Seite 4 von 4 ... 234
  1. #31
    Erfahrener Benutzer
    Avatar von Van_Helsing
    Mitglied seit
    10.12.2001
    Beiträge
    5.206
    Ich machs kurz und schmerzlos: Wer lesen kann, heißt es so schön ..
    Die Aussage bezügl. Schatten und schon mal passiert stammt vom Zugführer - so viel dann dazu.

    Ansonsten: Ich habe keine Angst vor dem Tod und gar Greuel davor - warum auch! Das ist nur natürlich - allerdings habe ich ein Problem mit Selbstmord, weil das noch nie eine Lösung gewesen ist und verdammt kurzsichtig ist! Dies aber nur am Rande - und wenn du anderen nicht helfen magst, bitte .. ich interessiere mich dagegen für meine Mitmenschen. Kann ja nicht jeder so sein wie du - btw. GsD!

    Ansonsten habe ich dazu alles gesagt!

  2. #32
    Moderator
    Avatar von Menirules
    Mitglied seit
    12.05.2002
    Ort
    Königreich Bayern
    Beiträge
    22.437
    @ tomk

    Aber abgesehen davon, und abgesehen von deinem Helfersyndrom, räume doch den Menschen, oder diesen Menschen, ein, sich frei dafür entscheiden zu dürfen. Denn woher willst du wissen, dass nicht das Leben für ihn eine größere Qual war, als eben diesen Weg zu gehen.
    Gerade das ist doch das Problem. Wir dürfen uns nicht denken "der rappelt sich schon wieder" sondern sollten schauen, dass wir aktiv werden. Klar, für ihn war der Selbstmord scheinbar weniger Qual, als das Leben, aber das darf man doch nicht als Tatsache hinnehmen. Oder würdest du einem Freund raten er solle sich doch besser gleich umbringen, bevor er sich weiter mit dem Leben quält? Klar würdest du das nicht, aber das könnte man denken wenn man das liest.
    Enke war allerdings auch ein hervorragender Schauspieler, dem man nicht angesehen hat wie es in ihm wirklich ausgesehen hat. Sogar seine Frau konnte er in so weit täuschen, dass er ihr vormachen konnte ihm ginge es besser.

    @ Thema

    Finde es auch grauenvoll wenn man nun liest das Fussballgeschäft sei so hart und ungerecht und Enke war ja auch völlig überraschend nicht für die nächsten beiden Länderspiele nominiert. Als hätte es damit was zu tun. Enke war verletzt (bzw. Krank) und hat gerade wieder sein zweites Liga-Spiel gemacht. Da wäre selbst ein Oliver Kahn nicht bei diesen "Bamberl-Spielen" dabei gewesen. Warum auch? Das wird nun herangezogen um zu erklären wieso Enke das getan hat. Himmelschreiender Unsinn!
    Generell geht mir diese Medien-Geilheit so tierisch auf die Nerven! Überall Enke, Enke, Enke. Hätte man schon immer so viel und positiv von ihm berichtet und hätte es schon immer so viele löbliche Worte über ihn gegeben - ich bin mir sicher er wäre noch am Leben.
    Ich bin riesiger Deisler-Fan und war damals richtig wütend, das er hingeschmissen hat. Heute bin ich heilfroh. Wer weiß wie es mit ihm weitergegangen wäre?
    Es ist traurig, wie ein Mann über die Jahre kaputt geht. Probleme im Job (die auch ein Straßenfeger haben kann - nicht nur ein Fußballprofi), Verletzungsanfälligkeit, und dann der Schlag mitten in die Fresse - der Tod seiner kleinen Tochter. Wer kann sich schon in diesen Mann hineinversetzen? Wer weiß was da in einem alles kaputt geht?
    Ich kann nur hoffen, dass ich es niemals wissen werde, denn sowas erfährt man wohl nur durch eigene Erfahrungen.
    Es gibt wenige in der Bundesliga, die trotz ihrer Millionen und ihrem Leben in der Öffentlichkeit bodenständig und sympatisch bleiben. Enke war einer von vielleicht 10 in der Bundesliga. Es ist wie im Song der Onkelz:
    Sag mir warum? Nur die besten sterben jung!

    Edit:
    Gerade gesehen auf Bild.de... Theresa Enke am Grab ihrer Tochter.
    Warum kann man die arme Frau nicht wenigstens am Grab ihrer Tochter in Ruhe lassen? Da verschanzen sich Fotografen im Gebüsch... Echt traurig. Alle heucheln Mitleid, aber auf den Gedanken sie in Ruhe trauern zu lassen kommt keiner. Würde ich in Hannover wohnen, ich würde die Fotografen verfolgen und bei jeder Gelegenheit dafür sorgen, dass sie ihren ekligen Job nicht ausführen können - mit Gewalt wenn nötig.
    Ich hasse euch alle so total sehr.

