Was haltet ihr von PID?

jayjay1989

Bekanntes Gesicht
Mitglied seit
17.01.2010
Beiträge
8.109
Reaktionspunkte
0
Der Bundestag hat ja zur PID mit Einschränkungen gesagt.
PID steht für Präimplantationsdiagnostik und ist ein Eingriff in die Genetik von Embryonen, die später in die Gebärmutter der Frau eingesetzt werden. Nun ist das Ziel dieser PID, dass schwere Erbkrankheiten (beispielsweise Glasknochen etc.) erkannt und verhindert werden sollen.
Jetzt gibt es riesen Diskussionen ob dies ethisch vertretbar sei oder nicht. Immerhin stellt dies einen Eingriff in die natürliche Entwicklung eines Kindes dar und "siebt" somit "defekte" Babies aus. Weiterhin haben viele Politiker und Menschen die Angst, dass dies die Vorstufe zu Designerbabies sei, denn wieso sollte es später nicht möglich sein, auch die Haar-, Augenfarbe, Größe usw. einstellen zu können.

Auf der anderen Seite erspart dies den zukünftigen Eltern und (was aber sicherlich nur rein spekulativ sein kann) den Kindern eine Menge Leid und Beschwerden.

Die Einschränkungen sehen folgendermaßen aus: Die PID darf nur für schwere Erbkrankheiten verwendet werden. Die Eltern müssen ein psychologisches Profil ablegen und über alle Risiken informiert werden. Über jeden einzelnen Fall muss in einer gesonderten Ethikkommission entschieden werden.

Wer mehr zu dem Thema erfahren will:


http://de.wikipedia.org/wiki/Präimplantationsdiagnostik

Nun meine Frage an euch:

Wie steht ihr zur PID? Haltet ihr sie für sinnvoll, oder absolut unethisch? Sind die Einschränkungen sinnvoll, zu hart oder gar zu weich?

Ich habe mich mit dem Thema ein bisschen beschäftigt, weil der Bruder meines besten Freundes auch eine Erbkrankheit hat und selber GEGEN die PID ist, was ich an sich schon sehr interessant finde.

Ich persönlich finde die PID gut. Die Einschränkungen sind sehr sinnvoll und eine Angst vor Designerbabies habe ich nicht, denn Merkmale wie Augenfarbe und sonstiges können zum Zeitpunkt an dem eine PID durchgeführt wird nicht beeinflusst (und ich glaube auch nicht einmal festgestellt) werden.
Allerdings muss man sicherlich sehr vorsichtig sein, denn ein Eingriff in die Natur ist dies allemal. Wenn man das Ganze weiterspinnt könnte es ja sogar ein Eingriff in die Evolution sein, da so die Erbkrankheiten deutlich reduziert werden können.
Aber Eltern die auf einem natürlichen Wege kein Kind bekommen können, haben sicherlich schon genug schlimme Tage hinter sich und wollen sich nicht noch weiter "quälen". Doch auf der anderen Seite kann man auch argumentieren, dass Eltern die keine Kinder bekommen können einfach auch keine Kinder bekommen sollten. Doch dies ist nicht ein Thema der PID, sondern bezieht sich auch künstliche Befruchtung im Allgemeinen.
 
Ich finds absolut nicht vertretbar. PID is gleich zu setzen mit "Gott spielen" was ich nicht in Ordnung finde. Zwar wär es für die Familien besser die Erbkrankheiten in der Familie haben, jedoch wird mit der PID wieder so ein "perfektet Mensch" rangezüchtet
Ich kann mir auch vorstellen das das ganze irgentwann ausartet, wenn zb jedes Paar Haar- und Augenfarbe bestimmen kann...somit spielen ja die Eltern des ungeborenen Kindes auch in einer gewissen Weiße Gott.
Ich finde man sollte die Evolution bzw die Natur nich verändern!

