Bin ich ein Social Justice Warrior? Ein Kommentar zum #GamerGate

Kalam Mekhar

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Die Sexismusdebatte wird dem ganzen aber auch nur aufgebunden. Sexismus hatte mit dem ursprünglichen Skandal, der dann zum #gamergate und #notyourshield geführt hat (letzteres ganz offensichtlich Teil der Sexismusdebatte) entgegen aller Behauptungen nichts zutun.

Ist doch egal, WARUM man angefangen hat darüber zu diskutieren, es ist ein wichtiges Thema und ich verstehe eben nicht, warum über das eine zu reden, es auschließt über das jeweils andere zu reden. Ich finde das kindisch, wie gesagt von beiden Seiten.

Die Nachrichten schaffen es doch auch gleichzeitg über die Ukrainekrise und die Flüchtlingsstöme aus Syrien zu berichten, da sagt doch auch keiner: "Das eine hat aber nichts mit dem anderen zu tun, wir dürfen jetzt nur über die Ukraine reden!"
 

Kalam Mekhar

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@Valkenvania

wenn du meinen ersten Kommentar in dieser Diskussion gelesen hättest, dann wüsstest du, dass ich als aller erstes angeprangert habe, dass die Debatte zu einseitig geführt wird. Kurz zusammengefasst, da ich nicht nochmal alles schreiben werde: viele männliche Charaktere sind sexistisch, bei weiblichen Charakteren ist es aber schlimmer ausgeprägt.

Ich habe nie behauptet, dass ALLE Spiele alle weiblichen Charaktere sexistisch dargestelt werden, mein Gegenbeispiel ist The Last of Us und ja, Portal ist auch ein gutes Gegenbeispiel.

Wie gesagt, für mich ist es besonders störend, wenn Sexismus an der Glaubwürdigkeit rüttelt, z.B. eben dass Lara sich keine Jacke anzieht, damit ihr jeder auf die Brüste glotzen kann.
Dass die Soldatengegner alle männlich sind, finde ich logisch, da in vielen Armeen nicht mal Frauen als Soldaten erlaubt sind und in Spezialtruppen dürfen sie nicht mal versuchen zu dienen (keine Frau darf versuchen ein SEAL zu werden, z.B.). Und selbst wenn es erlaubt ist, ist ja wohl der absolut überwältigende Teil männlich. Da diese Egoshooter wie Call of Duty meistens in Ländern spielt, in denen Frauen eben nicht in die Armee dürfen, fände ich es unglaubwürdig, wenn da plötzlich viele Frauen rumrennen würden als Gegner.

Gleichzeitig fände ich es deswegen unlogisch, wenn in einem normalen Bordell plötzlich voll viele Calboys rumlaufen würden.

Sexismus und damit verbundener Realismus geht in beide Richtungen
 

Absalom

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Ne natürlich nicht, aber der wird nicht als erstes mit seinem Arsch vorgestellt, sondern ganz normal im Auto sitzend. Beide haben was sehr Enganliegendes an, aber bei Sheva wird da noch zusätzlich die Kamera draufgehalten, bei Chris nicht. Den Unterschied meinte ich :)

Also wegen solch einer Szene würde ich mich nicht aufregen ^^
Da finde ich das Bonuskostüm sexistischer
 

Valkenvania

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@Kalam Mekhar
Freut mich, dass wir hier im Forum eine zivilisierte, recht sachliche Diskussion haben.

Über vermittelte Frauen- und Männerstereotypen in Videospielen zu diskutieren finde ich wichtig und richtig. Aber bitte fair und sachlich. Nicht auf dem Pseudowissenschaftlichen Niveau einer Anita Sarkeesian oder wenn in deutschen Medien über "Killerspiele" die Rede ist.

Sexismus und damit verbundener Realismus geht in beide Richtungen

Dann wird dich interessieren, das Anita Sarkeesian in einem ihrer Videos allen Ernstes behauptet, dass die Vorstellung, das Männer allgemein körperlich stärker als Frauen sind, ein Mythos ist. Laut Anita sind Männer und Frauen körperlich gleich stark und es Sexismus sei das Gegenteil zu behaupten.
Klar, deswegen treten ja in den Olympischen Spielen und allen anderen Sportveranstaltungen Männer und Frauen getrennt von einander an...
Wenn du jetzt noch von Anita Sarkeesians Objektivität überzeugt ist, dann weiss ich auch nicht mehr :)

Ist doch egal, WARUM man angefangen hat darüber zu diskutieren, es ist ein wichtiges Thema und ich verstehe eben nicht, warum über das eine zu reden, es auschließt über das jeweils andere zu reden. Ich finde das kindisch, wie gesagt von beiden Seiten.

Die Nachrichten schaffen es doch auch gleichzeitg über die Ukrainekrise und die Flüchtlingsstöme aus Syrien zu berichten, da sagt doch auch keiner: "Das eine hat aber nichts mit dem anderen zu tun, wir dürfen jetzt nur über die Ukraine reden!"

Ich erkläre dir warum.
Durch Edward Snowden kam heraus, das die NSA die ganze Welt ausspioniert. Anstatt nun über diesen Skandal zu berichten und Fragen bezüglich der Rechtmäßigkeit und ob dies demokratische Grundprinzipien verletzt zu stellen, ging es nur um die Person Snowden.
Snowden der Verräter.
Snowden dies, Snowden das.
Der eigentliche Skandal, das Auspionieren der NSA, rückt somit in den Hintergrund.

Oder auch der "*uck the EU" Skandal:
Die meisten Medien konzentrierten sich auf die unverschämte Beleidigung.
Der eigentliche Skandal war jedoch, dass in diesem Telefongespräch wie selbstverständlich darüber beraten wurde welchen Politiker man sich denn gerne als Regierungschef wünscht. In einer Demokratie bestimmen das normalerweise die Bürger eines Staates mit ihrer Wählerstimme.
Für die Medien war jedoch die Beleidigung wichtiger als dass hinter den Kulissen über Regierungschefs anderer Staaten gepokert wird.

Bitte ontopic bleiben. Diese zwei Beispiele aus den Nachrichten habe ich nur erwähnt um es besser zu erklären.

