Hypy Rain

hypyrain.drain

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20.03.2010
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It`s not a game, it`s Heavy Rain

Man könnte es wohl Ironie des Schicksals nennen…

Quick Time Events haben dank ihres überinflationären Einsatzes in jedem beliebigen Genre die gesamte Spielewelt regelrecht durchseucht und nicht wenige Spieler können dieses inzwischen vielfach zum Selbstzweck verkommene Gameplay-Element einfach nicht mehr sehen.

Und just in diesem Moment kommt – so man dem inzwischen jahrelangen Hype denn glauben schenkt- die spielerische Offenbarung über uns. Das Spiel, oder besser gesagt das „Spiel“, welches uns nicht weniger verspricht, als uns herauszuführen aus den ausgetretenen, längst fade gewordenen Gameplay-Pfaden früherer Tage, die uns heute grafisch aufpoliert wieder und wieder vorgesetzt werden.

Glaubt man den im Vorfeld des Releases von Heavy Rain geschickt von Entwickler Quantic Dreams in die Welt gesetzten Sprachfetzen, dann verkörpert Heavy Rain nicht weniger, als die ultimative Entscheidung über die Zukunft der Spiele. Der Tag des letzten Gefechtes ist da: Kauft Heavy Rain, dann wird die Zukunft innovativ. Kauft es nicht und Innovationen in der Welt der Games haben auf viele Jahre keine Chance mehr!

Ein wunderbarer, gleichwohl erpresserischer Appell an uns Spieler. Alles was da zum Gesamtbild noch fehlt, sind lange, erwartungsfrohe Schlangen von Käufern (um nicht zu sagen Wählern) vor den Geschäften am Releasetag, die enthusiastisch rufen „Yes we can“!!!

Und nichts wäre gerechtfertigter als dieser große Ruf, denn in der Tat wurde Heavy Rain gehypt, als sei es der Obama der Videospiele. Die Erlösung, das Tor in eine neue, bessere Welt.

Doch genau wie der amerikanische Erlöser/Präsident Obama seinen Amerikanern und der ganzen Welt den Einzug ins Paradies bisher schuldig geblieben ist, genauso öffnet sich mit Heavy Rain keine schöne neue Welt des Videospielens.

Wie auch? Denn ähnlich wie das Polit-Phänomen Obama, das längst wieder Mensch geworden durch die Niederungen amerikanischer Realpolitik stolpert, ist das Games-Phänomen Heavy Rain in Wahrheit ebenfalls nicht viel mehr als ein durch geschicktes Marketing hervorgerufener Massenwahn! Für ein Produkt –Obama lässt grüßen- mit viel weniger Substanz als ursprünglich angepriesen!

Den was ist Heavy Rain minus Hype? Nichts was wir nicht vorher schon gesehen, gehört, gespielt hätten!

Eine ganz gute Geschichte auf solidem B-Movie Niveau, eine in sich stimmige, alles in allem ansehnliche Grafik, ein zugegeben exzellenter Sound und ein ziemlich substanzarmes Gameplay! Alles auf die eine oder andere Art in der einen anderen Kombination schon mal dagewesen.

Halt, nicht alles! Denn ein Gameplay, das ausnahmslos aus Quicktime Events besteht, noch dazu aus Quicktime Events, bei denen es häufig vollkommen egal ist, ob man die Knöpfe richtig oder falsch drückt, ist in der Tat etwas spektakulär Neues.

Schafft man es auch nur einen Moment, die hype-geschwängerte Glückseligkeit ob der langersehnten spielerischen Erlösung beiseite zu schieben, kann man das reine Gameplay von Heavy Rain problemlos als das erkennen, was es tatsächlich nur ist: blankes Casual Gaming!

