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Videospielsucht: Überraschender Andrang in Suchtklinik

Darkwing, die Square-Lokalisierungen verdienten noch nie das Prädikat "ordentlich", auch wenn ein wenig Besserung eingetreten ist.

Ich habe fast immer die englischen Versionen.
 
DaGerstensaft hat folgendes geschrieben:



Weil in unserer Gesellschaft Lesen als Synonym für Bildung gilt und daher ja nicht schlecht sein kann, oder besser: schlecht sein darf.
Jeder sollte das machen können was er will, solange er seine Pflichten nicht vernachlässigt, oder andere Menschen dadurch in Mittleidenschaft zieht!
Ein Mensch, der sein Kind nicht füttert, weil er gerade einen neuen Highscore schaffen will, währe definitiv ein Fall für´s Sanatorium!



Silverhawk:

So ist es.
Was das Lesen betrifft...

Zum anderen:
Was sind "Pflichten"?

Kinder zu vernachlässigen muss als Grund ja nicht den Highscore haben.
Manche brauchen dazu gar keinen Grund.
Und wann beginnt "Vernachlässigung"?

Wenn mein Kind mit mir spielen will und ich sage, geht gerade nicht, ich spiele ja schon....ich bin nicht sicher, dass ich das schon als vernachlässigung ansehen würde...

Pflichten als solches...
Es ist ja nicht meine Pflicht soziale Kontakte zu knüpfen.
Ich kann mein Leben ja auch als Einsiedler fristen.

Das Thema Sucht ist als solches schon komplizierter.
Scheinbar misst man nach "guten" Süchten oder "schlechten" Süchten.

Wenn ich 10 Stunden am Tag mit meiner Familie verbringe wäre ich wahrscheinlich ein toller Kerl.
Oder würde zumindest als solcher angesehen werden.

Wenn ich 10 Stunden am Tag vor der Konsole hocke bin ich krank...oder vergeude meine Zeit...

Im Prinzip kann es sich ja in beiden Fällen um exakt das Gleiche Verhaltensmuster handelen.
Nur werden sie unterschiedlich bewertet.
 
@Silverhawk

Pflicht ist die Verantwortung für eigene Entscheidungen zu tragen. Wenn ich ein Kind in die Welt setzte, so ist es meine Pflicht mich darum zu kümmern!

Du hast vollkommen Recht, mit den "guten" und "schlechten" Süchten - aber da hängt natürlich mehr dran. Denn wer sagt denn, was eine gute oder schlechte Sucht ist? Unsere Gesellschaft definiert das darüber, hinter welcher Sucht die die größte Interessensgemeinschaft und damit häufig auch der größere Wirtschaftsfaktor steht.

Ein (überspitztes) Beispiel: Würde die Mehrheit der Bürger kiffen statt zu trinken, würden die Bauern wohl nur Canabis und keinen Hopfen anbauen. Verboten währe dann der Alkohol, da die Gemeinschaft der Hanfbauern auf die Minderheit der Alkoholtrinker schimpfen würde um sich einen wirtschaftlichen Konkurenten vom Hals zu schaffen.

Wenn man sich nicht der Meinung der Mehrheit beugt, wird sie einem aufgezwungen:

Wenn du als Einsiedler auf einem Felckchen Erde in Deutschland vollkommen autark lebst und dieses Fleckchen Erde schon seit Menschengedenken nur von deiner Familie besiedelt wird, kommt irgendwann der Steuereintreiber der sagt, du hättest deine Grundsteuer nicht gezahlt. Diese kannst du auch nicht zahlen, da du kein Geld hast. Du wirst verhaftet und dein Fleckchen Erde wird zwangsversteigert, um deine "Schuld" zu bezahlen.
 
@ DaGerstensaft

Natürlich sollen sich Eltern um ihre Kinder kümmern.
Oder, wenn sie dazu nicht in der Lage sind, sie in die Hände von Menschen geben, die dazu bereit sind.

Wollte nur sagen, dass zwischen "Vernachlässigung" und "Fürsorge" noch einiges dazischen liegen kann.
Zumindest wird es so wahrgenommen.

Im Grunde kennen wir nur in den Extremen was gut ist und was nicht.
Dazwischen bewegen wir uns meist in einem Dunkelfeld aus Meinungen, Vorurteilen und Vermutungen.

Bei der Sucht ist es dann wieder ähnlich.
Natürlich wird die Sucht am schädlichsten angesehen, die allgemein Verurteilt wird.
Mit der Masse im Rücken läßt es sich am besten debatieren...

