@Lord
Das durch namentliche Aufführung bestimmter Personen die eigentlichen Köpfe das nachsehen haben ist aber mehr der Marktstrategie des Publishers zu verdanken. Ich meine, wenn man Namen wie Hideo Kojima, David Gage oder David Jaffe erwähnt, weis jeder Spieler um wen es geht.
Aber mit der Strategie großen Hollywood-Namen mit in die Spieleindustrie zu holen dient ja nur dem Zweck, das Genre populärer zu machen, weg vom Nischendasein, Mainstreammässiger.
Das dadurch bedingt die Qualität leidet ist leider so, wie im Filmgeschäft und um gleich auf dein Beispiel CoD:MW2 zu kommen, mehr wie ein geklauter, total überzogener, patriotischer US-Kriegs-Film war es auch nicht.
Alleine dass da zwei bekannte Szenen aus dem Film "The Rock" geklaut wurden und peinlich umgesetzt wurden, zeigt eher den nagativeren Weg der Verschmelzung zwischen Spiel und Film.
Das man aber aufgrund der neuen technischen Möglichkeiten auf talentierte Schauspieler zurückgreift, finde ich eher gewinnbringend für die Spieleindustrie. Natürlich ist der Zauber des machbaren teilweise verflogen, bis auf die Tatsache das Texturen und die Umgebungen im Computer erstellt werden, ist der Schritt zum Real-Film-Spiel nicht mehr weit, was soll da noch kommen? Also setzt man auf Story, Umfang, Entertainment, nach dem Motto, Größer, Lauter, Besser.
Aber viele Spiele sind durch den Einfluss auch richtig gut geworden, sei es Uncharted, Heavy Rain, der Score in CoD:MW2 von Hans Zimmer, Batman: AA oder eben Enslaved. Die Verschmelzung beider Branchen kann zu richtig guten Ergebnissen führen, aber auch nach hinten los gehen.
Stelle man sich nur vor, es gäbe das Spiel "Kick Ass" und man spielt Hit Girl, was würde das wieder für einen Zündstoff geben, wohingegen der Film zwar heftige Meinungen einstecken musste, sich aber insgeheim zum Kult entwickelte.
Im gleichen Atemzug kann sich aber keiner so richtig ein Metal Gear Solid-Film vorstellen.
Und um auf die Zwischensequenzen zu kommen. Natürlich sind Zwischensequenzen aus der Egoperspektive intensiver, aber zweig mal einen Film in Egoperspektive?
Früher gab es nun mal keine Zwischensequenzen, einfach technisch bedingt waren diese schwierig und teuer. Heute nutzt man diese um eine Story weiter zu erzählen, einfach zu vertiefen. Und teilweise werden durch diese Art viel mehr Emotionen eingefangen, als es aus der Spielersicht möglich ist.
Alleine die für mich sehr prägnante Stelle aus MGS4 in Prag im 3. Akt hätte man nie so einfangen können, würde man die Sequenz selber spielen.
Was Ken Levine betrifft, in gewisser weiße hat er Recht, besonders in Hinblick darauf, dass Spiele viel Komplexer sind als Filme, man den Spieler statt 2 eher 10, 14 oder mehr Stunden fesseln muss. Bioshock war damals was neues und Einzigartiges, aber mal ehrlich, abwechslungsreich ist auch was anderes.
Vielleicht schafft es Bioshock Infinite die Welt neu Aufleben zu lassen, etwas großes und ergreifendes zu schaffen, ich freu mich auf das Spiel, vor allem nachdem was man bis jetzt gesehen hat, aber ich glaub nicht dass seine Idee nicht auch ein Filmischen Hintergrund hat der Levine zu Bioshock beflügelt hat, somit profitiert jeder vom anderen, ob aktiv oder passiv, aber es ist nun mal nicht aufzuhalten, nur eher eine Frage der qualitativen Umsetzung und da können die Film- wie auch die Spieleindustrie jeweils noch eine Menge vom anderen lernen.