Jeder Titel der mit vergleichbar bescheidenem Gameplay in der Vergangenheit z.B. auf Nintendos Wii – dem technischen Hochaltar des Casual Gamings- erschienen ist, wurde von der Kritik (zu Recht) gnadenlos verrissen! Natürlich immer vorausgesetzt, die Medien interessieren sich überhaupt noch für diese Spiele, was angesichts ihrer Tsunami-artigen Flut nachvollziehbar nicht immer der Fall ist.

Zugegeben Heavy Rain sieht natürlich bedeutend besser aus, als seine kleinen hässlichen Casual Gaming Brüder und Schwestern auf Wii, DS & Co. Ironischerweise dürften sich aber gerade unter den Jüngern der neuen Church of the Heavy Rain viele befinden, die ansonsten bei absolut jeder Gelegenheit den großartigen Glaubenssatz verkünden: Gute Grafik ist nicht alles, gutes Gameplay ist viel wichtiger!

Und das kann es hier nur für wirklich gläubigen Heavy Rain Fans mag geben, z.B. weil „ich mich dank des innovativen Gameplays viel besser in den Charakter hineinfühlen und mit ihm identifizieren konnte, vor allem als ich der Nutte ein paar Rühreier gemacht habe...“

Prima, nur hoffentlich kauft Ihr, die Ihr offenbar mit ziemlich wenig zufrieden seid, zukünftig dann auch wacker die zahlreichen von Heavy Rain inspirierten „innovativen“ Software-Produkte, die bei vergleichbarem Gameplay nur ein wenig schlechter aussehen und bald überwiegend Nintendos Wii und DS überschwemmen werden.

Warum dort? Na ganz einfach, weil man hier vergleichsweise günstig (um nicht zu sagen billig) entwickeln kann und es dort –von den zweifellos hochwertigen hauseigenen Nintendo Spielen abgesehen- schon so wahnsinnig viel Schrott gibt, wie viele es gerade bei einer Nintendo-Hardware früher nie für möglich gehalten hätten. Aber was soll`s? Sie sind ja heutzutage nicht die einzigen, die Nimbus gegen Mammon getauscht haben...

Aber bestimmt kommen doch auch noch viele tolle Spiele-Highlights, die sich den Erfolg von Heavy Rain zum Vorbild nehmen und werden dessen „innovativen“ Ansatz zu noch tolleren Spielerlebnissen weiterentwickeln, oder?

Aber gaaaaanz bestimmt, verehrter Heavy Rain Fan... Wahrscheinlich vor allem deshalb, weil Heavy Rain wahnsinnig teuer war und die Spieleindustrie im Moment überhaupt nicht weiß, in welchen Projekten sie angesichts der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise ihre vielen Millionen lieber versenken möchte.

Und „versenken“ wäre gerade hier der richtige Ausdruck! Denn das vierte oder fünfte Spiel dieser Art, oder sagen wir besser „spielbarer“ Film dieser Art, wird die Leute ungefähr noch genauso vom Hocher hauen, wie Guitar Hero Van Halen es heute bei der Plastiklampfen-Fraktion noch schafft. Einmal gepflegt gegähnt, kurz nicht aufgepasst und schon ist man im Halbschlaf vom Hocker gefallen...

Dabei hat jedes Guitar Hero Spiel der Gattung Heavy Rain eines voraus: den Wiederspielwert. Es ist eben kein Thriller, bei dem ich am Ende den Mörder kenne, was sich unweigerlich negativ auf den Wiederspielwert auswirken muss.

Interessant ist hier, das bei jedem Thriller/Krimi Game die professionelle Kritik, genau dies als Schwachpunkt bemängelt. Nur ausgerechnet nicht bei Hypey, ähh Entschuldigung Heavy Rain! Nein, hier man doch gleich noch mal dies und jenes anders machen, um zu sehen, wie sich die Story verändert...

Und just in diesem Moment fährt den wackeren Wiederspielern dann ausgerechnet einer der Väter, wenn nicht gar der Vater von Heavy Rain derbe in die Parade und sagt uns, dass er sich wünscht wir würden es nur einmal spielen und den Ausgang einfach hinnehmen...

