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Nach dem Attentat in Emsdetten: Stellungnahme der BIU

angie-babe hat folgendes geschrieben:
...cut...

Trägt eurer Meinung nach extreme Darstellung von Gewalt in ALLEN Medien (TV/Kino, Spielen, Printmedien, etc.) zu einem gewissen Teil zur Verrohung der Konsumenten bei?



Bitte erstmal kurz darüber nachdenken und keine Antworten wie: Mein Kumpel und ich spielen jeden Tag und wir sind ganz lieb (siehe Kommentar oben!).
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Als ich vor zwanzig Jahren angefangen hab zu zocken, gab es bei uns gerade mal drei Fernsehprogramme aber auch schon eine ziemlich lebhafte Diskussion ob das Fernsehen die Kinder zu Gewalttätern macht.
Durch die immer realistischere Darstellung in sog. Killerspielen kann ich auch sehr gut verstehen, dass Eltern oder Politiker, die eigentlich keine Ahnung haben, erstmal erschrocken sind. Aber, so abgedroschen der Spruch auch klingt, das Fernsehen wird auch immer schlimmer. Konsum, Gewalt oder einfach nur geistiger Dünnpfiff, zumindest auf den populärsten Kanälen. Wo wir gerade dabei sind, mittags um 20 vor zwölf. Gerade kam auf Kabel eins schon der erste Kopfschuß, zum Spannung erzeugen.
Zu den Videospielen, in letzter Zeit wird es auch von den Entwicklern immer mehr übertrieben. Die Kettensäge hat mittlerweile das gute alte Messer abgelöst. Gegner fliegen in Fetzen, lassen sich an die Wand nageln, anzünden oder vierteilen. Solche Spiele sind aber auch nichts für Kinder bzw erscheinen bei uns erst garnicht. Jeder Volljährige ist aber in der Lage sich solche Spiele im Fachhandel oder übers Internet zu importieren. Jetzt ist es an den Eltern und großen Brüdern darauf zu achten, dass kein Dead Rising, GoW, MK oder anderes "Killerspiel" für den zwölfjährigen kleinen Bruder unterm Weihnachtsbaum liegt.
 
VORSICHT SATIRE:
>>Unionspolitiker gegen "Killerspiele"

Für ein Verbot sogenannter "Killerspiele" haben sich führende Unionspolitiker nach dem mißglückten Amoklauf von Emsdetten ausgesprochen. "Sollte sich herausstellen, daß der 18jährige sich über einen längeren Zeitraum und intensiv mit solchen Spielen beschäftigt hat, ohne richtig zielen und treffen zu lernen, müßte der Gesetzgeber handeln", sagte CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach. Auch Brandenburgs Innenminister Jörg Schönbohm nannte die niedrige Trefferquote in Emsdetten "mangelhaft" und "besorgniserregend" und forderte ein konsequentes Vorgehen gegen solche nutzlosen Spiele."
 
angie-babe hat das geschrieben:
Bitte erstmal kurz darüber nachdenken und keine Antworten wie: Mein Kumpel und ich spielen jeden Tag und wir sind ganz lieb (siehe Kommentar oben!).
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schön, dass du von vornherein irgendwelche Posts nicht möchtest. doof nur, dass wir hier in einer Demokratie leben und dazu in einem Forum.
also wenn du solche Kommentare nicht haben willst, will ich deine nicht haben. so. :) :) :)

irgendwie überles ich in deinem Post, dass man ohne Waffen nicht solche Massaker machen kann.


angie-babe hat das geschrieben:
Da kommen so "sinnvolle" Argumente wie: Ich spiele auch Spiel XYZ und bin kein Amokläufer. Toll! Mein Opa war Kettenraucher und wurde 95 Jahre alt. Daher ist rauchen gesundheitsfördernd, oder was?!?
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oh man, das hat was mit den Sichelzellen (oder wie die sich nun genau nennen) zu tun. solche Menschen gibt es, diese berühmten Beispiele von alten Menschen, die schon seit Urzeiten rauchen und denen es gut geht. daher dämliches Beispiel.
aber selbst wenn das Beispiel akzeptabel wäre, wäre es nicht für einen Vergleich angebracht.
denn es gibt keine Millionen solcher "Opas", im Gegensatz zu Millionen Spieler, die Killerspiele oder Horrorfilme spielen/sehen oder es gespielt/gesehen haben und nicht Amok laufen. so ist das nunmal.

wie hieß es in den Nachrichten, dass man nach dem Amoklauf in Erfurt weiterhin die Stellen für Psychologen an den Schulen abgebaut hat.
sind daran auch die Killerspiele/Horrorfilme schuld ? völliger Schwachsinn.

ausserdem würde so ein Verbot nix bringen, schon alleine von dem Aspekt her, dass wir hier in der EU leben und nachm EU-Recht die deutsche USK bald wegfallen würde und durch die europäische ersetzt wird. und dort wird nicht nach der deutschen Norm alles zerschnippelt und verboten. :)

also dieser Amoklauf ist ein Einzelfall und man sollte eher klären, wo der Amokläufer an die Waffen rangekommen ist und dies verhindern, sowie nicht nur darüber diskutieren, wie man in den Schulen schon vorgreifend psychologische Arbeit leisten kann, sowie die Eltern mal mehr in die Verantwortung nehmen.
 
