Ich bin positiv überrascht, habe ich doch nichts weiter als einen "just another fu**ing* Shooter" erwartet. Das der Titel "nur" deutsche Tonspur hat (alternativ französisch, italienisch, spanisch) ist dieses Mal echt zu verschmerzen - denn die Sprecher sind nicht nur bekannt, sondern auch mal - man glaubt es nicht - richtig gut. Akzentuiert, intensiv, lebendig .. die Sprecher haben sich wahrlich mehr als nur Mühe gegeben.
Spielerisch kann ich mich als Ego-Shooter "Liebhaber" nicht beschweren. Hatte u.a. in verschiedenen Reviews gelesen, dass Rage träge, langsam, usw. sein soll. Kann ich definitiv nicht bestätigen: Das Bewegen, Zielen, Ausweichen, Fahren der verschiedenen Fahrzeuge, usw. geht schön schnell von der Hand und macht auch Spaß.
Habe die Geschichte auf Stufe "nightmare" begonnen und bin damit zufrieden. Die Gegner agieren nicht, wie es auch in Reviews zu lesen war, dumm. Die manche es einem nicht grad einfach, dazu agieren sie entsprechend der Trefferzonen. Treffe ich zB. einen Gegner am Arm, fliegt dieser zurück und er ändert den Weg auf dem er sich mir nähert. Treffe ich ihn am Bein, knickt er ein, usw. Sogar Ragdoll ist ansatzweise vorhanden.
Klar sind am Anfang des Spiels die Aufträge/Missionen eher banal - versteht es sich als Tutorial, denn es gibt neben den üblichen Bewegungsmustern auch das eine oder andere zu verinnerlichen. Allein das Minispiel um das frühzeitige Ableben zu verhindern. Generell einfach los- bzw. rein rennen und um sich ballern ist nicht, da man sonst ganz schnell in virtuelle Gras beist. Wobei ich an dieser Stelle einfach mal empfehlen mag: Nicht auf easy spielen - das ist wirklich langweilig. Mind. auf hart anfangen, dann wird man als Spieler auch gefordert. Bei Rage haben sie es mit easy und normal zu "easy" gemeint.
In Sachen Umgebung gibt es viel zu entdecken, großzügige Areale, in denen auch Entdeckernaturen viel geboten bekommen. Dabei wechselt sich das Angebot ordentlich ab und selbst Leichen und Konsorten sollten immer einmal näher begutachtet werden - die spucken immer gern mal Brauchbares aus. Das die Umgebungen statisch, nicht beweglich sein sollen - was ja auch in Reviews zu lesen war - kann ich nicht bestätigen. Es ist wie bei vielen anderen Games auch, da sich genug Items, Gegenstände und Co. bewegen, das Gras schwankt, der Staub vom Sand weht, etc.pp. und andere Sachen wie ein Tisch oder Stuhl eben mal stehen bleibt. Das ist nicht weiter tragisch und vor allem auch total unwichtig was das Spielgeschehen betrifft.
Ansonsten sind mir recht positiv die bisweilen echt richtig guten Licht- und Schattenspiele aufgefallen, dazu gut gemachte Partikeleffekte und auch der Sound ist mal absolut satt gelungen und trägt überdies verdammt viel zur Atmosphäre bei.
Mein bisheriges Fazit: Rage startet ein wenig schwer - so wie ein Ford T (muss mit der Hand angelassen werden

), aber wenn man mal so die ersten 1,5-2 Stunden rum hat, bekommt man alles, was man von einem Shooter erwarten darf und soll: Es passt, es ist stimmig, es ist technisch in jedem Fall einwandfrei und für einen Shooter sogar eine brauchbare, wenn auch 08-15 Geschichte ist auch mit dabei. Wer indes hochtrabendes erwartet, sollte keine Shooter keine spielen. Wer allerdings gute Technik, eine ordentliche KI (ab hart bzw. nightmare) und auch eine gute Kollisions-Abfrage als auch viele, teils auch taktische Shooter-Einlagen genießen mag, ist mit Rage gut bedient. Das auch noch die Optik stimmt, ist das Sahne-Häubchen.
Ich, klar, ist subjektiv, bin mehr als zufrieden und bin auch der Meinung, dass ID-Software ihren Job durchaus sehr gut gemacht haben. Da ich Shooter mag, bin ich sozusagen zuhause und werde meinen Spaß haben - vor allem da ich mir nichts hochtrabendes erwartet habe

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