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  1. #1
    Erfahrener Benutzer
    Avatar von alpha_omega
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    Vancouver 2010 - Tot in Kurve 16

    Ja, ihr werdet es mit Sicherheit schon mitbekommen haben, dass einen Tag vor der gestrigen Eröffnungsfeier der olympischen Winterspiele im kanadischen Vancouver ein tragischer Zwischenfall beim Bobsport während des Trainings zugetragen hat. Der Georgier Nodar Kumaritaschwili raste mit 145 km/h zu hoch in die letzte Kurve, schleuderte aus dem Eiskanal und prallte gegen einen Stahlpfeiler. Leider konnten die Helfer nix mehr machen, er verstarb noch vor Ort.

    Nun zum eigentlichen Thema. Da ich vor gut einem Monat mich ein wenig näher mit dem dazugehörigen Videospiel der Olympiade, also Vancouver 2010 beschäftigt habe, fiel mir diese wirklich bahnbrechende Kurve bereits in der virtuellen Welt richtig auf. Sprich wenn man mit vollem Tempo in die letzte Kurve steuerte, kam man nur entweder nur mit ganz viel Glück, oder beim ganz flachen Anfahren (was allerdings dann wieder mit Zeitverzug geahnded wurde) hindurch.

    Ich weis das ist jetzt wirklich ein beschissener Vergleich, da stirbt ein Mensch und so ein Trottel wie ich, hat nix besseres zu tun, als sich mit der verblüffend gut umgesetzten virtuellen Eisbahn zu beschäftigen, aber letzten Endes bestätigen sich somit auch leider die Vorwürfe, dass der Kanal bereits vor dem Training als absolut lebensgefährlich galt, worüber sich auch die deutschen Trainer mächtig aufregten.

    PS. Die Bahn wurde von den Veranstaltern nun geändert, dass trotz Vorwarnung allerdings immer erst was Schlimmes passieren muss, bis jemand reagiert, ist wohl so eine typisch menschliche Eigenschaft, die man wohl nie abschalten wird...

  2. #2
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    Avatar von Burgherr Ganon
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    Bob-Abfahrten waren schon immer gefährlich, aber diese Pfeiler am Ende der Bahn gehen aber garnicht. Zwar fahren die Männer jetzt doch runter wo es die Damen tun und auch eine Art Schutzwand ist nun da aber alles leider zu spät.

    Laut Medien (Sportstudio) kommt das (das =kürzere Abfahrt) den dt. Athleten sehr zum Vorteil, als ob das jetzt wichtig wäre.

    Fand das Turnier bisher insbesondere die 5000m Eisschnellauf sehr schön, aber dieses Ereignis lässt doch einen bitteren Beigeschmack.

    Kumaritaschwili Nodar, rest in peace
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    ★★★★★★

  3. #3
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    Avatar von Frybird
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    Und ich dachte seit Nagano '98 hätten die es zum Standard gemacht das an jeder Kurve so eine Art "Leitplanke" ist, um genau so nen Scheiss zu verhindern?

  4. #4
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    Avatar von Ringer93
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    Also meiner Meinung nach gehört diese Bahn gesperrt. Und auch ähnliche Bahnen, bei denen etwa die gleiche Geschwindigkeit erreicht werden kann.
    Der Mann hat sein Leben verloren und hinterlässt alle angehörigen in Trauer. Sowas darf einfach nicht passieren.

  5. #5
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    Avatar von Hayabusa
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    Ringer93 hat folgendes geschrieben:

    Also meiner Meinung nach gehört diese Bahn gesperrt. Und auch ähnliche Bahnen, bei denen etwa die gleiche Geschwindigkeit erreicht werden kann.

    Der Mann hat sein Leben verloren und hinterlässt alle angehörigen in Trauer. Sowas darf einfach nicht passieren.

    und wenn jemand in der Formel 1 stirbt ....auch sperren ?

    oder bei der Rallye Dakar ?

    oder einer beim Eishockey nen Puck an den Kopf bekommt ?



    Natürlich ist das tragisch, dass der Mann sein Leben verloren hat, aber Unfälle sind nunmal nie ausgeschlossen und wer sich dort in den Eiskanal begibt weiß genau, worauf er sich einlässt



    achja und die Überschrift könnte auch aus der BILD sein

  6. #6
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    Avatar von alpha_omega
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    Hayabusa hat folgendes geschrieben:

    und wenn jemand in der Formel 1 stirbt ....auch sperren ?

    oder bei der Rallye Dakar ?

    oder einer beim Eishockey nen Puck an den Kopf bekommt ?
    Das sind Beispiele, die unvorhersehbar sind. Der Eiskanal galt hingegen schon vor dem ersten Training als lebensgefährlich. Vor dem Tod des Georgiers gabs es auch schon schwere Stürze bei dem Training der Frauen, spätestens dann hätte man die Bahn sperren müssen. Wenn beim Ski-Springen schlechte Wetterverhältnisse sind oder beim Abfahrt die Piste als zu eisig eingestuft wird, wird auch nicht gestartet.