...und am Ende reiht sich das unvollkommene Heavy Rain in seiner völligen Überhöhung nahtlos ein in eine Reihe großer Namen und Ideen. Ob Heavy Rain, Barack Obama, Kirche und Paradies: Objektiv versprechen alle viel und halten erstaunlich wenig. Du kannst einfach nur dran glauben! Oder eben nicht...
 
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Wenn du dich nach all dem Preview Material dass es vor dem Release zu Heavy Rain gab - Messepräsentationen, Previews, Reviews und der Demo - in irgend einer weise betrogen fühlst tut es mir wirklich leid für dich. Aber du kannst nicht sagen du hättest nicht gewusst was dich bei HR erwartet. Besonders wenn man Fahrenheit gespielt hat.

P.S.

Und was Obama angeht: Ich hoffe mal er kommt mit seiner Gesundheitsreform (die leider gestutzt wurde) durch, denn jeder der Michael Moore's Sicko gesehen hat weiß von was ich rede. :knockout:
 
"Und was Obama angeht: Ich hoffe mal er kommt mit seiner Gesundheitsreform (die leider gestutzt wurde) durch..."

Der kann doch nichts, aber auch gar nichts, außer labern. Frieden predigen und Krieg unterzeichnen. Das einzige was er noch positives hätte wäre (für einen Teil der US-Bürger) die Gesundheitsreform.
Das ist alles was von "Change" geblieben ist. Und auch das wird mit 70%er Wahrscheinlichkeit im Sande verlaufen. Die gleiche Verarsche am amerikanischen Volke wie seit Jahrzehnten.
Was ist nur aus der wirklich schönen Gründeridee geworden...


@hypyrain.drain
Du meldest dich hier nur deswegen an, weil du was gegen HR sagen willst?! Naja, wenn man sonst keine Probleme hat :)
 
Spidey
Fahrenheit spielt sich dann doch etwas anders als Heavy Rain. Ich fand Fahrnheit absolut Top, doch mit Heavy Rain werde ich irgendwie nicht so richtig warm.
 
Ich finde HR in allen Belangen besser als Fahrenheit. Ob Soundtrack, Emotionen oder auch Spielgefühl, HR spielt da in ner anderen Liga.
 
Selten so viel Müll an einem Stück gelesen, aber wie heißt es doch so schön, Neid muss man sich erabeiten, von daher hat sich die Produktion von Heavy Rain schon allemal gelohnt.

Achja und um den Spruch mit dem Neid zu beenden, Mitleid bekommt man ja bekanntlich geschenkt. Der Autor des Artikels tut mir deswegen echt leid, mit Paranoia ist echt nicht zu spaßen.
 
Allein der Titel des Threads schmerzt schon :D
Heavy Rain ist einfach in ganz simpleren Worten ausgedrückt nur "FETT" :D
Also ich wollte eigentlich es nur einmal durchzocken und die Betonung liegt auf wollte. Jetzt bin ich einfach heiß drauf, alles was das Spiel zu bieten hat zu erfahren. Hab bis jetzt locker 15 Stunden investiert und ich bereue diese Investition in keinster Weise. Für mich ist HR ein kleines Meisterwerk. Es ist auch um einiges besser als Fahrenheit(es ist kompakter stimmungsvoller und es ist einfach Rund. Wer Fahrenheit gezockt hat und es als gut empfand, der findet HR als sehr gut, sprich eine gesunde Steigerung. Also wer behauptet, es geht nur um Quicktimes, der wird nie hinter das kommen, wofür Heavy Rain steht und gehört einfach nicht zu der Zielgruppe^^
Da ich immer noch HR zocke, bin ich wohl immer noch etwas geflasht aber HR wird zu den Spielen zählen, welches für diese Generation steht(sowas wie N64 Mario64, Goldeneye, Psone : Resident Evil, Tekken blabla bla :D ) So, gehe jetzt pumpen und später Nachts paar Leuten bei MW1/MW2 den Hintern versohlen :D in diesem Sinne