Und das mit dem "perfekten Menschen" hat irgentwas vom 3. Reich oder nich? ;)
 
Ich finde die Forschung auf dem Gebiet gut und wichtig. Die "Anwendung" würde ich nach meinem aktuellen Wissensstand (und der ist, was das Thema angeht, noch nicht ausreichend) nur unter starken Einschränkungen erlauben.
Das ist einfach ein schwieriges Thema, welches unser Philokurs letztens schon angeschnitten hat.
 
Nexuz hat folgendes geschrieben:

Ich finds absolut nicht vertretbar. PID is gleich zu setzen mit "Gott spielen" was ich nicht in Ordnung finde. Zwar wär es für die Familien besser die Erbkrankheiten in der Familie haben, jedoch wird mit der PID wieder so ein "perfektet Mensch" rangezüchtet

Ich kann mir auch vorstellen das das ganze irgentwann ausartet, wenn zb jedes Paar Haar- und Augenfarbe bestimmen kann...somit spielen ja die Eltern des ungeborenen Kindes auch in einer gewissen Weiße Gott.

Ich finde man sollte die Evolution bzw die Natur nich verändern!


Und das mit dem "perfekten Menschen" hat irgentwas vom 3. Reich oder nich? ;)

Exakt. Krankheiten und Behinderungen frühzeitig erkennen und beheben? Auf jeden Fall! Wunschkind blond, groß, blaue Augen, IQ 490...auf keinen Fall!

Sehr heikles, aber auch spannendes Thema.

Die Frage ist halt, wie will man das kontrollieren? Wenn es erstmal erlaubt ist werden Leute ihren Weg finden ein "Wunschkind" zu züchten, auch wenn es in erster Linie verboten wäre.
 
Ich bin auch dafür, aber eben nur wenn es, wie Thoben schon gesagt hat, wirklich nur dafür verwendet wird, Erbkrankheiten zu verhindern.
 
Ich frage mich wohin es führen würde, wenn so eine Technik dazu verwendet werden würde, perfekte "Wunschkinder" heranzuzüchten.

Da stellt sich zum Beispiel erstmal die Frage, ob die Methode kostspielig wäre, oder nicht. Wenn ja, würde es nämlich eine 2 Klassengesellschaft begünstigen in der die Leute durch ihre Gene die Lebenslaufbahn festgelegt bekommen.
Aber mal angenommen es wäre günstig und verbreitet genug, dass es zum Standard werden könnte? Was, wenn nur noch Leute mit einem genetischen Superpotential geboren werden?
Was wäre denn der Worst Case, den man sich nach so etwas ausmalen kann?

Da stellt sich die Frage, ob man, ganz salopp gesagt, dumme Leute braucht die auch mal die Drecksarbeit machen ohne sich drüber zu beschweren.
Oder was würde ein genetisch perfektes Kind aus der Unterschicht mit seinem Leben anfangen?
Auf gewisse Weise würde es auch die Evolution "abschalten", da spontane Mutationen evtl. garnicht mehr stattfinden könnten.

Andererseits ist es vielleicht einfach der nächste Schritt in der Entwicklung der Menschheit. Ich finde das mit dem "Gott spielen" immer ein sehr schwaches Argument.. wo kommen auf einmal die ganzen Christen her?
Vielleicht wär es auch der nächste Schritt in eine Welt mit mehr Gleichheit, wo sich keiner benachteiligt oder ausgegrenzt fühlen muss aufgrund irgendwelcher Dinge für die er nichts kann... wie heute oftmals der Fall, blos weil jemand ein paar unglückliche Gene erwischt hat.
 