Wieder zurück zu der Gaming Welt.
Der eigentliche Skandal ist die Bestechung, Korruption und Nepotismus zwischen Spielemachern und Gaming-Journalisten.
Anstatt die Korruptionsvorwürfe unvoreingenommen zu prüfen und zu recherchieren haben die meisten Gaming Magazine gegen einen imaginären Strohmann gekämpft um davon abzulenken: Der frauenfeindliche Gamer. Jeder der die Verflechtungen zwischen Entwicklern, Journalisten und Feminismus Think-Tanks aufgezeigt wird automatisch als Sexist diffamiert. Seine Argumente ohne Ansicht verworfen. Das sind ja alles Verschwörungstheorien.
Jegliche auch noch so berechtigte Kritik an Anita Sarkeesians Videoserie ist somit automatisch nicht ernst zu nehmen.

Deswegen sind wir Gamer, gelinde gesagt, sehr verärgert. Diese Leute nutzen diese Taktik um berechtigte Kritik im Keim zu ersticken. Es ging nie um Sexismus. Es ging um Korruption im Gaming Journalismus.
Die Taktik ist die Öffentlichkeit auf ein anderes Thema abzulenken.


2012 hatten wir einen anderen Gaming Skandal. Das sogenannte Doritosgate.
Games Journalist Geoff Keighley machte eine schamlose Promotionaktion für Halo 4, Doritos und Mountain Dew. Die Kommentare dazu waren: "Ist der Gaming-Journalismus schon so weit heruntergekommen, was für eine Schande". Kein wunder, das Halo 4 so gut bewertet wurde, obwohl es bei der Halo Gemeinde nicht soo gut ankam.

Mehr Infos dazu hier:
Doritosgate | Know Your Meme


Hier noch eine der wenigen neutralen Zusammenfassungen über #Gamergate die alle Ereignisse chronologisch mit Screenshots aufzeigt zum nachlesen:
Quinnspiracy | Know Your Meme

Nochmal: Beim #Gamergate geht es NICHT um Sexismus. Es geht um KORRUPTION in der Spielebranche. Games von Freunden/Partnern werden in Publikationen positiv erwähnt, Konkurrenten werden sabotiert, Koruptionsvorwüfe werden totgeschwiegen/ignoriert, sachliche Posts zur Korrüption werden zensiert/gelöscht, ideologische Agendas finden Einzug in Games-Artikeln, in Indie-Spiele-Festivals haben Spieleentwickler die nicht in der "Clique" sind keine Chance zu gewinnen (Leute in der Jury promoten gleichzeitig die Spiele ihrer Freunde), Hasskampangnen "die Gamer sind tot" werden geführt, Online "harrasment" wird gefaked um sich vor Kritik zu schützen, Konkurenzveranstaltungen werden sabotiert, Interressenkonflikte.
Für all das gibt es Beweise (Artikel, Screenshots, Log Dateien, Videos, schaut für welche Firmen und Organisationen die Leute gleichzeitig arbeiten).
 
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ChefKoch D

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Nochmal: Beim #Gamergate geht es NICHT um Sexismus


Ich stimme deinem Beitrag voll und ganz zu nicht desto trotz spiel Sexismus hier trotzdem eine Rolle.

Hier wurde nur mal wieder das altbekannte Problem genommen um der Community aufzuzeigen was für ein Haufen Abschaum sie doch alle sind...das gleiche hätte man aber auch mit Gewalt in Videospielen machen können das Ergebnis und die Debatte wäre defacto fast die selbe.

Das Problem ist aber das diese Anschuldigungen nicht von fremden Positionen kamen sondern aus den vermeidlich eigenen Reihen nämlich der Gamesbranche.
In den letzen Monaten wurde man ja regelrecht überhäuft mit Artikeln die umschrieben was für ein Haufen Müll die Gaming Communtiy doch ist, anstatt seriöse Nachforschungen anzustellen wie groß das Problem wirklich ist und wie ernst man diese Sache nehmen sollte. Wie oft durfte ich die hochnäsigen Artikel der "Game-Journalisten", Entwickler und Publisher lesen die sich für was besseres hielten und durch ihre Artikel die eigenen Meinung und Wertvorstellung jedem "minderwertigem Gamer" unter die Nase zu reiben nur weil sie vllt. eine eindimensionale Sichtweise haben

Die ganze Gamergate Eskapade hat das Wasser nur zum überlaufen gebracht. die gaming communtiy hat einfach genug deswegen ist man ja nun so aggressiv gegenüber der Branche

Ich kann immer noch nicht verstehen wie Dumm und Verblendet man sein kann um der eigenen Einnahmequelle in den Rücken zu fallen....aber naja die Geschichte mit dem hohen Ross kennen wir ja alle.
-----------------------
GamerGate explodes: Gaming journalists declare the gamers are over, but they are.
"The biggest problem with all these claims that “gamers are over” is that they are demonstrably untrue."
Gamers are not over, but gaming journalism is.
 
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Kalam Mekhar

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@Kalam Mekhar
Freut mich, dass wir hier im Forum eine zivilisierte, recht sachliche Diskussion haben.

Über vermittelte Frauen- und Männerstereotypen in Videospielen zu diskutieren finde ich wichtig und richtig. Aber bitte fair und sachlich. Nicht auf dem Pseudowissenschaftlichen Niveau einer Anita Sarkeesian oder wenn in deutschen Medien über "Killerspiele" die Rede ist.

Ich freue mich auch immer über anregende, sachliche Diskussionen :)

Ich stimme dir ja auch zu, ich finde Sarkeesian macht keinen guten Job in ihren Videos, die meisten ihrer Beispiele sind sehr schlecht gewählt, da aus dem Zusammenhang gerissen. Und das ein Durchschnittsmann stärker ist als eine Durchschnittsfrau ist natürlich eine Tatsache und sie macht sich lächerlich, falls sie wirklich was anderes behauptet (hab nicht alle Videos in voller Länge gesehen). Trotzdem hoffe ich einfach mal, dass andere Leute, die über das Tema vielleicht noch gar nicht nachgedacht haben, durch die Erwähnung durch Sarkeesian beginnen, darüber nachzudenken - selbständig und besser fundiert :)

Mich persönlich stört das mit den unfairen Wertungen nicht so arg, da ich auf offizielle Bewertungen schon lange nichts mehr gebe (wie die Note von DAII zustande gekommen sind, kann ich bis heute nicht verstehen.), ich verlasse mich auf Demos oder Reviews von Kunden. Ich würde mir nie ein Spiel kaufen, weil es gute offizielle Reviews bekommen hat
Trotzdem sollte bei offiziellen Reviews wirklich mal gewisse Standards eingeführt werden, welche Kriterien in so eine Bewertung einzufließen haben (ich weiß, das ist schwierig), damit eben nicht z.B. wie bei DAII die ständig sich wiederholenden Gebiete einfach ignoriert werden in der Wertung.

