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  1. #81
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    So, dann möchte ich hier auch mal wieder eine meiner spielerischen Kronjuwelen in den Raum werfen und vorstellen, nämlich das großartige „Metropolis Street Racer“.

    Da nach fast 15 Jahren vielleicht nicht mehr jeder etwas mit dem Titel anfangen kann, sei hier einleitend erwähnt, dass es sich hierbei um den Vorgänger der Project Gotham Racing-Serie handelt, die später auf Xbox und Xbox 360 große Bekanntheit erlangte. Entwickelt wurde das Spiel, wie eben auch PGR, vom großartigen Entwicklerstudio Bizarre Creations und es erschien am 3. November 2000 in Europa für Segas Dreamcast.

    Habe MSR erst gestern Abend wieder in die Dreamcast geschmissen und flugs waren 2 Stunden vergangen. Hätte ich aufgrund des heutigen Arbeitstages nicht irgendwann mal schlafen müssen, wäre es wohl sogar eine noch längere Session geworden. Und es war nicht die Nostalgie, die mich vor die Konsole gefesselt hat, sondern die Tatsache, dass MSR auch heute noch gut spielbar ist und eine Menge Spaß macht. Für ein 14 Jahre altes Spiel ist das durchaus ein erwähnenswertes Qualitätsmerkmal.

    Der Hauptteil des Spiels und größte Zeitfresser ist der Karrieremodus. Hier gibt es 25 Kapitel mit jeweils 10 Herausforderungen. Insgesamt gilt es also sage und schreibe 250 Aufgaben zu bewältigen, womit man damals wie heute eine ganze Weile beschäftigt ist. Die Aufgaben lassen sich dabei in 6 Kategorien unterscheiden:

    Hot Lap: Eine bestimmte Rundenzeit auf einer Strecke schlagen
    Timed Run: Eine bestimmte Zeit auf einer Strecke schlagen, jedoch mit mehr Runden
    One on One: Direktes Duell/Rennen gegen nur einen Kontrahenten.
    Street Race: Klassisches Straßenrennen gegen 5 Kontrahenten
    Championship: Serie mit mehreren Rennen zum Abschluss jedes Kapitels
    Challenge; Bestimmte Herausforderungen, z.B. „Überhole innerhalb des Zeitlimits mindestens 6 Autos“

    Weitere Kapitel werden nach und nach mit genug Kudos (quasi die Währung im Spiel) freigeschaltet. Man muss also nicht unbedingt jede Aufgabe immer spielen und wenn man gut genug ist, kann man später ganze Kapitel einfach überspringen. Schafft man alle 10 Aufgaben eines Kapitels, dann wird ein neues Auto freigeschaltet, das man sich mit einer extra Challenge für seine Garage freispielen kann.

    Die Strecken sind in den 3 Städten Los Angeles, Tokyo und London angesiedelt und ihren Vorgängern so real nachempfunden, wie es damals zur Dreamcast-Ära überhaupt möglich war. Während der Entwicklung wurden insgesamt etwa 40.000 Fotos in den 3 Städten geschossen und diesen Detailgrad merkt man dem Spiel auch in jedem Moment an. Jede Stadt hat sehr viele Strecken (ich weiß leider nicht, wie viele genau), die aber alle in den selben Straßennetzen verankert sind, nur halt immer in anderer Konstellation.

    Kudos-Punkte werden im Karriere-Modus auf 2 Arten verdient: Mit Skill einerseits und ordentlich Style beim Fahren andererseits. So kann man, was ich bis heute einzigartig finde, den Schwierigkeitsgrad der einzelnen Aufgaben immer selbst bestimmen. Bei einer Zeit-Challenge kann man beispielsweise festlegen, ob man die Strecke in den geforderten 3:30 absolviert oder man kann auch versuchen die Challenge in 3:00 oder 2:30 zu absolvieren, wenn man es sich zutraut. Je schwieriger man es sich macht, desto mehr Kudos winken am Ende. Schafft man eine Challenge jedoch nicht, gibt es Minuspunkte.