Miew hat folgendes geschrieben:

Wenn ja, würde es nämlich eine 2 Klassengesellschaft begünstigen in der die Leute durch ihre Gene die Lebenslaufbahn festgelegt bekommen.

haben wir das im endeffekt nicht eh schon? gute gene und gute familiäre herkunft machen einem so ziemlich alles leichter im leben ^^ und als geborener der unter-/mittelschicht mal zu den oberen 10.000 zu gehören, dafür braucht man entweder nen super einfall zur richtigen zeit (wie mr. zuckerberg) oder verdammt viel glück/talent ^^

topic: finds gut, aber nur wenns tatsächlich zum ausschließen von erbkrankheiten und schwersten behinderungen benutzt wird, da beides sicher leid für die familie und insbesondere die betroffenen bedeuten würde und leid zu vermeiden find ich immer gut ^^ designerbabies usw. wär allerdings wirklich ziemlicher horror, aber da ham unsere politiker ja (noch) einen keil vorgeschoben, hoffen wir mal dass es so bleibt
 
Nexuz hat folgendes geschrieben:

Und das mit dem "perfekten Menschen" hat irgentwas vom 3. Reich oder nich? ;)

Ja, das hat es, aber das Patent der Eugenik hatte das Dritte Reich nicht für sich allein gepachtet. VOR Bekanntwerden der Gräueltaten der Nazis hat das so ziemlich jede Industrienation praktiziert. Zwar nicht in dem selben schrecklichen Umfang, aber das Verbot der Fortpflanzung von Menschen mit Behinderung in manchen Staaten der USA, gefolgt von tausenden Zwangssterilisationen, zeugt auch nicht gerade vom praktizierten Humanismus.

PID ist ein weiterer Schritt hin zur Brave New World. Denn auch wenn Huxleys Roman immer noch utopisch erscheint, sind wir auf gutem Weg dorthin und schon ziemlich weit fortgeschritten. Was früher nur aufwendig in der Schönheitschirurgie erreicht werden konnte, geht jetzt schon im Mutterleib. Fraglich ist, wie lange man den Mutterleib denn überhaupt noch braucht.

Die Menschheit ist dabei, aus der natürlichen Evolution auszusteigen und den Weg des Posthumanismus zu gehen. Schleichend, aber es passiert. Ob das gut oder schlecht ist, mag jeder für sich beantworten. Wir sollten uns nur darüber klar sein, dass der medizinische Fortschritt - das von allen angestrebte lange Leben ohne Schmerz und Krankheiten - nicht mehr länger mit Pharmazeutika umzusetzen ist, sondern an die Wurzel geht. Unsere Gene.
 
Huxley hatte in seinem "Schöne neue Welt" schon viel Weitsicht bewiesen, als er das Thema verarbeitet hat. Bei ihm werden nur perfekte Embryos gezeugt, die dann allerdings in 4 Qualitätsstufen unterteilt werden, die man erreicht, indem sie vor der Geburt einem bestimmten Anteil Alkohol ausgesetzt werden. Dadurch entstehen Alphas, die die schlauen Berufe in der Gesellschaft ausüben und Deltas, die den anderen den Hintern putzen dürfen. Das ist aber natürlich ein total überzogenes Bild.

Edit: Hupsi, Huxley hatte hier schon wer erwähnt.

Ich finde es schon richtig, dass Pid angewendet wird, wenn es Auflagen gibt und die sollten nicht so streng sein, wie die gerade beschlossenen. Ich sehe da ethisch bei dem Grundprinzip zumindest kein Problem. Zu sagen, es wäre wie "Gott spielen", halte ich daher auch für übertrieben. Bei Organspenderlisten wird doch auch ein ähnliches Prinzip angewendet. Es gibt zu wenige Organe für alle und daher wird auch nach Kriterien ausgewählt, wer leben darf und wer nicht. Würde man die derzeitige, strenge Gesetzeslage bei Pid auf Organspenden anwenden, würde das ein Auswürfeln bedeuten, wer ein Organ bekommt und wer nicht.