Und es ist natürlich unberechtigt, pauschal alle Leute mit konstruktiven Kritikpunkten als Sexisten zu bezeichnen. Das Problem ist jedoch, dass sich bei diesem Gamerthemen immer besonders viele gefühlt 14-Jährige Vollidioten so drastisch und unmöglich und mit Schaum vorm Mund äußern, dass vernünftige Diskussionen im Keim erstickt werden, da die kritisierte Seite sich zu recht unfair angegriffen fühlt und deswegen auf sture Totalabwehr schaltet.

Wenn es technisch nicht unmöglich wäre, wäre ich echt dafür eine Altersbeschränkung für Posts im Internet einzuführen, es gibt zwar natürlich auch ältere völlig bescheuerte Leute, aber dann wären diese Ragekiddies schon mal weg :)
 

Klopper

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Aber in dem Fall hat er objektiv recht.

Boing.
Ich finde es ja fast schon etwas respektlos, dass ich eines seiner Videos hier recht flott dekonstruiert habe und dabei zeigte, dass er ebenso ziemlich gerne und häufig Dinge aus dem Zusammenhang reißt, um eine Seite weiter lesen zu müssen, dass er OBJEKTIV Recht hat.

Du brauchst da auch gar nicht weiter drauf eingehen, da wir uns sicher nicht mehr einigen werden und so Energie sparen können. Außerdem will ich auch gar nicht weiter auf die Sexismus-Debatte eingehen, die mMn aber keineswegs vorgeschoben ist, sondern parallel existiert und immer untrennbar mit GamerGate verbunden sein wird. Schließlich begann es mit dem Vorwurf der Vorteilsnahme im Austausch gegen sexuelle Handlung. Ein Vergehen, das immer nur Frauen vorgeworfen wird. Oder hat jemand schon mal gehört, dass sich ein Mann hochgeschlafen haben soll? Der Vorwurf allein ist also schon sexistisch, weil Frauen ständig unterstellt wird, ihre Reize zum Vorteil einzusetzen, aber Männer dabei immer das Opfer sein sollen. Ich habe mich allerdings noch nie als Opfer gefühlt, wenn ich zum Schuss kam. Ihr?

Aber eines noch. Und das möchte ich allen mit auf den Weg geben:

Streicht die Wörter "objektiv" und "Objektivität" aus eurem Wortschatz!

Wir befinden uns beim Thema Videospiele im Meinungsjournalismus, wie bei anderen kulturellen Themen auch. Jede Kritik ist eine Meinungsäußerung. Meinungen sind immer subjektiv. Sie können objektive Informationen enthalten, aber davon gibt es weniger, als viele Glauben. Objektive Informationen sind zu Beispiel der Radius einer Disc oder die Größe der enthaltenen Datenmenge. Ab der inhaltlichen Bewertung dieser Datenmenge wird es aber wieder subjektiv, so wie die gesamte GamerGate Diskussion subjektiv geführt wird.

Hier werden Begriffe wie "Beweis" und "Fakt" wie so oft völlig falsch verwendet, wenn es sich in Wirklichkeit um nicht mehr als ein Indiz oder eine Meinungsäußerung handelt. Das resultiert daraus, dass die Debatte hoch emotional geführt wird und jeder einzelne Mensch (mich natürlich eingeschlossen) dazu neigt, die eigene Meinung zu erhöhen und schnell dazu bereit ist, Meinungen als Wahrheiten zu akzeptieren, die der eigenen entsprechen.

Ein schnelles Beispiel dazu. In den letzten Monaten haben wir oft News gelesen mit dem Inhalt: Spiel X hat auf PS4 1080p, auf Xbox One 900p
Das ist - so wie ich es hier geschrieben habe - eine der sehr seltenen objektiven Informationen im Bereich der Videospiele und sagt natürlich überhaupt nichts über die Qualität des Spiels aus oder die Gründe dafür, warum welche Konsole welche Auflösung hat. Keine Wertung, keine Begründung, nackte Information.
Könnte man also so stehen lassen, wird aber nicht gemacht. Stattdessen entwickeln sich in den Kommentaren sehr schnell Streitgespräche, weil emotionalisierte Menschen in diese nackten Informationen aufgrund der eigenen, persönlichen Prägung viel mehr Informationen hinein legen, als sie tatsächlich enthalten. Manch einer interpretiert dort die Überlegenheit der PS4 hinein, obwohl zu den tatsächlichen Gründen der unterschiedlichen Auflösung sonst keine Information enthalten ist. Manch einer sieht hier einen Angriff auf die Xbox One, obwohl keinerlei Wertung in den simplen Wörtern oben steht.
Manch einer geht noch weiter und sieht darin sogar eine gezielte Schmutzkampagne gegen MS, weil er die Meldung mit weiteren ähnlichen News in Zusammenhang stellt, er persönlich die XBox One aber toll findet und daher vermutet, dass diese Meldungen absichtlich in der Häufigkeit veröffentlicht werden, um das Ansehen der XBox zu beschädigen. Dem Portal wird also unterstellt, es wär mindestens Sony-nah, vermutlich aber korrupt.
Das Beispiel kann hier jeder auf Gamezone nachlesen, hatten wir nämlich in so ziemlich jeder News zum ResolutionGate (was haben Gamer eigentlich immer mit ihren Gates?). Eine anfangs völlig harmlose und weitestgehend bedeutungslose Meldung wird schnell zum brisanten Streitpunkt - nicht etwa aufgrund ihrer tatsächlichen Informationen, sondern durch die persönliche Prägung des Rezipienten. Die zusätzlichen Informationen steckten schon in dem Rezipienten, er hat sie jetzt nur der neuen Information zugeordnet und vermischt, um daraus seine Meinung zu bilden.

Das war jetzt Kommunikationswissenschaft 101. Was ich damit sagen will: Viele der GamerGate-"Beweise" sind nicht mehr als Informationen oder Informationsbruchstücke, die erst durch die Prägung des einzelnen einen weiteren Wert enthalten. Das passiert in Gaming Communities und überall sonst auf der Welt jeden Tag, ist aber keine Grundlage für einen echten Beweis. Der oben angesprochene MS-Freund ist sehr schnell dazu bereit, Meinungen als Wahrheiten zu akzeptieren, die ihm in den Kram passen. Und genauso ist er sehr schnell dabei, Argumente zu überlesen oder umzudeuten, die ihm nicht zusagen.
Viele der angeblich so "harten Fakten" sind nichts weiter als sehr nüchterne Vorgänge, die erst durch viel Interpretation zu einem Skandal werden. Dass man auf Twitter nett zu einander ist, ist doch in erster Linie Zeichen einer funktionierenden Etikette in der Branche, aber noch lange kein Beweis für Korruption und Vetternwirtschaft.
Ich warte immer noch auf echte Beweise, die tatsächlich vor Gericht Bestand haben können.

