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Storythread: Die siebte Hölle

Kubrick

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10.08.2004
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Dj Housepunk und Rossi sind mal wieder herzlichst eingeladen um diesmal an einer recht anspruchsvollen Storymitzuschreiben. Ich mache hier ml den Anfang. Kritik und Lob sind natürlich erwünscht.Ich weise jedoch darauf hin das nur ich, Rossi und Housepunk zum Autorenteam zählen,wer sonst mitmachen will kann gerne posten, wir werden dann aber über den Beitrag abstimmen und sollten wir gegen den Beitrag sein wird dieser kommentarlos gelöscht. Nur so können wir eine gewisse Qualität im Erzählfluss garantieren. Lange rede kurzer sinn, hier ist der Anfang, viel Spass damit.


Die siebte Hölle


Kapitel 1:

Die Geschichte ist altbekannt, die Kapiteleinteilung so alt wie die Sünde: Junge trifft Mädchen, Junge ist verheiratet, Mädchen ist Jung, attraktiv und frei für all das schöne in der Welt.
Waren es Frust, Melancholie oder Wahnsinn die den verheirateten Jungen nun schon eine halbe stunde lang in klirrender Kälte vor dem hellbeleuchteten Laden ausharren ließen?
„Was mache ich hier?“
Diese Frage hatte er schon vor Wochen aufgehört zu wiederholen und inzwischen war sie um einiges komplexer geworden:
„Warum bin ich hier und nicht bei meiner Frau, meiner Katze, meiner heizungsgewärmten Glücksseeligkeit?“
Nun, verheirateter Junge hatte süßes Mädchen getroffen und sich dummerweise verliebt. Er hatte mit dem Feuer gespielt und sich verbrannt, bis ihn der Wahnsinn packte wie ein vollbepackter Güterzug und ihn seit dem unkontrolliert durch sein Leben schleuderte.
Die Kälte brannte sich langsam durch das dünne Leder seiner schwarzen Jacke und er zupfte zum vierten Mal an dem annoneunzehnhundertdazumal Busticket herum das sich inzwischen schon in seine Bestandteile aufgelöst hatte.
Wenn ein Mann heiratet, dann gewinnt er etwas dazu: Eine Partnerin, eine Gefährtin, eine Liebhaberin, das Ticket in eine neues, vielleicht besseres Leben. Der Preis der dafür gezahlt werden muss ist der tausch von Leidenschaft gegen Zuneigung, von Schmetterlingen im Bauch gegen die Sicherheit nie wieder allein zu sein.
Jedoch bemerkt man die Begrenzungen seines Käfiges erst wenn einen das Fernweh packt und bunte, lodernde Abenteuer auf einen Einzelkämpfer warten.
Er war nie ein Held gewesen, hatte nie goldene Statuen aus verwunschenen Inka-Ruinen geborgen oder war auf das Dach eines fahrenden Dodge gesprungen um die Welt zu retten. Alles was er in seinem Leben getan hatte war zuviel zu trinken, damit aufzuhören und sich dann irgendwie durchs Leben zu schlagen. Obwohl er sich nicht sicher war wer genau er war und erst recht nicht was er nun wollte, quälte ihn doch die Gewissheit nie etwas zur Verbesserung der Gesamtsituation der Menschheit beigetragen zu haben. Robert hatte geheiratet weil es sich so ergeben hatte und Robert hatte angefangen Karriere zu machen weil ihm die Arbeit vor die Füße gefallen war. Hatte er schon jemals für etwas gekämpft, hatte er schon jemals etwas getan was besser gewesen war als er selbst?
Gut, er hatte schon einmal einem Penner einen halben Beutel Tabak geschenkt, das war gut gewesen, auch wenn er den Penner damit mit Sicherheit ein halbes Jahr eher unter die Erde gebracht hatte. Tabak verschenken, Robert musste grinsen, ihm in die Eier zutreten wäre gesünder gewesen.
Nachdem er also festgestellt hatte daß sein Leben bis jetzt eine recht nutzlose Aneinanderreihung von Zufälligkeiten und selbstsüchtigen Entscheidungen gewesen war, setzte er seiner Existenz nun die Sahnehaube damit auf in dem er mit entschlossener Genauigkeit das einzig sinnvolle in seinem Leben gegen die Wand fuhr: Seine Ehe, seine Liebe und seine Existenz als treusorgender Ehemann.
Denn anstatt zuhause zu sein wartete er hier in der Kälte auf das Mädchen was ihm keine Ruhe mehr ließ, das Mädchen welches seit Wochen seine Gedanken und sein Körper beherrschte.

