@ irgend ein MOD:
Kann man die Posts mit dem Abtrteibungs-Thema nicht irgendwie ins "Off Topic" verschieben? Ist hier irgendwie fehl am platz, aber die Diskussion läuft grad so gut ^^
@ Profigamer
Toll, dann haben wir prima aneinander vorbeigeredet, denn auch ich habe betont, dass es in den ersten 3 Monaten vertretbar ist.
Zudem habe ich geschrieben, dass du --wahrscheinlich-- noch nicht gearbeitet hättest. Schön, wenn es nicht so ist, aber um so unverständlicher für mich, dass du mal so salopp gesagt davon ausgehst, dass ein Kind neben der Arbeit kein Problem darstellt.
Allerdings finde ich es auch ganz schön gewagt, wenn du sagst, dass das Gewissen von Frauen in Sachen Abtreibung zeitabhängig wäre. Frauen sind doch kein großes zusammenhängendes Individuum. Jede Frau muss selbst damit fertig werden. Tut mir ja leid, wenn du vielleicht nur Frauen getroffen hast, die abtreiben, als ob sie den Müll raustragen würden, aber ich sag dir klipp und klar, das ist nicht die Masse. Alter Schwede (sorry, Pole

) ich hab in meinem Bekanntenkreis schon Pferde kotzen sehen, ganz zu schweigen davon, dass es zum Beispiel in Krankenkassen psychologische Anlaufstellen gibt, und auch andere initiativen, die nicht a la "pro Familia " pauschal dazu raten, das Kind auszutragen, sondern sich auch die Umstände ansehen. Frag mal nen Frauenarzt, wie oft schwangere Frauen Rat suchen. Kannst du dir nicht vorstellen, dass es vielen selbst leid tut, etwas , dass in ihnen wächst, einfach "abzuschnippeln" ? Mutterschaftsgefühle? Viele Frauen lassen sich auch noch danach psychologisch betreuen. Oft hängt an einer Abtreibung viel mehr als nur eine Vernunftsentscheidung - auch weil jede Abtreibung die Gefahr birgt, keine Kinder mehr bekommen zu können, bzw auh das Brustkrebs-Risiko stark erhöht wird.!
Missbrauch von Rechten gibt es überall, und so gibt es sie auch bei Artikel §218a
Vor allem in einer Zeit, in der es Eltern gibt, die ihre heranwachsenden, mehrere Jahre alten Kinder und auch Säuglinge töten, scheint mir Abtreibung definitiv die vernünftigere Lösung.
Und auch zur Aussage deines Freundes habe ich im Grunde schon vorher ein Statement abgegeben: Nicht jeder will sich beim Staat bedienen. Viele müssen hingegen. Und nur weil er und seine Familie gut durchkommen, ist das noch lange nicht exemplarisch. Ich kenne eine 4-köpfige Familie, die schwimmen überhaupt nicht im Geld, ganz im Gegenteil. Und du musst auch mal auf die Dauer rechnen. Deine Kinder werden dich in 16 Jahren noch viel mehr kosten als jetzt, weil ihre Bedürfnisse steigen werden, egal ob sie nun verwöhnt werden, oder nicht. Du kannst dein Kind schließlich nicht zum Asketen erziehen. Auch ein Kind will evtl in einen Sportverein, will mal eine Reise machen, braucht Schulzeug und hat Freunde, ganz zu schweigen davon, dass es ein Dach über dem Kopf sowie Kleidung braucht und sich auch möglichst gesund ernähren sollte. Ein Kind ist einfach kein Haustier, es braucht Zuwendung, jemand der dem Kind die Welt erklärt, mit ihm spricht, ihm zuhört, mit dem Kind spielt. Bei den vielen Fernseh Zombies, die wir uns bei den herrschenden Arbeitsverhältnissen heranzüchten, sind imho dinge wie das Ergebnis der Pisa-Studie nur eine logische Konsequenz. Das schlimmste daran ist, dass mein Kind in dieser Umgebung aufwächst, denn ich kann mein Kind nicht im laufe seines Lebens von allem fernhalten, und will es auch nicht. Aber bevor ich mein Kind hier im nördlichen Zentrum Berlins in eine Schule schicke, erhäng ich mich eher selbst! Eine Wohnung in einem besseren Umfeld kann ich mir aber nicht leisten, auch nicht mit sonstwieviel Unterstützung vom Staat, ist einfach so, zumindest wenn ich in Berlin bleiben würde (von dem ich derzeit aber nicht ausgehe). Ich denke jedenfalls, dass es das dümmste wäre, was meine Freundin und ich in unserer Situation machen könnten: ein Kind. Sie müsste ihre Arbeit unterbrechen und ich bekomme keine dreiköpfige Familie durch, ohne beim Staat mächtig betteln zu gehen, und das seh ich nicht ein. Reicht schon, dass ich mehrmals ein Arbeitsamt von innen gesehn habe und behandelt wurde wie ein Aussätziger.