Wenn man auch nur ein bisschen an die Macht von Lobbyismus glaubt, wird man aber wohl zugeben müssen, dass Pid auch in absehbarer Zukunft nicht massentauglich werden wird, da sich die Pharmaindustrie vermutlich bereits jetzt auf politischer Ebene dagegen wehrt. Aller Anfang ist schwer, aber ich glaube, irgendwann wird es sich durchsetzen. Es ist auf Dauer keine Lösung, immer mehr lebensverlängernde Maßnahmen und Medikamente auf den Markt zu werfen und dadurch den menschlichen Genpool zu verschlechtern. Spätestens, wenn die Krankenassen unter den Kosten zusammenbrechen, weil jeder zweite Diabetiker ist oder Krebs bekommt, wird man es einführen und sich fragen, warum man so lange meinte, darauf verzichten zu können.
 
Wenn es die technischen und medizinischen Möglichkeiten gibt?
Warum nicht?
Ich meine, ich hätte auch gerne einen Sohn und wenn ich mir einen nach meinen Wünschen basteln kann, umso besser :)
Jajaja... Jetzt kommen alle mit GATTACA und so, aber scheiss drauf, denn so bekommt man kein behindertes oder krankes, sondern ein gesundes Kind, dass den Familienstammbaum würdig weiterführt. Absolutes DAFÜR!
 
Absolut korrekt, womit man aber ein behindertes Kind im Vorhinein schon quasi "ablehnen" würde, auch wieder so eine schwere zu definierbare Interpretationsfrage.
 
An dem Tag, an dem das Baukastenkind zum gesellschaftlichen Standard wird, erkläre ich jeden Serienmörder einzeln zum Volkshelden.
 
TAPETRVE hat folgendes geschrieben:

An dem Tag, an dem das Baukastenkind zum gesellschaftlichen Standard wird, erkläre ich jeden Serienmörder einzeln zum Volkshelden.

Siehst du - und deswegen nehme ich DICH nicht ernst. :D ;)
 
Burgherr Ganon hat folgendes geschrieben:

Absolut korrekt, womit man aber ein behindertes Kind im Vorhinein schon quasi "ablehnen" würde, auch wieder so eine schwere zu definierbare Interpretationsfrage.

Genau hier liegt auch das kleine Problem, das ich noch habe mit dieser Sache. Man vernichtet bereits gezeugtes Leben. Auch wenn dies rein rechtlich kein Leben ist (sondern in der Justiz wird ein Embryo unter einem gewissen Alter noch als Sache angesehen, die genaue Zahl habe ich vergessen^^), sodass z.B. Schwangeschafsabbrüche in bestimmten Situationen zulässig sind. Ich kann mich dieser EInstellung zwar nicht so ganz anfreunden, aber sicherlich ist es was anderes einen salopp gesagt "Zellknubbel" zu zerstören als ein "Gebilde", das bereits Arme, Beine, einen Kopf etc. hat...
 
jayjay1989 hat folgendes geschrieben:

Genau hier liegt auch das kleine Problem, das ich noch habe mit dieser Sache. Man vernichtet bereits gezeugtes Leben. Auch wenn dies rein rechtlich kein Leben ist (sondern in der Justiz wird ein Embryo unter einem gewissen Alter noch als Sache angesehen, die genaue Zahl habe ich vergessen^^), sodass z.B. Schwangeschafsabbrüche in bestimmten Situationen zulässig sind. Ich kann mich dieser EInstellung zwar nicht so ganz anfreunden, aber sicherlich ist es was anderes einen salopp gesagt "Zellknubbel" zu zerstören als ein "Gebilde", das bereits Arme, Beine, einen Kopf etc. hat...