„Ich bin nur dann glücklich wenn du bei mir bist“ hatte er einmal zu ihr gesagt.
Gut, dass hatte er auch schon mal zu seiner Frau gesagt und auch zu seiner damaligen Freundin auf der Abschlussfeier als er sie rumkriegen wollte, aber wenn die Person nun nicht da ist, oh ja, dann gewinnt dieser Satz an schmerzhafter Bedeutung und bohrt sich tief in deine Eingeweide wie ein Klappspaten in einem schlechten Horrorfilm.
„Ich bin immer für dich da“ hatte sie daraufhin geantwortet, „aber das mit deiner Frau, dass würde ich mir nie verzeihen“
Ja, niemand würde ihm das mit seiner Frau verzeihen. Nicht einmal Robert selbst würde es sich verzeihen können und er wusste was er hatte. Und doch lockte das Abenteuer und das pure Leben in den exotischen Augen des Mädchens das gerade im Laden vor ihm ihre letzten Sachen zusammen packte und ihre Jacke über ihre zarten Schultern gleiten ließ.
Gleich würde sie rauskommen und er würde sie irgendwie grüßen und irgendwas sagen und er würde wahrscheinlich wieder stottern oder Unsinn erzählen, jedoch würde es ihm egal sein, denn er wäre bei ihr.
War sie seine Geliebte? Nein, sie war sein Traum, genauso schrecklich wie auch wunderschön.
Er strich sich über sein Gesicht, sie öffnete die Tür. Kaum hatte sie den Ladenschlüssel aus ihrer Jackentasche gezogen zerfetzte ein ohrenbetäubender Knall die Ladenfront der kleinen Drogerie und schleuderte Robert mit einem scharfen klirren durch das Schaufenster des Sportladens hinter ihm. Ein schmerzhaftes Pfeifen bohrte sich tief in sein Trommelfell während angesenkte Sportschuhe auf ihn herabpurzelten.
Etwas entsetzliches war passiert, das Schicksal hatte in Form eines grellen Blitzes in sein Leben eingeschlagen und sein Urteil gefällt. In dem dunklen Qualm vor ihm konnte er nur noch ihre schlanke Silhouette erkennen die merkwürdig verdreht in sich zusammenklappte.
Es war vorbei.
Und der Schlussstrich hätte blutiger nicht sein können.
 
Robert lag in der Schaufensterauslage des Sportgeschäftes und bemerkte nicht, daß etliche Glassplitter sich tief in seine Haut gebohrt hatten. Vermutlich lag es daran, daß Robert sich reglos hielt. Es war, als hätte ihn der Knall und die letzten Eindrücke, die seine Sehnerven an Ihn übermittelt hatten zu einer Salzsäule erstarren lassen. Einer umgestürzten Salzsäule.

Wie durch Watte nahm er war, daß sich die Stille nach dem Knall langsam mit Geräuschen füllte. Die rauchgeschwängerte Luft wurde zusätzlich mit Farben durchtränkt. Langsam nur waren Roberts Hirnwindungen in der Lage, die Geräusche und die Lichtblitze in einen stimmigen Zusammenhang zu bringen. Das monotone Blinken des Blaulichts half Robert in diesem Moment vollkommener Leere langsam zu realisieren, daß sich die Frage, die er sich in den letzten Wochen gestellt hatte, in nichtmessbaren Millisekunden zu einem Häufchen Asche verwandelt hatte.

"Da liegt einer" rief plötzlich eine Stimme in seiner Nähe. Er hasste die Stimme, denn er wollte alleine sein. Er wollte sich weder helfen lassen, noch aus seiner Agonie der langsam zu ihm dringenden Schmerzen befreien lassen. Er wollte leiden. Er wollte spüren, wie sich sein Herz zusammenkrampfte und ein stummes aber unendlich lautes "Warum?" aus seiner Seele schrie. "Warum?"

Er bemerkte aufgeregte Geschäftigkeit um sich herum. "Ein weiteres Opfer - eine Trage hierher", er hasste die Stimme des Beamten. Er merkte, wie jemand seinen Ärmel aufriß und sich eine eiskalte Nadel in seine Vene bohrte. Schmerz? Nein. er nahm nichts wahr. Die Flüssigkeit in seiner Vene... Sie war warm. Robert verlor das Bewußtsein.

Als er seine Augen wieder öffnete, sah er nur grelles Licht, daß ihm von der Decke entgegenschlug. Er wußte schlagartig wieder was passiert war. Er war Zeuge einer Explosion gewesen. Doch es war nicht die Explosion der Gefühle, die er bislang empfand, wenn er an das Mädchen dachte. Nein. Es war eine menschgemachte Explosion, die sein Seelenleben in den Bruchteilen von Sekunden in den Rinnstein getreten hatte. Es war ein Blitz, der ihm wie der Zorn Gottes vorkam.

