Iwata's Rede

FarinUrlaub2002

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Auch wenn Nintendo selbst nicht auf der Tokio Game Show ausstellte, liess es sich Präsident Satoru Iwata nicht nehmen, die diesjährige Keynote zu halten. Sie stand unter dem Thema "20 Jahre Famicom: Die Industrie von damals bis heute". Im folgenden haben wir für euch das wichtigste zusammengetragen:

Zu Beginn ging Iwata auf die Entwicklung der Heimkonsolen ein. Dabei hob er vor allem hervor, dass früher mit bedeutend weniger Aufwand und Personal ein Spiel in wenigen Monaten fertiggestellt werden konnte, heutzutage aber eine regelrechte Kostenexplosion stattfindet. Mittlerweile benötigt es riesige Entwickler-Teams, um dem Wunsch des modernen Spielers gerechtwerden zu können.
In dem Zusammenhang kritisierte Iwata auch den 3D-Boom, der seit der dritten Hardware Generation ab 1994 (N64, PlayStation und Sega Saturn) herrscht. Es bestehe praktisch ein Zwang, ein Spiel in 3D zu machen, ansonsten würde es vom Spieler nicht gleichermassen gewürdigt. Dieser Trend wurde mit der neuesten Generation nochmals verstärkt, wo meistens die Optik das Wichtigste darstellt. Iwata weist auch darauf hin, dass sich der Spieler bald einmal an die perfekte Grafik gewöhnt haben wird und dann die inhaltlichen Mängel aufgedeckt werden, die er schon jetzt immer häufiger in den Spielen entdeckt (ein dezenter Hinweis auf so manchen Grafikblender). Durch die realitätsgetreue Darstellung in heutigen Spielen wird zudem die Fantasie des Spielers eingeschränkt.

Ein weiterer, schon hinlänglich bekannter Standpunkt Nintendos wurde ebenfalls neu aufgerollt: Der Trend der Heimkonsolen hin zum Multimediapacket. Iwata bemängelte, dass Dinge wie ein eingebauter DVD Player vom Wesentlichen ablenken würden - dem Spielen. Auch wenn es für Sony mit ihrer PlayStation 2 funktioniert hat, sieht er darin nicht die Zukunft für Nintendo. Auch der Verschmelzung von Handy und Handheld (wie sie Nokia''s N-Gage bietet) sieht er skeptisch entgegen.

Als nächstes zog Iwata Parallelen zwischen den Problemen des japanischen Videospielmarktes und der sinkenden Popularität der Shooter und Beat ''em Ups. Erfreuten sich diese Genres früher grösster Beliebtheit, seien sie unterdessen zu einer Spielegattung für eine Randgruppe geworden - zu kompliziert wurden die Spiele, sodass ein normaler Käufer gar nicht mehr mit dem Spiel klar kommt. Generell sei das Durchschnittsalter der Spieler markant gestiegen und dementsprechend würden die Inhalte angepasst. Allerdings würden die Spielewelten dadurch immer komplexer und es fände eine regelrechte Ausgrenzung jüngerer Spieler statt, die mit den neuen Inhalten und Voraussetzungen nicht zurechtkommen. Dies widerspricht der Philosophie Nintendos, Spiele für alle herzustellen. Iwata fordert deswegen wieder vermehrt Software für Menschen jeden Alters.

Nun folgte eine Art Werbeblock, denn nach einer Analyse des Weltmarktes und der Erkenntnis, dass es schwer sei Software zu entwickeln, die auf der ganzen Welt ankommt, verkündete Iwata, dass dies Nintendo mit den Pokémon gelungen sei. Die in der Tat beeindruckenden Zahlen von Pokémon Ruby und Sapphire lieferte er gleich mit:
Japan: 4,79 Mio.
USA: 3,16 Mio.
Europa: 2,11 Mio.
Australien: 0,21 Mio.
Insgesamt wurden so bisher über 10 Millionen Einheiten der neuesten Taschenmonster-Editionen verkauft! Dies nutzte Iwata auch prompt als Beweis dafür, dass auch Spiele Erfolg haben können, die noch auf Spieltiefe, Gameplay und einfaches Design anstatt auf Grafik, Realismus und 3D setzen.

Als letzten grossen Schwerpunkt seiner Rede über die Videospieleindustrie von heute kam Iwata-San natürlich auf das ewige Problem des Online-Gamings und Nintendos Positionierung dabei zu sprechen.