Damit eines klar ist: Ich bin nicht so naiv nicht zu glauben, dass es Korruption im Journalismus gibt. Es gibt immer irgendwo Leute, die sich was einstecken. Es gibt auch ganz sicher passive Einflussnahme, denn tendenziell spricht man wohlwollender über ein Spiel, wenn man vom Publisher zu einer geilen Präsentation mit dickem Dinner geladen wird. Das hoffen zumindest die PRler und daher machen die das ja auch. Hier ist die persönliche Stärke des Journalisten gefragt.

Ich sehe die bislang vorgetragene Indizienlage aber als zu dürftig an, um tatsächlich jemanden einen Strick drehen zu können. Besonders sehe ich da keinerlei Anzeichen eines weit umfassenden Systems, von dem die gesamte Branche betroffen sein soll. Teils zeugen die Vorwürfe der GamerGater auch einfach von einem mangelnden Verständnis oder falschen Vorstellungen alltäglicher journalistischer Arbeit.

Mehrere Seiten veröffentlichen ähnliche Artikel am selben Tag? Geschenkt. Natürlich reagieren Medien tagesaktuell auf Ereignisse. Und natürlich reagieren sie besonders auf die Berichterstattung des Wettbewerbs. Wenn IGN ein großes Thema hat, muss Kotaku das natürlich auch sofort haben, etc. Ganz normal. Zudem sind die "Death of Gamers"-Artikel beim näheren Hinsehen meist das, was in solchen Zusammenhängen oft schnell zusammengebastelt wird: Ältere Artikel mit bekannten Thesen, die für den Anlass aktualisiert und angepasst wurden. Ähnliche Artikel habe ich vorher oft gelesen, nur interessierten sie da noch niemanden. Es ist kein Hexenwerk, dass die alle am selben Tag auftauchten. Journalisten sitzen nicht abgeschottet in hohen Türmen und machen dort alle ihr eigenes Ding. Sie lesen einander und reagieren aufeinander. Und das sollen sie auch tun.

Oder gar die Veröffentlichung von Pressemitteilungen. Dafür sind sie doch da. Ein großer Teil der täglichen News auf Portalen sind abgewandelte PMs. Spiel X erscheint am XX.XX. - Pressemeldung. Spiel Y bekommt DLC. - Pressemeldung.
Es ist ein Zeichen von Faulheit, wenn die PM unverändert übernommen wird, aber sicher kein Vergehen oder ein Anzeichen der Hörigkeit gegenüber der Industrie. Natürlich nimmt ein gewissenhafter Journalist da vorher die enthaltenen Lobpreisungen raus. Aber journalistische Arbeit beruht nun mal darauf, dass Informationen zugespielt werden. Nicht für jeden Mist ist knallharte Recherche und investigative Undercover-Arbeit notwendig.


Gnaaarrr! Jetzt habe ich wieder meinen Vormittag dafür geopfert! Ich glaube, ich mache eine Gaming Pause für ein halbes Jahr und komme wieder, wenn alles wieder wie gewohnt weiter geht, ohne dass sich irgendwas geändert hat...
 
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Mersadion

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Gamersgate hier....Resolutiongate da...das einzig gute Gate im Zusammenhang mit Spielen ist Baldurs Gate. So interessant und, was Sexismus als Allgemeinthema angeht, auch sinnvoll die Diskussionen sein mögen hab ich den Eindruck dass manche schlicht das vergessen worum es bei dem Hobby geht...um Spiele und Spass am Spielen. Alles wird zur Glaubensfrage und zum Politikum hochgekocht. Mir persönlich ist es scheissegal ob ein Journalist ne gekaufte 9 oder ne ehrluche 7 unter nen Test setzt da ich mir wenn möglich immer ein Bild aus verschiedenen Quellen mache und das gilt für jeden Bereich der Nachrichten und Produktinformafionen.
 

ChefKoch D

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Hier ist die persönliche Stärke des Journalisten gefragt.

Aber genau hier liegt doch der Hund begraben. Die Gamesbranche hat eig keine "echten" Journalisten.
Das sind doch alle wenn man das nüchtern betrachtet nichts weiter als Hobby Kritiker oder Blogger. Aber davon haben wir mehr als genug spätestens seit YouTube und co.

Kaum einer in der Branche hat wirklich Journalismus studiert oder hat Ahnung was echte Recherche oder Ethik ist. Deswegen ist es ja auch so ein kunterbuntes "Jeder mit jedem" ohne ethischen Prinzipien.

-----------
Was hier aber gerade passiert ist einfach nur der Aufschrei nach einem höheren Standard, mehr Transparenz und einer Seriösen und objektive Quelle auf die sich der Gamer verlassen kann abseits der uns bekannten typischen Blogger und Amateure

Und das hat die Branche auch dringend nötig, denn wir sind schon lange keine Nischenmarkt "only for Nerds" mehr
 
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Klopper

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Aber genau hier liegt doch der Hund begraben. Die Gamesbranche hat eig keine "echten" Journalisten.
Das sind doch alle wenn man das nüchtern betrachtet nichts weiter als Hobby Kritiker oder Blogger. Aber davon haben wir mehr als genug spätestens seit YouTube und co.

Kaum einer in der Branche hat wirklich Journalismus studiert oder hat Ahnung was echte Recherche oder Ethik ist. Deswegen ist es ja auch so ein kunterbuntes "Jeder mit jedem" ohne ethischen Prinzipien.

Hast Du dafür denn Belege? Oder ist es nur wieder das Gefühl, dass da nur Amateure am Werk seien?
Also ich habe Journalismus studiert und schreibe über Spiele. Viele meiner ehemaligen Kommilitonen tun dies ebenso. Mir fällt ehrlich gesagt sogar gerade kein mir persönlich bekannter Journalist ein, der nicht studiert oder zumindest ein Volontariat durchlaufen hat. Natürlich wieder persönlicher Eindruck.