Zu dem Zeitpunkt der PID besteht der Embryo ja nur aus 4-8 Zellen. Da kannst du auf einen Ohrenkneifer treten und vernichtest damit höher entwickeltes Leben. Außerdem ist es immer noch besser, gleich von Beginn an auszuwählen, als nach einigen Monaten, wenn beim Ultraschall Ungereimtheiten auftauchen, die dann in einem Schwangerschaftsabbruch führen. Einerseits weil das der Frau die Belastung erspart und andererseits, weil man nach einem Abbruch sicherlich ersteinmal kein weiteres Kind haben möchte, man hat also wirklich verhindert, dass ein weiteres Leben entsteht. Bei der PID ist der Embryo ja noch nicht einmal in den Mutterleib verpflanzt, es kommt also auf jeden Fall zu einer Geburt. Man macht damit einfach das, was bei einer "normalen" Befruchtung die natürliche Auslese gemacht hätte - und die läuft auch nicht immer besonders fair ab...
 
scoopexx hat folgendes geschrieben:


Zu dem Zeitpunkt der PID besteht der Embryo ja nur aus 4-8 Zellen. Da kannst du auf einen Ohrenkneifer treten und vernichtest damit höher entwickeltes Leben. Außerdem ist es immer noch besser, gleich von Beginn an auszuwählen, als nach einigen Monaten, wenn beim Ultraschall Ungereimtheiten auftauchen, die dann in einem Schwangerschaftsabbruch führen.

Korrigier mich wenn ich mich irre aber man kann doch nich anhand des Embryos im Mutterleib auf z.B Fehlbildungen schließen oder? Dafür ist der Embryo noch zu unreif bzw zu klein.
Man kann lediglich Vermutungen anstellen wenn zum Beispiel früher schon Erbkrankheiten aufgetaucht sind.
Die Fehlbildungen kommen doch erst zum vorschein wenn sich das Kind im Mutterleib entwickelt und ab dann ist es keine Sache mehr sondern ein menschl. Wesen.
Also tötet man ein "fast" menschl. Wesen nur weil Ärzte vermuten das es eine Behinderung hat oder täusch ich mich?^^
 
Nexuz hat folgendes geschrieben:

Korrigier mich wenn ich mich irre aber man kann doch nich anhand des Embryos im Mutterleib auf z.B Fehlbildungen schließen oder? Dafür ist der Embryo noch zu unreif bzw zu klein.

Man kann lediglich Vermutungen anstellen wenn zum Beispiel früher schon Erbkrankheiten aufgetaucht sind.

Die Fehlbildungen kommen doch erst zum vorschein wenn sich das Kind im Mutterleib entwickelt und ab dann ist es keine Sache mehr sondern ein menschl. Wesen.

Ich bin mir jetzt nicht sicher, wann ein Embryo aufhört, Embryo zu sein, aber anhand von Ultraschall kannst du schon Unregelmäßigkeiten erkennen. Einem Bekannten ging es so. Frau schwanger und der Arzt meinte, das Kind hätte irgendwie einen komischen Nacken und es bestehe die hohe Wahrscheinlichkeit, dass das Kind behindert sei. War es dann zum Glück doch nicht, also ganz genau kann man es anscheinend nicht sagen, aber warum sollte man es Frauen antun, ein behindertes Kind 3 Monate auszutragen, sie dann eine Abtreibung durchlaufen zu lassen, wenn man bereits im Vorhinein ausschließen kann, dass es genetische Defekte hat.

Also tötet man ein "fast" menschl. Wesen nur weil Ärzte vermuten das es eine Behinderung hat oder täusch ich mich?^^

Ja, wenn man es so sieht, ist die halbe Ethikdisussion um das Thema eigentlich ein Witz. Ich bin mir aber auch nicht sicher, wie oft es vorkommt, dass ein Kind wegen Verdacht auf Behinderung noch abgetrieben wird. Wenn man das kleine Ding dann auf dem Ultraschall gesehen hat, entwickeln sich dann ja auch Muttergefühle.
 
scoopexx hat folgendes geschrieben:


Ja, wenn man es so sieht, ist die halbe Ethikdisussion um das Thema eigentlich ein Witz. Ich bin mir aber auch nicht sicher, wie oft es vorkommt, dass ein Kind wegen Verdacht auf Behinderung noch abgetrieben wird. Wenn man das kleine Ding dann auf dem Ultraschall gesehen hat, entwickeln sich dann ja auch Muttergefühle.
Ja genau deswegen. Ich kann mir nicht vorstellen das die Mutter abtreibt nur weil das Kind eine Behinderung oder ähnliches hat.
Gut wäre jetzt mal zu erfahren wie oft eine Abtreibung infolge einer Behinderung abgetrieben wird!
 