Ps, ich wette, dass der Thread-Ersteller HR nicht mal gezockt hat^^ Dafür aber eine DINA4-Seite Text zum Spiel verfasst hat :D Da wäre es vielleicht anders rum besser gewesen.
 
naja, den Hype gab es damals schon um Fahrenheit (das vielleicht wichtigste Spiel unserer Zeit), weil es uns als Adventure mit "Entscheidungsmöglichkeiten" und den auch bereits erwähnten QTEs aus der finsteren Ego-Shooter-Vorhölle herausführen sollte, in die die Spieleindustrie abzugleiten drohte. So prall war es dann aber nicht. Viel Hype umd ein ordentliches Spiel, nicht mehr, nicht weniger.

Heavy Rain hört sich ebenfalls interessant an. Ich habe leider noch keine PS3, aber so ein Spiel wäre ein Kandidat zum Spielen, keine Frage.

Da ich aber von quantic dream Mann David Cage und seinem Hype-Gelaber schon seit Fahrenheit erst einmal einen großen Prozentsatz abziehe, kann man ja mit gesunder Vorsicht daran herangehen.

Was ist so schlimm daran, wenn ein Spiel aufgrund eienr guten Story fasziniert?
Auch bei Metal Gear Solid gibt es die Kritiker, die es als "interaktiven Film" mit gelegentlichen Spieleinlagen abtun wollen.

Wenn man sich als SPieler gut unterhalten fühlt, was spricht dagegen?
 
"Ich eröffne einen Thread, weil die Welt auf meine Meinung gewartet hat ..."

Vielleicht bin ich zu alt dafür, aber sind Foren nicht normalerweise dazu da, um irgendein konkretes Problem zu lösen oder zu diskutieren. Was zur Hölle bringt ein Thread, den einer eröffnet, nur um der Welt seine Meinung zu sagen, ohne Fragestellung, Problem, sonstwas??? Sollen wir da jetzt alle: "Aha" drunterschreiben oder was?

Kannst du das nicht in einen *bestehenden* Heavy Rain-Thread schreiben? Oder mal bei einer Newsmeldung über Heavy Rain dazuschreiben? Oder einen Spieletest bei Gamezone einreichen? Oder - das wär wahrscheinlich die sinnvollste Variante - einfach nen Blog aufmachen, den keiner liest?

Vielleicht bin ich penibel, aber was bringt dieser Thread außer das Forum zuzumüllen???
 
@Threadersteller: War es die sechs Stunden wert das zu schreiben?
 
fairplay hat folgendes geschrieben:

Ps, ich wette, dass der Thread-Ersteller HR nicht mal gezockt hat^^ Dafür aber nen DINA4-Seite Text zum Spiel verfasst hat :D Da wäre es vielleicht anders rum besser gewesen.

Da kannst du recht haben!

Ich bin zwar auch nicht gerade begeistert von Heavy Rain, aber ich denke man sollte akzeptieren können, dass es auch Leute gibt, denen sowas Spaß macht.
An "Spielen" wie Heavy Rain ist jedenfalls nichts schlimmes, solange es noch Spiele gibt bei denen auch etwas vom Spieler gefordert wird, bzw. die spielerisch was bieten.

Den Hype finde ich aber in der Tat auch übertrieben. Man nehme ein Point & Click Adventure aus den 90ern, stecke es in eine Hülle aus zeitgemäßer Grafik und *hust* ... entferne alle Rätsel aus dem Spiel. Dann hat man ziemlich genau Heavy Rain.