@Info:
Zitat:
schön, dass du von vornherein irgendwelche Posts nicht möchtest. doof nur, dass wir hier in einer Demokratie leben und dazu in einem Forum.
also wenn du solche Kommentare nicht haben willst, will ich deine nicht haben. so.


Ich wollte niemandem den Mund verbieten und wenn das so rübergekommen ist, tuts mir Leid. Ich wollte eher versuchen, eine etwas offenere Diskussion anzustossen, bei der man auch mal selbstkritisch ist.

Zitat:
irgendwie überles ich in deinem Post, dass man ohne Waffen nicht solche Massaker machen kann.


Darum gings mir nicht. Natürlich braucht man Waffen dazu und man kann auch darüber diskutieren, ob man in D zu leicht an Waffen kommen kann. Aber ich fand es eben sehr auffällig, dass hier alle Kommentare in die gleiche Richtung gehen und keiner mal die Gewaltdarstellung hinterfragt.



Zitat:
oh man, das hat was mit den Sichelzellen (oder wie die sich nun genau nennen) zu tun. solche Menschen gibt es, diese berühmten Beispiele von alten Menschen, die schon seit Urzeiten rauchen und denen es gut geht. daher dämliches Beispiel.


Die These ist mir neu und klingt für mich nicht sonderlich überzeugend. Hätte ich gern mal einen link zu, falls Du den zur Hand hast. Und danke für das "dämlich" ;-)


Zitat:
aber selbst wenn das Beispiel akzeptabel wäre, wäre es nicht für einen Vergleich angebracht.
denn es gibt keine Millionen solcher "Opas", im Gegensatz zu Millionen Spieler, die Killerspiele oder Horrorfilme spielen/sehen oder es gespielt/gesehen haben und nicht Amok laufen. so ist das nunmal.


Ich wollte damit sinngemäß sagen, dass nur weil nicht alle von Euch Amok laufen, explizite Gewaltdarstellung noch lange nicht unkritisch zu bewerten ist.


Zitat:
wie hieß es in den Nachrichten, dass man nach dem Amoklauf in Erfurt weiterhin die Stellen für Psychologen an den Schulen abgebaut hat.
sind daran auch die Killerspiele/Horrorfilme schuld ? völliger Schwachsinn.


Hmm, habe ich behauptet, dass Killerspiele daran Schuld sind? Ich glaube kaum.


Zitat:
also dieser Amoklauf ist ein Einzelfall und man sollte eher klären, wo der Amokläufer an die Waffen rangekommen ist und dies verhindern, sowie nicht nur darüber diskutieren, wie man in den Schulen schon vorgreifend psychologische Arbeit leisten kann, sowie die Eltern mal mehr in die Verantwortung nehmen.


Das find ich im Prinzip auch richtig, aber darum gehts mir primär gar nicht. Ich habe ja geschrieben, dass meiner Meinung nach Computerspiele sicher nicht der einzige Auslöser für eine Amoklauf ist. Ich frage nur, ob sie nicht auch eine Rolle bei der Verrohung/Abstumpfung der Menschen spielen. Warum akzeptieren so viele hier die Gewaltdarstellung und verteidigen sie so extrem? Braucht man die im Spiel wirklich oder wird das Spiel dadurch so viel besser?
 
Warum nimmt man immer an, dass Computerspiele generell ein Auslöser für igendwas sein sollen? Ich halte sie auch wenig bis gar nicht fähig in einem Menschen effektiv etwas anzustoßen, so fern derjenige welche a) Produkte konsumiert, die für sein Alter gemacht sind und b) auch so weit gefestigt ist, dass er mit dem Material auch umgehen kann.

In erster Linie vermisse ich bei alle den Diskussionen die Anprangerung der gesellschaftlichen Vernachlässigung .. die Ellenbogenmentalität und vor allem die allgemeine, auch von der Presse oft und gerne ausgenutzte, Geilheit (anders kann man es nicht mehr sagen) nach "gewaltigen Schlagzeilen" - im wahrsten Sinn des Wortes. Unter dem Deckmantel der Pressefreiheit wird noch in die Wunde hinein gefilmt, der abgetrennte Arm muss aus zig Winkeln beleuchtet werden und die traurende und zutiefst verzweifelte Mutter, die grad ihr Kind verloren hat, muss in Großaufnahme dauerhaft über den Kanal gehen. Kein Gespühr mehr für Pietät, für den nötigen Abstand und kein Gespühr für Respekt! Aber das ist alles in Ordnung, wird biligenden in Kauf genommen und vor allem noch mit fadenscheinigen Aussagen kaschiert, dass es seine vermeintliche Richtigkeit hat. Pustekuchen ..