Nexuz hat folgendes geschrieben:

scoopexx hat folgendes geschrieben:



Ja, wenn man es so sieht, ist die halbe Ethikdisussion um das Thema eigentlich ein Witz. Ich bin mir aber auch nicht sicher, wie oft es vorkommt, dass ein Kind wegen Verdacht auf Behinderung noch abgetrieben wird. Wenn man das kleine Ding dann auf dem Ultraschall gesehen hat, entwickeln sich dann ja auch Muttergefühle.

Ja genau deswegen. Ich kann mir nicht vorstellen das die Mutter abtreibt nur weil das Kind eine Behinderung oder ähnliches hat.

Gut wäre jetzt mal zu erfahren wie oft eine Abtreibung infolge einer Behinderung abgetrieben wird!

Wir können auf jeden Fall sicher sein dass KEIN Paar, das ein Kind wegen einer Behinderung antreibt, dies leichtfertig und ohne Reue tut - die Verbindung mit dem Baby ist ja sofort da, nach dem ersten positiven Schwangerschaftstest.

Die Meinung der Kirche, die Abtreibung auf jeden Fall, auch bei schwerster Behinderung, ablehnt, überzeugt mich mal wieder, dass diese "sogenannten" "Christen" mit zu den grössten Menschenfeinden gehören. Unglaublich!

Ich finde unsere Politiker haben einen guten Mittelweg gefunden, würden sie nur immer so gewissenhaft prüfen und arbeiten.
 
Es ist erschreckend, wie spät hier das moralische Denken einsetzt!
Es gibt viele, die der Meinung sind, dass man behinderte Kinder so leicht umgehen kann und sind nur schockiert, wenn es dann um das Gedankenspiel perfekte Menschen geht. Das widert mich wirklich an und mich hat in ca. sechs Jahren hier nichts angewidert.
Woher nehmt ihr das Recht - ohne mit der Wimper zu zucken - darüber zu entscheiden, dass behinderte Kinder kein Recht auf Leben haben? Fragt mal ein paar Leute im Rollstuhl, mit Fehlbildungen, etc. ob sie lieber nicht geboren wären.
Es ist einfach krank! Ich für meinen Teil weiß nicht, ob das Baby mit Behinderungen nicht doch Spaß am Leben hat. Soll ich es also "korrigieren", nur damit ICH es einfacher habe?!
Nein nein, ich kann einfach nicht über Leben entscheiden und ich finde es wirklich schrecklich, dass es Leute gibt, die sich das anmaßen. Mir ist schlecht.

So, jetzt habe ich mich etwas gefangen. Noch zur allgemeinen Diskussion:
Die Abtreibungsgesetze sind in Deutschlang meiner Meinung nach etwas zu hart. Eigentlich darf man nur abtreiben, wenn man vergewaltigt wurde und das finde ich etwas zu übel.
Es gibt ein paar Gründe, die gut genug sind, um ein nicht entwickeltes Leben abzutreiben.
Was mich an dieser ganzen PID-Diskussion aber stört sind nicht eure Ergebnisse, sondern wie einfach manche dazu kommen. Dies ist ein Thema, bei dem Ethik eine übergeordnete Rolle spielt. Sich ethischen Fragen also zu entziehen und direkt die eigentliche Frage zu beantworten, halte ich für unzureichend. Dies ist ein schwieriges Thema und ich bin selbst entsetzt, welch wichtige Faktoren ich immer noch dabei auslasse (es ist aber auch gleichzeitig faszinierend...).
 
Zurück
Oben Unten