Point & Click Adventures als Spielegenre eignen sich eigentlich hervorragend dazu, eine Geschichte zu erzählen, weil dort im Gegensatz zum Egoshooter nicht auf Teufel komm raus irgendwelche Hundertschaften an Gegnern eingebaut werden müssen.
Ich denke, Heavy Rain hätte nur davon profitiert, wenn man zumindest ein paar Rätsel oder Puzzles eingebaut hätte, damit es als Revival des Adventures hätte durchgehn können.
Und ich denke, dass ein paar Rätsel usw. eher dazu beigetragen hätten, dass man sich in die Situation des Spielcharacters versetzt und sich mit ihm identifizieren kann, als die Möglichkeit zu bestimmen wie er sich auf einem Wartezimmerstuhl hinsetzen soll. :crazy:

Aber mal vom (nicht vorhandenen) Gameplay abgesehn: Wenn man einen Film nach genau der Vorlage drehn würde, wäre es meiner Meinung nach auch eher unterer Durchschnitt.
Die Art, wie z.B. dargestellt wird, wie sich das Leben des Mannes nach dem Tod seines Sohnes ändert ist dermaßen überzogen.
Von einer nagelneuen und farbenfrohen Designerwohnung zieht er in ein totales Drecksloch, sein Sohn starrt die ganze Zeit apathisch auf den Fernseher und malt Bilder vom Tod seines großen Bruders. Das einzige was noch gefehlt hätte wäre, in blinkender roter Schrift einzublenden "ALLES IST TRAURIG WEIL DER SOHN ÜBERFAHREN WURDE!"


Der Vergleich zu Obama ist aber irgendwie ein bisschen daneben. Mag sein, dass man nicht begeistert von Heavy Rain ist, aber andererseits war von Anfang an klar, was das für ein Spiel ist. Was genau wurde denn versprochen, was dann nicht gehalten wurde?
 
Thoben hat folgendes geschrieben:

@Threadersteller: War es die sechs Stunden wert das zu schreiben?


Absolut! Auch wenn es keine sechs Stunden waren. Das Spiel schreit geradezu danach und so mancher intolerante Gläubigen-Kommentar hier bestätigt mir das nur noch.
 
Obgleich ich mich nicht viel mit dem Spiel beschäftigt habe , ist sogar mir klar das Heavy Rain ein interaktiver Film ist . Ich kann mich nur mit den Thema nicht so recht anfreunden . Mir kommt das so vor , als ginge man in Star Trek 11 und sagt danach das man Since Fiktion hasse . Man informiert sich auch ein wenig bevor man sich ein Spiel/Filmspiel kauft . :nut:
 
Hypy, Du bist doch bloß sauer, weil wir nicht jeder die gleiche Meinung wie Du teilen.
Du bist ebenso "fanboyisch" verblendet, wie Du uns gerne unterstellen möchtest.

Es gab hier genug differenzierte Kommentare.

Wenn Du Dich als den Rufer in der Wüste sehen möchtest. Den, der alle auf den rechten Pfad zurückholt, dann hast Du falsch kalkuliert.

Es gab genügend Spieler, die vermutlich wussten, worauf sie sich bei Heavy Rain einließen, weil sie bereits den "Fahrenheit/Indigo Prophecy" Hype mitbekommen haben.
Schon bei Fahrenheit waren die Meinungen geteilt.

Daher weiß man einfach, dass bei dem Gelaber um quantic dream Titel gesunde Vorsicht anzuwenden ist.

Das weiß man auch, wenn Peter Molyneux wieder was vom Stapel lässt, das sind Künstler/Selbstdarsteller. Die müssen sich das Werk/ihr Werk schönsabbeln. Und sie bekommen auch immer die Plattform dafür geboten.

Jeder kann für sich selber rausfinden, ob Heavy Rain ihm/ihr gefällt oder nicht. Einen aufklärenden Messias brauchen aber die wenigsten.

