jaja, entweder gelogen oder schlecht informiert So kam dieser Beitrag rüber. Wenn bei einem Spiel, daß nach USK das Siegel "nicht an Personen unter 18 (also Jugendliche) abzugeben" erhält, in dem Beitrag behauptet wird, das Urteil der USK habe "nicht jugendgefährdend" gelautet, der ist entweder doof und hat das eigentliche Thema nicht verstanden (Armutszeugnis für Journalisten) oder aber versteht die Unterschiede dieser Begriffe noch nicht ganz und liefert einfach einen schlampig recherchierten Beitrag ab (Stichwort: hingesaut) oder aber er verschweigt absichtlich bzw. lügt vorsätzlich die Zuschauer an trotz besseren Wissens. Ich glaube leider sogar, daß letzteres der Fall war. Ich kann von einem Journalisten erwarten, daß er die Unterschiede der Gesetzeslage vor und nach dem 01.04.2003 gedanklich nachzuvollziehen vermag. Die ehemaligen Altersempfehlungen sind bindenden Altersfreigaben gewichen. Der Staat kann die Durchhaltung der Gesetze in den einzelnen Geschäften und Kaufhäusern nicht persönlich kontrollieren, das wäre schon ziemlich totalitär, aber man könnte doch selber als mündiger Bürger durchaus mal ein paar kritische Worte fallen lassen, wenn ein "Vice City" uncut auf dem Flohmarkt an irgendeinen Knirps über die Theke geht. Ich selber habe es durchaus schon gesehen, daß sogar die Flohmarkthändler hier eindeutig sagen "nein, dafür bist Du noch zu jung, da mußt Du mit Mama oder Papa wiederkommen". Und damit wäre die Sache dann gegessen, denn die Eltern kaufen ihrem kleinen Sonnenschein fast alles, was er haben will, verstehen die Symbole auf der Packung nicht und so weiter. Das Problem ist hier vor allem, daß Eltern nicht verstehen oder es ihnen egal ist, was ihre Kinder spielen oder in ihrer Freizeit machen. Das ist ein Problem gesellschaftlicher Natur. Da man aber haargenau weiß, daß man als Politiker nicht sagen kann: "Hey, ihr Eltern, kümmert Euch mehr um Eure Kinder, anstatt diese zuvernachlässigen und ein Klima sozialer Kälte zu schaffen" Denn damit würde man ds Problem ja tatsächlich an der Wurzel angehen, und dieses Problem ist ein sehr großes. Das nimmt man sich lieber ein kleines Problem, nämlich die schon seit zwanzig Jahren suspekte und stets verhaßte Videospielegemeinde, die einfach keine Lobby hat. Der Amoklauf in Erfurt hat doch nichts mit Counter Strike zu tun, der Junge war einfach völlig vereinsamt, seine Eltern wußten überhaupt nicht, womit er sich beschäftigte, er schien auch keine Freunde zu haben, in der Schule konnte er nicht mehr versetzt werden und hatte keine Perspektive mehr, da überlegt man sich schon mal, ob man nicht mit einem Paukenschlag abtritt. Und die Art und Weise erinnert schon sehr an das Massaker an der Schule in Littleton (ich glaube Columbine High). Und darüber wurde zur schönsten Sendezeit in den Nachrichten berichtet, ziemlich unzensiert, das ist nämlich die Realität, die Jugendliche durchaus von Videospielen unterscheiden können. Aus den Medien, aus dem täglichen Umfeld bekommt man erschreckende Nachrichten geliefert, Millionen und Aber Millionen Leute haben einen Fernseher, der solchen Schrecken unzensiert und real verbreitet, aber nur ein Bruchteil dieser Menschen hat eine Videospielkonsole (hmm, grübel). Das würde ja aber dann bedeuten, daß man vielleicht die Berichterstattung im Fernsehen oder den anderen Medien ein wenig sensibilisieren müßte, aber das traut sich hier in Deutschland niemand, da die Presse eine sehr starke Position hat und sofort "Zensur" schreien würde. Dann lieber auf die Videospieler draufschlagen, als das wirkliche Problem anzugehen.