    "Meni hat immer Recht" - Schwags 27.10.2015 - 14:08

  3. #33
    Erfahrener Benutzer
    Avatar von piko
    Mitglied seit
    26.06.2005
    Ort
    Schwabing west
    Beiträge
    6.937
    Menirules hat folgendes geschrieben:

    @ tomk


    Aber abgesehen davon, und abgesehen von deinem Helfersyndrom, räume doch den Menschen, oder diesen Menschen, ein, sich frei dafür entscheiden zu dürfen. Denn woher willst du wissen, dass nicht das Leben für ihn eine größere Qual war, als eben diesen Weg zu gehen.
    Gerade das ist doch das Problem. Wir dürfen uns nicht denken "der rappelt sich schon wieder" sondern sollten schauen, dass wir aktiv werden.
    Wie soll man aktiv werden?? Am Anfang einer Therapie steht erstmal die Einsicht ein Problem zu haben, und dann der Wille selbiges zu lösen.

    Enke hat seine Frau und seine Kinder hängenlassen, die müssen jetzt damit leben, Enke nicht. Und ich unterstelle einfach mal, dass Enke entweder nicht in der Lage oder nicht Willens war, seine Probleme zu lösen. Möglichkeiten gibts hier genug. Hat auch viel mit Ehrlichkeit zu tun.

    Sei's drum, ich bin weder ein Unmensch noch kaltherzig. Aber imho spricht aus der Tat purer Egoismus.
    Das habe ich noch nie vorher versucht. Also bin ich völlig sicher dass ich es schaffe!

  4. #34
    Erfahrener Benutzer
    Avatar von jaypeekay
    Mitglied seit
    09.05.2006
    Ort
    Zwischen Flensburg und München
    Beiträge
    14.320
    @piko

    Das Problem ist, wie die Diskussionen mit Experten in den vergangenen Wochen gezeigt haben, das stark depressive Menschen nicht mehr den Ausweg bzw. die Lösung sondern eben nur noch die Erlösung sehen.

    Das ist eine Einbahnstraße, man macht sich so viele Gedanken, betrachtet sein Leben als ausweglos und sieht eben nicht mehr die Hinterbliebenen oder in dem Fall die Lokführer sondern man denkt eben nur noch daran sein eigenes Leid zu beenden.

    Gerade jemand wie Robert Enke wäre kein Mensch gewesen der absichtlich andere Menschen für den Rest ihres Lebens schädigen wollte.

    Aber dies ist eine Situation die sich glaube ich keiner von uns wirklich vorstellen kann. Man ist in dem Moment im Grunde genommen einfach nicht mehr man selbst und ist auch kaum noch in der Lage normale nachvollziehbare Entscheidungen zu treffen.

  5. #35
    Highlander
    Gast
    Auch ich habe mit grosser Bestürzung und Fassungslosigkeit auf die Nachricht des Suizides von Robert Enke reagiert. Obwohl ich kein heissblütiger Fussballfan bin, aber das zählt in diesem Moment auch nicht. Was zählt ist das menschliche. Ich will jetzt nicht falsch verstanden werden, aber solche Optionen, wie Robert Enke sie hatte, hat nicht jeder Depressiver. Er hätte sich für alles (das Leben meine ich damit) entscheiden können, aber er entschied sich für seinen Weg. Viele Psychische Erkrankte können sich nicht für Karriere, Famillie und Therapie entscheiden. In der Regel werden solche Leute ausgegrenzt. Robert Enke wurde mit dem Verlust seiner Tochter nicht fertig. Er konnte den Schmerz nicht verarbeiten. Was ich auch scharf kritisiere ist der Medienumgang. Das man seine Frau (vor ihr habe ich grosse Hochachtung) vor eine Pressekonferenz zerrt, und sie da bereitwillig Auskunft gibt, das ist in meinen Augen pietätlos! Der Vogel wird dann vom Arzt abgeschossen (das er weiter Auskunft gibt) obwohl die Schweigepflicht über denn Tod hinausgeht. Aber im Zeitalter der Information hält man sie halt an keine Grenzen, schon gar nicht an ethische. Mir ist es schleierhaft, wie ein fachlich ausgebildeter Psychologe sich täuschen hat lassen. Aber er hatte schliesslich ja auch seine Ehefrau getäuscht. Robert Enke hat die Menschen fasziniert weil er nicht so ein Glamourfussballer war, es setzte sich für Tiere ein, und wohnte für seine Verhältnisse bescheiden. Er hatte es nicht nötig prahlerisch und narzistisch anzugeben. Aus diesem Grund wurde er auch sehr geschätzt. Was übrig bleibt ist das warum, warum hatte er sich für diesen Weg entschieden? Diese Frage wird wahrscheinlich nie zubeantworten sein.

