Und fühlst du dich am Samstag im Einkaufszentrum auch nicht sicher? Beim ausverkauften Konzert? In der vollen U-Bahn im Feierabendverkehr?
Wir haben in der ersten und zweiten Bundesliga pro Woche 18 Großveranstaltungen in Deutschland mit zusammen mehr als einer Million Besucher an insgesamt 34 Spieltagen. Macht 612 Großveranstaltungen mit bis zu 80.000 Menschen vor Ort. Dazu noch DFB-Pokal, EL, CL, etc. Und wie oft muss die Polizei da eingreifen? Im Stadion direkt, nicht bei den Trotteln, die sich extra irgendwo abseits zum Prügeln treffen?
Das ist doch schiere Panikmache. Wenn was passiert, ist die Polizei doch trotzdem da. Niemand hat behauptet, dass die je wieder einen Fuß in die Arena setzen, auch wenn da drin Massaker stattfinden.
Finde das alles ein wenig überbewertet. Zumal die selbe Menge Polizisten wie sonst im Einsatz sein wird, nur dass die halt ab jetzt VOR der Arena stehen statt sofort rein zu gehen. Und genau da passiert auch das Meiste. Der Weg ins Stadion ist wesentlich gefährlicher als das Stadion selbst.
Seit Jahren versuchen uns Presse, Politik und Polizei weiß zu machen, dass wir im Stadion Todesängste haben müssen. Und langsam glauben wir das. Aber warum? Ich habe mich noch nie unsicher gefühlt, egal wo ich war. Ich wurde nie bedroht, mir fällt nicht ein, auch nur eine Schlägerei beobachtet zu haben. Polizisten sehe ich für gewöhnlich nur draußen an den Eingängen oder an der Bahnstation. Und das ist doch der Normalfall. Man kann doch nicht behaupten, dass jedes Spiel wie Rostock gegen Pauli wäre. Nur weil bei der schieren Masse von Veranstaltungen und Menschen, die der Fußball nun mal mit sich bringt, ab und zu mal was passiert, ist dieser Sport doch nicht generell gefährlich.
Überlegt doch mal, wie wahnsinnig viele Menschen aufs Jahr gerechnet zum Fußball gehen und wie wenigen davon was passiert. Da hat jedes Festival wahrscheinlich schlechtere Quoten. Aber da fordert niemand mehr Polizei.