Dir gefällt es offenbar nicht. Dann ist das eben so. So what?
Es gibt für jedes Problem 'ne Talkshow. :D
 
hypyrain.drain hat folgendes geschrieben:

It`s not a game, it`s Heavy Rain

Man könnte es wohl Ironie des Schicksals nennen…

Quick Time Events haben dank ihres überinflationären Einsatzes in jedem beliebigen Genre die gesamte Spielewelt regelrecht durchseucht und nicht wenige Spieler können dieses inzwischen vielfach zum Selbstzweck verkommene Gameplay-Element einfach nicht mehr sehen.

Und just in diesem Moment kommt – so man dem inzwischen jahrelangen Hype denn glauben schenkt- die spielerische Offenbarung über uns. Das Spiel, oder besser gesagt das „Spiel“, welches uns nicht weniger verspricht, als uns herauszuführen aus den ausgetretenen, längst fade gewordenen Gameplay-Pfaden früherer Tage, die uns heute grafisch aufpoliert wieder und wieder vorgesetzt werden.

Glaubt man den im Vorfeld des Releases von Heavy Rain geschickt von Entwickler Quantic Dreams in die Welt gesetzten Sprachfetzen, dann verkörpert Heavy Rain nicht weniger, als die ultimative Entscheidung über die Zukunft der Spiele. Der Tag des letzten Gefechtes ist da: Kauft Heavy Rain, dann wird die Zukunft innovativ. Kauft es nicht und Innovationen in der Welt der Games haben auf viele Jahre keine Chance mehr!

Ein wunderbarer, gleichwohl erpresserischer Appell an uns Spieler. Alles was da zum Gesamtbild noch fehlt, sind lange, erwartungsfrohe Schlangen von Käufern (um nicht zu sagen Wählern) vor den Geschäften am Releasetag, die enthusiastisch rufen „Yes we can“!!!

Und nichts wäre gerechtfertigter als dieser große Ruf, denn in der Tat wurde Heavy Rain gehypt, als sei es der Obama der Videospiele. Die Erlösung, das Tor in eine neue, bessere Welt.

Doch genau wie der amerikanische Erlöser/Präsident Obama seinen Amerikanern und der ganzen Welt den Einzug ins Paradies bisher schuldig geblieben ist, genauso öffnet sich mit Heavy Rain keine schöne neue Welt des Videospielens.

Wie auch? Denn ähnlich wie das Polit-Phänomen Obama, das längst wieder Mensch geworden durch die Niederungen amerikanischer Realpolitik stolpert, ist das Games-Phänomen Heavy Rain in Wahrheit ebenfalls nicht viel mehr als ein durch geschicktes Marketing hervorgerufener Massenwahn! Für ein Produkt –Obama lässt grüßen- mit viel weniger Substanz als ursprünglich angepriesen!

Den was ist Heavy Rain minus Hype? Nichts was wir nicht vorher schon gesehen, gehört, gespielt hätten!

Eine ganz gute Geschichte auf solidem B-Movie Niveau, eine in sich stimmige, alles in allem ansehnliche Grafik, ein zugegeben exzellenter Sound und ein ziemlich substanzarmes Gameplay! Alles auf die eine oder andere Art in der einen anderen Kombination schon mal dagewesen.

Halt, nicht alles! Denn ein Gameplay, das ausnahmslos aus Quicktime Events besteht, noch dazu aus Quicktime Events, bei denen es häufig vollkommen egal ist, ob man die Knöpfe richtig oder falsch drückt, ist in der Tat etwas spektakulär Neues.

Schafft man es auch nur einen Moment, die hype-geschwängerte Glückseligkeit ob der langersehnten spielerischen Erlösung beiseite zu schieben, kann man das reine Gameplay von Heavy Rain problemlos als das erkennen, was es tatsächlich nur ist: blankes Casual Gaming!