    RIP ROBERT ENKE

  6. #36
    Erfahrener Benutzer
    Avatar von jaypeekay
    Mitglied seit
    09.05.2006
    Ort
    Zwischen Flensburg und München
    Beiträge
    14.320
    @Highlander

    Gerade wegen der Medien fand ich persönlich die Entscheidung zu dieser Pressekonferenz gar nichtmal so schlecht.

    Man weiß doch zur Genüge wie so etwas abläuft. Wenn sie sich nicht der Öffentlichkeit gestellt hätte wären direkt die Spekulationen in den Medien losgegangen. Was trieb ihn in den Selbstmord, hatte er private Probleme oder wurde er gar umgebracht usw...

    Klar, man kann über Sinn und Unsinn streiten, aber in gewisser Weise war die PK vielleicht das beste was man in dieser Situation tun konnte. So war direkt jeder Raum für Spekulationen genommen, die Öffentlichkeit wusste Bescheid und alles weitere wäre wahrscheinlich so oder so kaum zu verhindern gewesen.

    Das es in den Medien breitgetreten wird wenn sich der deutsche Nationaltorhüter umbringt, das war von vornherein klar.

    Was mich an der Sache viel mehr aufgeregt hat ist diese Heuchelei vieler TV Leute. Man sieht Moderatoren von denen man durch vorherige Sendungen genau weiß das sie von Fußball absolut keine Ahnung haben und dennoch stellen die sich hin und quatschen darüber wie es im harten Bundesligageschäft zugeht.

    Da könnte ich ehrlich gesagt kotzen. Viele dieser Leute hätten ein paar Tage vorher wahrscheinlich gefragt wer Robert Enke ist und auf einmal wird das große Mitleid propagiert.

    Deswegen fand ich es dann auch gar nicht so schlecht das im Stadion bei der Trauerfeier "nur" knapp 40.000 Menschen waren und nicht wie vorher in den Medien groß angekündigt über 100.000.

    Die die letztlich im Stadion waren sind zum großen Teil die echten Fans des Vereins gewesen die zumindest den sportlichen Lebensweg von Robert Enke verfolgt haben. Diejenigen die nur der Sensation wegen dahin rennen können meiner Meinung nach auch lieber zuhause bleiben.

  7. #37
    Moderator
    Avatar von Menirules
    Mitglied seit
    12.05.2002
    Ort
    Königreich Bayern
    Beiträge
    22.437
    @ jay

    Viel bedrückender finde ich die Tatsache, dass die Frau am Tag nach dem Selbstmord ihres Mannes eine PK abhalten MUSSTE, weil sie sonst wohl ihres Lebens nicht mehr froh geworden wäre, weil sie 24 Stunden von "Journalisten" verfolgt worden wäre.
    In der BILD waren Fotos von ihr, als sie am Grab ihrer Tochter und ihres Mannes war. Aus einem Gebüsch fotografiert.
    Wäre ich an dem Friedhof gewesen und hätte das gesehen, ich hätte es mit Gewalt unterbunden.
    Ich hasse euch alle so total sehr.

    "Meni hat immer Recht" - Schwags 27.10.2015 - 14:08

  8. #38
    Erfahrener Benutzer
    Avatar von jaypeekay
    Mitglied seit
    09.05.2006
    Ort
    Zwischen Flensburg und München
    Beiträge
    14.320
    Menirules hat folgendes geschrieben:

    @ jay


    Viel bedrückender finde ich die Tatsache, dass die Frau am Tag nach dem Selbstmord ihres Mannes eine PK abhalten MUSSTE, weil sie sonst wohl ihres Lebens nicht mehr froh geworden wäre, weil sie 24 Stunden von "Journalisten" verfolgt worden wäre.

    In der BILD waren Fotos von ihr, als sie am Grab ihrer Tochter und ihres Mannes war. Aus einem Gebüsch fotografiert.

    Wäre ich an dem Friedhof gewesen und hätte das gesehen, ich hätte es mit Gewalt unterbunden.
    Die Fotos waren angeblich von ihr selbst freigegeben, allerdings hatte das ganze schon einen faden Beigeschmack, da muss ich dir recht geben.

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •