1. #1
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    Avatar von dorgard
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    Investoren investieren nicht mehr in die Gamesbranche

    Gerade auf der Arbeit drübergestolpert - das gibt zu denken:

    trends_startup_investment_1 » t3n
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  2. #2
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    Avatar von PixelMurder
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    Könnte mir vorstellen, dass ich als Investor ohne Ahnung vom Gaming keinen harmonischen und gefahrlosen Markt vor mir sehe: Crashes, Shitstorms, künstlich gehypte Melk-Modelle, die nicht aufgehen, grosse Firmen wie MS, die vor Gamern einknicken müssen(weil die Verluste zu gross wurden), Games mit viel weniger Umsatz, als erwartet...
    Da der normale Investor keine Ahnung vom Gaming hat(ich hoffe, es liest einer mit), wird er auch nicht erkennen, wo das Übel liegt und wie man es beheben könnte, um die wirklich grosse Kohle zu machen. Im Prinzip kann man das Wort "Qualitätsmangel" als Überbegriff für alles nehmen, was schief läuft, selbst Mikrotransaktionen in Verbindung mit Kauf-Fallen und massentaugliche(=ausgebeinte) Spielmechaniken sind ein solcher. Und für mich persönlich auch der absolute Stillstand und Minimalismus in der Branche, Spiele erreichen oft noch nicht mal mehr den Standart des Vorgängers und in vielen Fällen ist das geplant so. Im Gegensatz etwa zu Hardware-Komponenten, die jedes Jahr kontinuierlich und deutlich besser werden.
    Ich könnte jeden Monat zwei Vollpreisspiele kaufen und würde es als Suchti auch tun. Seit Borderlands 2(und all seiner grossen DLC = $) habe ich aber keinen zufriedenstellenden Kauf mehr gemacht und die dazwischen gekauften Spiele, die man an zwei Händen abzählen kann, oft nicht mal übers erste Kapitel gezockt, weil ich diverse Qualitätsmängel nicht ertragen konnte. Viele darunter habe ich erst in einem Sale gekauft, weil für mich die Gefahr zu gross war, den Vollpreis in die Finger zu nehmen und es war jedes Mal eine gute Entscheidung. In mindestens einem Fall habe ich ein eigentlich interessantes Spiel erst gekauft, als es auf dem Grabbeltisch zu haben war, weil mir die Geschäftspraktiken des Entwicklers nicht gefielen. Andere hingegen ignoriere ich bewusst, weil ich die Geschäftspraktiken des Mutterkonzerns nicht akzeptieren kann. Nebenbei habe ich mir auch keine XBone oder PS4 gekauft, weil da (mangels Investition) das Futter fehlt. Hersteller kommunizieren es sogar völlig schamfrei, dass es für sie zuwenig lukrativ ist, für die "nächste Generation" zu portieren, die man eigentlich pushen sollte.
    Nebenbei ist die Art der heutigen Kommunikation mit dem potentiellen Käufer einfach nur erbärmlich. Würden in der Tabak-Industrie solche untalentierten Dampfplauderer sitzen, hätten wir schon vor 50 Jahren Warnhinweise auf der Schachtel gefunden.Stellt doch bitte Leute ein, die richtig lügen können, wenn ihr schon keinen findet, der mit Herzblut an der Sache ist und den Kopf nicht gerade im Arsch eines Investors hat.
    Okay, es wurde schon gesagt, dass ich überheikel bin Aber so bis um 2010 rum gab es eine Phase(eigentlich seit meiner ersten Nintendo-Konsole), in der ich das Wort Shitstorm noch nicht kannte und ich euphorisch in die Zukunft des Gamings blickte, obwohl es schon einige Anzeichen für den heutigen Zustand gab. Es gab ständig was zu zocken, in Foren darüber zu quatschen und ich war rundum zufrieden(was ich halt so drunter verstehe ).
    Lieber Investor, ich kann dich verstehen, ich mag den Gaming-Sektor auch nicht (mehr). Vielleicht solltest du von der Game-Industrie die selben Qualitätsstandarts verlangen, wie du sie an Software und Hardware oder vielleicht sogar an Verlage anlegst. Du verstehst es sicher auch, dass keiner Bücher kaufen würde, wenn ihre Geschichten immer dümmer und kürzer würden. Einige Zeit lang mag es aufgehen, aber irgendwann mal werdet ihr alle Käufer verlieren, die sich die Schuhe selbst binden können. Und vor allem sollte ein Investor wissen, dass das Gaming das flexibelste künstlerische Medium überhaupt ist. Es gibt nicht die abgegrenzten Zielgruppen wie bei Filmen, Musik oder Büchern. Wenn die Gefahr besteht, dass ein Spiel zu blutig und gruselig oder zu schwer ist, kann man das relativ kostengünstig hinter eine Einstellung im Menu setzen. Man kann ein Spiel mit Einstellungen mehr oder weniger komplex machen und damit viele Zielgruppen gleichzeitig bedienen.
    Jahre lang hatten wir Gamer Mühe mit der vorherrschenden Meinung, dass Games Kinderspiele sind. Heute, wo das eigentlich weniger so ist, halte ich selbst die meisten Spiele für solche, auch GTA5 mit seinem Einheitschwierigkeitsgrad und kindischem Macho-Paradies.
    Ja, ich bin ein alter Sack mit überkommenen Qualitätsvorstellungen, aber es könnte gut sein, dass ich die nächsten zwanzig Jahre weiterhin Zielgruppe bleibe, sofern sich was in der Game-Industrie tut. Nur ein Insider-Tipp: ein GTA6, das wie GTA5 ist, kommt mir nicht ins Haus, geschweige denn ein GTA für Arme wie Watch_Dogs.

  3. #3
    Erfahrener Benutzer
    Avatar von Psychotoe2008
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    Naja... Tust ja so als wäre die Branche am Arsch. Ist sie noch lange nicht.

    Ich sehe die Gamingbranche als klein Investor auch kritisch. Die Produkte sind schwer einzuschätzen, verschieben sich und man kann keine echten Zukunftsszenarien ausmachen. Das einzige was ich gerne mache ist short zu gehen wenn ein fetter Shitstorm aufkommt. Hat bei Ubisoft im in 12 Monaten 2 mal funktioniert. Es ist halt scheiße, dass etablierte Serien schon in den Kursen eingerechnet sind und einzig die neuen Games oder aufkommende Blockbuster für volatilität sorgen. Und das ganze noch von der Community gesteuert wird und so einfach keine Sicherheit dabei ist.

    Gaming Papiere sind Zockerpapiere! Im wahrsten Sinne des Wortes!

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