Jeder Titel der mit vergleichbar bescheidenem Gameplay in der Vergangenheit z.B. auf Nintendos Wii – dem technischen Hochaltar des Casual Gamings- erschienen ist, wurde von der Kritik (zu Recht) gnadenlos verrissen! Natürlich immer vorausgesetzt, die Medien interessieren sich überhaupt noch für diese Spiele, was angesichts ihrer Tsunami-artigen Flut nachvollziehbar nicht immer der Fall ist.

Zugegeben Heavy Rain sieht natürlich bedeutend besser aus, als seine kleinen hässlichen Casual Gaming Brüder und Schwestern auf Wii, DS & Co. Ironischerweise dürften sich aber gerade unter den Jüngern der neuen Church of the Heavy Rain viele befinden, die ansonsten bei absolut jeder Gelegenheit den großartigen Glaubenssatz verkünden: Gute Grafik ist nicht alles, gutes Gameplay ist viel wichtiger!

Und das kann es hier nur für wirklich gläubigen Heavy Rain Fans mag geben, z.B. weil „ich mich dank des innovativen Gameplays viel besser in den Charakter hineinfühlen und mit ihm identifizieren konnte, vor allem als ich der Nutte ein paar Rühreier gemacht habe...“

Prima, nur hoffentlich kauft Ihr, die Ihr offenbar mit ziemlich wenig zufrieden seid, zukünftig dann auch wacker die zahlreichen von Heavy Rain inspirierten „innovativen“ Software-Produkte, die bei vergleichbarem Gameplay nur ein wenig schlechter aussehen und bald überwiegend Nintendos Wii und DS überschwemmen werden.

Warum dort? Na ganz einfach, weil man hier vergleichsweise günstig (um nicht zu sagen billig) entwickeln kann und es dort –von den zweifellos hochwertigen hauseigenen Nintendo Spielen abgesehen- schon so wahnsinnig viel Schrott gibt, wie viele es gerade bei einer Nintendo-Hardware früher nie für möglich gehalten hätten. Aber was soll`s? Sie sind ja heutzutage nicht die einzigen, die Nimbus gegen Mammon getauscht haben...

Aber bestimmt kommen doch auch noch viele tolle Spiele-Highlights, die sich den Erfolg von Heavy Rain zum Vorbild nehmen und werden dessen „innovativen“ Ansatz zu noch tolleren Spielerlebnissen weiterentwickeln, oder?

Aber gaaaaanz bestimmt, verehrter Heavy Rain Fan... Wahrscheinlich vor allem deshalb, weil Heavy Rain wahnsinnig teuer war und die Spieleindustrie im Moment überhaupt nicht weiß, in welchen Projekten sie angesichts der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise ihre vielen Millionen lieber versenken möchte.

Und „versenken“ wäre gerade hier der richtige Ausdruck! Denn das vierte oder fünfte Spiel dieser Art, oder sagen wir besser „spielbarer“ Film dieser Art, wird die Leute ungefähr noch genauso vom Hocher hauen, wie Guitar Hero Van Halen es heute bei der Plastiklampfen-Fraktion noch schafft. Einmal gepflegt gegähnt, kurz nicht aufgepasst und schon ist man im Halbschlaf vom Hocker gefallen...

Dabei hat jedes Guitar Hero Spiel der Gattung Heavy Rain eines voraus: den Wiederspielwert. Es ist eben kein Thriller, bei dem ich am Ende den Mörder kenne, was sich unweigerlich negativ auf den Wiederspielwert auswirken muss.

Interessant ist hier, das bei jedem Thriller/Krimi Game die professionelle Kritik, genau dies als Schwachpunkt bemängelt. Nur ausgerechnet nicht bei Hypey, ähh Entschuldigung Heavy Rain! Nein, hier man doch gleich noch mal dies und jenes anders machen, um zu sehen, wie sich die Story verändert...

Und just in diesem Moment fährt den wackeren Wiederspielern dann ausgerechnet einer der Väter, wenn nicht gar der Vater von Heavy Rain derbe in die Parade und sagt uns, dass er sich wünscht wir würden es nur einmal spielen und den Ausgang einfach hinnehmen...