Mit Kollegen von der anderen Seite, sprich Entwicklern oder PRlern, befreundet zu sein, mal einen trinken zu gehen oder gar eine Beziehung zu haben, widerspricht keiner Ethik. Es ist sogar unvermeidlich. Denn die haben zum Teil mit mir zusammen studiert, denselben Bildungsweg durchlaufen. Soll man lange Freundschaften plötzlich quittieren, weil die Brötchengeber auf anderen Seiten stehen? Ist das nicht zu viel verlangt?
Zu Verurteilen ist es nur, wenn diese Beziehungen ausgenutzt werden. Aber das ist erstens sehr schwer zu belegen, zweitens sind die Übergänge fließend und drittens ist es eine Frage der Definition, wo Vorteilsnahme und Bestechung überhaupt anfängt.

Ist es schon das Testmuster, das dem Journalisten umsonst zur Verfügung gestellt wird?
Das braucht er aber, um seine Arbeit überhaupt zu erledigen. Wenn er es selbst kaufen müsste und der Test dann erst ein paar Tage nach Release kommt, meckern die Gamer doch auch schon wieder.

Ist es Bestechung, wenn dem Testmuster zehn T-Shirts beiliegen?
Ich wage mal zu bezweifeln, dass man mit einem Gratis-Shirt eine Traumwertung provoziert. Könnte aber natürlich schon das Zünglein an der Waage sein, ob es am Ende eine 7 oder 7,5 wird.
Sicher geht der Journalist dann aber, wenn er die zehn Shirts an die Community verlost. Aber wird der Versuch der Beeinflussung dann nicht einfach weiter gereicht und der Gamer blickt wohlwollender auf Call of Duty, wenn er den Namen auf der Brust tragen darf?

So können wir das immer weiter spinnen. Kleines Beispiel ohne Relevanz, ich weiß. Aber letzten Endes sind Journalisten nur Menschen und von äußeren Einflüssen nicht gefeit, so wenig wie jeder andere auch. Es gibt im Studium keinen Lehrgang, der aus einem spieleinteressierten Menschen einen stahlharten, aufrichtigen Charakter formt. Es gibt eine Ethik-Vorlesung und etwas Medienrecht, bei denen an ein paar Fallbeispielen gezeigt, wird, was man besser zu lassen hat. Aber ich wurde dadurch sicher nicht aufrichtiger als vorher.


Was hier aber gerade passiert ist einfach nur der Aufschrei nach einem höheren Standard, mehr Transparenz und einer Seriösen und objektive Quelle auf die sich der Gamer verlassen kann abseits der uns bekannten typischen Blogger und Amateure


Aber wie wollt ihr die Umsetzung dieser Forderungen angehen?
Mehr Transparenz. Klingt ja schon mal gut. Aber was genau soll transparent werden? Wie soll jemand beweisen, dass er nicht von einem Publisher beeinflusst wurde? Liste der Telefongespräche offen legen, genau wie die Facebook, Xing und Twitter-Kontakte? Kontoauszüge veröffentlichen? Sich von einem Arzt bescheinigen lassen, dass kein Sex vor dem Schreiben des Tests stattfand? Am besten beim Schreiben live streamen lassen, damit auch jeder sieht, dass niemand hinter einem steht?
Ja, ich übertreibe, aber die Frage stelle ich mir.

Höhere Standards. Klingt auch gut. Aber wie? Und was sind höhere Standards? Meine studierten Freunde in der Branche und "echten Journalisten", wie Du es nennst, sind übrigens ausnahmslos alle auf Seite von Sarkeesian. Das gefällt den Gamern natürlich wieder nicht. Höhere Ausbildungsstandards bedeuten nämlich nicht, dass es den GamerGatern recht gemacht wird. Und das ist ja so meine Befürchtung hinter dem Ganzen: Das es vor allem darum geht, dass nicht wenige Leute wollen, dass nur über Sachen berichtet wird, die ihnen gefallen, auf die Art, wie sie es mögen. Wer was anderes macht, der erfüllt natürlich nicht den Standard. <- Vorsicht! Persönlicher Eindruck!
Wenn ich jetzt besonders gemein sein wollte, müsste ich ja auch erstmal fragen, ob denn die vielen, anonym auftretenden GamerGater auf 4chan, reddit und YouTube überhaupt die nötigen Standards mitbringen, um berechtigte Kritik zu üben? Welche Ausbildung haben die genossen? Sind sie gefeit vor äußerer Einflussnahme? Haben sie überhaupt das Handwerk, ordentlich zu recherchieren? Legen sie ihre Methodik offen? Den Spieß kann man genauso umdrehen. ;)

Seriöse und objektive Quellen? Vergiss es. Ich habe hier schon was zur Objektivität geschrieben. Es gibt sie nicht. Von der ersten Idee eines Spiels an existiert schon keine Objektivität mehr, denn jeder Entwickler geht mit Emotionen an die Sache. Ein Spiel ist eine höchst subjektive Sache. Die Bewertung eines Spiel ist ebenso subjektiv. Es gibt da keine Schablone und keine festen Werte.
Objektivität in eine Illusion, ein feuchter Traum. Die Quellen eines Spielejournalisten sind das Spiel selbst, dessen Entwickler und der Publisher. Alle drei davon wollen Dich dazu bringen, sie zu lieben. Unabhängige Experten gibt es nur für Hintergrundreportagen zur Gaming Kultur. Wissenschaftler, die Dir was zu Narrationsmodellen erzählen können oder der Wirkung von VR aufs Gehirn. Aber sie können niemanden helfen, ein Spiel objektiv zu bewerten.

Und das hat die Branche auch dringend nötig, denn wir sind schon lange keine Nischenmarkt "only for Nerds" mehr

Das sehe ich genauso. Aber zu einem Markt, der nicht mehr "only for nerds" ist, gehören nun mal auch Themen wie Sexismus, wo doch wieder alle auf die Palme gehen, persönliche Anfeindungen, Ablenkungsmanöver oder gar feministische Kampagnen vermuten. Wenn die Bereitschaft nicht da ist, auch mal andere Betrachtungswinkel zuzulassen, können sich die Journalisten noch so viele Beine ausreißen.
Wenn der Markt aus seiner Nische hervorbrechen möchte, dann muss sich nicht nur die Presse ändern, sondern auch deren Leser offener werden und aufhören, ihre Spiel als abgekanzelte und unangreifbare Institution zu sehen und jeden vermeintlichen Kritiker anzugreifen. Das war übrigens der Kernsatz der "Death to Gamers"-Artikel, die allerdings dann wieder nur als bloße Anfeindung empfunden wurden, statt diskutiert zu werden.
 