    Ähnlich war es doch damals mit der berühmten Tamburello-Kurve auf der Formel 1 Strecke in Imola. Erst nach dem Tod von Aryton Senna hat man diese Kurve entschärft, obwohl es auch hier zuvor schon extreme Unfälle gab (ua Gerhard Berger). Es ist nun mal im Sport nicht so einfach wie im Straßenverkehr, da stellt man einfach ein Warnschild auf "Achtung Unfallschwerpunkt", und gut ist.

  7. #7
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    Avatar von Hayabusa
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    alpha_omega hat folgendes geschrieben:

    Hayabusa hat folgendes geschrieben:


    und wenn jemand in der Formel 1 stirbt ....auch sperren ?


    oder bei der Rallye Dakar ?


    oder einer beim Eishockey nen Puck an den Kopf bekommt ?


    Das sind Beispiele, die unvorhersehbar sind. Der Eiskanal galt hingegen schon vor dem ersten Training als lebensgefährlich. Vor dem Tod des Georgiers gabs es auch schon schwere Stürze bei dem Training der Frauen, spätestens dann hätte man die Bahn sperren müssen. Wenn beim Ski-Springen schlechte Wetterverhältnisse sind oder beim Abfahrt die Piste als zu eisig eingestuft wird, wird auch nicht gestartet.


    Ähnlich war es doch damals mit der berühmten Tamburello-Kurve auf der Formel 1 Strecke in Imola. Erst nach dem Tod von Aryton Senna hat man diese Kurve entschärft, obwohl es auch hier zuvor schon extreme Unfälle gab (ua Gerhard Berger). Es ist nun mal im Sport nicht so einfach wie im Straßenverkehr, da stellt man einfach ein Warnschild auf "Achtung Unfallschwerpunkt", und gut ist.


    also bei der DAKAR - Rallye sind seit ´78 über 60 menschen umgekommen


    unvorhersehbar ist das alles nich, vllt nicht unbedingt typisch , aber sicherlich nicht fernab jeglicher Lebenserfahrung

  8. #8
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    Hayabusa hat folgendes geschrieben:


    also bei der DAKAR - Rallye sind seit ´78 über 60 menschen umgekommen
    Das mag sein, aber olympischen Winterspielen gabs vorher noch nie einen toten. Selbst nicht in den 30er und 40er Jahren und da waren die Sicherheitsmaßnahmen noch geringer als heute. Außerdem kannst du nen Eiskanal nicht mit ner Wüste vergleichen. Es geht einfach nur darum, dass man über die Gefahren bescheid wusste und man sie vorher schon hätte abstellen können, das kannst du allerdings nicht in ner Wüste machen, die Gefahr dort einzudämmen wäre unmöglich.

  9. #9
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    Bei Olympischen Spielen ist vor allem das Problem, dass auch Sportler teilnehmen, die nicht wirklich Profis sind und deshalb leichter in gefährliche Situationen kommen - von daher müssten hier sowieso schon andere Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden, als im sonstigen Weltcup.
    Aber: Eine absolute Sicherheit wird es nie geben - wer sich also den Eiskanal runterstürzt, muss damit rechnen, dass etwas passieren kann, ist einfach so.

  10. #10
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    Aber: Eine absolute Sicherheit wird es nie geben - wer sich also den Eiskanal runterstürzt, muss damit rechnen, dass etwas passieren kann, ist einfach so.
    So sehr das auch stimmen mag, aber darum geht's nicht.

    Es geht darum, dass die Verantwortlichen schon vor diesem Unfall über die Gefahren dieser speziellen Kurve wussten und daran nichts geändert haben. Darum, dass es explizit angesprochen wurde und erst Abhilfe kam, als es zu spät war.

    Darum, dass dieser Sportler nicht so hätte sterben müssen.

    Es ist nunmal ein Unterschied zwischen dem Wissen, dass der Sport den ich ausübe gefährlich ist und ich dabei sterben könnte und dass Verantwortliche um eine Sicherheitslücke wissen und nichts daran ändern, woraufhin jemand zu Schaden kommt.

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