evilsonic hat folgendes geschrieben:
Immer noch besser als keine Politik, ausser ihr wollt selber für Strassen, Schulen, Spitäler, Sozialwesen und das ganze öffentliche Gedöns sorgen. Dann viel Spass. Wahrscheinlich gäbs nicht mal Toilletenpapier
Eben, ohne die Politik würde Arnachie herrschen und so schlimm wir auch manchmal sicherlich regiert werden, das kann am Ende auch keiner wollen. Aber es ist halt immer einfach auf die Politik zu schimpfen, am Ende ist es da wie mit dem Bundestrainer. Irgendwie weiß es jeder den man fragt besser.
Genauso lustig finde ich das Geschimpfe auf den Euro, das Deutschland mit Milliarden bürgt um den Euro zu retten, das finden alle scheiße. Das aber im Saufurlaub auf Malle keiner mehr die letzten Kröten in die Wechselstube tragen muss, das finden wieder alle gut.
Das soll aber alles gar nicht davon ablenken dass das Verhalten des Herrn Bundespräsidenten in den vergangenen Tagen und Wochen sicherlich seiner Position nicht würdig war. Auch wenn er selbst es anders zu sehen scheint ist es doch so das er stets nur das zugegeben hat was die Presse gerade ausgegraben hat. Von dem Anruf beim Bild Chefredakteur war noch Anfang der Woche gar nichts bekannt und auf einmal steht genau dies im Mittelpunkt der Debatte. Und wenn es dann darum geht, den Wortlaut eben dieses Anrufes öffentlich zu machen, ist es auf einmal auch mit der von Wulff selbst geforderten Transparenz schnell wieder vorbei.
So schafft man meiner Meinung nach kein Vertrauen, wahrscheinlich ist es aber auch so das die Veröffentlichung des Anrufes dem Mann endgültig das Genick gebrochen hätte. Für mich bleibt Wulff jedoch ein Präsident auf Abruf, wenn ich mir überlege wegen was für einer Lächerlichkeit sein Vorgänger damals zurückgetreten ist, dann hätte er schon lange seinen Hut nehmen müssen.
Ich bin mal gespannt wie sich das alles noch weiterentwickeln wird, die Medien können grausam sein das hat man spätestens im Fall Guttenberg gesehen. Es wird solange gegraben bis das innerste nach außen gekehrt ist und auch wenn es manchen Politikern nicht immer passt, so ist das doch irgendwo das was die Pressefreiheit auszeichnet.
Wulffs Argumente bzgl. der Übernachtungen bei seinen Freunden sind wie ich finde mehr als scheinheilig. Hier wird so getan als wenn es sich beim Bundespräsidenten oder einem Ministerpräsidenten um einen ganz gewöhnlichen Bürger handeln würde, genau das ist jedoch eben nicht der Fall. Es ist äußerst fragwürdig wenn ein Politiker sich bei reichen Freunden gratis einmietet, am Ende bleibt immer der Verdacht der Vetternwirtschaft und bei jedem verabschiedetem Gesetz bleibt die Frage im Raum ob da nicht bestimmte Personen durch Gegenleistungen bevorzugt worden sind.