schuldenschnitt, den die Banken mittragen werden (und ihre Kunden), nicht ein massives Umdenken der Institute im Bereich Staatskredite geben? Und wird/muss das nicht auf Jahre die europäische Wirtschaft schwächen? Wenn's bei Griechenland bleibt, ist das ein beherrschbarer Einzelfall, könnte man vermuten...
 
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