Er fühlte sich unfähig sich zu bewegen. Er wollte sich aber auch gar nicht bewegen. Denn der Schmerz in seinem Herzen befahl ihm nachzudenken. Sich in sich ruhen zu lassen. Doch dann konnte er sich nicht mehr beherrschen. Es brach langsam aber unaufhaltsam aus ihm hervor. Es war, als würde seine Seele eine Stimme bekommen. Es war ihm egal, was die Krankenschwestern oder Ärzte denken mochten. Er konnte ohnehin sein Tun nicht unterbinden, denn seine Seele war stärker als sein Verstand .. er öffnete seinen Mund und schrie! Er schrie wie ein waidwund geschossenes Wild schreien würde, ob der Ungerechtigkeit von einer Bleikugel aus der Natur gerissen zu werden. Er schrie.
 
Geil. Einfach nur... uah, Gänsehaut. *bibber*:sun:8)
 
Kapitel 2:

Tagelang waren gedämmtes Sonnenlicht und das steife Rascheln desinfizierter Laken seine einzigen Begleiter durch den Schmerz gewesen. Sediert von Schmerz- und Beruhigungsmitteln aller Art waren die stunden dumpf-grotesk an ihm vorbeigezogen und hatten seinen Körper zu einer merkwürdig leblosen Masse verkommen lassen.
Nun, am dritten Tag, spürte Robert zum ersten Mal wieder etwas Leben in sich und schaffte es fast einen klaren Gedanken zu fassen.
Seine Frau saß an seinem Bett, so wie sie es in den letzten Tagen schon immer getan hatte und stöberte in irgendeiner Frauenzeitschrift, dessen Titelseite ein merkwürdig aussehendes Prinzenpaar schmückte. Die Seiten raschelten einsam durch den stillen Raum der langsam von dem goldgelben, warmen Licht der Abendsonne erfüllt wurde. Es musste so um Sieben Uhr Abends sein kroch es Robert langsam durch den Kopf. Aber welcher Tag?
Seine Frau war noch zu vertieft in die Geschichte von Lucia, der Nonne die zur Stripperin wurde, um zu bemerken das ihr Ehemann langsam wieder zu sich kam.
„Schatz?“ schnalzte Robert trocken und schob seine Hand schwach über das etwas raue Laken in ihre Richtung. Susie schreckte auf und ergriff sofort freudestrahlend sein Hand.
„Bobby....“ schluchzte sie und drückte sie fest an sich, „...wie geht es dir?“
Robert schaute sie Müde an, ließ seinen Blick für einen Moment auf der zarten und fürsorglichen Gestalt seiner Frau verharren. Wie hatte er je an jemand anderes denken können, wie hatte er sie je so behandeln können? Er fühlte sich plötzlich nicht mehr als Opfer eines abstrakten Zwischenfalls, nein, er fühlte sich bestraft; und dass zu Recht.
„Weißt du was passiert ist?“ brachte Robert leise hervor.
„Es hat eine Explosion gegeben. Die Polizei war hier und hat irgendwas von einem Anschlag erzählt. Es sind Menschen gestorben, Robert, du hast so ein glück gehabt“
Sie war den Tränen nahe und Bobby begriff was seine Frau in den letzten Tagen alles hatte durchmachen müssen. All die Angst, der Druck und das Zweifeln brachen hervor und schüttelten schwere Tränen aus ihr heraus. Er versuchte ihre Hand fester zu greifen.
„Unter den Opfer war auch deine Bekannte, Xu...“
„Xu Ling...“
Robert lies den Kopf zurück in das Kissen fallen. Er hatte versucht es wie eine Frage klingen zu lassen, es war jedoch eine Feststellung gewesen.
Schon auf dem Weg ins Krankenhaus, betäubt vom Schmerz und dem grässlichen Pfeifen in seinem Kopf, hatte er gewusst das sie Tod war. Die letzten Augenblicke ihres Lebens hatten ihm gehört, bevor ihr Körper in einem grausamen Feuernebel dahingerafft worden war.
Seine Frau hielt einen Moment inne als er ihren Namen ausgesprochen hatte und für einen Moment musterte sie ihn mit einer ernsthaften Nachdenklichkeit.
„Ich liebe dich“ flüsterte Robert und schloss seine Augen. Sie hatten etwas zu klären, aber beide wussten dass dies weder der richtige Ort noch die richtige Zeit dafür war. Und auch wenn es sich sarkastisch anfühlte, wussten beide dass egal welches Problem es gegeben hatte, dieses nun in Feuer aufgegangen war.
 
Höhö. Mal abgesehen davon dass der letzte Thread nach deinem kreativen erguss komplett gestorben ist.... :devil::devil:

Ich mach das hier eh nur als Beschäftigungstherapie für Rossi und mich. Eigentlich bräuchten wir den Thread hier auch GARNICHT öffentlich zu machen:)8)
 
Ich sag das nicht gerne TomK, aber

F#CK dich doch einfach, ok?

danke.
 
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