Anpragern sollte man auch den Staat, der es über die Zeit hinweg geschafft hat den Bürger gesamt zu entmündigen als ihm die Verantwortung dauerhaft zu übertragen. Alles muss verboten, geregelt bzw. regelmentiert werden und wehe paßt etwas nicht ins Raster - dann ist das Geschrei groß und man schreit nach nur noch mehr Verboten, nur um sich in falscher und vor allem trügerischer Sicherheit zu wiegen. Super gemacht Politik - war es die Wählerstimmen wert, ja?!

Ich prangere die Eltern an, die Mitschüler, die Lehrer, die es nicht geschafft haben zu erkennen - weil es ja Mode und normal geworden ist - dass es einen Mitmenschen unter ihnen gibt, dem es schlecht geht, der keine Perspektive gesehen hat .. der - um es ein wenig poetisch auszudrücken - nicht mehr träumen konnte .. Und was hat man gemacht? Wahrscheinlich hat man ihn noch gedemütigt, geschlagen (symbolisch) anstatt ihm die Hand zu reichen .. er hat vielleicht nicht das - wird ja gerne genommen - gemeine Bild erfüllt, dass heute jemand haben muss, damit er gesellschaftlich akzeptiert wird. So reduziert man einen Menschen auf eine leblose Hülle und am Ende schreit man rum, warum der Typ das gemacht und dichtet ihm (und partiell einer ganzen "Anhängerschaft") an, dass er nicht mehr alle beisammen hatte, weil er Videogames gespielt hat, Rockmusik gehört hat und -oh Schreck- vielleicht noch im Schützenverein war.

Das stinkt doch zum Himmel .. und ich habe langsam aber sicher keinen Bock mehr einfach so mit anzuhören und zu lesen, dass es sich Politker so verdammt einfach machen, einfach mal so einen Sündenbock zu kreieren, obwohl sie genau wissen, dass das Versagen eine ganz andere Ursache hat. Aber dann müßte man den Mut/das Rckgrat aufbringen Stärke zu beweisen, dass man selbst Fehler gemacht hat und das nicht nur die Politik sondern auch die Bevölkerung vielleicht mal ein bisschen umdenken müßte.

Es ist schlicht vermessen sich heute hinzustellen und zu meinen, dass ein Medium, dass erst über die letzten Jahre hinweg einen Boom erfahren hat, so zu drangsalieren. Und es ist falsch, denn die es am Ende einer langen Kette allenfalls noch das Tüpfelchen auf dem i .. und wenn jemand verzweifelt ist und vor allem mit dem Leben abgeschlossen hat, so wie in dem vorliegenden traurigen Fall, dann hätte auch ein Schubser auf der Straße von einer anderen Person auch ausreichen können ...

Man sollte aufhören auf andere bzw. anderes zu zeigen (es zeigen eh immer drei Finger zurück) .. man sollte anfangen wieder an einem Strang zu ziehen und vor allem sollte man wieder bewußt Verantwortung übernehmen und Abstand von Reglementierungen bekommen.


I had a dream .. that one day .. ...
 
angie-babe hat folgendes geschrieben:
Trägt eurer Meinung nach extreme Darstellung von Gewalt in ALLEN Medien (TV/Kino, Spielen, Printmedien, etc.) zu einem gewissen Teil zur Verrohung der Konsumenten bei?
Wenn man sich zehn Wochen in seinem Appartement einsperrt, die Fenster zuzieht und Tag und Nacht nur Gewaltfilme konsumiert oder Gewaltspiele spielt, dann ist man sicher blöd in der Birne. Wie blöd, hängt von jedem Einzelnen ab. Mal davon abgesehen wie gut es dann noch mit der Motorik klappt...

Wenn man aber ein "normales Leben", so mit Schule oder Beruf, sozialen Kontakten und der damit verbundenen Konfliktbewältigung, führt, dann schadet einem auch die "gesehene Gewalt" nicht. Sie dient in diesem Augenblick dem Thrill und ist gleich danach wieder verarbeitet.

Menschen sind nicht gewaltfrei, der Trick ist die Gewalt so abzuleiten, dass niemand darunter zu leiden hat. Und so geht der eine zum Sporteln und der andere spielt eine Runde Counterstrike. So etwas nennt man eine Ersatzhandlung, und das ist eine wunderbare Funktion des Homo Sapiens. Aus diesem Grund hat man die Pornographie nicht verboten, und genau deswegen wäre es bescheuert "Gewaltspiele" zu verbieten. Denn lieber schießen sich die erwachsenen(!) Leute ihre virtuellen Halo-Köpfe herunter und sind danach froh und entspannt, als dass sie auf die Strasse gehen und irgendwen aus irgendwelchen Gründen zusammenkloppen.

Wegen Amoklaufender Schüler würde ich mir eher mal unsere Schulen und die Eltern ansehen, was da nicht richtig läuft, dass sich Leute dermassen ausgegrenzt vorkommen. Wenn die Videospiele daran schuld wären, müsste es in anderen Ländern viel mehr Amokläufer geben, aber genau das ist nicht der Fall.

Pitlobster
 
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