...und am Ende reiht sich das unvollkommene Heavy Rain in seiner völligen Überhöhung nahtlos ein in eine Reihe großer Namen und Ideen. Ob Heavy Rain, Barack Obama, Kirche und Paradies: Objektiv versprechen alle viel und halten erstaunlich wenig. Du kannst einfach nur dran glauben! Oder eben nicht...


Wenn du nicht raffst was die Fazination des Spieles aus macht, dann schau dir mal das hier an: http://www.gameone.de/blog/2010/2/heavy-rain-durchgespielt
 
partykiller hat folgendes geschrieben:

Hypy, Du bist doch bloß sauer, weil wir nicht jeder die gleiche Meinung wie Du teilen.
(...)
Oder die User sind sauer, weil sie seine Meinung nicht teilen? ;)

Immerhin hat er seine Meinung recht ordentlich begründet, was ja auch gerne und immer wieder verlangt wird.

Hätte er sich kurzgefasst, wie Elch es verlangt hätte, so im Stil von "HR ist den Hype nicht wert und ist langweilig" hätte er genauso Dresche bekommen.

Und @Elias ein Forum ist beileibe nicht nur dazu da, Probleme zu lösen sondern imho sollte man auch mal über Stärken und Schwächen eines Spiels sprechen dürfen ;)

Was aber wohl nicht einfach ist. Auf einen User, dem ein Spiel *nicht* gefällt kommen 10 User die behaupten, der User hätte "keine Ahnung".
 
piko hat folgendes geschrieben:

Was aber wohl nicht einfach ist. Auf einen User, dem ein Spiel *nicht* gefällt kommen 10 User die behaupten, der User hätte "keine Ahnung".

Das stimm doch gar. Du hast echt keine Ahnung... :bigsmile: ;)
 
Fast schon interessanter als die bereits hundertmal durchgekauten Themen über Heavy rein finde ich ja eigentlich die Frage, wieso der Threadersteller hier es für nötig hält extra ein neues Account zu erstellen um sich hier so über das Spiel zu äussern. Ich gehe nun einfach mal davon aus, dass es sich um einen Benutzer handelt der hier sonst unter anderem Namen aktiv ist, und der sich einfach nur nicht unbeliebt machen wollte. (Oder ist es jemand, der sonst mit Spieleforen nichts am Hut hat obwohl er Spiele spielt und den Drang dazu hat sich in einem Forum darüber zu äussern? Wohl eher nicht. :)

Also entweder ist das eine extrem paranoide Person, wie schon von einigen angemerkt, oder es liegt echt daran, dass hier auf so eine Art von Kritik ganz schön krass reagiert wird. Wieso macht man sich überhaupt unbeliebt, wenn man so einen Thread erstellt?
Ich denke es ist ein Forum in dem über Spiele diskutiert werden soll. Warum ist also ein solcher Thread anscheind so ein Dorn im Auge, dass manche Leute schon seine Existenz verteufeln?

Dass der Thread hier keine Lobeshymnen enthalten wird, sieht man ihm jedenfalls auf 10 Meter an... zumindest dann, wenn man aus der Entfernung noch die Überschrift lesen kann. Wer so ein arger Fan von Heavy Rain ist, dass er die Krise bekommt wenn er Kritik lesen muss, könnte also ganz einfach fern bleiben (anders als wenn der Author den Beitrag direkt in den Heavy Rain Thread gepostet hätte, wie vorgeschlagen).

Erinnert mich hier ein wenig an eine Situation vor ein paar Monaten, als ich es in einem anderen Forum gewagt habe, zu schreiben was mir an Dragon Age Origins nicht gefällt und dafür beinahe gekreuzigt, geteert und gefedert, gepfählt und auf dem Scheiterhaufen verbrannt worden wäre. :0
 
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