Ich mag diese Doppelmoral nicht. Kann denn keiner mal sagen wie es ist? Dass GTA ein fantastisch anarchistisches Gemetzel ist, das nebenbei(!) noch einige Seitenhiebe gegen reale US-Missstände beinhaltet, allen voran aber ein reines Unterhaltungsprodukt ist. Dass die meisten Spieler der enthaltene Zynismus gar nicht interessiert, weil sie nur die Sau rauslassen wollen. Und dass die enthaltene Folterszene deshalb so voyeuristisch ist, weil sie im Kontext der Brachial-Unterhaltung einfach auf die Spitze getriebene Gewalt darstellt, so dass die anschließende Szene sogar mit dem Trevor-Charakter brechen muss, um die Tat wieder zu relativieren.
GTA gibt uns die Möglichkeit Frustrationen in Alltagssituationen virtuell auf humor- und gewaltvolle Weise verarbeiten. Ob das nun Katharse ist oder die Frustration weiter steigert, kann man wahrscheinlich ewig diskutieren. GTA macht Spaß, nährt Zynismus, regt bestenfalls zum nachdenken über die Kurzsichtigkeit von Kapitalismus und Opportunismus an, ist letztendlich aber vor allem Ventil infantiler Allmachtsfantasien. Deshalb wird Gewalt verherrlicht und das ist auch gut so. Zumindest so lange die Gewalt eine Karikatur bleibt und diese Grenze wurde einige Male, vor allem aber bei der Folterszene, überschritten.