    Der zweite Punkt ist der Style: Je mehr man driftet, Ideallinie fährt und coole Überholmanöver startet, desto mehr Kudos winken als Belohnung. Fährt man jedoch wie ein Betrunkener und rammt die Seitenbegrenzungen oder andere Autos, wird man mit entsprechenden Minuspunkten bestraft. Das kann soweit gehen, dass man eine Aufgabe insgesamt mit Minuspunkten beendet, obwohl man die eigentliche Challenge geschafft hat.

    Jede Aufgabe kann so oft absolviert werden wie man möchte, um sich zu verbessern. Doch man setzt jedes Mal die zuvor bei dieser Aufgabe erhaltenen Kudos wieder aufs Spiel, so dass man sich neue Versuche gut überlegen sollte.
    Geändert von wwe_fan (04.08.2014 um 22:04 Uhr)
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  2. #82
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    Fortsetzung:

    Grafisch spielte das Spiel damals in der Oberliga mit und auch wenn es heute in dieser Hinsicht natürlich keinen Blumentopf mehr gewinnt, kann man es sich immer noch gut anschauen, finde ich. Was jedoch bis heute für mich einzigartig gut ist und zur absoluten Spitzenklasse zählt, ist der von Richard Jaques komponierte Soundtrack.
    In jeder Stadt gibt es 3 Radio-Sender, die alle ein eigenes Programm fahren, mit unterschiedlicher Musik, eigenen DJs und sogar Werbeunterbrechungen. Ich meine sogar, dass Metropolis Street Racer der erste Racer war, der Radiostationen implementiert hatte.
    Die Musikauswahl deckt dabei von Rock über Pop und Country bis hin zu Trance eigentlich so ziemlich jedes Genre ab und hat dabei durchaus richtig gute Songs und Ohrwürmer im Gepäck. Was mich auch begeistert, ist die Detailverliebtheit. So fängt das Radio zum Beispiel zu rauschen an oder verliert völlig die Verbindung, wenn man unter Brücken oder Tunneln hindurch fährt.

    Ein absolut geniales und brillantes Feature (zumindest in meinen Augen) war übrigens, dass sich Metropolis Street Racer an der System-Uhr der Dreamcast orientierte und man in jeder der drei Städte zur jeweils korrekten Uhrzeit fuhr. So war es schon durchaus schwer, durch Tokyo mal am Tag zu fahren Ich bin von diesem Feature bis heute extrem begeistert und kann nicht verstehen, warum es bis heute (meines Wissens nach) kein Spiel mehr gab, das diesen Ansatz weiter verfolgte. Selbst später bei Project Gotham Racing wurde das Feature gestrichen.

    So, ich merke gerade, dass das hier doch deutlich längere Züge als geplant angenommen hat und schon fast Review-Charakter hat. Wer tatsächlich bis hierhin durchgehalten hat, dem danke ich fürs Lesen

    Und wer sich für Retro-Spiele und speziell Retro-Racer noch begeistern kann, dem empfehle ich dringend, ein Auge auf MSR zu werfen. Aufs Gameplay selber bin ich jetzt noch gar nicht eingegangen. Nur so viel: Wie später auch bei PGR (das ich in dieser Hinsicht sogar noch besser fand) spielt sich MSR sehr gut und bietet eine gute Mischung aus Arcade und Simulation, mit leichtem Hang zur Arcade-Seite vielleicht. So, ich hab jetzt selber wieder Lust bekommen, weiter zu spielen und werde das gleich auch noch tun.

    Abschließend an dieser Stelle auch nochmals ein gepflegtes „Fuck you“ an Activision dafür, dass sie Bizarre Creations zerstört haben.

    Edit: Sorry für Doppelpost, aber irgendwie konnte ich nicht alles in einem Beitrag unterbringen. Eventuell Zeichenbegrenzung bei den Beiträgen vorhanden?
    Geändert von wwe_fan (04.08.2014 um 22:07 Uhr)
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