Er attestierte dem Online-Gaming dabei durchaus Potential. Es sei ein relativ neues Genre und für den geneigten Spieler selbstverständlich faszinierend. Nintendo stellt sich auch nicht komplett dagegen, sondern unterstützt jeden Entwickler, der den GameCube als Online-Plattform nutzen möchte. Allerdings kann man, und das ist aus der Sicht Nintendos seit jeher besonders wichtig, mit Online-Spielen noch nichts verdienen. Bis es soweit ist, dass der Online-Markt profitabel ist, dauert es noch. Zur Zeit sieht Iwata vor allem auch die monatlichen Kosten für den Onlinespieler als zu grosse Hürde. Dieses System habe sich beim Kunden noch nicht durchsetzen können. Auch entspricht die Handhabung noch nicht den Vorstellungen Nintendos, sondern bereitet dem Spieler noch zu oft Probleme. Einfaches Plug and Play müsse dementsprechend die Zielsetzung sein.

Zuguterletzt sagte Iwata all jenen den Kampf an, die Nintendo beschuldigen, sich der Zukunft zu verschliessen. Es kam zur Präsentation des GBA Wireless Adapters (wir berichteten). Dies sei als eine mögliche Antwort auf Online-Gaming zu verstehen.

Quelle: www.gu-videogames.de

:mosh: :mosh: hört sich gut an.....da glaubt man echt Big.N könnte es noch schaffen sich mit ihrer Philosophie durchzusetzen!:p I
 

Hüni

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In dem Zusammenhang kritisierte Iwata auch den 3D-Boom, der seit der dritten Hardware Generation ab 1994 (N64, PlayStation und Sega Saturn) herrscht. Es bestehe praktisch ein Zwang, ein Spiel in 3D zu machen, ansonsten würde es vom Spieler nicht gleichermassen gewürdigt. Dieser Trend wurde mit der neuesten Generation nochmals verstärkt, wo meistens die Optik das Wichtigste darstellt. Iwata weist auch darauf hin, dass sich der Spieler bald einmal an die perfekte Grafik gewöhnt haben wird und dann die inhaltlichen Mängel aufgedeckt werden, die er schon jetzt immer häufiger in den Spielen entdeckt (ein dezenter Hinweis auf so manchen Grafikblender). Durch die realitätsgetreue Darstellung in heutigen Spielen wird zudem die Fantasie des Spielers eingeschränkt.

Ein weiterer, schon hinlänglich bekannter Standpunkt Nintendos wurde ebenfalls neu aufgerollt: Der Trend der Heimkonsolen hin zum Multimediapacket. Iwata bemängelte, dass Dinge wie ein eingebauter DVD Player vom Wesentlichen ablenken würden - dem Spielen. Auch wenn es für Sony mit ihrer PlayStation 2 funktioniert hat, sieht er darin nicht die Zukunft für Nintendo. Auch der Verschmelzung von Handy und Handheld (wie sie Nokia''s N-Gage bietet) sieht er skeptisch entgegen.

Als nächstes zog Iwata Parallelen zwischen den Problemen des japanischen Videospielmarktes und der sinkenden Popularität der Shooter und Beat ''em Ups. Erfreuten sich diese Genres früher grösster Beliebtheit, seien sie unterdessen zu einer Spielegattung für eine Randgruppe geworden - zu kompliziert wurden die Spiele, sodass ein normaler Käufer gar nicht mehr mit dem Spiel klar kommt. Generell sei das Durchschnittsalter der Spieler markant gestiegen und dementsprechend würden die Inhalte angepasst. Allerdings würden die Spielewelten dadurch immer komplexer und es fände eine regelrechte Ausgrenzung jüngerer Spieler statt, die mit den neuen Inhalten und Voraussetzungen nicht zurechtkommen. Dies widerspricht der Philosophie Nintendos, Spiele für alle herzustellen. Iwata fordert deswegen wieder vermehrt Software für Menschen jeden Alters.

Mit diesen Zeilen kann ich mich identifizieren, da hier ein paar recht wahre Worte gefunden wurden.

Ich habe zwar nix gegen eine opulente Grafik, aber dennoch weiss ich auch die grafisch sparsamen Games zu schätzen.

Ich hoffe jedoch, dass Nintendo diese Philosphie auch gekonnt mit dem Stichwort "Innovation" zu mischen vermag.

Es wäre schön, mal wieder ein paar unkomplizierte Games geniessen zu können, aber dennoch sollte in diesen dann (spielerisch!!!) doch eine frische Brise wehen. :sun:
 
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