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aaaabbbbcccc

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Was mich an Sarkeesian stört ist , dass sie die Spiele nicht gespielt hat und sich damit nur ein beschränktes Bild macht. Man muss sich auch mal das Universum des Spiel betrachten. AC z.B. spielt einige hundert Jahr in der Vergangenheit und ich denke, dass die Frauen damals nicht die gleichen Rechte genießen konnten, die sie heute tun. Wieso also wird dies als Sexismus abgestempelt, obwohl jedes Geschichtsbuch das gleiche sagt. Oder aber Saints Row, wo man nicht nur die Brustgöße bestimmen kann, sondern auch die Penisgrößes. Das sind einige Beispiel wo die gute Frau sich Fakten zurecht legt oder weg lässt.

Hat aber die Brache eine Sexismus Problem. Meiner Meinung ja. Trotz aller Kritik (teilweise berechtigter) an Sarkeesian, unrechte hat sie nicht. Man muss sich nur die Spiele anschauen. Wie viel haben eine weibliche Hauptcharakter? Wenige und selbst diese werden als makellos und attraktiv dargestellt ala Lara Croft. Und wie oft werden diese als schwaches Geschlecht dargestellt, dass man retten muss.

Ganz zu schweige von den japanischen Spiele, die gerne bei Sexappeal übertreiben. Dead or Alive brüstet sich gern mit damit, dass man eine tolle Brustphysik hat und verkauft dann noch für viel Geld Biki DLC. Selbst große Entwickler wie Kojima ist hier keine Ausnahme. Wieso Quiet im String Tanga rumläuft, bleibt sein Geheimnis.

Und wieso ist das so? Zum einem weil das Motto "Sex sells" stimmt, egal ob jetzt Games, Musik, Film oder Bücher. Glaubt mir, 50 Shades of Grey ist nicht wegen der Geschichte oder weil es besonders gut geschrieben ist so erfolgreich. Ein weiterer Grund ist auf die Zielgruppe. Die Hauptkäufer solcher Spieler sind nun mal pubertierende weiße Kinder. Und solange sich die Spiele gut verkaufen, solange werden die Entwickler weiter mit Klischees um sich werfen.
 

Klopper

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Und wieso ist das so? Zum einem weil das Motto "Sex sells" stimmt, egal ob jetzt Games, Musik, Film oder Bücher. Glaubt mir, 50 Shades of Grey ist nicht wegen der Geschichte oder weil es besonders gut geschrieben ist so erfolgreich. Ein weiterer Grund ist auf die Zielgruppe. Die Hauptkäufer solcher Spieler sind nun mal pubertierende weiße Kinder. Und solange sich die Spiele gut verkaufen, solange werden die Entwickler weiter mit Klischees um sich werfen.

Ja, da gebe ich Dir Recht, deswegen wird auch diese Debatte nichts ändern und alle Ängste und Anstürme besorgter Gamer sind völlig unbegründet. Spiele werden so bleiben, wie sie sind und jeder darf weiterhin spielen, was ihm Spaß macht. Und das ist ja auch gut so.

Es ist dennoch wichtig, dass die Debatte ordentlich geführt werden kann, denn die Kritik ist eine wichtige Disziplin, die es ermöglicht, Dinge aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten und so für Einsichten und damit für Verbesserung, Weiterentwicklung und Diversifizierung sorgen kann. Dieses Mal ist es halt die feministische Perspektive von Anita Sarkeesian, genau wie Spiele schon in der Kritik vieler Menschen standen und auf viele verschiedene Perspektiven betrachtet wurden, etwa die narrative, soziologische, ästhetische, kommunikative, psychologische oder ludologische. Was jetzt an der jetzigen so dramatisch sein soll, kapiere ich immer noch nicht...
 
J

JannLee

Guest
Also die Leute die ich aus der Branche kenne, sei es auf redaktioneller oder PR-Seite blah blubb haben allesamt studiert oder zumindest ein Volontariat durchlaufen, außer vielleicht zwei davon, welche über Umwege vor zig Jahren in die Branche kamen.
 

aaaabbbbcccc

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Wieder zurück zu der Gaming Welt.
Der eigentliche Skandal ist die Bestechung, Korruption und Nepotismus zwischen Spielemachern und Gaming-Journalisten.
Anstatt die Korruptionsvorwürfe unvoreingenommen zu prüfen und zu recherchieren haben die meisten Gaming Magazine gegen einen imaginären Strohmann gekämpft um davon abzulenken: Der frauenfeindliche Gamer. Jeder der die Verflechtungen zwischen Entwicklern, Journalisten und Feminismus Think-Tanks aufgezeigt wird automatisch als Sexist diffamiert. Seine Argumente ohne Ansicht verworfen. Das sind ja alles Verschwörungstheorien.
Jegliche auch noch so berechtigte Kritik an Anita Sarkeesians Videoserie ist somit automatisch nicht ernst zu nehmen.

Deswegen sind wir Gamer, gelinde gesagt, sehr verärgert. Diese Leute nutzen diese Taktik um berechtigte Kritik im Keim zu ersticken. Es ging nie um Sexismus. Es ging um Korruption im Gaming Journalismus.
Die Taktik ist die Öffentlichkeit auf ein anderes Thema abzulenken.
Sorry aber machst du das nicht auch gerade? Klar kann man auch über diese Thema reden. Genauso könnte man auch darüber reden, dass Entwickler von allen Programmieren am schlechtesten bezahlt werden und meisten sogar Überstunden machen müssen, besonders wenn man dem Zeitplan hinterher hängt. Diese Branche ist alles andere als perfekt und Kritik an den Sachen die du ansprichst ist durchaus berechtigt. Es geht hier aber um Sexismus. Jeder der seit ein paar Jahren Games spielt und mal objektiv diese Sache betrachtet, wird doch zustimmen, dass die Branche sexistisch ist. Das es die meisten nicht kümmert, liegt vielleicht auch daran, dass die meisten nicht betroffen sind. Das heißt aber nicht, dass es nicht wahr ist. Ein weiterer Grund liegt vielleicht daran, dass es kaum weibliche Entwickler gibt, die das Sagen haben.
 

ChefKoch D

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Hast Du dafür denn Belege? Oder ist es nur wieder das Gefühl, dass da nur Amateure am Werk seien?


Wieso wieder? Man hat doch teils freie Einsicht auf den Lebenslauf vieler Redakteure, Schreiber, Journalisten etc. in dieser Branche. Schau sich doch einer nur die großen/wichtigen an wie IGN, Gamespot, GT, 1up etc, nur die wenigsten haben da wirklich Journalismus studiert.

