McN hat folgendes geschrieben:
Die Bayernfans nehmen für sich gewisse Dinge in Anspruch, die sie anderen nicht zugestehen. Das hat wohl was mit der jahrzehnte dauernden Dominanz im dt. Fussball zu tun. Sie dürfen ihrer Meinung nach Dinge einfach tun, das hat schon was aristokratisches an sich. Man sieht dies daran, das sie bei ernstzunehmenden Konkurrenten gleich auf psychologische 'Kriegsführung schalten müssen, oder eben deren entscheidende Talente wegkaufen. Sie können keinen neben sich ertragen und deswegen ist ihnen jedes Mittel Recht, gegen den unliebsamen Konkurrenten zu wettern.
Nun, ich glaube auch da sollte man ein wenig unterscheiden. Ähnlich wie du es in deinem darauffolgenden Post erläutert hast, gibt es solche und solche Fans. Von den Bayern Fans die ich kenne, nimmt keiner irgendetwas in Anspruch, kommen diese allerdings nicht direkt aus Bayern. Tja und mit der bayrischen Mentalität ansich, ist es halt so eine Sache und ich glaube, dass es diese ist, mit der die meisten nicht so richtig klar kommen. Habe selber mal nen Jahr da unten (also in München) gewohnt und da ticken die Uhren wirklich ein wenig anders. Das Selbstwertgefühl ist ein ganz anderes, als bei den meisten anderen Bundesländern in Deutschland, und die einen nennen das eben Selbstbewusstein und die anderen Arroganz.
Ebenso sieht es mit der "psychologischen 'Kriegsführung" aus, die ich einfach nur aus der Selbstherrlichkeit (nein Selbstverliebtheit) ableiten würde und die mitunter durch die Medien erst richtig aufgebauscht wird. Ich meine wenn ein Journalist einem Rummenigge oder Hoeneß und wie sie alle heißen, eine Frage zum BVB stellt, dann wird keiner von denen sagen "Das ist ein toller Verein, der ist mindestens genauso gut wie wir". Man nimmt diesen ganzen Quatsch auch viel zu ernst, generell was heutzuzage so in den Medien abgeht. Wenn man morgen die Bild aufschlägt, dann ist Bayern wieder mitten in der Krise und gewinnt man nächste Woche gegen Madrid, dann sind es die Über-Bayern. Die Leute wollen diesen Scheiß, die Leute kriegen diesen Scheiß. Wenn man mal über den Tellerrand schaut, ist es in anderen Top-Ligen doch ähnlich, wenn nicht sogar schlimmer. Wenn Barca gegen Real spielt, dann fliegen schon Wochen vorher die Fetzen, da sind die paar dummen Sprüche von Hoeneß und Co eher ein Fliegenschiss. Ist halt ähnlich wie vor einem Boxkampf.
Zu der Sache mit den Talenten wegkaufen. Das war speziell ja in den 90er Jahren ein ganz großer Vorwurf, den sich die Bayern gefallen lassen mussten, ich erinnere vor allem an den KSC, der letzten Endes dadurch vom Europa-Cup Aspiranten zum Absteiger mutierte und ich gar nicht weiß wo der Verein jetzt steckt. Aber, man muss es auch mal so sehen, ein Oliver Kahn, oder auch ein Mehmet Scholl wären wohl nicht annähernd so ausgereifte Spieler gewesen, wenn sie damals nicht zum FCB gegangen wären, ähnliches gilt im Fall Ballack. Sicher gabs auch den einen oder anderen Flop, aber das ist halt ein Risiko, dass man in Kauf nehmen muss. Auf der anderen Seite sollte man vielleicht auch erwähnen, dass es der BVB damals kein Stück anders gemacht hat, Freiburg stieg nach den Abgängen von Heinrich und Kehl ab, aber da wäre niemand auf die Idee gekommen, dass der BVB jemanden Schaden zufügen wollte
Ich meine von der Seite aus, haben beide Vereine ja ihre Prioritäten mehr in Richtung Jugendarbeit gesetzt, die Quittung erhalten wir nun mit hungrigen deutschen Talenten, die endlich in der National Elf mal wieder einen Pott holen. Das ist gut für den deutschen Fußball insgesamt und sollte positiv erwähnt werden. Ansonsten, hat das Abgrasen von Talenten, im Vergleich zu früher, ebenso ein wenig nachgelassen wie das Kaufen überteuerter internationaler Stars, die ihr Geld einfach nicht Wert sind.
Und zu Guter Letzt sollte man vielleicht noch einmal erwähnen, das schon so mancher (auch Traditions)Verein kurz vorm Aus stand und ohne finanzielle Hilfe der Bayern die Segel gestrichen hätte, das vergessen nämlich viele mal ganz gerne. Kritiker werden jetzt sagen, blabla Selbstzweck, schlechtes Gewissen. Aber ganz im Ernst, es gibt auch viele Menschen z.B. in Dresden oder auch in einem Hamburger Stadtteil, die nicht vergessen haben, wer ihnen in höhster Not geholfen hat.