Zum Mutterschaftsurlaub:
1) Klar gibt es Mutterschaftsurlaub (den ich übrigens auch schon erwähnt hatte), aber beliebt macht man sich in einer Firma damit nicht immer, da der Arbeitsplatz temporär gefüllt werden muss und die Kraft nach dem Mutterschaftsurlaub sich meist erst wieder einarbeiten muss.
Zudem ist es gerade in dieser Zeit, in der man nun mal gezwungen ist, hin und wieder den Job zu wechseln, äußerst unvorteilhaft, schwanger zu werden, wenn man gerade einen neuen Job begonnen hat. Wie gesagt, es kann immer etwas beim Sex passieren, was einfach die Praxis beweist. Von gerissenen Kondomen über eine winzige vom Spermium genutze Lücke einer Spirale oder Magenprobleme in Verbindung mit der Pille gab es im Grunde schon alles, egal wie gut man verhütet. Wie sieht es denn mit Schwangerschaft in der Lehre aus? Kommt doch gut mal eben so im zweiten Lehrjahr schwanger zu werden, oder? Und auh das ist etwas was man dem Thema "finazieller Hintergrund" zurechenen kann, denn es geht nicht nur darum, temporär irgendwelche Mutterschaftsboni abzustauben, sondern auch eine chance zu haben, einen anständigen Beruf ergreifen zu können.
2) Wie siehts aus mit Leuten, die ein privates Geschäft betreiben, oder sich gerade eines aufbauen? Selbst wenn man das Geschäft als Paar betreibt, kann man nicht einfach mal 1 - 2 Jahre pausieren. Glaubst du eine Geschäftsführerin in einem Mittelklasse- Unternehmen (am besten noch Single) kann sich einfach mal erlauben, 1 - 2 Jahre das Geschäft "sausen zu lassen" wenn es nicht gerade besonders gut läuft? Da hängt noch mehr dran als ihr eigenes finanzielles Wohl.
Ich finde es jedenfalls besser, wenn man sich früh genug Gedanken macht, ob man ein Kind überhaupt aufziehen kann. Fast jeder will Kinder. Es liegt einfach in den Genen aller Lebewesen, sich reproduzieren zu wollen. Aber da viele Regeln des Tierreichs bei uns nicht wirklich funktionieren, weil wir eine zeitabhängige Gesellschaft betreiben, muss auch ein Kind sich diesen zeitlichen Umständen unterwerfen. Punktum.
Zu der Sache mit den "späten Abtreibungen": Dies ist (so weit ich weiss) nur nach Vergewaltigungsfällen oder bei der Gefahr von Extremer Missbildung bzw. extemer Behinderung erlaubt. In beiden Fällen fänd ich es unverantwortlich, mit der Abtreibung bis zum letzten Moment zu warten, allerdings kann ich in beiden fällen nichts gegen eine Abtreibung an sich einwenden. Eine vergewaltigte Frau sollte nicht noch 20 Jahre mit dem Produkt ihres Missbrauchs zurechtkommen müssen, und bei Behinderung ist das so eine Sache. Kommt halt darauf an, wie stark das Kind behindert ist. Würde hier niemals ein Pauschalurteil ablegen wollen, oder eine feste Grenze zwischen Lebenswert und "nicht Lebenswert", aber es gibt definitiv Fälle von Behinderung, die wünsch ich nicht mal meinem schlimmsten Feind, und so würde ich wohl eine Abtreibung vorziehen.