(Das man aber hier in Europa die Sache Gottseidank noch relativ altmodisch handhaben ist mir bewusst aber leider sind wir nicht der Kern der Videogames das sind weiterhin immer noch die Staaten)


....Ist es schon das Testmuster, das dem Journalisten umsonst zur Verfügung gestellt wird?....

Bestechung in meinen Augen ist es eher das man sich für ein frühzeitiges Testmuster prostituiert und ja nicht vergisst den Bericht positiv zu verfassen damit man nächstes mal schön weiter die Exemplare vor allen anderen bekommt. Das kann doch nicht sein das man für Geld all seine Prinzipien über Bord wirft, ist ja ok wenn das der ein oder andere nicht schafft aber alle? *überspitzt

Deswegen hab ich ja auch gesagt das man abseits den üblichen Blogger, Kritiker etc. ein Quelle braucht auf die man sich als Gamer wirklich verlassen kann. Die Publisher können ja trotzdem damit weitermachen Redakteure unter druck zu setzen in dem sie nur einem ausgewählten Kreis die Testmuster frühzeitig zukommen lassen bei dem sie positive Werbung erwarten aber dies sollte dann nicht die letzte Instanz sein so wie es aktuell gehandhabt wird.

Man hat doch jetzt schon die schnauze Voll von all den 10/10 Reviews die 5 Tage vor Release erscheinen sodass man schon vor langer Zeit angefangen hat sich selber Eindrücke auf Youtube zu machen (leider aber erst zu Release und sehr mühsam)



Aber wie wollt ihr die Umsetzung dieser Forderungen angehen?
Mehr Transparenz. Klingt ja schon mal gut. Aber was genau soll transparent werden? Wie soll jemand beweisen, dass er nicht von einem Publisher beeinflusst wurde? Liste der Telefongespräche offen legen, genau wie die Facebook, Xing und Twitter-Kontakte? Kontoauszüge veröffentlichen? Sich von einem Arzt bescheinigen lassen, dass kein Sex vor dem Schreiben des Tests stattfand? Am besten beim Schreiben live streamen lassen, damit auch jeder sieht, dass niemand hinter einem steht?
Ja, ich übertreibe, aber die Frage stelle ich mir.

Wieso kein Ausschuss der bei seriösen Anschuldigung oder Verdacht der Sache nach geht und diese hart abstraft?
So etwas gibt es doch in anderen Branchen auch und es funktioniert(einigermaßen) wieso hat man dies nicht schon längst bei einer Multi Milliarden Branche wie der Videospiele gemacht die gelinde gesagt überhaupt keine Schutz Mechanismen aufzeigen

Wenn der Markt aus seiner Nische hervorbrechen möchte, dann muss sich nicht nur die Presse ändern, sondern auch deren Leser offener werden und aufhören, ihre Spiel als abgekanzelte und unangreifbare Institution zu sehen und jeden vermeintlichen Kritiker anzugreifen.

Das wäre schon utopisch zumindest kenne ich solche eine gewünschte Offenheit bei keinem anderen Bereichen (Kino, Automobil, Elektronik, Politik, Beruf) Man wird da immer Problemkinder haben vor allem wenn diese auch noch Kinder sind die es noch nicht wirklich realisieren können... so wie ein großer Teil es nun mal bei den Videogame ist.
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Und während ich ein gewisses Verständnis für die Erwachsene Community habe im glauben(wissen?) das man sich des Problems bewusst ist aber keine schnelle Lösung momentan noch hat. Habe ich überhaupt kein Verständnis mit dem schon länger andauernden Rockstar Getue der Games Presse.


Was für mich aber schon jetzt feststeht ist das diese sich auf kurz oder lang als erstes ändern wird...
 
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Klopper

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Bestechung in meinen Augen ist es eher das man sich für ein frühzeitiges Testmuster prostituiert und ja nicht vergisst den Bericht positiv zu verfassen damit man nächstes mal schön weiter die Exemplare vor allen anderen bekommt. Das kann doch nicht sein das man für Geld all seine Prinzipien über Bord wirft, ist ja ok wenn das der ein oder andere nicht schafft aber alle? *überspitzt

An diesem Druck tragen aber auch die Gamer schuld, denn sie rennen ja schließlich zum ersten Test und wollen den nicht erst lesen, wenn das Spiel schon raus ist.
Außerdem findet der von Dir beschriebene Vorgang in der Praxis kaum statt. Publisher verhängen Sperrfristen für Reviews. Daher haben für gewöhnlich alle Seiten am selben Tag den Test parat. Wer dagegen verstößt und sich einen Vorteil verschaffen will, in dem er einen Test früher veröffentlicht, muss Vertragsstrafen zahlen und befürchten, beim nächsten Mal nicht bedacht zu werden. Selbst wenn jemand einem Spiel 12/10 Punkten gibt, darf er beim nächsten mal nicht exklusiv früher dran. So ein Deal würde nämlich den Rest der ziemlich angepissten Presse auf den Plan rufen, ob du das nun glaubst oder nicht.

Mit Spielemustern kann man auch eher kleine Blogger und YouTuber für sich gewinnen. Große Seiten kommen so oder so an die Muster. Die Publisher können sich diese kostenlose Werbung auch gar nicht entgehen lassen. Sie wollen ja auch möglichst mit ihren Spielen auf jeder Seite stehen, selbst wenn die Kritiken eher negativ ausfallen. Einem Dungeon Keeper schadete z.B. die massive Negativpresse auch nicht. Publicity ist per se schon einmal gut und kann genutzt werden. schau dir nur mal die ganzen Simulatoren an, die immer Kackwertungen bekommen, daher allerdings auch schon Kultstatus haben und in witzigen Let's Plays abgefeiert werden.

Wieso kein Ausschuss der bei seriösen Anschuldigung oder Verdacht der Sache nach geht und diese hart abstraft?
So etwas gibt es doch in anderen Branchen auch und es funktioniert(einigermaßen) wieso hat man dies nicht schon längst bei einer Multi Milliarden Branche wie der Videospiele gemacht die gelinde gesagt überhaupt keine Schutz Mechanismen aufzeigen

Schöne Idee, aber wer soll da drin sitzen? Gamer? Journalisten? Industrielle? Was qualifiziert dazu, in einem solche Ausschuss zu sitzen? Es wird ziemlich schwierig werden, neutrale Personen zu finden, die sich mit dem Medium auskennen.
Und wie soll das funktionieren? Wer macht den Ausschuss auf etwas aufmerksam? Petitionen von Gamern? Dann müssten die sich mit so Kinkerlitzchen beschäftigen, warum Call of Duty im Schnitt 83 Punkte bekommen hat, wenn doch 78 angemessener wären. Und welche Maßnahmen auf welcher rechtlichen Grundlage sollten sie ergreifen?
Das ist eine nicht einfache Sache.

