Linux ist echt ein Thema für sich...
Zur Zeit habe ich Linux und bin in einigen Punkten sehr zufrieden damit, in anderen Punkten ist es einfach nur lästig.
Vorteile:
- Es ist sehr absturzsicher. In den zwei Monaten wo ich es bereits benutze (viele Stunden täglich) ist es erst einmal abgestürzt.
- Es ist (scheint mir) im Internet ziemlich sicher.
- Solange man nichts neues versucht ist es einfach zu bedienen (aber nur so lange)
- Es fügt sich meist sehr gut neben einer Windowsinstallation ein.
Nachteile:
- Man ist ständig auf der Suche nach Linux-kompatiblen Programmen, die man früher problemlos benutzen konnte und die plötzlich nicht mehr funktionieren. (Beispiel ICQ, gibt aber noch viiele mehr)
- Wenn man eine Linux-version findet scheitert häufig die Installation, weil man alles manuel machen muss. Da helfen meist auch Anleitungen nicht mehr weiter.
- Systemeinstellungen findet man meist erst nach Umfangreicher Suche.
- immer mal wieder gibt es Probleme mit Umlauten (Ä, Ö, Ü)
- Spiele unter Linux kann man sowieso meist vergessen.
- Dateienaustausch im Netzwerk bereitete mir Probleme.
Noch ein kleiner Erfahrungsbericht:
Anfangs habe ich Redhat Linux probiert. Im Internet surfen war absolut kein Problem. Erste Enttäuschungen gab es dann bei Mirc und ICQ. Trotz mitgeliefertem ICQ-Client hat es nicht funktioniert, Mirc lief dann aber irgendwann mit Hilfe des Windows-Emulators Wine. Auch wenn es schön wäre, mit Wine lässt sich leider deutlich weniger zum laufen bringen als man denkt. Mirc ist bisher das einzige Programm das fehlerfrei mit Wine läuft.
Einen positiven Eindruck machte der Umfang des Betriebssystems: Das meiste was man benötigt ist dabei. Internetbrowser, Office, etliche Spielchen, viele Bildschirmschoner, zwar sehr viel Schnickschnack, den man nicht braucht, aber wer sowas haben will hat es gleich dabei.
Jedoch zwei größere Mängel gab es dann:
Erstens lief mein Laptop-Prozessor immer mit voller Leistung, erstens wurde er ziemlich heiß und zweitens war der Lüfter dabei sehr laut. Das zweite Problem war Das Windows-Netzwerk. Trotz vieler Bemühungen konnte ich keine Dateien austauschen. Selbst ein Linux-Profi konnte mir nicht wirklich weiterhelfen, jedoch meinte er, mit Suse hat es bei ihm geklappt.
Also habe ich Redhat runtergeworfen und Suse probiert. Durch KDE sieht Linux dort ziemlich anders aus, aber man gewöhnt sich sehr schnell daran. Der Laptop-Prozessor funktionierte auf Anhieb wie er soll, aber Netzwerk hat hier auch Probleme gemacht. Irgendwann habe ich geschafft, eine einseitige und langsame Verbindung aufzubauen, so ist es zwar absolut nicht perfekt, aber wenigstens kann ich zwischen Linux und Windows Dateien austauschen. Was bei Suse nicht so toll ist: Systemeinstellungen sind trotz Yast nur sehr schwer zu finden, da war Redhat ein wenig besser, wenn auch nicht allzu gut. Dafür funktioniert das automatische mounten tadellos. Internet ging auch wieder fast auf Anhieb. Eine WLAN-Karte funktioniert leider immer noch nicht.
Fazit/Empfehlung:
Linux hat schon was. Die Oberfläche ist leicht zu bedienen, solange man auf der Oberfläche bleibt. Sobald man etwas tiefer in das System geht (und da reicht meist eine installation schon aus) wird es jedoch sehr schnell kompliziert. Auch was die Programme angeht ist Linux teilweise sehr umständlich.
Daher empfehle ich Linux als Internet-Betriebssystem neben Windows oder auf einem Zweitrechner. Um Windows kommt man nicht drumrum, besonders nicht, wenn man Computer spielt.
Programmempfehlungen:
Distribution: Als Distribution gefällt mir Suse ein tick besser als Redhat.
Webbrowser: Mozilla wird mitgeliefert, aber auch die aktuellste Version ist leicht zu installieren (man muss sich nur als root anmelden)
E-Mail-Client: Bei Mozilla ist einer dabei, der sehr gut und einfach ist.
ICQ: Viele Programme habe ich probiert, mitlerweile läuft sogar eines: Kopete (bei Suse mitgeliefert). Man muss es nur konfigurieren.
IRC: Am besten ist immer noch das Populäre Mirc, mit Wine läuft es tadellos.
FTP-Client: Der Standard-Webbrowser Konqueror hat einen ftp-clienten, der mir sogar besser gefällt als alle anderen ftp-programme.
Filesharing: hab noch keines gefunden das in irgendeiner weise läuft...
Im endeffekt muss jeder selber wissen ob er mit der neuen Welt zu tun haben möchte, aber auf die alte Welt (Windoof) sollte keiner verzichten. Meine Meinung.