Das Spiel ist irgendwie wie Schorf, an dem ich kratzen muss, wie ich nach einer Woche sagen kann. Ich komme von der Arbeit heim, zocke mangels besserer Kost ein halbe bis eine Stunde, bis ich wieder genervt bin, am nächsten Tag wieder.
So auf den ersten Blick siehts nett aus, das Prinzip würde mir gefallen, deshalb zocke ich es überhaupt. Aber jedes Element ist irgendwie rudinentär, unausgegoren, altbacken und generisch. Mit einzelnen Macken davon könnte man problemlos leben, aber es sind viele. Das Spiel ist nochmals ein Beispiel dafür, was Last Gen war, von der Grafik über die Physik bis zum Gameplay.
Feuer brennt nur gerade dann, wenn gerade was explodiert oder man direkt in eine brennende Gasleitung steht, ansonsten kann man problemlos in einer brennenden Karre stehen. Der Charakter kann nur Dinge erklettern, die deutlich mit den immer gleichen grafischen Elementen bezeichnet sind, weniger oder gleich hohe hohe Hindernisse, die selbst eine Omi packen oder gar überhüpfen könnte, sind hingegen unüberwindbar. Das Spiel fühlt sich oft nervig träge an, bei jedem Task(Tanken, Trinken, Essen, ...) kriegt man eine Filmsequenz mit sehr langsamer Ausblende ins Schwarz zu sehen, auf alle wichtigen Dinge muss man lange klicken.
Der Sound des Spiels sit okay, aber die Dialoge sind extrem spärlich und repetitiv, mein Biefahrer ztextet mich immer wieder mit den selben Sprüchen zu, das nervt.
Auf den ersten Blick siehts hübsch und stimmig aus, ist ja eine Wüste, die nur noch Schrott enthält. Die meisten Ziele wie Camps oder Bodenlöcher sind aber sehr detailarm und das nicht nur im Loot, der oft kaum den Benzinverbrauch rechtfertigt. Bin gerade an einer Mission, in der ich ein paar Bodenlöcher ausheben muss und jedes davon ist eine exakte Kopie des anderen, fünf Gegner kloppen, mit viel Glück lässt einer davon ein wenig Loot fallen, dann eine Bombe an den Generator pappen und völlig unbefriedigt wieder raus.
Habe natürlich die Fähigkeiten erweitert, dass mehr Loot von allem kommt. Aber der Mangel fühlt sich in der Umsetzung spielspassgefährdend und zeitvernichtend an, statt wie ein Feature in einer Welt, in der man überleben muss. Es fühlt sich noch nicht mal realistisch an, wenn ich in drei Viertel aller Ziele, die von Leuten)sprich Gegner) bevölkert sind, keinen Tropfen Wasser, kein Benzin,nur zwei Schrott und eine Schrotflinten-Mun finde.
Das hier ist vielleicht ein gutes Beispiel, wie sich das alles auswirkt. Ich wollte vor drei Tagen zu einem Luftballon fahren, der funktioniert wie in AC die Türme, um das Schnellreiseziel weiter entfernt freizuschalten. Da gibt es einen Sniper und der Ballon wird von vier Seilen gehalten, die man zuerst zerstören muss. Schwein gehabt, zwei Sniper-Mun habe ich noch, also damit Sniper ausscchalten und ein Tau kappen, bleiben noch drei. Dann eine Tür mit einem herumstehenden Bezinkanister öffnen. Zwei Seile kann ich zerstören, indem ich einfach reinfahre. Aber wie kappe ich das letzte Tau, Schrotflintenmun habe ich keine. Bleibt mirnichts anderes übrig, als meinen mitgeführten Benzinvorrat zu opfern. Dann zum Luftballon. WTF, der muss zuerst aufgetankt werden, aber kein Benzin weit und breit. Blieb mir nicht anderes übrig, als ein paar Lager in der Nähe zu überfallen, dabei verbrauchte ich wohl mehr Benzin, als ich finden konnte, mein Wasservorrat und meine Gesundheit ebenfalls fast aufgebraucht. Dann irgendwo mangels Ressourcen abgekratzt, dann war Feierabend für mich. Am nächsten Tag das selbe Spielchen, es kann nicht mal den Zustand der drei gekappten Taue speichern und der Sniper war auch wieder da, schnellreisen dahin ging nicht. Diesmal brachte ich sogar einen Benzintank mit. Dann merkte ich, dass sehr wenig Benzin drin war, trotzdem WTF, als der Ballon zwei Meter unter der Späh-Position plötzlich den Geist aufgab. Also wieder runter, andere Posten überfallen, wo es mir plötzlich vorkam, als ob jeder aufgefundene Tank höchstens ein Viertel Benzin, aber manchmal auch nur ein Pfütze drin hatte. Das reichte dann kaum zum Tanken der Karre, Bliebmir nix anderes übrig, als ein grösseres Lager zu überfallen, da standen sogar zwei Kannister rum, ich konnte die Karre auffüllen und einen davon mit nehmen. Dann aber gestorben, in der Festung respawnt, aber wieder mit leerem Tank obwohl es nach einem Checkpoint war. Und wenn wir gerade dabei sind, das Spiel kann scheinbar auch nicht die gewählten Upgades der Karren speichern. Wenn man sich fragt, wieso man beim Konvoi so versagt, sollte man abchecken, ob auch tatsächlich die höchsten Upgrades aktiv sind. Diese werden nämlich ständig vergessen, ich würde es einen Bug nennen, wenn ich jeden zweiten Save alle Upgrades wieder einschalten muss. An einem Abend mit einem bis drei Toden dazwischen, kann man das fünf Mal machen.
Klar, inzwischen habe ich einen Wasseraufbereiter und eine Waffenkammer. In Festung 1 wird das Wasser aufgefüllt, wenn ich sie betrete, in der zweiten die Ammo. Vielleicht könnte ich mir auch einen Mapmarker merken, vor dem respawnende Benzintanks stehen. Trotzdem: ich renne mehr dem Loot nach, als zu zocken, es ist wie wenn man die Loot-Rate auf einen Punkt eingestellt hätte, bei dem der Zeitverlust maximal gross ist, ohne dass Spieler aufgeben. Obwohl ich jedem interessanten Punkt auf der Karte nachgehe, reicht es nicht mal, um am Anfang eines grösseren Lagers alle Scharfschützen zu snipen und am Schluss den Warcrier mit der Shotgun auszuschalten, der sonst die Gegner verstärken würde. Es ist also tatsächlich schon passiert, dass ich ein Lager ausschaltete, indem ich die Wachen ausserhalb der Sichtweite des Warcriers ausschaltete und ihn dann nicht töten konnte, bis ich einen Benzintank gefunden hatte, nachdem ich das Lager durchsucht habe. Das Schnellreiseziel beim Ballon habe ich übrigens immer noch nicht freigeschaltet, WTF. Okay, natürlich weil ich auch überall aufgehalten wurde.
Eigentlich hat das Spiel ausreichend Inhalt für ein Vollpreisspiel, das nicht nur eine lausige Verwurstung darstellt. Aber in den Details dachte ich oft WTF.