In Deutschland gibt es den Presserat für solche Belange. Aber der hat null Macht. Ab und zu wird die Bild gerügt, die müssen diese Rüge dann abdrucken und machen weiter wie gehabt.

Für echte Verstöße wie tatsächliche Fälle von Korruption ist das Strafrecht zuständig. Wer also meint, solche Korruption aufgedeckt zu haben, kann Anzeige erstatten. Aber bei der momentanen Beweislage würde das wie gesagt nicht viel geben.

Und während ich ein gewisses Verständnis für die Erwachsene Community habe im glauben(wissen?) das man sich des Problems bewusst ist aber keine schnelle Lösung momentan noch hat. Habe ich überhaupt kein Verständnis mit dem schon länger andauernden Rockstar Getue der Games Presse.

Was für mich aber schon jetzt feststeht ist das diese sich auf kurz oder lang als erstes ändern wird...

Klar, Narzissten hast Du überall. Das wird sich aber auch nicht ändern. Vielleicht fällt mal einer, aber dafür kommt ein anderer nach. Genau wie es auf der Entwicklerseite immer Typen wie Cliffy B. geben wird und bei den Gamern Selbstdarsteller wie Pewdiepie.
 

BigJim

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Also ich habe Journalismus studiert und schreibe über Spiele. Viele meiner ehemaligen Kommilitonen tun dies ebenso. Mir fällt ehrlich gesagt sogar gerade kein mir persönlich bekannter Journalist ein, der nicht studiert oder zumindest ein Volontariat durchlaufen hat. Natürlich wieder persönlicher Eindruck.

Kommt sicher auch darauf an, welche Journalisten. Spiele-Redakteur ist eher ein klassischer Beruf für Seiteneinsteiger. Also Germanistik, Publizistik o.ä. muss man dafür definitiv nicht studiert haben. Die meisten, die heute für PC Games. GameStar & Co. arbeiten, haben nie studiert oder - sofern sie es doch mal getan haben - ihr Studium abgebrochen.
Also ich denke, Spiele-Redakteur kann eigentlich so ziemlich jeder werden, der halbwegs sicher in Grammatik und Rechtschreibung ist. Hoch sind die formalen Voraussetzungen, die an Bildung/Ausbildung gestellt werden, nicht. Zumindest waren sie es in der Vergangenheit nicht. Möglicherweise sieht das zukünftig anders aus. Denn heutzutage braucht man ja schon fast einen Hochschulabschluss, um Chef 'ner Pommes-Bude zu werden.
Nach meiner Beobachtung sollten Spiele-Redakteure vor allem Interesse mitbringen (unabdingbare Voraussetzung eigentlich für jeden Beruf, wenn man erfolgreich sein will) und jung sein. Viele heute sehr bekannte Spiele-Redakteure, deren Lebensläufe mir bekannt sind, sind quasi von der Schule aus in den Spiele-Journalismus gekommen. Ein 25jähriger Hochschulabsolvent ist eigentlich schon zu alt als Berichterstatter für einen Bereich, der überwiegend eine jugendliche Zielgruppe (14-22jährige) anspricht und auch von dieser überproportional nachgefragt wird. Junge Menschen - dazu zähle ich alle bis etwa Mitte 20 - wollen auch Tests und Videos von (in etwa) Gleichaltrigen lesen/gucken und nix von alten Knackern (was auch verständlich ist). Deshalb wechseln die älteren Spiele-Redakteure früher oder später meist in administrative Aufgabenbereiche oder dorthin, wo man nicht mehr täglich durch die Gesichtskontrolle muss (z.B. zu Online-Magazinen, *lach').
Nur mal am Rande: Spiele-Redakteur - auch wenn an diesen Beruf keine hohen formalen Anforderungen gestellt werden - ist nach meiner Einschätzung ein durchaus anspruchsvoller Beruf. Die zeitliche Belastung ist nicht zu unterschätzen und verträgt sich nicht mit einem sehr ausgiebigen Privat- oder Vereinsleben. Auch sollte man halbwegs schreiben können, mit Menschen umgehen können, in Fremdsprachen (insbesondere Englisch) nicht auf den Kopf gefallen sein, und auch von technischem Dingen etwas Ahnung haben. Und stressig ist der Job auch (man muss schneller berichten als die nicht gerade geringe Konkurrenz), aber okay: In welchem Beruf ist das heute anders? Die Chancen auf Festanstellung in diesem Bereich sind zudem sehr gering, weil es viele machen wollen und immer mehr (Online-)Magazine verschwinden (die GameStar z.B. hatte mal 300.000 Käufer pro Monat, inzwischen sind es unter 80.000). Und die Bezahlung ist auch nicht so prickelnd (es sei denn, man steigt zum leitenden Redakteur, Chef-Redakteur oder so auf). Bei der Müllabfuhr verdient man mehr. Also ich denke: Spiele-Redakteur ist eher was für Idealisten, für Leute, die ihr Hobby zum Beruf machen möchten.

PS.:
Bescheiden, wie ich bekanntlich bin, möchte ich nur darauf hinweisen, dass man das auch nebenberuflich machen kann (natürlich dann nur in sehr eingeschränktem Maße, nicht so professionell wie ein "richtiger Spiele-Redakteur" und auch nur ehrenamtlich bzw. Just for Fun). Als Beispiel möchte ich nur meine Wenigkeit, den Imperator, anführen. Ich bin auch nicht journalistisch aus- oder vorgebildet, und etwas in der Richtung studiert habe ich erst recht nicht (in meiner Ausbildungseinrichtung, der "Akademie für Weltherrschaft", lag und liegt der Themenschwerpunkt klar in den Bereichen Strategie, Welteroberung, Unterdrückung, Vergewaltigung usw.), trotzdem finden sich im Internet immer wieder Seiten, die meinen Scheiß veröffentlichen. :bigsmile:

Hier übrigens noch ein Video zum Thema "Wie wird man Spiele-Redakteur?", falls Ihr das noch nicht gesehen habt:
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Weitere Videos:
http://www.youtube.com/watch?v=oWEmShiym8k
http://www.youtube.com/watch?v=s1s_3KqDZ0w
 
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