@garfield:
Das wär mir auch unklar, nachdem ich den kompletten Artikel gelesen habe. Jedoch macht es für die Gesamtaussage keinen Unterschied, wenn man die Einstellung des Autors zugrunde legt, die er in seinem Buch "Extra Lives" (welches ich wärmstens empfehlen möchte; ist der bisher beste Meta-Les zum Thema Games, der mir bisher untergekommen ist) ausführt.
Du kommst damit nämlich nebenher auf einen interessanten Punkt zu sprechen. Deine Aussage suggeriert, dass man Charakter und Story auseinanderhalten könne. Ich denke so einfach ist das nicht. Bisher gibt es ja nicht mal einen Konsens, was unter "Story in Videospielen" zu verstehen ist. Die meisten User sind in ihren Aussagen nicht sehr konkret. Ist Story jetzt der Plot, die Art der Erzählung, die Aussagen und das "Acting" der Protagonisten oder was ganz anderes? Zudem haben Stories in Games meiner Ansicht nach eine andere Qualität als die klassischen Erzählmedien, weil andere "Kanäle" der Wahrnehmung (mit)angesprochen werden.
Wenn wir Spiele wie "Heavy Rain" oder "Alan Wake" betrachten, sind beide aus literarischer Sicht mit einem vorhersehbaren Plot "gesegnet", das Acting der Charaktere ist aus filmischer Perspektive annähernd lächerlich und trotzdem haben beide Spiele einen emotionalen Impact, der mit der "Story"(?) zusammenhängt, den man in anderen Medien nicht identisch hinbekommt.
Vielleicht sollte man sich beizeiten mal darüber unterhalten, was dieser X-Faktor "Story" in Videospielen so besonders macht.
Und dazu sollten wir uns vielleicht mal einigen, was denn unter "Story" zu verstehen ist...