Nun hat jeder Mensch eigene Strategien entwickelt um mit Problemen fertig zu werden.
Obwohl sie gar nicht so "eigen" sind.
Vom Kern her sind sie gleich.

Der eine mag seine Probleme lösen indem er trinkt, der andere indem er in die Kirche geht.
Der eine nimmt Drogen, der andere findet seinen Halt in der Familie.
So verschieden ist das nicht...

Edit:

Um den Steuereintreiber mache ich mir keine Sorgen ;)
Zumindest noch ist es so, dass sich bei uns auch die Menschen ohne Geld keine Sorgen um die gängigsten Grundbedürfnisse machen müssen.
Zumal auch Einsiedler wieder ein dehnbarer Begriff ist.

Ich kann ja durchaus Arbeiten gehen und Geld verdienen und ansonsten keinerlei Kontakt zu Menschen pflegen.
 
@Silverhawk

Trotzdem bleibt man nicht frei in seinen Entscheidungen. Die "grobe" Richtlinie wird einem von der folglich intoleranten Gesellschaft aufgezwungen. Wenn ich keinen Bock habe für Geld zu arbeiten, wird alles unternommen werden um mich dazu zu bringen für Geld zu arbeiten - selbst wenn ich nicht auf "staatliche Hilfe" angewiesen bin (lebe ja autark auf meinem Felcken Erde ;)).
 
@ Gerstensaft

Wenn ich nicht auf staatliche Gelder zurückgreifen muss und meine Steuern zahlen kann, wird sich die Öffentlichkeit nicht für mich interessieren.

Im Grunde errreg ich nur durch drei Dinge Aufmerksamkeit:

Ich zahle keine Steuern
Ich lebe auf Kosten des Staates (obwohl es für viele gar nicht anders möglich ist)
Ich begehe Straftaten (natürlich kann man theoretisch alles unter Strafe stellen)

Selbstredend ist es für das Zusammenleben von Menschen unumgänglich Regeln zu erlassen.
Problematisch wird es dort, wo diese Regeln zu sehr einschränken.
Verkehrsregeln z.B. sind unumgänglich und natürlich hilfreich.
Ebenso wie Regeln, die die Herstellung von Lebensmitteln regeln, oder bestimmen wie die Ausbildung eines Arztes etc. auszusehen hat.

Das sind Regeln, die von Regierungen erlassen werden.

Nur gibt es auch andere Regeln.
Regeln, die die Allgemeinheit erläßt.
Die stehen nirgendwo werden aber doch erwartet.
Sie bilden sich dadurch, dass Menschen an andere Menschen gewisse Erwartungen stellen.
Weichen Menschen von diesen Erwartungen ab, wird alles versucht um sie wieder auf die Spur zu setzen.
Man wird gebeten, bedrängt, mit Belohnungen gelockt oder bestraft.

Nach Sinn und Unsinn der Regel wird da nur selten gefragt.
Richtig ist, was man selber macht und was die meisten machen.

Nach meiner persönlichen Theorie einer der Hauptursachen für Drogenabhängigkeit, psychische Erkrankungen, Strafffälligkeit usw.

Ein Ausbrechen aus diesem Rahmen ist durchaus möglich, wenn auch mit Schwierigkeiten verbunden.
Menschen legen sich gerne fest.
Und wehe dem, der versucht sie aus diesem Rahmen herauszuholen oder sich nur anders verhält ;)

Wie kamen wir denn jetzt auf das Thema? :D
 
Wer kann nicht davon ein Lied singen. Ich glaube ihr habt alle mal 10 bis 12 std. am tag vor dem Rechner verbracht und das über fünf Tage hinweg. Bei mir wars auch keine Seltenheit. Aber die Zeiten ändern sich und wenn man es zu was bringen will, egal ob in der Familie(Frau, Kind) oder in der Karriere, dann muss man sich schon ganz genau überlegen mit was man die Zeit vertrödelt.
Und es ist gewiss nicht dass selbe 10 std. sich mit einer Frau zu beschäftigen oder 10 std. zu zocken. Ich bin mir sicher ein Rechner kann dir keine Massage verpassen oder etwas noch besseres.
Zockt ruhig, denn Bücher sind nicht die einzige Lernquelle. Frag mal einen CS zocker nach Waffen, der wird dir alles bis ins kleinste Detail erklären. Sehr angetan bin ich von Civilization, bei welchem ein ganzes Lexikon vorhanden ist. Aber mann sollte trotzdem nicht vergessen das Spielen dich nicht am Leben erhält, sondern Essen, Schlafen, Arbeiten (Geld), Beziehungen usw.
 
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